Rezension zu „Cinderellas Prinzessin“ von Annie Laine

Cinderellas Prinzessin

Autorin: Annie Laine
Veröffentlicht am: 28.09.2017
Verlag: Moments
Genre: Liebesroman / Lesbian Romance / Moderne Märchenadaption
Umfang: 280 Seiten
Preis: 12,95 € (Taschenbuch), 3,99 € (E-Book)
Mehr Infos hier.

die-autorin

Annie Laine wurde im schönen Osthessen geboren. Nach dem Realschulabschluss führt sie ihr Leben zunächst in ganz verschiedene Richtungen. Sie schließt eine Ausbildung ab und arbeitet ein halbes Jahr auf der Kanareninsel Teneriffa, findet aber nicht ihre Passion darin. Das zieht sie schließlich zurück zu den Büchern.
Während sie tagsüber Buchhandel/Verlagswirtschaft studiert, verbringt sie ihre Nächte mit dem Schreiben eigener Texte und betreibt einen erfolgreichen Bücherblog.

Hier finden Sie Annie Laines Facebook-Präsenz: https://www.facebook.com/AnnieLaineAutorin
Außerdem ist dies die offizielle Website der Autorin: https://www.annielaineautorin.com

Bücher der Autorin:
– Romina. Tochter der Liebe (Carlsen Dark Diamonds – 28. Juli 2017)
– Love like a Fairytale 1 – Cinderellas Prinzessin (Moments Verlag – 7. September 2017)
– Love like a Fairytale 2 – Rapunzels Märchen (Moments Verlag – 4. Januar 2018)

inhalt

Charleen ist die reichste Tochter der Stadt. Die Prinzessin des millionenschweren Hoteliers steht ständig im Rampenlicht und unterliegt dem Druck, perfekt sein zu müssen, denn schließlich muss der Ruf ihrer Familie gewahrt werden.

Bei Ashley sieht das ganz anders aus. Sie hat drei Jobs und schmeißt mit ihren neunzehn Jahren den Haushalt ihrer Familie. Freizeit und Schlaf kommen dabei zu kurz, aber sie nimmt es in Kauf, um irgendwann ihrer kleinen Schwester ein besseres Leben zu ermöglichen und aus dem desolaten Haushalt verschwinden zu können.

Als die beiden auf dem Ball zu Charleens Geburtstag aufeinandertreffen, ahnen sie noch nicht, dass sich diese folgenschwere Begegnung fast wie im Märchen von Cinderella entwickelt.

meine-meinung

Nachdem mir bereits der Debütroman der Autorin („Romina – Tochter der Liebe“) gut gefallen hat, war ich sehr gespannt auf „Cinderellas Prinzessin“. Das wunderschöne Cover lässt bereits erahnen, was den Leser erwartet. Märchenadaptionen stehe ich zwar etwas kritisch gegenüber, da es aber hier keinerlei Fantasy gibt, sondern sich um eine realistische Liebesgeschichte handelt, konnte ich guten Gewissens zugreifen.

Der Schreibstil der Autorin ist schön locker, leicht und flüssig. Vor allem die Dialoge haben mir sehr gut gefallen. Der Schreibstil erinnerte mich ein wenig an den von Jennifer Wolf, die ich auch sehr mag. Wer also z. B. die Jahreszeiten-Reihe mochte, wird sicherlich auch dieses Buch lieben.

Die Geschichte wird abwechselnd aus der Sicht der beiden Hauptpersonen – Ashley und Charleen – erzählt. Beide Mädchen sind mir richtig ans Herz gewachsen und ich konnte mit ihnen mitfiebern. So unterschiedlich sie auf den ersten Blick auch wirken, so toll passen sie zueinander. Da sie sich erst mit ihrer neuentdeckten Homosexualität auseinandersetzen müssen, verfolgt man die Entwicklung ihrer zarten Liebe mit Spannung. Doch das große Glück wartet nicht an der nächsten Ecke auf sie – beide müssen sich erst gegen widrige Umstände behaupten. Dabei erhalten sie zum Glück Hilfe. Auch die Nebencharaktere, die eine entscheidende Rolle beim Happy End spielen, fand ich toll. Natürlich gibt es in der Geschichte auch die „Bösen“. Hier kommen sie in Form eines alkoholkranken, gewalttätigen Vaters und eines egoistischen superreichen Schnösels daher. Die damit verbundenen Konflikte bringen die richtige Würze in die Geschichte.

