Meine Rezension zu „Layers“ von Ursula Poznanski

Buchcover
Autorin: Ursula Poznanski

Erscheinungsdatum: 17.08.2015

Veröffentlicht
im Loewe-Verlag

Umfang:
444 Seiten

Genre:
Jugendthriller

ISBN: 978-3785582305

Preis:
14,95 (broschiert)

Mehr Infos hier


Ein paar Worte vorweg:

Ich habe das Gefühl, dass „Layers“ zur Zeit unheimlich gehypt wird. Überall sehe ich Werbung, Interviews mit der Autorin, Rezis …
Ich habe vor ca. zwei Jahren „Erebos“ gelesen und war begeistert. Nun habe ich „Layers“ für die Bibliothek gekauft und es mir gleich mal selbst unter den Nagel gerissen.

Die Autorin:

Ursula Poznanski, Jahrgang 1968, stammt aus Österreich. Zum Schreiben kam sie nach der Geburt ihres Sohnes, indem sie an einem Drehbuchwettbewerb teilnahm. Diesen gewann sie zwar nicht, aber von da an war das Feuer des Schreibens in ihr entfacht. Zunächst veröffentlichte sie Kinderbücher. Für ihr Jugendbuch „Erebos“ (2010) erhielt sie den Deutschen Jugendliteraturpreis. Heute schreibt sie schreibt Jugendbücher und Thriller für Erwachsene.

Klappentext:

Kannst du deinen Augen trauen? 
Layers
Die Wahrheit ist vielschichtig.

Zum Inhalt:

Dorian ist 17 und schlägt sich mehr schlecht als recht auf der Straße durch, nachdem er von seinem gewalttätigen Vater abgehauen ist. Eines Tages erwacht er neben der Leiche des obdachlosen Emil, mit dem er sich tags zuvor noch gestritten hat. Zu Dorians Entsetzen steckt sein Taschenmesser in Emils Hals. Er kann sich zwar nicht daran erinnern, was geschehen ist, fürchtet jedoch, dass er Emil getötet hat. Ein geheimnisvoller Unbekannter namens Nico hilft Dorian schließlich vom Tatort zu fliehen. Er bringt ihn in eine herrschaftliche Villa, die dem einflussreichen Unternehmer Raoul Bornheim gehört, der viele wohltätige Projekte unterstützt und obdachlosen Jugendlichen eine echte Chance im Leben bietet. Dorian fühlt sich zum ersten Mal seit langer Zeit wieder zu Hause, hat fortan ein Dach über dem Kopf und verliebt sich in die attraktive Stella, ebenfalls ein ehemals obdachloses Mädchen. Die Jugendlichen werden im Haus unterrichtet und im Gegenzug verteilen sie an manchen Tagen Flugblätter für Bornheims Charityaktionen. Als Dorian diese scheinbar sinnlose Aufgabe irgendwann zu wenig ist, bekommt er die Chance, in der Hierarchie aufzusteigen, indem er fortan geheimnisvolle, verpackte Werbegeschenke an einflussreiche Persönlichkeiten liefert. Als einer der Beschenkten sich ängstlich weigert, das Päckchen anzunehmen, siegt Dorians Neugier und er packt das Geschenk aus, welches ihm fortan eine völlig andere Sicht auf das Leben ermöglicht. Doch durch seine Neugier hat Dorian nicht nur gegen Bornheims Grundsätze verstoßen, sondern verliert gleichzeitig seinen Platz in der Villa und wird fortan gnadenlos gejagt, bei der sehr schnell deutlich wird, dass sein einstiger Gönner ihm nun nach dem Leben trachtet …

Meine Meinung:

