Rezension zu „Wenn du dich traust“ von Kira Gembri

Autorin: Kira GembriBuchcover

 Erschienen im Juni 2015

 Veröffentlicht bei Arena

 Umfang: 335 Seiten

Genre: Realistisches Jugendbuch

ISBN: 978-3401601496

Preis: 14, 99 €

 Mehr Infos hier 

Ein paar Worte vorweg:

Die vielen guten Rezensionen haben mich schon lange neugierig auf dieses Buch gemacht. Vor ein paar Wochen habe ich es dann für meine Bibliothek eingekauft und jetzt gleich als erstes gelesen. Ich hoffe, das Buch findet viele weitere begeisterte Leserinnen.

Die Autorin:

Kira Gembri wurde 1990 als zweitältestes von fünf Kindern in Wien geboren. Dieser schönen Stadt blieb sie auch nach dem Abschluss ihres Masterstudiums der Vergleichenden Literaturwissenschaft treu. Wenn sie nicht gerade Tandem fährt, Cello spielt, ihrem Kater – einem charakterlichen Doppelgänger von Simon’s Cat – hinterherjagt oder in einem der Bücher schmökert, die sich in ihrer Wohnung stapeln, gilt ihre Leidenschaft dem Schreiben humorvoller und romantischer Geschichten. Quelle

Klappentext:

Liebe ist keine gerade Zahl

Lea zählt – ihre Schritte, die Erbsen auf ihrem Teller, die Blätter des Gummibaums. Sie ist zwanghaft ordentlich und meistert ihren Alltag mit Hilfe von Listen und Zahlen. Jay dagegen lebt das Chaos, tanzt auf jeder Party und hat mit festen Beziehungen absolut nichts am Hut. Niemals würde er freiwillig mit einem Mädchen zusammenziehen, schon gar nicht mit einem, das ihn so auf die Palme bringt wie Lea. Und Lea käme nie auf die Idee, mit Jungs zusammen zwischen Pizzakartons und Schmutzwäsche zu hausen. Sonnenklar, dass es zwischen den beiden heftig kracht, als sie aus der Not heraus eine WG gründen.

Zum Inhalt:

Die Geschichte wird abwechselnd in kurzen Kapiteln aus der Ich-Perspesktive der 20-jährigen Protagonisten Lea Moll und Jonathan – Spitzname Jay – Levin erzählt. Die beiden leben in Wien. Das Buch beginnt mit ihrem ersten zufälligen Zusammentreffen auf einer Straße vor einem Club in Wien. Jay, Schönling, wandelndes Bad-Boy-Klischee, überheblicher und arroganter Frauenheld und kleinkrimineller Drogendealer, geht mit seinen Kumpels eine Wette ein, in der es darum geht, Lea, die gerade in eine ihrer Zwangshandlungen versunken ist, anzusprechen und abzuschleppen. Doch sie registriert ihn gar nicht richtig und Jay zieht beleidigt ab. Zwei Monate später treffen sie sich zufällig in der psychiatrischen Klinik wieder, in die sich Lea mittlerweile auf Anraten ihrer eigenen Eltern selbst eingewiesen hat und wo Jay seine Sozialstunden abarbeiten muss. Als er den Klinikleiter aus seiner Geldnot heraus bestehlen will, wird er von Lea auf frischer Tat erwischt und prompt erpresst: Sie verrät ihn nicht, wenn er sie dafür einige Zeit bei sich wohnen lässt. Wenig begeistert willigt Jay schließlich ein und nimmt sie mit nach Hause in seine Chaos-Männer-WG.

Meine Einschätzung:

Ich bin sofort in die Geschichte hineingesogen worden, weil der Schreibstil einfach unglaublich gut, locker, leicht und flüssig ist. Es macht wirklich Spaß, sich in den abwechselnd erzählen Kapiteln in Jay und Lea hineinzuversetzen. Die beiden sind sehr unterschiedlich, was das Zusammenleben natürlich erschwert, aber auch den Reiz der Geschichte ausmacht.  Die Sprache ist realitätsnah und jugendlich. Der verbale Schlagabtausch zwischen dem selbstbewussten, schlagfertigen und seeehr oft fluchenden Jay und seinen Mitmenschen hat mich oft zum Lachen gebracht und ist ganz nah an der Lebenswelt der (jugendlichen) Leser dran. Seine Verwicklungen in die Drogenwelt sorgen für Spannung und geben der Geschichte die nötige Würze. Die eigentliche Liebesgeschichte zwischen Lea und Jay bahnt sich langsam an, ist aber damit umso realistischer und spannender. Im Laufe des Buches schaffen es beide, ihre ganz eigenen Probleme langsam mit ihrer gegenseitigen Hilfe zu überwinden. Der Spannungsbogen hat mich nicht ganz überzeugt, ich hätte mir etwas mehr Dramatik gewünscht. Auch hätte ich gerne mehr über die Vergangenheit der beiden erfahren, z. B. über Leas erste Beziehung und Jays Beziehung zu seiner Mutter.