Die Story konnte mich absolut überzeugen. Bis zum Ende habe ich mit Charlie und Ash mitgefiebert und das Happy End herbei gesehnt. Wer modernen Märchenadaptionen gegenüber aufgeschlossen ist, sollte sich diese zarte Lovestory nicht entgehen lassen.

4 Sterne

Von mir gibt es vier Sterne.

fazit

„Cinderellas Prinzessin“ ist eine absolut gelungene Märchenadaption, die Leserherzen höher schlagen lässt. Die Geschichte hat mich sehr gut unterhalten. Obwohl ich kein allzu großer Fan von LGBT-Büchern bin, kann ich diese hier wärmstens weiterempfehlen, denn es ist eben so viel mehr als nur eine lesbische Liebesgeschichte.

Mein Lesejahr 2017

Ein neues Jahr ist angebrochen. Es wird also Zeit für den obligatorischen Rückblick. Für 2017 hatte ich mir weniger Bücher vorgenommen, als im Vorjahr. „Schuld“ daran war die Geburt meiner Tochter, denn mir war absolut klar, dass ich von nun an nicht mehr so viel lesen können werde, wie ich gerne würde. Aber das ist kein Problem für mich.

Hier kommt mein Jahresrückblick – erstellt von Goodreads:

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Mit 44 gelesenen Büchern bin ich voll und ganz zufrieden.
Für 2018 habe ich mir erstmal nur 20 Bücher vorgenommen. Wenn es am Ende mehr werden sollten, freue ich mich, wenn nicht, ist es auch kein Beinbruch.
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Habt ihr auch einen Jahresrückblick erstellt? Verlinkt ihn mir gerne in den Kommentaren, damit ich bei euch stöbern kann. Welche Leseziele habt ihr euch für 2018 gesetzt?

Rezension zu „Zimtzauber“ von Katrin Koppold

Zimtzauber
Autorin: Katrin Koppold
Erscheinungsdatum: 02.12.2016
Veröffentlicht über: Books on Demand
Genre: Humorvolle Weihnachtsgeschichte
Umfang: 152 Seiten
Preis: 2,99 € (E-Book), 7,99 € (Taschenbuch)
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die-autorin

Katrin Koppold arbeitete nach ihrer Schulzeit als Journalistin, Fitnesstrainerin, TV-Darstellerin und Pferdepflegerin auf einem Gestüt in Irland, bevor sie sich dazu entschloss, sesshaft zu werden. Heute wohnt sie mit ihrer Familie und ihren zwei Katzen bei München Ihre Romane rund um die Liebe, das Leben und das große Glück lässt sie immer wieder an Orten spielen, an die sie ihr Herz verloren hat: Italien, Irland, München, Paris …

inhalt

Die Buchhändlerin Elisa ist nicht abergläubisch. Doch seit sie aus Versehen den attraktiven Schornsteinfeger zu Fall gebracht hat, geht in ihrem Leben einiges schief. Nachdem ihr eine Wahrsagerin auf einer vorweihnachtlichen Party eine tiefschwarze Aura bescheinigt und furchtbares Pech prophezeit, wird ihr klar: Sie muss den Mann aufsuchen und ihn um Verzeihung bitten.
Das ist allerdings gar nicht so einfach. Denn der Schornsteinfeger hat sich über Weihnachten in die Abgeschiedenheit der Berge zurückgezogen und ist überhaupt nicht begeistert, als Elisa auf einmal dort auftaucht und ihn mit Aufmerksamkeit überschüttet. Bis ein Unfall am Heiligen Abend die beiden unerwartet zusammenschweißt …

meine-meinung

Kurz vor Weihnachten war mir nach einer locker-leichten Liebesgeschichte zumute. Das tolle Cover und der Klappentext haben mich schon im letzten Jahr angesprochen. Durch eine Preisaktion ist das E-Book nun 2017 auf meinem Kindle gelandet.

