Rezension zu „Nur ein Tag“ von Gayle Forman

Nur ein Tag

Autorin: Gayle Forman

Erscheinungsdatum: 22.03.2016

Veröffentlicht bei: Fischer Jugendbuch

Genre: Junge Erwachsene / Liebe

Umfang: 432 Seiten

Preis: 14,99 € (Klappenbroschur)

Mehr Infos hier
Die Autorin:

Gayle Forman, geboren 1971, begann ihre journalistische Karriere beim ›Seventeen Magazine‹ und arbeitete dann für große Zeitschriften wie ›Cosmopolitan‹, ›Glamour‹ und ›Elle‹, bevor sie anfing, Romane zu schreiben. Inzwischen hat sie etliche Bestseller veröffentlicht. Sie lebt mit ihrer Familie in Brooklyn, New York. Quelle

Inhalt:

Wenn du einem Menschen begegnet bist, der dein Herz geöffnet hat, wirst du alles dafür tun, ihn wiederzufinden.

Allysons Leben ist genau wie ihr Koffer – überlegt, geplant und ordentlich gepackt. Doch am letzten Tag ihrer dreiwöchigen Europatour lernt sie Willem kennen. Als freier, ungebundener Schauspieler ist er all das, was die 18jährige Allyson nicht ist, und als er sie einlädt, mit ihm nach Paris zu kommen, trifft sie spontan eine für sie untypische Entscheidung. Sie ändert ihren Plan und geht mit ihm. Allyson erlebt einen Tag voller Abenteuer und Romantik, Freiheit und Nähe – bis Willem am nächsten Morgen nicht mehr da ist.

Meine Meinung:

„Nur ein Tag“ ist mein erstes Buch von Gayle Forman. Die Werbung für die Dilogie klang vielversprechend, deshalb habe ich mir beide Bände auf der Leipziger Buchmesse gekauft.

Wer einen großen Liebesroman oder eine Geschichte über das Reisen erwartet, wird leider enttäuscht. Leider musste ich auch feststellen, dass die Klappentexte  der beiden Bände den Leser gehörig in die Irre führen. Meine Erwartungen kollidierten mit dem Inhalt des Buches. Aber der Reihe nach.

Die Geschichte wird aus Allysons Sicht erzählt. Allyson ist 19 Jahre alt und steht kurz vor dem Beginn ihres Medizinstudiums, als sie von ihren Eltern eine Europarundreise geschenkt bekommt. Gemeinsam mit ihrer besten Freundin Melanie tritt sie die Reise an und lernt mit einer Teenager-Reisegruppe Europa im Schnelldurchlauf kennen. Am Ende der Reise trifft sie auf Willem, der sich spontan zu einem eintägigen Kurzurlaub in Paris überredet. Ganz anders, als es sonst Allysons Art ist, sagt sie zu und verbringt einen Tag mit einem völlig fremden, jungen Mann in Paris. Dabei entdecken sie keine Sehenswürdigkeiten, sondern lernen das echte Paris kennen. Und natürlich verlieben sie sich auch ineinander. Doch Willem steckt voller Geheimnisse. Er ist ein Weltenbummler, ein Frauenheld und war seit 2 Jahren nicht mehr zu Hause in den Niederlanden. Warum das so ist, erfährt der Leser wohl erst in Band 2, indem die komplette Geschichte nochmal aus Willems Sicht erzählt wird. Jedenfalls der Teil, nachdem sich Allysons und seine Wege unfreiwillig in Paris trennen.

Dachte ich vorher, in Band 1 geht es um diesen einen Tag in Paris, musste ich beim Lesen feststellen, dass auch das komplette darauffolgende Jahr schon erzählt wird – eben aus Allysons Sicht. Und Allyson ist keine sympathische Protagonistin. Sie ist zickig, schlecht gelaunt und total verzogen. Ihr Vater finanziert ihr teures Medizinstudium, das sie jedoch komplett über den Haufen schmeißt und stattdessen Theater spielt und Töpfern lernt (interessantes Studium). Nachdem sie ihren Mitmenschen ein Jahr lang auf den Keks gegangen ist, bemerkt sie völlig überraschend, dass sie Willem immer noch hinterher trauert und beschließt, ihn in den Sommerferien zu suchen. Vorher spart sie sich noch schnell 1000 $ zusammen und ab geht die Post. Diesmal ist sie allein und scheint auch endlich erwachsen zu werden.
Das Ende ist offen und wird ziemlich schnell abgehandelt. Wer, wie ich, denkt, dass es in Band 2 nahtlos weitergeht und endlich die erhoffte Liebesreunion erwartet, wird aber auch hier enttäuscht. Wie ich in einem anderen Blogbeitrag durch Zufall erfahren habe, geht es in Band 2 ausschließlich darum, was der schöne Willem in dem Jahr getrieben hat und das war’s. Der Klappentext verspricht etwas anderes und das finde ich wirklich frech. Damit wird der Leser über’s Ohr gehauen. Ich bin kein Freund von derselben Geschichte aus zwei Sichtweisen, selbst wenn die beiden völlig andere Dinge erleben, interessiert mich das einfach nicht. Man hätte auch einfach einen Roman mit wechselnden Perspektiven draus machen können. Wer dann immer noch wissen möchte, wie die Geschichte ausgeht, kann sich ein kostenloses E-Book herunterladen und das tatsächliche Ende dort nachlesen.
Was steckt nun also tatsächlich hinter der großartig beworbenen Dilogie? Welchen Sinn hat es, hunderte Seiten lang den Alltag von Allyson vorstellen, Nebenfiguren einzuführen und ein Studium zu beschreiben, wenn am Ende nichts davon eine Rolle spielt oder wichtig ist?
Cleveres Marketing oder Geldmache? Meine Meinung ist klar, denke ich.

Ich bin enttäuscht. Vom Schreibstil hatte ich mir auch mehr erhofft. Zwar ist er solide, aber trotzdem sehr jung, mit vielen überflüssigen Füllwörtern und Wortwiederholungen. Die Handlung plätscherte so vor sich hin und diese Längen machten das Lesen langweilig. Einzig die interessanten Nebencharaktere wie Allysons Freundin Melanie oder ihr Kommilone Dee mit den tausend Gesichtern sorgten für Abwechslung.

Von mir gibt es es leider nur 2,5 Sterne und keine Leseempfehlung.

2 1_2 Sterne

Fazit:

Die Werbung versprach mehr, als der Roman halten konnte. Die nervige Protagonistin, viele Längen und der sehr junge Schreibstil konnten mich nicht überzeugen. Im Moment habe ich nicht mal Lust, Band 2 zu lesen. Von mir gibt es keine Empfehlung.

3 Gedanken zu “Rezension zu „Nur ein Tag“ von Gayle Forman

  1. Puh… ich habe es ja leider immernoch nicht weitergelesen.. obwohl ich neugierig auf das Ende bin, graut es mir vor dem Lesen.. schade eigentlich
    Eine wirklich schöne und ehrliche Rezension!

    Gefällt 1 Person

  2. Pingback: Gemeinsam Lesen 40 – Die Therapie | Nicoles Bibliothek

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