Leider konnten meine hohen Erwartungen an das Buch nicht erfüllt werden. Zum einen bin ich mit dem personalen Erzählestil nicht warm geworden, zum anderen zieht sich die Geschichte für meine Einschätzung zu sehr in die Länge. Dorian irrt durch die Stadt, läuft seinen Verfolgern davon, beginnt erst zum Ende hin gezielt Hinweise zu sammeln und stellt sich viel zu viele Fragen. Für einen Thriller fehlt mir die rasante Action, die atemlose Spannung, das Herzklopfen beim Lesen. Auch die Liebesbeziehung zwischen Dorian und Stella hat mich nicht richtig gepackt. Sie war eben einfach plötzlich da, ging nicht besonders in die Tiefe und konnte mich einfach nicht glaubhaft überzeugen. Es kam mir so vor, dass es eben ein Mädchen gibt, dass der tragische, gejagte Held unbedingt retten muss.
Der Schreibstil hingegen ist richtig gut, flüssig und locker und man kommt schnell voran. Dennoch hatte ich oft das Gefühl, dass nicht wirklich viel Bedeutsames passiert. Es gibt viele gruselige oder eklige Szenen, jedenfalls sollen sie das wohl sein, doch mir konnten sie leider keine Emotionen entlocken. Auch das Geflecht aus Verbündeten und Gegenspielern erschien mir leider ein bisschen zu durchschaubar, sodass ich mir viele Zusammenhänge recht schnell denken konnte. Die Auflösung am Schluss war auch nicht wirklich unerwartet und ging mir viel zu glatt über die Bühne. Das kann aber auch daran liegen, dass ich gerne mal einen Krimi / Thriller / Psychothriller lese. Für ungeübte Leser dieses Genres könnte das vielleicht ganz anders aussehen. Trotzdem insgesamt schade, dass „Layers“ nicht so spannend war, wie erhofft. Nach dem großartigen Buch „Erebos“ habe ich wohl einfach zu viel erwartet.
Für den gelungenen Schreibstil, die tolle Aufmachung des Buches und der, trotz vieler Vorhersehbarkeiten, dennoch außergewöhnlichen und guten Geschichte gibt es von mir solide 3,5 Sterne.

3_1_2 Sterne

Fazit:

Wer kurzweilige Thriller, gnadenlose Hetzjagden und organisierte Kriminalität im Jugendbuch mag, kann bei „Layers“ gerne zugreifen, sollte aber dennoch nicht zu viel erwarten.

8 Gedanken zu “Meine Rezension zu „Layers“ von Ursula Poznanski

  1. Hey 🙂

    Also, ich gebe zu, hier bin ich wahrscheinlich ein bisschen voreingenommen, weil ich das technische Thema des Buchs einfach nur genial fand 😀 … Bei der Liebesgeschichte gebe ich dir aber recht, die fand auch etwas hölzern. Es war zwar nachvollziehbar, warum sie da ist (ansonsten hätte Dorian ja auch einfach verschwinden können), aber die Entwicklung ging auch mir etwas zu schnell.

    Liebe Grüße
    Ascari

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  2. Pingback: Mein Lesemonat Oktober | Nicoles Bibliothek

  3. Hallo Nicole,

    mir ging´s ähnlich – mich konnte „Layers“ auch nicht so richtig überzeugen und ich hatte einiges daran auszusetzen… Von Ursula Poznanski ist man einfach bessere Qualität gewöhnt, ihre Bücher finde ich sonst sehr lesenswert und gelungen. 🙂 Kennst du schon die Eleria-Trilogie? Diese Dystopie ist meiner Meinung nach absolut fesselnd und rundum stimmig. 🙂

    Dein Blog gefällt mir übrigens richtig gut, und du hast mit mir eine neue Leserin bekommen. 🙂

    Liebe Grüße nach Franken,
    Tina (von superlesehelden)

    Gefällt mir

    • Liebe Tina, ich freue mich, dass dir mein Blog gefällt 🙂 von der Eleria-Trilogie hab ich noch nichts gehört, aber ich schau sie mir mal näher an. Was Dystopien angeht, mag ich nur bestimmte. Ich schau auch gleich mal auf deinem Blog vorbei!
      Liebe Grüße zurück

      Gefällt mir

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