Da mir „Immer wieder im Sommer“ von Katharina Herzog in diesem Jahr sehr gut gefallen hat, war ich gespannt darauf, ein Buch zu lesen, das sie unter dem Namen Katrin Koppold als Self Publisherin herausgebracht hat. Nun bin ich von den meisten Self Publishern leider enttäuscht worden. Kaum eine von ihnen, auch die großen Namen nicht, konnten bisher meine Erwartungen erfüllen. Dennoch habe ich mich mal wieder an ein solches Buch herangetraut.

Im Großen und Ganzen hält die Geschichte, was der Klappentext verspricht. In angenehm kurzen Kapiteln verfolgen wir die anfangs etwas bieder wirkende Buchhändlerin Elisa auf ihrem Weg ins Pech, bevor sie ihr Glück findet. Skurrile Unfälle aller Art sorgen dabei für den ein oder anderen Lacher. Der Schreibstil war sehr angenehm zu lesen, genauso, wie ich es mir erhofft hatte. Erst in der zweiten Hälfte bin ich über die ein oder andere Wortwiederholung gestolpert, die die Autorin hätte vermeiden können. Aber das fiel zum Glück nicht weiter ins Gewicht.

Wer – wie ich – eine romantische Liebesgeschichte erwartet, wird aber leider enttäuscht. Gerade, als Elisa sich ihrem attraktiven Schornsteinfeger annähert, ist das Buch urplötzlich zu Ende. Es gibt kein großes Happy End, keinen Ausblick in eine gemeinsame Zukunft, ja nicht mal einen Kuss. Zwar erklärt die Autorin in ihrer Danksagung, warum sie sich für ein solches Ende entschieden hat, aber wirklich zufrieden stellte mich diese Rechtfertigung nicht. Als Leserin, die auf der Suche nach einer schönen humorvoll-romantischen Weihnachtsgeschichte ist, und gerade bei diesem wundervollen Cover, erwarte ich ehrlich gesagt etwas anderes.

Dennoch empfand ich die Geschichte durchaus als rund und ingesamt zufriedenstellend. Gerne hätte ich mir jedoch noch etwas mehr „Danach“ gewünscht. Vor allem, weil das Hauptbuch nach 87 % o. Ä. endet und man denkt, da kommt noch was. Aber Pustekuchen, das einzige, was da noch kommt, sind Leseproben und Werbung. Für mich war dies also leider eine kleine Enttäuschung. Leider fürchte ich, dass mir das Buch deshalb auch nicht lange im Gedächtnis bleiben wird.

3 Sterne

Deshalb kann ich, trotz vieler guter Ideen und des tollen Schreibstils nur 3 Sterne vergeben. Schade, da wäre noch mehr Potential da gewesen.

fazit
Von „Zimtzauber“ hatte ich mir leider mehr erhofft. Der schöne Schreibstil und die humorvollen Elemente konnten mich leider nicht über das abrupte Ende hinwegtrösten. Wer viel Romantik erwartet, wird hier enttäuscht. Da gibt es sicherlich schönere Geschichten zur Weihnachtszeit.

Rezension zu „Schlaft gut, ihr fiesen Gedanken“ von John Green

Schlaft gut

Autor: John Green
Übersetzt von: Sophie Zeitz
Erscheinungsdatum: 10.11.2017
Verlag: Hanser
Genre: Jugendbuch
Umfang: 288 Seiten
Preis: 20 € (Hardcover)
Mehr Infos hier.

