Rezension zu „Die Nacht schreibt uns neu“ von Dani Atkins

nacht_schreibt_uns_neu
Autorin: Dani Atkins

Erscheinungsdatum: 17.12.2015

Veröffentlicht bei: Knaur

Genre: Liebesroman mit dramatischen Elementen

Umfang: 443 Seiten

Preis: 9,99 €

ISBN: 978-3426517697

Mehr Infos hier.

Die Autorin:

Dani Atkins, 1958 in London geboren und aufgewachsen, lebt heute mit ihrem Mann in einem Dorf im ländlichen Hertfordshire. Sie hat zwei erwachsene Kinder. Nach ihrem Romandebüt „Die Achse meiner Welt“, das die Spiegel-Bestsellerliste und die Herzen der deutschen Leser im Sturm eroberte, folgt die zweite, wunderschöne Liebesgeschichte „Die Nacht schreibt uns neu“. Quelle

Inhalt:

Emma Marshall ist 27 Jahre alt, als sie ihren Job in London aufgibt und zurück in ihre kleine Heimatstadt zieht, um ihrem Vater bei der Betreuung ihrer demenzkranken Mutter zu helfen. Fünf Jahre sind vergangen, seit sie das verschlafene Städtchen verließ, doch scheinbar hat sich nichts geändert: ihre zwei besten Freundinnen Amy und Caroline sind ihr genauso nahe wie früher und auch mit ihrem Exfreund Richard knüpft sie an die alte Beziehung an. Nach einem Jahr neu entflammter Liebe macht er ihr sogar einen Heiratsantrag.
Emma ist glücklich, als sie ihren Junggesellinnenabschied im Kreise ihre Freundinnen feiert, doch auf der Rückfahrt der Party passiert ein schrecklicher Unfall, der ihr ganzes Leben auf den Kopf stellt. Der attraktive Amerikaner Jack rettet sie in letzter Minute aus dem Unfallwagen und sorgt seit diesem Abend für ordentlich Gefühlschaos in Emmas Leben. Als Emma klar wird, welche schrecklichen Folgen der Unfall hatte, ist für sie nichts mehr, wie es vorher war.

Meine Meinung:

Lange habe ich mich auf dieses Buch mit dem umwerfend schönen Cover gefreut. Atkins‘ Debütroman „Die Achse meiner Welt“ hat mir vor zwei Jahren sehr gut gefallen, umso gespannter war ich auf ihr neues Buch.
Leider konnte mich „Die Nacht schreibt uns neu“ trotz solider Grundidee und überwiegend sympathischer Charaktere nicht überzeugen.

Was mir nicht gefallen hat:

Dani Atkins Schreibstil empfand ich als zu gewollt, zu umständlich formuliert und schlichtweg unangenehm zu lesen. Die Dialoge waren gestelzt und schäumten nur so über vor übertriebener britischer Höflichkeit. Ich denke nicht, dass irgendjemand so redet. Und auch wenn ein Liebesroman durchaus ein bisschen kitschig sein darf, so finde ich es doch besonders wichtig, dass die Dialoge und Interaktionen zwischen den Personen authentisch wirken. Und das war bei diesem Buch leider nicht der Fall.

Die Handlung wurde seitenweise unnötig in die Länge gezogen. Deswegen empfand ich das Buch leider als langweilig und bin auch nur sehr mühsam vorangekommen. Außerdem waren einige Dinge, die dem Leser häppchenweise serviert wurden, um später einen Überraschungseffekt zu erzeugen, einfach sehr vorhersehbar. Emma braucht z. B. 200 Seiten, um etwas zu kapieren, dass der Leser von Anfang an weiß.

Protagonistin Emma, aus deren Sicht die Geschichte in der Vergangenheitsform erzählt wird, wurde mir zu naiv, widersprüchlich und vollkommen altmodisch konstruiert. In ihren Ansichten repräsentiert sie wohl eher die 58-jährige Autorin wieder, aber wohl kaum eine 27-jährige Frau.

Aber es gab auch positive Aspekte:

Einige Nebencharaktere konnten der Geschichte einen gewissen Charme verleihen, allen voran die herrlich direkte, wild fluchende Monique – Emmas französische Chefin aus der Buchhandlung.

Im Buch werden ernste Themen angesprochen,  die Emma verarbeiten muss, z.B. die Folgen des Unfalls und die Probleme, die die Krankheit der Mutter mit sich bringen. Beides federn die seichte Liebesgeschichte ab und bringen etwas Tiefe in die Handlung.

Nachdem Emma sich ihre Gefühle für ihren heldenhaften Retter Jack endlich eingestanden hat, bleibt es lange offen, für welchen der beiden Männer in ihrem Leben sie sich schlussendlich entscheidet. Das wäre fast spannend, wenn es nicht trotzdem so vorhersehbar wäre.

Das Ende kam total überraschend – diesmal wirklich, falls ihr euch an dieser Stelle denkt: „Jaja, das haben auch alle von Die Achse meiner Welt gesagt, dabei wusste man von Anfang an, was Sache ist“, kann ich euch beruhigen. Zwischen den Kapiteln gibt es sechs kleine Einschübe, die den Leser in eine bestimmte Richtung denken lassen, doch nichts ist, wie es scheint. Wahrscheinlich ist es einzig und allein dem guten Ende zu verdanken, dass ich das Buch nicht grottenschlecht fand.

Insgesamt muss ich für „Die Nacht schreibt uns neu“ trotzdem leider nur zwei Sterne vergeben:

2 Sterne
Fazit: 

Die langatmige Handlung, zu viel britische Höflichkeit und ein umständlicher, gestelzter Schreibstil haben leider dafür gesorgt, dass ich das Buch nicht weiterempfehlen kann.

5 Gedanken zu “Rezension zu „Die Nacht schreibt uns neu“ von Dani Atkins

  1. Hallo Nicole, 🙂
    „Die Achse meiner Welt“ mochte ich auch, aber von diesem Buch werde ich dann wohl die Finger lassen. Ich habe jetzt schon öfter gelesen, dass jemandem das Buch nicht gefiel. Tolle Rezi! 🙂

    Liebe Grüße,
    Marina

    Gefällt 1 Person

  2. Pingback: Mein Lesemonat Februar | Nicoles Bibliothek

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s