Rezension zu „Bannwald“ von Julie Heiland

Autorin: Julie Heilandbannwald

Erscheinungsdatum: 21.05.2015

Veröffentlicht bei: Fischer Jugendbuch

Umfang: 333 Seiten (+ 1 Kapitel aus Band 2)

Genre: Jugendbuch / Fantasy

ISBN: 978-3841421081

Preis: 16, 99 €

Mehr Infos hier

Die Autorin:

Julie Heiland hat Journalistik studiert. Parallel dazu hat sie eine Schauspiel- und Rhetorikausbildung absolviert und schon in einigen Fernsehfilmen mitgespielt. Julie Heiland, 1991 geboren, ist ein Multitalent. Ihre große Leidenschaft ist das Schreiben und hier ist sie ganz nah an ihren Leserinnen. „Bannwald“ ist ihr Debütroman und der erste Teil einer Trilogie. Quelle

Klappentext:

Eben schien noch alles klar zu sein: Tauren töten, Leonen heilen. Doch wenn dein größter Feind dich plötzlich verschont und du selbst mörderische Fähigkeiten an dir entdeckst, auf welcher Seite stehst du dann?

Die 17-jährige Robin gehört dem Stamm der Leonen an, der seit Generationen von den mörderischen Tauren unterdrückt wird. Als Robin eines Tages von dem jungen Tauren Emilia verfolgt wird, rechnet sie mit dem Tod – doch es kommt alles ganz anders.
Eine spannende Saga um Macht und Liebe mit unerwarteten Wendungen nimmt ihren Lauf. Denn Robin trägt ein Geheimnis in sich, und es gibt nur einen, der davon weiß – ihr größter Feind.

Zum Inhalt:

Robin lebt als Ziehtochter bei Almaras, dem Anführer des Sternenstammes der Leonen, seitdem ihre Mutter kurz nach ihrer Geburt von den Tauren getötet wurde. Wer ihr Vater ist, weiß sie nicht. Die Leonen sind ein naturverbundenes, friedliches Volk, das mitten im Wald in ärmlichen Verhältnissen lebt. Sie werden von den mächtigen Tauren unterdrückt, die Angst und Schrecken verbreiten und aus Spaß morden. Anführer der Tauren ist Birkaras, dessen Körper immer schwächer wird, was er sich jedoch unter keinen Umständen anmerken lassen darf. Doch Birkaras spielt auch noch eine andere wichtige Rolle, die im Laufe der Geschichte ans Licht kommt.
Eines Tages gerät Robin auf der Flucht vor einem Eber ins Gebiet der Tauren. Was dann passiert, ist ebenso klar wie unausweichlich: Leonen, die sich unerlaubt aus ihrem Gebiet entfernen, werden gnadenlos getötet. Doch es kommt anders: Emilian, ein junger, gutaussehender Taurer, verfolgt Robin zwar, doch er lässt sie laufen. Mehr noch: Er sucht fortan ihre Nähe und hilft ihr, mit ihrer neuentdeckten Gabe umzugehen. Denn in Robin fließt nicht nur das friedliche Blut der Leonen. Auch sie hat die Macht zu töten …

Meine Meinung:

Obwohl ich eigentlich nicht so die Fantasyleserin bin, hat mich dieses Buch schlichtweg umgehauen. Der Leser wird sofort in die Geschichte geworfen und in ihren Bann gezogen. Die Autorin zeichnet mit ihrer klaren, knappen Sprache deutliche, starke Bilder im Kopf des Lesers. Auf detailverliebte Beschreibungen wird verzichtet, stattdessen geht die Autorin nur auf Nötigste ein, was dem Buch ein rasantes Tempo verleiht, ohne den Leser zu überfordern.

Die Geschichte wird größtenteils aus der Ich-Perspektive von Robin geschildert. In einigen wenigen, ganz kurzen Einschüben erfährt man etwas über Birkaras und dessen Gehilfen aus Sicht einer dritten Person, was noch einmal für zusätzliche Spannung sorgt.
Die Protagonistin Robin hat mir sehr gefallen. Mit ihrer rauen, zupackenden und unerschrockenen Art ist sie das Gegenteil eines „typischen“ Mädchens, was mir wirklich sehr sympathisch ist. Im Laufe der Geschichte erfährt sie viele Dinge, mit denen sie erst einmal umgehen muss: Sie verändert sich durch ihre dunkle Gabe und muss gleichzeitig lernen, dass sie sich verletzlichen machen muss, wenn sie lieben will. Doch ihre Gefühle zu zeigen, fällt ihr sehr schwer, denn sie kennt es nicht, Schwäche zu zeigen. Um ihrem Stamm eine bessere Zukunft zu ermöglichen, muss sie stattdessen stark und mutig sein. Dieser innere Zwiespalt kommt sehr gut zur Geltung und lässt den Leser mit ihr hadern, leiden und kämpfen.
Laurin, Robins bester Freund seit Kindertagen, versucht mehrmals ziemlich unbeholfen, ihr seine Liebe zu gestehen, was sie jedoch immer rechtzeitig abblockt und eigentlich gar nicht hören will. Der tat mir dann schon richtig leid, aber Robins Herz schlägt nun einmal für jemand anderen (man ahnt es schon). Einige Dinge in der Geschichte waren für mich zwar vorhersehbar, aber das macht nichts, weil mich das Buch dennoch total überzeugt hat. Die Seiten flogen nur so dahin, die kurzen Kapitel, die knappen Beschreibungen, das Tempo und der besondere Schreibstil haben mir wirklich sehr gut gefallen. Hier einzige Zitate, die mir sehr gut gefallen haben:

„Ich hasse den Wald. Ich hasse ihn aus tiefstem Herzen. Er tut so, als wäre er mein Zuhause. Aber das ist er nicht. Er ist mein Gefängnis.“ (S. 5)

„Er hält meinen Arm fest, nicht den leisesten Hauch von Überraschung im Gesicht. Ganz dicht steht er vor mir. Unsere Nasenspitzen nur ein paar Zentimeter voneinander entfernt. Mit aller Gewalt zwinge ich mich dazu, seinem Blick standzuhalten. Selbst seine dunkelgrünen Augen sind eine Waffe.“ (S. 58)

„Ich bin so viel schlechter als du. Ich bin all das, was du so sehr hasst. Das, was du nie sein willst.“ Dann lächelt er. Lächelt, als hätte er etwas Schönes gesagt. Lächelt so, dass ich nichts mehr darauf erwidern kann.“ (S. 265)

Das Ende des ersten Bandes ist düster und traurig, aber unausweichlich, um seinen Zweck zu erfüllen: nämlich neugierig auf Band zwei („Blutwald“) zu machen, der ja im Oktober schon erschienen ist. Ich hoffe, ich kann ihn ganz bald für die Bibliothek bestellen und brenne schon darauf zu erfahren, wie es weitergeht. Der dritte Band wird übrigens „Sternenwald“ heißen. Wann er erscheint, ist jedoch noch nicht bekannt.

Ich gebe „Bannwald“ 4,5 Sterne und bin sehr gespannt auf Band zwei, von dem ich auch schon sehr viel Gutes gehört habe und dessen Bewertungen sogar noch besser ausfallen.

4 1_2 Sterne

Fazit: 

Ein temporeiches Fantasyabenteuer mit einer taffen, mutigen Protagonistin, die stark sein muss, um für die Freiheit ihres Stammes zu kämpfen. Gleichzeitig muss sie lernen, sich ihre eigenen Gefühlen und Schwächen einzugestehen. Vollste Empfehlung!

5 Gedanken zu “Rezension zu „Bannwald“ von Julie Heiland

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