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John Green, 1977 geboren, erlangte bereits mit seinem Debüt Eine wie Alaska (2007) Kultstatus unter jugendlichen Lesern. Das Buch wurde vielfach ausgezeichnet, u.a. war es für den Deutschen Jugendliteraturpreis nominiert. Darauf folgten die Jugendromane Die erste Liebe (nach 19 vergeblichen Versuchen) (2008) und Margos Spuren (2010), ebenfalls nominiert für den Deutschen Jugendliteraturpreis und ausgezeichnet mit der Corine. Greens Jugendroman Das Schicksal ist ein mieser Verräter (2012) ist ein weltweiter Bestseller, der in 56 Sprachen übersetzt und verfilmt wurde. Auch in Deutschland stand der Titel über ein Jahr auf der Spiegel-Bestsellerliste, wurde u.a. mit dem Buxtehuder Bullen und dem Deutschen Jugendliteraturpreis 2013 (Preis der Jugendjury) ausgezeichnet. Im November 2017 erschien Greens neuester Jugendroman in Deutschland Schlaft gut, ihr fiesen Gedanken. Mit seinem Bruder Hank betreibt John Green einen der weltweit erfolgreichsten Video-Blogs, die Vlogbrothers. Über 5 Millionen Leser folgen ihm auf Twitter. Er lebt mit seiner Frau und zwei Kindern in Indianapolis.

Quelle

inhalt

Der neue Roman vom Bestseller-Autor von „Das Schicksal ist ein mieser Verräter“. John Green erzählt über Liebe, Widerstandskraft und wahre Freundschaft.

Die 16-jährige Aza Holmes hatte ganz sicher nicht vor, sich an der Suche nach dem verschwundenen Milliardär Russell Pickett zu beteiligen. Sie hat genug mit ihren eigenen Sorgen und Ängsten zu kämpfen, die ihre Gedankenwelt zwanghaft beherrschen. Doch als eine Hunderttausend-Dollar-Belohnung auf dem Spiel steht und ihre furchtlose beste Freundin Daisy es kaum erwarten kann, das Geheimnis um Pickett aufzuklären, macht Aza mit. Sie versucht Mut zu beweisen und überwindet durch Daisy nicht nur kleine Hindernisse, sondern auch große Gegensätze, die sie von anderen Menschen trennen. Für Aza wird es ein großes Abenteuer und eine Reise ins Zentrum ihrer Gedankenspirale, der sie zu entkommen versucht.

meine-meinung

Lange mussten wir auf neuen Lesestoff von Bestsellerautor John Green warten. Fünf Jahre nach dem Megaerfolg von „Das Schicksal ist ein mieser Verräter“ legt Green mit „Schlaft gut, ihr fiesen Gedanken“ einen weiteren preisverdächtigen Jugendroman vor, der alles hat, was das anspruchsvolle Leserherz sich nur wünschen kann.

Im Fokus der Geschichte steht die 16-jährige Aza, die als Ich-Erzählerin fungiert. Neben den gewöhnlichen Teenager-Problemen (Schule, Familie, Freunde) wird ihr Leben durch eine Angststörung beherrscht. Jeden Tag und jede Minute muss sie gegen ihre inneren Dämonen ankämpfen, um ein halbwegs normales Leben führen zu können. Green beschreibt Azas Ängste so intensiv und nachvolllziehbar, dass mir beim Lesen mehr als einmal mulmig zumute wurde. Einmal angefangen, dreht sich die Spirale immer schneller und Azas Gedanken werden immer gefährlicher. Nichts und niemand vermag es, sie von ihrem Leid zu befreien, dabei wünscht sie sich nichts sehnlicher, als ein ganz gewöhnliches Mädchen sein zu können.
Nicht nur Azas Mutter leidet unter der Krankheit ihrer Tochter, auch ihre beste Freundin Daisy schafft es nicht immer, für sie da zu sein. Als Davis ins Spiel kommt, für den Aza Gefühle entwickelt, wird es immer schwerer, gegen die Zwänge in Innerem anzukämpfen. Eine normale, stabile Beziehung scheint zwischen den beiden Teenagern unmöglich.

Sorgen sind die angemessene Reaktion auf das Leben. Das Leben ist besorgniserregend. 
(S. 55)

John Green zeigt in seinem neuen Buch auf, an welche Grenzen psychisch kranke Menschen stoßen. Ihr Umfeld, ihr Leben und die eigenen Gedanken werden von Azas Ängsten beherrscht. Ein Entkommen scheint unmöglich und auch die ihr verordneten Medikamente und Therapiesitzungen führen nicht zum gewünschten Erfolg.

