[Autorenlesung] „Der Blick fremder Augen“ von Andrea Sawatzki

blick fremder augen

Sie ist ein wahres Multitalent: Andrea Sawatzki, Jahrgang 1963, zählt zu den bekanntesten deutschen Schauspielerinnen, spricht Hörbücher ein und veröffentlichte 2013 ihr ersten Buch, den Psychothriller „Ein allzu braves Mädchen“. Berühmt wurde sie durch ihre Rolle als Tatortkommissarin Charlotte Sänger, die sie von 2001 bis 2009 verkörperte. Danach hatte sie große Lust, auch mal „auf der anderen Seite“ zu stehen und die Täterin zu spielen.
Momentan stellt sie ihren neuen Psychothriller „Der Blick fremder Augen“ auf großer Lesetour vor. Am Dienstag besuchte ich die ausverkaufte Lesung in der Ilmenauer Festhalle und ließ mich von der einnehmenden Stimme der charismatischen Schauspielerin gefangen nehmen.

Inhalt des Buches:

Die Tote lehnt am Stamm einer Kiefer. Ihr Gesichtsausdruck ist entrückt, die Wimperntusche verschmiert, die Kehle durchtrennt. Kommissarin Melanie Fallersleben hat zunächst kaum verwertbare Spuren, und der Täter wird durch sein scheinbar ganz normales Leben allzu gut verborgen. Auch die folgenden Morde liefern der Ermittlerin keinen echten Hinweis. Doch dann erhält sie eine erste verstörende Botschaft …

Das Böse fasziniert die Autorin nach eigener Aussage schon lange. Menschliche Abgründe sind ihr nicht fremd. Als Schirmherrin der gemeinnützigen Stiftung „Ein Platz für Kinder“ setzt sie sich dafür ein, traumatisierte Kinder aus ihrem Elternhaus herauszuholen und ihnen eine  frühzeitige, umfassende Chance auf Therapie und Heilung zu ermöglichen. Sie selbst interessiert sich schon seit über 10 Jahren für die Auswirkungen von Kindheitstraumata auf die Psyche. In unzähligen Gesprächen mit Ärzten und Therapeuten sammelte sie erste Ideen für ihre Thriller.

Während der einstündigen Lesung stellte sie die wichtigsten Charaktere des Buches mit ihren persönlichen Hintergrundgeschichten vor. Sie las den Anfang der Geschichte, erzählte zwischendurch, sprang dann in der Geschichte weiter und ließ immer wieder humorige Sprüche einfließen. Die blutigen Szenen ließ sie bewusst aus – die sollten die Besucher zu Hause selbst nachlesen. Mit genau der richtigen Mischung machte sie mich neugierig auf die Geschichte, ohne zu viel zu verraten.
Andrea Sawatzki schreibt auf den Punkt genau. Das Buch glänzt durch prägnante, bildhafte Sätze und kurze, knackige Kapitel. Sie habe versucht, sich während des Schreibprozesses in die Köpfe der Protagonisten hineinzudenken und ihre Handlungen zu verstehen, sagte sie. Wohin sich die Geschichte entwickelte, wusste sie anfangs selbst nicht so genau. Einen straff durchstrukturierten Plott gab es nicht, sogar die ermittelnde Kommissarin ergab sich erst während des Schreibprozesses eher zufällig. Geplant ist eine ganze Buchreihe um Kommissarin MelanieFallersleben. Die hat übrigens ganz zufällig auch rotes Haar und gäbe es Interesse an einer Verfilmung, wäre die Autorin überglücklich, die Hauptrolle spielen zu dürfen. Das Alter passt nämlich rein zufällig auch.
Die erste Rohfassung des Buches entstand von Dezember 2013 bis Mai 2014. Sawatzki schrieb an drei Tagen in der Woche, täglich nicht mehr als drei bis vier Stunden an der Geschichte. Mehr ging nicht, immer mal kam etwas dazwischen: Haushalt, Kinder – „Sie kennen das ja“.

Immer ein strahlendes Lächeln und mit einen kessen Spruch auf den Lippen, hielt die Autorin mühelos die Balance zwischen Spannung und Humor. Es war eine rundum gelungene Lesung in toller Atmosphäre. Am Ende stand Andrea Sawatzki für Fragen zur Verfügung und gab teilweise sehr private Einblicke in ihr Leben. Natürlich wurden im Anschluss noch fleißig Bücher signiert und Fotos gemacht.

Meine Rezension zu „Der Blick fremder Augen“ gibt es demnächst hier.

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Und zum Schluss noch ein Programmtipp: Die Verfilmung von Sawatzkis Bestseller „Tief durchatmen, die Familie kommt“ läuft am 21.12.2015 um 20.15 Uhr im ZDF, mit ihr und Axel Milberg in den Hauptrollen.

4 Gedanken zu “[Autorenlesung] „Der Blick fremder Augen“ von Andrea Sawatzki

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