Hier noch zwei meiner Lieblingszitate aus Leas Sicht:

„Dann bricht die Maske über seinem Gesicht weg, und sein Mund formt sich zu einem echten Lächeln. Immer noch bin ich erstaunt, welche Veränderung das bewirkt: Wenn er lächelt, ist er kein Drogendealer oder Frauenheld oder jemand, der mich zornentbrannt gegen die Mauer drängt. Er ist einfach nur Jay.“ (S. 129)

Wieder trifft Jays Mund auf meinen, doch jetzt ist seine Zurückhaltung verschwunden. (…) Es ist wie bei meinen Panikattacken, wenn sich alle Grenzen meiner Welt auflösen – aber zum ersten Mal macht mir das keine Angst. Ich gehe freiwillig verloren.“ (S. 161)

Beim Lesen habe ich mich oft an „Liebe ist was für Idioten. Wie mich“ (hier eine Rezi dazu) erinnert gefühlt, das ich ja erst vor kurzem gelesen habe. Die Stories ähneln sich (Bad Boy trifft auf sein komplettes Gegenstück, viele persönliche Probleme, ungewöhnliche Liebesgeschichte, Krankheiten spielen eine Rolle …). Zwischen den beiden männlichen Hauptfiguren, die auch noch beide Jay heißen, musste ich immer mal Vergleiche ziehen. Das ist eigentlich alles nicht so schlimm, aber da ich die beiden Bücher sehr ähnlich finde, muss ich doch sagen, dass mich „Liebe ist was für Idioten. Wie mich.“ insgesamt noch mehr begeistern und berühren konnte. Auch an Dramatik hatte es mehr zu bieten, sodass ich am Ende zwar sagen kann „Wenn du dich traust“ hat mich vollkommen überzeugt und mir auch sehr gefallen, aber es konnte mich nicht so sehr begeistern wie das Buch von Sabine Schoder. Dennoch gibt es von mir supergute 4 Sterne und eine klare Weiterempfehlung!

Fazit:

Ein tolles Jugendbuch, das durch schlagfertige Dialoge, eine realitätsnahe, romantische Geschichte und liebenswerte Charaktere glänzt.

4 Sterne

11 Gedanken zu “Rezension zu „Wenn du dich traust“ von Kira Gembri

  1. Hi Nicole

    Ja, ich kann mir vorstellen,dass es schwierig ist, zwei Bücher mit einem Jay so nah aufeinander zu lesen und dann nicht zu vergleichen.
    Ich habe „Wenn du dich traust“ schon Anfang des Jahres gelesen und so war der Zeitunterschied wesentlich grösser. Trodtzdem ist mir beim Lesen von „Liebes ist was für Idioten. Wie mich.“ auch jeweils Kira Gembris Jay in den Sinn gekommen.

    lg Favola

    Gefällt mir

    • Liebe Favola,
      ja die zwei Jays, die sich so ähnlich sind, waren ein Zufall, aber auch ohne die Namensdopplung finde ich die Geschichten ähnlich. Fünf Sterne gibt’s bei mir nur, wenn ich mich Hals über Kopf in das Buch verliebe und (fast) nichts auszusetzen habe. Da ich eine sehr kritische Leserin bin, passiert das auch nicht so oft 😀
      Danke für deinen Kommi,
      LG Nicole

      Gefällt 1 Person

  2. Hey 🙂

    Ich bin mit der Vergabe von fünf Sternen ähnlich kritisch wie du – aber das ist gut so :). Das Buch selbst kenne ich nicht, weder das, was du hier rezensierst noch das andere, mit dem du es vergleichst. Hängt wohl damit zusammen, dass ich solche Geschichten normalerweise nicht unbedingt lese … Gerade bei Liebesgeschichten bin ich mittlerweile wirklich unheimlich wählerisch ^^.

    Liebe Grüße
    Ascari

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