[Klassiker] „Der kleine Prinz“ von Antoine de Saint-Exupéry

Ich möchte gerne eine neue Kategorie ins Leben rufen, in der ich mich mit Klassikern beschäftige. Leider haben wir in der Schule nur sehr wenige Bücher gelesen und auch im Studium nichts wirklich Tolles. Deshalb möchte ich meine „Bildungslücken“ an dieser Stelle füllen und mich mit einigen Büchern befassen, die ich schon immer mal lesen wollte bzw. die man gelesen haben sollte.
Ich nehme auch gerne Tipps entgegen 🙂

Beginnen wir mit „Der kleine Prinz“ von Antoine de Saint-Exupéry. Kaum zu glauben, dass ich dieses Buch vorher noch nie gelesen habe! Vor einigen Wochen hatten wir das Ateliertheater Erfurt bei uns in der Bibliothek zu Gast, die die Geschichte etwas abgeändert vor einem jungen Publikum auf die Bühne gebracht haben. Die Umsetzung war so atmosphärisch und schön, dass ich das Buch jetzt unbedingt endlich mal lesen wollte 🙂

kleiner prinz

Die Erzählung „Der kleine Prinz“ erschien erstmals 1943 in New York. Der französische Schriftsteller und Berufspilot Antoine de Saint-Exupéry war zu diesem Zeitpunkt bereits 43 Jahre alt. Er starb nur ein Jahr später. Die Erzählung „Der kleine Prinz“ sollte sein größter Erfolg werden.

Inhalt:

Der Erzähler beginnt die Geschichte, indem er von einer Zeichnung erzählt, die er als kleiner Junge angefertigt hat. Sie zeigt eine Riesenschlange, die einen Elefanten verspeist, doch immer, wenn er sie einem Erwachsenen zeigt, erkennt dieser nur einen Hut darin. Die Erwachsenen empfindet der Erzähler insgesamt als komisch, gehetzt, viel zu ernsthaft, zu beschwert und kann sich nicht so richtig mit ihnen anfreunden – auch und vor allem, seitdem er selbst erwachsen ist.
Eines Tages stürzt der Erzähler mit seinem Kleinflugzeug in der Sahara ab. Dort trifft er auf den kleinen Prinzen, einen ernsthaften, wissbegierigen Jungen, der auf einem kleinen Asteroiden zu Hause ist, nicht viel größer als er selbst. Die beiden kommen ins Gespräch und der Erzähler erfährt von der wundersamen Reise des Jungen. Seine Zeit auf seinem Heimatplaneten verbrachte der kleine Prinz damit, Sonnenuntergänge zu beobachten, seine drei Vulkane gewissenhaft zu fegen und junge Affenbrotbäume auszureißen, bevor sie seinen Asteroiden sprengen. Eines Tages wurde ein Samen auf seinen Planeten geweht, aus dem eine wunderschöne Blume erblühte. Sie war anmutig und hübsch, aber unglaublich eitel und selbstverliebt. Abwechselnd musste der kleine Prinz sie gießen und vor der zugigen Nachtluft schützen, bis es ihm zu viel wurde und er seinen Asteroiden verließ, um andere Planeten zu erkunden und dort Freunde zu finden. Auf seiner Reise begegnet er allerlei merkwürdigen Gestalten: einem König, der meint, er herrsche über alles, obwohl er ganz auf seinem Planeten lebt; einem eitlen Mann, der immerfort bewundert werden will; einem traurigen Alkoholiker, der trinkt, um zu vergessen, dass er sich für seine Alkoholsucht schämt; einem gehetzten Laternenanzünder und einem Geografen, der die Welt beschreibt, ohne sie je selbst bereist zu haben. All diese Menschen leben allein auf ihren winzigen Planeten und sind so mit sich selbst beschäftigt, dass sie dem kleinen Prinzen keine Freunde sein können. Als er schließlich auf der Erde ankommt, wundert er sich, wo all die Menschen sind, doch eine Schlange erklärt ihm, dass er sich in der Wüste befindet, wo es nicht viele von ihnen gibt. Der kleine Prinz freundet sich schließlich mit einem Fuchs an, der ihm sein Geheimnis verrät – das wohl bekannteste Zitat des Buches:

„Man sieht nur mit dem Herzen gut. Das Wesentliche ist für die Augen unsichtbar.“


Meine Meinung:

Die Geschichte ist wirklich etwas ganz Besonderes. Die märchenhaft-poetische Sprache und die schönen Illustrationen des Autors haben mich ebenso berührt, wie die kleinen und großen Wahrheiten über die Menschen, die der kleine Prinz auf seiner Reise kennenlernt. Ich bin froh, das Buch endlich gelesen zu haben und werde es mir selbst kaufen, um es eines Tages hoffentlich meinen eigenen Kindern vorlesen zu können. Die Geschichte bietet so viel Stoff zum Nachdenken und Interpretieren, geht ans Herz und lässt den Leser auch die eigenen Vorstellungen und Handlungsweisen hinterfragen. Durch scheinbar einfache Mittel hat es der Autor geschafft, mir ein kleines Licht ins Herz und ein (trauriges) Lächeln auf die Lippen zu zaubern.

Lieblingszitate:

„Man muss von jedem das verlangen, was er geben kann (…) Autorität beruht vor allem auf Vernunft.“ (S. 38)

„Es ist viel schwerer, über sich selbst zu richten, als über andere. Wenn es dir gelingt, gut über dich zu richten, bist du wahrlich ein weiser Mann.“ (S. 40)

„Eitle Menschen hören immer nur Lob.“ (S. 42)

„Die Menschen haben keine Zeit mehr, irgendetwas kennenzulernen. Sie kaufen alles fertig bei den Händlern. Aber da es keine Händler für Freunde gibt, haben die Menschen keine Freunde mehr.“ (S. 67)

„Die Menschen haben diese Wahrheit vergessen. (…) Aber du darfst sie nicht vergessen. Du bist für immer für das verantwortlich, was du dir vertraut gemacht hast.“ (S. 71)

Also, fall es irgendjemanden gibt, der diese wunderschöne Geschichte noch nicht kennt: Lest sie. Sie wird euch berühren und bereichern. Und alle anderen: Lest sie noch einmal 🙂

3 Gedanken zu “[Klassiker] „Der kleine Prinz“ von Antoine de Saint-Exupéry

  1. Hallöchen 😉
    ich liebe den kleinen Prinzen. Da hast du eine tolle neu Rubrik geschaffen. Ich finde Dorian Grey ist ein toller Klassiker, den man immer wieder lesen kann. Mit Jane Austens Emma brauche ich dir sicher nicht kommen, aber vielleicht gefällt dir Brave new World oder 1942 – beides Bücher, die wir auf Englisch im Unterricht gelesen haben und die ich sehr mochte.

    Gefällt mir

  2. Pingback: Mein Lesemonat November | Nicoles Bibliothek

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