Rezension zu „Der Nachtwandler“ von Sebastian Fitzek

 Autor: Sebastian FitzekCover Nachtwandler

 Erscheinungsdatum: 14.03.2013

 Veröffentlicht bei Droemer Knaur

 Umfang: 317 Seiten

 ISBN: 978-3426503744

 Genre: Psychothriller

Ein paar Worte vorweg:

Sebastian Fitzek ist einer der beliebtesten Autoren in unserer Bibliothek. Seine Bücher sind so gut wie immer ausgeliehen. Als mir dann letzte Woche bei der Rückgabe „Der Nachtwandler“ an der Theke in die Hände fiel, konnte ich nicht widerstehen und musste das Buch mit heim nehmen. Ich habe bereits drei Bücher (Der Seelenbrecher, Das Kind, Passagier 23) von ihm gelesen und muss sagen, dass ich erst durch Fitzek meine Liebe für dieses nervenaufreibende Genre entdeckt habe.

Der Autor:

Diesen Mann muss man nicht mehr vorstellen. Er gehört zu den ganz Großen. Als einer der wenigen deutschen Thriller-Autoren wird er auch in den USA und England verlegt. Wer auf Psychothriller steht, kommt an ihm nicht vorbei.

Klappentext:

Wer bist du, wenn du schläfst?
Wegen massiver Schlafstörungen wurde Leon in seiner Jugend psychiatrisch behandelt. Seit langem glaubt er sich geheilt – doch als eines Nachts seine Frau unter mysteriösen Umständen verschwindet keimt ein schrecklicher Verdacht in ihm: Ist er, wie damals, im Schlaf gewalttätig geworden? Um seinem nächtlichen Treiben auf die Spur zu kommen, befestigt Leon eine bewegungsaktive Kamera an seiner Stirn – und entdeckt beim Betrachten des Videos Unfassbares: Sein schlafwandlerisches Ich steigt durch eine ihm unbekannte Tür seines Zimmers hinab in die Dunkelheit …

Meine Einschätzung:

Fitzek hat es einfach drauf. Mit einer einfachen, punktgenauen Sprache zieht er den Leser von der ersten Seite an in diese düstere Geschichte hinein und lässt ihn bis zum fulminanten Finale nicht mehr los. In kurzen Kapiteln mit nervenaufreibenden Cliffhangern wird ein Tempo erzeugt, dass man nur so durch die Seiten rast. Die Geschichte beginnt relativ harmlos: Leon wird von seiner übel zugerichteten, verprügelten Frau verlassen, die hastig ein paar Sachen in ihren Koffer wirft und regelrecht vor ihm flüchtet. Leon beginnt sich zu fragen, ob er seine Frau im schlafwandlerischen Zustand womöglich verletzt hat? Er beginnt nachzuforschen und entdeckt das Unfassbare: ein labyrinthartiges Tunnelsystem hinter seinem Schlafzimmerschrank. Gut platzierte, schreckliche Hinweise an sich selbst bestätigen ihn in seiner schlimmsten Annahme: er hat seine Frau misshandelt. Der Tunnel offenbart immer neue Gewissheiten und reicht weit über die Wohnung von Leon und seiner verschollenen Frau hinaus. Und gerade diese Szenen im Tunnel werden so unheimlich und spannend beschrieben, dass mir am helllichten Tag beim Lesen fast das Herz stehen geblieben ist, als mich das kleinste Geräusch erschreckt hat. Ganz ehrlich: Wenn dieses Buch verfilmt wird, bin ich mir nicht sicher, ob meine Nerven das aushalten.
Der Knaller liegt im Ende der Geschichte. Fitzek ist einfach ein Meister im Konstruieren von großen, alles über den Haufen werfenden Enden. Gerade, wenn man denkt, jetzt wurde alles aufgeklärt, der Mörder, die Tat und das Motiv stehen fest, wird man gepackt und noch einmal in eine komplett andere Richtung geschubst. Nichts ist vorhersehbar, der Leser bleibt immer verblüfft, fassungslos und auch ein wenig grinsend zurück. Was Fitzek kreiert, ist gleichermaßen unvorstellbar wie genial. Ich kann dieses Buch, das an Spannung gar nicht mehr zu überbieten ist, jedem mit starken Nerven uneingeschränkt weiterempfehlen. Für mich persönlich, neben „Der Seelenbrecher“, sein bestes Buch.

Fazit:

Der Meister des deutschen Psychothrillers hat in „Der Nachtwandler“ eine ebenso komplexe, wie geniale Geschichte konstruiert. Nichts ist vorhersehbar, das Ende lässt den Leser fassungslos zurück. Uneingeschränkt empfohlen.

5 Sterne

3 Gedanken zu “Rezension zu „Der Nachtwandler“ von Sebastian Fitzek

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