Rezension zu „Zwei für immer“ von Andy Jones

Zwei für immer
Autor: Andy Jones

Erscheinungsdatum: 25.01.2016

Erschienen bei: Rütten & Loening

Genre: Liebes / Drama

Umfang: 432 Seiten

Preis: 14,99 € (Klappenbroschur)

ISBN: 978-3352006647

Mehr Infos hier


Der Autor:

Andy Jones lebt mit seiner Frau und seinen zwei kleinen Mädchen in London. Tagsüber arbeitet er in einer Werbeagentur, am Wochenende und furchtbar früh am Morgen schreibt er. Eigentlich sollte dieses Buch ein richtiges Männerbuch werden – dass dabei nun ein Liebesroman rausgekommen ist, hat ihn selbst überrascht. Quelle


Inhalt:

Als er Ivy begegnet, ist Fisher wie vom Blitz getroffen, und bald ist er sich sicher, dass aus der Sache etwas werden könnte. Noch weiß keiner der beiden, dass die Entscheidung über ihre Zukunft längst gefallen ist: Ivy ist schwanger. Doch während das neue Leben in Ivy heranwächst, muss sich Fisher um seinen schwer erkrankten Freund El kümmern. Und Ivy und Fisher sind immer noch damit beschäftigt, sich kennenzulernen. Denn es ist eine Sache, sich zu verlieben – miteinander zu leben ist eine ganz andere Geschichte …


Meine Meinung:

Dieses Buch fing schon vielversprechend an: gefühlvoll, witzig, gut geschrieben. Mir war vom ersten Moment an klar, dass es etwas ganz Besonderes ist und das Zeug dazu hat, ein neues Lieblingsbuch zu werden.

William, von allen bloß Fisher genannt, und Ivy kennen sich erst ein paar Tage, als sie schwanger wird. Die Phase der ersten Verliebtheit ist kurz, mit dem hemmungslosen Rumknutschen und wilden Sex ist es schnell vorbei. Was darauf folg ist Verunsicherung, Angst, Zweifel – bei beiden.
Fisher fragt sich die ganze Zeit, was Ivy damit meinte, als sie seine Frage nach Verhütung mit „Es ist okay“ beantwortete. Hat sie es etwa darauf angelegt, schwanger zu werden? Ist er nur Mittel zum Zweck? Immerhin ist Ivy bereits 40 und damit 9 Jahre älter als er, der keine Beziehung lange aufrechterhalten konnte. Hin- und hergerissen zwischen seinen Gefühlen, Zweifeln und Pflichtgefühlen muss Fisher sich auf seine zukünftige Vaterrolle einstellen.
Alles, was Fisher weiß, ist, dass er Ivy liebt. Doch über sie, über ihre Vergangenheit weiß er so gut wie nichts. Als Ivy sich immer weiter von ihm distanziert, wachsen die Zweifel an der Beziehung.

Die Geschichte erstreckt sich über den gesamten Zeitraum der Schwangerschaft und noch ein paar Wochen darüber hinaus. Sie wird komplett aus Fishers Sicht erzählt. Einen Liebesroman aus der Sicht eines Mannes habe ich schon lange nicht mehr gelesen, umso erfreuter, faszinierter und glücklicher war ich darüber. Fisher ist witzig, liebevoll, fürsorglich, hat kleine Schwächen und große Ängste, vor allem in Bezug auf Ivy, die er als die Frau seines Lebens bezeichnet. Und obwohl bei den beiden alles Hals über Kopf passiert, bemüht er sich, für sie da zu sein und alles richtig zu machen.
Ivy war mir am Anfang sehr unsympathisch. Als sie von der Schwangerschaft erfährt, geht sie auf Distanz und ich habe mich, genau wie Fisher, die ganze Zeit nach ihren wahren Beweggründen gefragt. Doch im Laufe der Schwangerschaft wird sie zugänglicher. Trotzdem war sie für mich als Person bis zum Ende nur schwer zugänglich. Der Leser erfährt einiges über ihre Vergangenheit und kann sich besser in sie hineinversetzen, trotzdem bleibt sie unnahbar.

Im Buch werden so ziemliche alle Facetten des Lebens, mit seinen schönen und schrecklichen Seiten, angesprochen. Fishers bester Freund El leidet an der Huntigton-Krankheit. Er verliert nach und nach die Kontrolle über seinen Körper und seinen Geist. Die Zeit, die die beiden einmal wöchentlich miteinander verbringen ist kostbar, für mich als Leser waren diese Szenen aber nur schwer auszuhalten. Die Krankheit ist nicht heilbar, es gibt keine Hoffnung auf Besserung. Els Lebensgefährte Phil nähert sich im Laufe der Geschichte einem anderen Mann an, der auch bei ihm und El übernachtet. Obwohl ich Phils Beweggründe, sich nach einer neuen Liebe umzusehen, verstehen kann, empfand ich seine Handlungen als verwerflich.
Neben Els Krankheit sind auch Scheidung, Mobbing, und Fremdgehen Thema des Buches.

Anfangs dachte ich, es geht in „Zwei für immer“ um eine leichte Liebesgeschichte, die durch die plötzliche Schwangerschaft auf die Probe gestellt wird und das war’s. Doch so ist es nicht. Die Geschichte glänzt durch Wendungen, die ich nicht kommen sehen habe, die auch schicksalhaft und dramatisch sind. Wer witzige und  gleichermaßen melancholische  Bücher mit einem hoffnungsvollen Ende mag, sollte dieses Buch unbedingt lesen.

Zitat: 

Ich liebe Ivy. Ich finde sie klug und witzig und schön (…) Ist sie die Frau, mit der du den Rest deines Lebens verbringen solltest? Ist sie die Richtige? Oder bist du nur noch hier, weil dich das Pflichtgefühl plagt und du hoffst, dass am Ende doch noch alles gut ausgeht? (S. 277)

Ivys Distanziertheit hat es mir schwer gemacht, mich mit ihr anzufreunden. Mir kam es so vor, als ob die große Liebe, von der die Rede ist, vor allem einseitig ist. Erst gegen Ende taut Ivy etwas auf. Obwohl ich ihre Beweggründe aufgrund ihrer Vergangenheit verstehen kann, fand ich sie für einen Liebesroman zu unnahbar. Dafür hat es das Ende des Buches in sich. Was mir im Mittelteil an Gefühl gefehlt hat, wird hier wieder rausgeholt.

Von mir gibt es 4 Sterne.

4 Sterne
Fazit:

„Zwei für immer“ ist ein wundervolles Buch, das alle Emotionen der Liebe und des Lebens abbildet. Dieser Liebesroman geht ans Herz und verlangt dem Leser einiges ab. Bitte mehr davon!

3 Gedanken zu “Rezension zu „Zwei für immer“ von Andy Jones

  1. Das klingt nach einer schönen Geschichte =)
    Manchmal tue ich mich auch damit schwer, wenn Protagonisten schwer zu durchschauen sind und sehr distanziert wirken, aber manchmal macht auch das gerade eine Geschichte sehr glaubwürdig. Viele würden in so einer Situation wahrscheinlich ähnlich reagieren.
    Die anderen Themen des Buches klingen auch sehr interessant. Auf jeden Fall sehr vielschichtig.
    Mal was anderes als die typischen Liebesromane, die man einfach so wegliest.

    LG
    Chrissi

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  2. Pingback: Mein Lesemonat April | Nicoles Bibliothek

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