Green schreibt Bücher für Jugendliche, die fernab der üblichen Lebens- und Liebesgeschichten liegen. Die Charaktere sind ebenso verschroben wie authentisch und gleichzeitig ganz normal. In lockerem, fast sachlichen Ton erzählt er vom Leben, Lieben und Zu-sich-selbst-finden. Dazu gibt es viele zitatwürdige Stellen im Buch, die man sich herausschreiben und immer wieder zur Hand nehmen möchte, weil sie so viel über das Leben aussagen und zudem voller Wahrheit stecken.

Unsere Herzen waren an der gleichen Stelle gebrochen. Das ist so etwas wie Liebe, aber vielleicht nicht ganz dasselbe.
(S. 204)

Wer actionreiche Spannung und große Gefühle sucht, wird bei diesem Buch sicher nicht gut aufgehoben sein. Auch ein filmreifes Happy-End sucht man (wie bei seinen anderen Büchern) vergeblich. Und doch hat mich vor allem das Ende begeistert, das einen Blick über das Hier und Jetzt hinauswagt und eine Zukunft skizziert, die zwar nicht rosa-rot, dafür aber sehr authentisch und gleichzeitig berührend ist.

Die hochwertige Ausstattung der limitierten Hardcoverausgabe kann sich wirklich sehen lassen. Da wird das Lesen auch durch die Optik des Buches zum Genuss.

Um einen Vergleich zu seinem bisher erfolgreichsten Buch „Das Schicksal ist ein mieser Verräter“ komme ich an dieser Stelle nicht herum. So gut ich „Schlaft gut, ihr fiesen Gedanken“ auch fand, so muss ich leider sagen, dass es mich emotional nicht richtig packen konnte. Und obwohl ich die Geschichte als sehr wichtig und lesenswert empfinde, kann ich doch nicht die volle Punktzahl geben.

4 SterneVon mir gibt es vier Sterne.

fazit
Mit „Schlaft gut, ihr fiesen Gedanken“ legt John Green fünf Jahre nach seinem Welterfolg „Das Schicksal ist ein mieser Verräter“ ein wichtiges, preisverdächtiges Buch vor, das alles bietet, was das anspruchsvolle Leserherz sich wünscht. Von mir gibt es, wie für alle seine Bücher, eine ganz klare Leseempfehlung.

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Mein Lesemonat November

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Im November habe ich endlich den neuen Krimi von Frank Goldammer beendet, an dem ich diesmal seeehr lange „geknabbert“ habe. Außerdem habe ich zwei wunderbare E-Books auf meinem Kindle verschlungen.

Da ich mein selbst gestecktes Jahresziel von 40 Büchern bereits erfüllt habe, bin ich mit dem Ausgang des Monats sehr zufrieden. Zum Lesen komme ich ohnehin nur dann, wenn meine kleine Tochter mich lässt. Das ist nicht wirklich oft oder lange am Stück, aber wenn ich lesen kann, genieße ich es sehr. Am praktischsten empfinde ich derzeit das Lesen auf dem Kindle. Keine Flecken, keine Knicke und wenn es schnell gehen muss, klappe ich die Hülle zu und gut ist. Und eine Hand ist immer frei, um den Schnuller zu halten oder über die zarte Babyhaut zu streicheln 🙂

Wie haben mir die einzelnen Titel gefallen? Um zur vollständigen Rezension zu gelangen, klicke bitte auf den Titel:

Tausend Teufel
von Frank Goldammer

Tausend Teufel

Auch der zweite Fall für Max Heller konnte mich auf ganzer Linie begeistern. Neben den raffinierten Verstrickungen der Morde haben mich vor allem die Schicksale der Menschen im zerstörten Nachkriegs-Dresden berührt und bedrückt. Brillant recherchiert, fesselnd geschrieben – so muss ein Krimi sein!

