Rezension zu „Mein bester letzter Sommer“ von Anne Freytag

Mein bester letzter Sommer

Autorin: Anne Freytag

Erscheinungsdatum: 08.03.2016

Veröffentlicht bei: Heyne fliegt

Genre: Jugendbuch / Junge Erwachsene / Liebe / Drama

Umfang: 367 Seiten

Preis: 14,99 € (gebunden)

ISBN: 978-3453270121

Mehr Infos: hier

 

Die Autorin:

Anne Freytag, geboren 1982, hat International Management studiert und für eine Werbeagentur gearbeitet, bevor sie sich ganz dem Schreiben widmete. Die Autorin veröffentlichte bereits mehrere Romane für Erwachsene, unter anderem unter ihrem Pseudonym Ally Taylor. Mein bester letzter Sommer ist ihr erstes Jugendbuch. Anne Freytag liebt Musik, Serien sowie die Vorstellung, durch ihre Geschichten tausend und mehr Leben führen zu können.
In diesem Leben wohnt und arbeitet sie derzeit in München – wenn sie nicht gerade in ferne Länder und fremde Städte reist. Manchmal auch nur in Gedanken … Quelle
Inhalt:

Wann du die große Liebe triffst, kannst du dir nicht aussuchen

Tessa hat immer gewartet – auf den perfekten Moment, den perfekten Jungen, den perfekten Kuss. Weil sie dachte, dass sie noch Zeit hat. Doch dann erfährt das 17-jährige Mädchen, dass es bald sterben muss. Tessa ist fassungslos, wütend, verzweifelt – bis sie Oskar trifft. Einen Jungen, der hinter ihre Fassade zu blicken vermag, der keine Angst vor ihrem Geheimnis hat, der ihr immer zur Seite steht. Er überrascht sie mit einem großartigen Plan. Und schafft es so, Tessa einen perfekten Sommer zu schenken. Einen Sommer, in dem Zeit keine Rolle spielt und Gefühle alles sind …
Meine Meinung:

Das Thema des Buches hat mich sehr angesprochen. Ich liebe emotionale Bücher, bei denen von vorne herein klar ist, dass es kein Happy End geben kann. Wir alle kennen „Das Schicksal ist ein mieser Verräter“ und lieben es, auf welche Art uns dieses Buch berühren konnte. Von „Mein bester letzter Sommer“ habe ich im Vorfeld viel Gutes gelesen und gehört, umso gespannter war ich auf die Umsetzung der Geschichte, zumal sie von einer deutschen Autorin geschrieben wurde. Ich freue mich immer über tolle Jugendbücher von deutschen Autoren. Leider habe ich das Gefühl, dass mittlerweile 8 von 10 Jugendbüchern aus dem Englischen übersetzt werden.

Was mich sofort gefesselt hat, war der Schreibstil der Autorin. Leicht und fließend, packend und voller wundervoller Lebensweiten. Ich habe auf gefühlt jeder 10. Seite ein tolles Zitat entdeckt, dass ich unbedingt in meine Rezension packen wollte. Aber dann bräuchtet ihr das Buch wahrscheinlich gar nicht mehr lesen.

Die Geschichte wird überwiegend von Tessa in der Ich-Form erzählt. Gegen Ende des Buches kommt auch Oskar zu Wort. Ich konnte mich von Anfang an in Tessas Kopf einfühlen, habe mit ihr gelitten und gelacht. Das Leben ist ungerecht, das wissen wir alle. Warum muss ein 17-jähriges Mädchen, dem alle Türen offen stehen, so früh sterben? Obwohl es sich natürlich um eine erfundene Geschichte handelt, regt sie den Leser sehr zum Nachdenken an. Hinter der Geschichte steckt die einfache, aber unglaublich wichtige Message: Genieße dein Leben, mach das Beste daraus. Lebe. Viel zu oft vergessen wir, dass alles ein Ende hat.

Oskar ist schon fast zu gut, um wahr zu sein. Er hat keine Angst vor Tessas Krankheit, er bleibt bis zum bitteren Ende bei ihr und zeigt ihr, dass das Leben lebenswert ist. Für seine 19 Jahre ist er sehr erwachsen. Durch ihn lernt Tessa eine andere Seite von sich kennen. Aus dem schüchternen Mädchen, das sich hässlich fühlt, wird eine junge Frau, die viel über sich und das Leben lernt und Frieden mit ihrem Schicksal schließen kann. Anfangs war ich skeptisch, ob sich eine so junge Liebe glaubhaft über diesen kurzen Zeitraum entwickeln kann, aber meine Zweifel verstummten schnell. Oskar und Tessa befinden sich in einer Ausnahmesituation und lassen sich auf das Abenteuer ihres Lebens ein, als sie sich begegnen. Die beiden sind verbunden durch Zweifel, Ängste und Schulgefühle und tragen Narben auf der Haut und in der Seele. Je besser sie sich kennenlernen, umso mehr können sie sich füreinander öffnen.

Zitate:

Ja, kann sein, dass das Leben macht, was es will, aber vielleicht weiß es, was es tut. Vielleicht sollte ich endlich einsehen, dass ich nichts in der Hand habe außer dem Moment. (S. 151)

Das, was mir am meisten leidtut, ist, dass ich erst sterben musste, um zu verstehen, wie wunderbar das Leben sein kann. (S. 182)

Vor Oskar wusste ich nicht, wie viel ich fühlen kann, Ich wusste nicht, wie laut ich lachen kann. Und ich wusste nicht, wie sehr ich lieben kann. (S. 349)

Auch optisch ist das Buch wunderbar gelungen. Von dem wunderschönen Papierumschlag über die Zeichnungen, die jedes Kapitel einleiten, hin zu der Innengestaltung der Buchdeckel – dieses Buch ist eine Augenweide. Ein besonderes Highlight ist die Playlist am Ende des Buches, in der alle Lieder aufgeführt sind, die Tessa und Oskar auf ihrem gemeinsamen Weg begleiten. Wer zum tragischen Schluss der Geschichte noch nicht weinen musste, wird es spätestens bei der Musikauswahl tun.

Für dieses wundervolle Buch vergebe ich 4,5 Sterne.

4 1_2 Sterne

Fazit:

Ein Buch, das mich tief berührt hat und traurig zurücklässt, voller wunderbarer Lebensweisheiten steckt und das ich so schnell nicht vergessen werde. Wer emotionale Geschichten über die erste Liebe mag, sollte unbedingt zugreifen. Taschentücher bereithalten!

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Ich danke Lovelybooks und dem Heyne fliegt für den Gewinn dieses Buches 🙂

3 Gedanken zu “Rezension zu „Mein bester letzter Sommer“ von Anne Freytag

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