Rezension zu „Zorn und Morgenröte“ von Renée Ahdieh

Zorn und Morgenröte
Autorin: Renée Ahdieh

Erscheinungdatum: 12.02.2016

Veröffentlicht bei: One

Genre: Jugendbuch / Märchen

Umfang: 397 Seiten

Band 1 einer Reihe

Preis: 16, 99 €

Mehr Infos hier

Die Autorin:

Renée Ahdieh hat die ersten Jahre ihrer Kindheit in Südkorea verbracht, inzwischen lebt sie mit ihrem Mann und einem kleinen Hund in North Carolina, USA. In ihrer Freizeit ist die Autorin eine begeisterte Salsa-Tänzerin, sie kann sich für Currys, Schuhe, das Sammeln von Schuhen und Basketball begeistern. Mit Zorn und Morgenröte legt sie ihren ersten Roman vor, zu dem es eine Fortsetzung geben wird, der im Mai 2016 auf Englisch erschienen ist. Quelle

Inhalt:

Jeden Tag erwählt Chalid, der grausame Herrscher von Chorasan, ein Mädchen. Jeden Abend nimmt er sie zur Frau. Jeden Morgen lässt er sie hinrichten. Bis Shahrzad auftaucht, die eine, die um jeden Preis überleben will. Sie stehen auf verschiedenen Seiten und könnten unterschiedlicher nicht sein … Und doch werden sie magisch voneinander angezogen …
Meine Meinung:

Normalerweise ist das nicht unbedingt die Art von Buch, die ich gerne lese. Die begeisterte Rezi von Inka auf Lese-Liebe.com (klick) hat mich dann aber doch überzeugt, das Buch für die Bibliothek zu bestellen und jetzt endlich zu lesen.

Ehrlicherweise muss ich zugeben, dass mir der Einstieg in die Geschichte äußerst schwer gefallen ist. Ein- oder zweimal habe ich sogar mit dem Gedanken gespielt, das Buch wieder abzubrechen. Vor allem mit den vielen ähnlich klingenden, orientalischen Namen bin ich (leider bis zum Schluss) oft durcheinander gekommen. Ein Personenverzeichnis, zusätzlich zum Glossar, in dem die wichtigsten Begriffe erklärt werden, hätte dem Buch nicht geschadet.
Nachdem ich aber einmal am Ball geblieben bin, wurde ich positiv überrascht. Die Geschichte entwickelt sich zügig und macht geradezu süchtig. Nach der Hälfte konnte ich das Buch nur noch schwer aus der Hand legen.

Vor allem die Liebesgeschichte um die stolze, furchtlose Sharzad und den missverstandenen, gequälten Chalid hat mich vollends überzeugt. Die beiden werden sehr jung verheiratet, Sharzad kommt mit der Absicht in den Palast, den Kalifen zu töten, um den Mord an ihrer besten Freundin Shiva zu rächen. Dabei scheint ihr Leben so gut wie verwirkt. Doch je besser sich die beiden kennen lernen, auch wenn sie versuchen, nichts von sich preiszugeben, desto stärker wird das Band zwischen ihnen. Selten habe ich eine so zarte, intensive und schöne Liebesgeschichte gelesen.
Doch ihre Liebe steht unter keinem guten Stern. Vieles steht ihnen im Weg und so gibt es neben dem häuptsächlichen Erzählstrang noch mehrere Ebenen, die von Sharzads Jugendliebe Tarik, ihrem Kindheitsfreund Rahim und ihrem Vater handeln, die ihre eigenen Umsturzpläne hegen. Mehr als einmal ist Sharzads Leben in Gefahr.

Die Sprache ist einzigartig. Dieses Buch lässt sich nicht nebenbei lesen, es erfordert volle Konzentration und Aufmerksamkeit. Und wahrscheinlich ist das auch der Grund, warum mir der Einstieg so schwer gefallen ist. Wenn man sich aber einmal darauf eingelassen hat, wird man mit einer wunderschönen, poetischen Sprache belohnt, die den Leser in die Tiefen des Orients zieht und nicht mehr loslässt. Farben, Gerüche, Kleidung, Speisen werden so lebendig beschrieben, als befände man sich auf einem orientalischen Markt. Ich konnte alles bildlich vor mir sehen und habe diese wunderbare Erzählkunst auf jeder Seite genossen.

Die Geschichte endet in einem furiosen Finale, in dem alles drunter und drüber geht. Zum Schluss gibt es einen Cliffhanger, der neugierig auf die Fortsetzung macht.
Dieses Buch ist ein ganz besonderer Schatz und verdient vier Sterne.

4 SterneFazit:

Ein orientalischer Traum, der Märchen wahr werden lässt. Die tiefe, widerwillige Liebesgeschichte und der poetisch-schöne Schreibstil machen das Buch zu einem außergewöhnlichen Schatz, der ganz viele begeisterte Leser verdient.

6 Gedanken zu “Rezension zu „Zorn und Morgenröte“ von Renée Ahdieh

  1. Hallo Nicole, 🙂
    ich hatte anfangs auch große Probleme mit dem Buch. Vor allem habe ich auch eine Weile gebraucht, bis ich das Glossar entdeckt hatte, und war dann unglaublich froh darüber. Ein Personenverzeichnis wäre auch noch toll gewesen.
    Ich bin bis zuletzt mit dem Schreibstil nicht richtig warm geworden. Er ist wirklich schön, aber du hast Recht: Man kann ihn nicht einfach so nebenbei lesen. Vielleicht hat mir das die Schwierigkeiten bereitet.
    Trotzdem fand ich die Geschichte auch schön und werde den zweiten Band natürlich lesen. 🙂

    Liebe Grüße,
    Marina

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    • Liebe Marina,

      das Glossar habe ich leider auch erst ziemlich spät entdeckt.
      Ich freue mich auch auf Band 2, denn jetzt will ich unbedingt wissen, wie es ausgeht.

      Liebe Grüße

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  2. Pingback: Mein Lesemonat Mai | Nicoles Bibliothek

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