Der Zauber des Winters
Hrsg. Nadine Skonetzki

(Ohne Rezension)

Zauber des Winters

Insgesamt haben mir alle Geschichten im Buch gut gefallen. Obwohl der Umfang der Anthologie gering ist, fühlte ich mich nach dem Lesen bereichert. Ich habe die Lektüre genossen und mir für jede Autorin und ihre Geschichte Zeit gelassen. So konnte ich in zehn verschiedene Welten eintauchen und wurde ebenso gefesselt, als wenn ich einen Roman gelesen hätte. Genau das richtige Buch, um in Weihnachtsstimmung zu kommen und sich auf den Winter zu freuen.

Mitfahrer gesucht, Traummann gefunden
von Kyra Groh

Mitfahrer gesucht

Mit ihrem vierten Roman legt Kyra Groh eine humorvolle Liebesgeschichte vor, die mich von Anfang bis Ende in ihren Bann gezogen hat. Die toll ausgearbeiteten Charaktere und schlagfertigen Dialoge haben dieses Buch zu einem wahren Lesegenuss gemacht. Ich habe das E-Book förmlich inhaliert. Die Autorin versteht es wie keine Zweite, mit Worten zu spielen und einen Text zu erschaffen, der nicht nur berührend, witzig und herzerwärmend, sondern auch absolut genial geschrieben ist.

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Kennt ihr eines der Bücher schon oder wäre etwas für euch dabei? Was habt ihr im November gelesen? Verlinkt mir gerne euren Monatsrückblick, damit ich ein bisschen stöbern kann 🙂

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Rezension zu „Mitfahrer gesucht, Traummann gefunden“ von Kyra Groh

Mitfahrer gesucht

Autorin: Kyra Groh
Erscheinungsdatum: 06.11.2017 (E-Book) bzw. 01.12.2017 (Taschenbuch)
Verlag: Forever
Genre: Humorvoller Liebesroman
Umfang: ca. 400 Seiten
Preis: 4,99 € (E-Book), 17,00 € (Taschenbuch)
Leseprobe: hier
Bei Amazon kaufen

die-autorin

Kyra Groh wurde 1990 in Seligenstadt am Main geboren. Nach einem kleinen Umweg über die Uni Gießen, verschlug es sie 2012 nach Frankfurt, wo sie Trambahnen, Apfelwein und Supermärkte, die bis Mitternacht geöffnet haben, zu schätzen lernte. Sie behauptet gerne, neben dem Schreiben keine weiteren Talente zu haben – daher veröffentlicht sie nicht nur seit einigen Jahren humorvolle Liebesromane, sondern treibt auch hauptberuflich als Texterin ihr Unwesen. Sie hat eine Schwäche für gutes Essen, Instagram und Bilder von gutem Essen auf Instagram. Außerdem liebt sie Schachtelsätze, Erdnussbutter, Netflix und – aus Gründen, die ihr selbst manchmal schleierhaft sind – Sport.

Quelle

inhalt

Beim nächsten Traummann links abbiegen, bitte!

492 Kilometer. So weit ist es von Hamburg nach Frankfurt und eigentlich steht Romys exakt kalkulierter Fahrt wirklich nichts im Wege. Nur, dass sie sich ihren Opel Corsa ungeplant mit einem Möbel-Designer und einem Hund teilen muss, der so groß ist wie ein Kalb, und dass dieser fast einen Haufen auf die Rückbank gesetzt hätte. Der Hund, nicht der Designer. Leon. Dass dieser ziemlich attraktiv ist und wahnsinnig charmant kommt noch dazu. Doof, dass Romy eigentlich mit Flo zusammen ist. Und doof, dass Leon ihr eine Woche später im Meeting als neuer Kollege gegenüber sitzt. Manche nennen sowas Schicksal, Romy nennt es einen verdammt fiesen Zufall, der ihren wohldurchdachten Plan vom Leben ganz schön ins Wanken geraten lässt.

meine-meinung

Nachdem mir bereits die ersten drei Bücher von Kyra Groh wahnsinnig gut gefallen haben, war ich sehr gespannt auf ihr viertes Buch. Das E-Book war zur Veröffentlichung für unschlagbar günstige 0,99 € im Angebot und ist somit schnurstracks auf meinen Kindle gewandert.

