Rezension zu „Wie das Licht von einem erloschenen Stern“ von Nicole Boyle Rodtnes

wie das licht

Autorin: Nicole Boyle Rodtnes

Erscheinungsdatum: 07.03.2016

Erschienen bei: Beltz & Gelberg

Genre: Jugendbuch / Krankheit

Umfang: 242 Seiten

Preis: 14,95 € (Hardcover)

ISBN: 978-3407821041

Mehr Infos: hier


Die Autorin:

Nicole Boyle Rodtnes wurde 1985 geboren und lebt in Kopenhagen, Dänemark. Die Erfahrung mit einem Aphasie-Patienten in ihrer Familie inspirierte die Autorin dazu, einen Roman über die Krankheit zu schreiben und zu zeigen, wie eine Person verschwindet, wenn sie keine Worte mehr erzählen oder über ihr Leben sprechen kann. Mit ihrem Buch möchte sie Außenstehenden verständlich machen, was für ein harter Kampf es ist, seine Sprache wiederzufinden.
Bei Gulliver erscheint von Nicole Boyle Rodtnes die Elfentrilogie „Die Töchter der Elfe.“


Inhalt:

Vega wird aus ihrem Teenagerleben gerissen, als sie nach einem Unfall nicht mehr sprechen kann. Die 17-Jährige kämpft wütend und frustriert mit ihrem Schicksal, das sie immer mehr zu einer sprachlosen Außenseiterin macht. Ein ergreifender Roman, emotional und packend geschrieben.
Seit Vega bei einer Feier gestürzt ist, leidet sie an Aphasie. Sie kann nicht sprechen, kaum lesen und mit noch größerer Mühe schreiben. Auch die Beziehung zu ihrer besten Freundin Ida und ihrem Freund Johan gibt ihr keinen Halt, denn sie kommen mit ihrer Krankheit nicht zurecht. Vega fühlt sich innerlich wie tot und zieht sich immer mehr zurück. Bis sie Theo trifft, der ebenfalls an Aphasie leidet und beide merken, dass sich zusammen leichter ein Weg in ein neues Leben finden lässt.


Meine Meinung:

Jugendbücher über Krankheiten finde ich anstrengend, deswegen mache ich meistens einen großen Bogen darum. Dieses habe ich als Leseexemplar bekommen und bin positiv überrascht.

Vega ist 17 und lebt in Dänemark, als sie bei einer Party in den Pool stürzt und sich schwer verletzt. Seit diesem Tag ist nichts mehr wie es vorher war.
Vega erzählt ihre Geschichte in kurzen Kapiteln aus der Ich-Perspektive. Am Anfang der Kapitel gibt es kurze Einschübe, in denen sie schildert, wie der Unfall passiert ist und wie es ihr und ihrer Familie unmittelbar danach ergangen ist.
Vega muss alles neu lernen. Anfangs versteht sie nicht mal, was andere Menschen sagen. Mit ihrer eigenen Sprache kämpft sie lange und unerbittlich. Ihre Mutter und ihre Schwester sind enttäuscht und frustriert, als die erhofften Trainingserfolge ausbleiben. Ihre beste Freundin und ihr Freund wenden sich von ihr ab. Bei einer Selbsthilfegruppe lernt sie Theo kennen, der nach einem Tauchunfall ebenfalls einen Gehirnschaden erlitten hat. Die beiden freunden sich an und langsam entwickelt sich eine zarte Liebe zwischen ihnen. Sie verständigen sich mit Händen und Füßen, durch Gebärden und Zeichnungen. Bei ihm fühlt Vega sich nicht wie eine Versagerin, wenn ihre Sprache im Wörterschlamm zu ersticken droht.

Die Sprache ist kurz und einfühlsam. Obwohl auf ausschweifende Beschreibungen verzichtet wird, treffen die prägnanten Sätze mitten ins Herz. Der Leser kann sich in Vegas Gefühlswelt hineinversetzen, erlebt ihre Hoffnungslosigkeit und ihren Schmerz.

Der Kampf gegen die Aphasie steht im Mittelpunkt der Geschichte, dennoch ist es kein reines Krankheitsbuch. Vega erlebt ihre erste Trennung, wird hintergangen, vergessen und allein gelassen. Sie ist einsam und depressiv, möchte wieder gesund sein und dazu gehören, doch das scheint unmöglich. Als sie sich auf Theo einlässt, blüht sie endlich   wieder auf. Trotzdem stehen ihrer Beziehung Schwierigkeiten bevor, als Theo Vega etwas Entscheidendes verheimlicht.

Da das Buch so kurz und die Sprache einfach ist, liest es sich sehr schnell. Trotzdem ist es keine Geschichte, die man auch schnell wieder vergisst. Das Thema Aphasie und ihre Folgen für Betroffene und Angehörige bleiben im Bewusstsein haften und.

Das Ende der Geschichte ist gleichzeitig offen und hoffnungsvoll und damit sehr gelungen. Für dieses besondere Buch vergebe ich 4 Sterne.

4 Sterne
Fazit:

„Wie das Licht von einem erloschenen Stern“ ist mehr als ein Jugendbuch über eine Krankheit. Der leichte Schreibstil, die schwere Story und die gelungene Ausgestaltung der Charaktere konnten mich rundum überzeugen. Ein Buch für alle.

5 Gedanken zu “Rezension zu „Wie das Licht von einem erloschenen Stern“ von Nicole Boyle Rodtnes

  1. Hey,
    eine tolle Rezension, die das Buch sehr gut beschreibt.
    Ich fand die Geschichte auch sehr berührend und vor allem faszinierend, wie Vegas Sprachproblem beschrieben wurde. ich konnte das richtig gut nachvollziehen.
    Liebe Grüße,
    Ela

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