Innerhalb weniger Seiten wurde ich direkt in die Geschichte hineingesogen. Die liebevoll gestalteten Charaktere sind mir sofort ans Herz gewachsen. Die alles durchplanende, manchmal unfreiwillig komische, aber genauso schlagfertige Romy, der attraktive Leon und sein Hund Dexter haben mich um den Finger gewickelt. Zwischen den beiden stimmt nicht nur die Chemie, es sprühen auch wie verrückt die Funken. Sie auf ihrer 5-stündigen Autofahrt und darüber hinaus zu begleiten, hat mir sehr viel Freude bereitet. Auch die Nebencharaktere waren sehr unterhaltsam. Da sind zum Beispiel Romys Chef, der ein verrücktes Marketing-Denglisch spricht und abgefahrene Klamotten trägt, oder ihr introvertierter Nerd-Kollege Pierre-Holger, die der Geschichte den gewissen Pepp verleihen.

Ich habe nie behauptet, Beziehungen zu verstehen. Im Gegenteil. Die Liebe macht mir Angst. (43%)

Ich liebe Dreiecksgeschichten, also habe ich Romys Gefühlschaos, ihre Gedanken und Taten stets gut nachvollziehen können. Hier geht es nicht darum, eine Beziehung zu retten, zu von vornherein zum Scheitern verurteilt ist oder sich besonders moralisch zu verhalten, sondern um die Frage: Was verdammt nochmal mache ich, wenn ich den Mann meines Lebens treffe – zum denkbar ungünstigsten Zeitpunkt? Ein spannendes Thema, dessen Umsetzung wunderbar gelungen ist.

Es ist komisch, wie sehr man sich an Dinge, die einen stören, gewöhnen. Und ehe man sichs versieht, gehören sie zum Leben dazu, und man redet sich ein, dass es richtig so ist. (65%)

Neben dem Grundthema haben mir vor allem die tollen und schlagfertigen Dialoge gefallen. Dank der kurzen Kapitel (die mit herrlich witzigen Überschriften ausgestattet sind), hat mich das E-Book nicht nur bestens unterhalten, sondern wurde förmlich von mir inhaliert. Außerdem habe ich zahlreiche kluge Sätze markiert, die so viel Wahrheit beinhalten, dass ich mich jetzt schon darauf freue, sie später wieder anzusehen.

Du warst nicht geplant. Du bist einfach passiert. (93%)

Besonders hervorheben möchte ich das Ende der Geschichte. Hier wurde nichts kitschig überzeichnet, sondern alle Konflikte sehr angenehm aufgelöst. Als ich das Buch beendete, hatte ich das Gefühl, dass es genauso im echten Leben hätte passiert sein können. Und diese Bücher mag ich am liebsten. Also, liebe Kyra: wieder alles absolut richtig gemacht!

5 Sterne

Und deshalb vergebe ich 5 Sterne.

fazit

Mit ihrem vierten Roman legt Kyra Groh eine humorvolle Liebesgeschichte vor, die mich von Anfang bis Ende in ihren Bann gezogen hat. Die toll ausgearbeiteten Charaktere und schlagfertigen Dialoge haben dieses Buch zu einem wahren Lesegenuss gemacht. Ich habe das E-Book förmlich inhaliert. Die Autorin versteht es wie keine Zweite, mit Worten zu spielen und einen Text zu erschaffen, der nicht nur berührend, witzig und herzerwärmend, sondern auch absolut genial geschrieben ist.

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Rezension zu „Tausend Teufel“ von Frank Goldammer

Tausend Teufel
Autor: Frank Goldammer
Erscheinungsdatum: 13.10.2017
Verlag: dtv
Genre: Historischer Kriminalroman
Umfang: 368 Seiten
Preis: 16,90 € (broschiert)
Andere Ausgaben: E-Book (14,99 €), Hörbuch (14,99 €)
Mehr Infos hier.

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Frank Goldammer, 1975 in Dresden geboren, ist Maler- und Lackierermeister. Mit Anfang zwanzig begann er zu schreiben, verlegte seine ersten Romane im Eigenverlag und schrieb drei erfolgreiche Regionalkrimis über Dresden und Umgebung. Er ist alleinerziehender Vater von Zwillingen und lebt mit seiner Familie in Dresden.
Quelle

inhalt

Der zweite Fall für Max Heller

Dresden 1947: Im zweiten Jahr nach Kriegsende gehört die Stadt zur sowjetischen Besatzungszone und ist nach wie vor eine Trümmerwüste. Im klirrend kalten Winter wird das Leben beherrscht von Wohnungsnot, Hunger und Krankheit. Oberkommissar Max Heller wird von der neu gegründeten Volkspolizei an einen Tatort in der Dresdner Neustadt gerufen. Doch bevor er mit den Ermittlungen beginnen kann, wird der tot aufgefundene Rotarmist vom Militär weggeschafft. Zurück bleiben eine gefrorene Blutlache und ein herrenloser Rucksack, in dem Heller eine grauenhafte Entdeckung macht: den abgetrennten Kopf eines Mannes …

meine-meinung

Frank Goldammer ist unter Krimifans längst kein Geheimtipp mehr. Schon im letzten Jahr konnte er tausende Leser, darunter auch mich, mit seinem Bestseller „Der Angstmann“ begeistern. Meine Rezension zum Buch findet ihr hier.

In seinem zweiten Fall ermittelt Heller im Falle eines getöteten Sowjetsoldaten. Es ist tiefster Winter, die Dresdner Bevölkerung leidet unter der Kälte, Hungersnot und Krankheit. Wieder werden Max bei seiner Arbeit Steine in den Weg gelegt, wieder muss er sich gegen seine Vorgesetzten behaupten. Es bleibt nicht bei einer Leiche und so muss Heller bald ein Geflecht aus Verwicklungen aufdecken, das es in sich hat.

Frank Goldammer schafft es spielend leicht, den Leser in die Zeit des zerstörten Nachkriegs-Dresden zu entführen. Jedes Detail – vom Wetter über die Sprache und andere Kleinigkeiten – wurde brillant recherchiert. Man fühlt sich beim Lesen absolut gefangen, wie in einem Film, der vor dem inneren Auge abläuft. Neben den Morden, die es aufzulösen gilt, lernen wir auch Max näher kennen – seine Ängste und Zweifel genauso, wie seinen starken Charakter und unerschütterlichen Willen.

»Sie sehen wohl immer nur das Gute im Menschen. Sie glauben, immer noch etwas verbessern zu können. Da, schauen Sie hinaus aus dem Fenster! Sie, Heller, sehen da raus auf die Straße und sehen tausend Menschen. Tausend Menschen, von denen Sie glauben, dass sie harmlos sind, unschuldig, unwissend. Ich aber bin nicht so blind wie Sie, ich sehe nicht tausend Menschen. Wissen Sie, was ich sehe? Ich sehe tausend Teufel! Und Sie, Heller, Sie sind einer von denen!« 

Inmitten des Elends, das in der Bevölkerung herrscht, geben ihm seine Frau Karin und die Familie Halt. Neben Habgier, Neid und all den Gräueltaten erfährt Heller aber auch  Güte und Zusammenhalt. Mich konnte der Roman nicht nur durch die raffinierten Verstrickungen der Taten, sondern vor allem auch emotional voll und ganz überzeugen.  Gerade das Schicksal der kleinen Leute und der Kinder hat mich stark getroffen.
Ich freue mich schon jetzt auf den dritten Fall für Max Heller, der unter dem Titel „Die Vergessenen“ im Juni 2018 erscheinen wird.

fazit

Auch der zweite Fall für Max Heller konnte mich auf ganzer Linie begeistern. Neben den raffinierten Verstrickungen der Morde haben mich vor allem die Schicksale der Menschen im zerstörten Nachkriegs-Dresden berührt und bedrückt. Brillant recherchiert, fesselnd geschrieben – so muss ein Krimi sein!
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Vielen Dank an dtv für die Zusendung des Rezensionsexemplares.