Rezension zu „Tinderella – Geschichten aus dem Singleland“ von Rosy Edwards

Tinderella

Autorin: Rosy Edwards

Erscheinungsdatum: 16.05.2016

Veröffentlicht bei: Goldmann

Genre: Frauenroman / Biographie / Humor

Umfang: 414 Seiten

Preis: 9,99 € (Taschenbuch)

Mehr Infos hier

 

Die Autorin:

Rosy Edwards wurde im englischen Greenwich geboren, zu einer Zeit, als „Aha“ noch Nummer-1-Hits landete. Nachdem sie an der Universität von Durham ihren Abschluss gemacht hat, führte sie ihr Weg zurück nach London in eine WG mit Freunden und zu einem Job als „Junior Executive“ in einer PR-Agentur. Nach dem Ende einer Beziehung stürzte Rosy sich ins Londoner Leben. Sie besuchte sogar eine Rollschuh-Disco, begann zu joggen und machte Pilates. 2013 entdeckte sie Tinder. Quelle

Inhalt:

Nur ein Wisch und der richtige Mann ist da. So einfach soll das bei der Dating-App „Tinder“ angeblich gehen. Rosy findet, dass es einen Versuch wert ist. Was hat sie schon zu verlieren? Single ist sie ja schon. Die ungeschriebenen Regeln lernt sie dabei auf die harte Tour kennen: Typen, die sich mit nacktem Oberkörper auf ihren Profilbildern zeigen, sind meist Idioten. Ein Match verheißt noch lange keine große Liebesgeschichte. Und ein tolles Date hat manchmal keine Fortsetzung. Rosy tindert sich trotzdem wacker durchs Leben, verliebt sich in die Falschen, verkennt die Guten und wischt so lange weiter, bis eines Tages etwas ganz und gar Unerwartetes passiert …

Meine Meinung:

Die Dating-App „Tinder“ hat mich schon immer fasziniert. Wischen, bis man den Richtigen findet? Klingt verlockend. Ein Roman über diese wunderbare Erfindung klang noch verlockender. Und auch der Klappentext versprach Witz, Romantik und gute Unterhaltung.

Rosy ist 27 und frisch getrennt. Nach mehreren erfolglosen Kuppelversuchen ihrer Freundinnen verlagert sie die Männersuche ins Internet und stößt später auf Tinder. Was der Klappentext nicht verrät: Der Roman ist biographisch und wird damit noch viel interessanter. Und Rosy ist nicht irgendein naives Mäuschen, das dringend einen neuen Freund braucht, sondern eine witzige, energiegeladene junge Frau mit kleinen sympathischen Schwächen und jeder Menge (teils schrägem) Humor. Sie nimmt sich selbst nicht so ernst, nimmt kein Blatt vor den Mund und redet viel und gerne. Ich habe sie sofort ins Herz geschlossen und mit ihr gelacht und gelitten, denn was sie auf ihrer Partnersuche so alles erlebt, ist nicht immer nur lustig oder romantisch. Einige Kandidaten entpuppen sich als wahre Luftnummer oder Langweiler, als Drogenkonsument oder schlicht paranoid. Dennoch verliert Rosy den Glauben an die große Liebe nicht und tindert sich auch nach einigen Rückschlägen weiter durch London.

„Tinderella“ ist viel mehr als nur ein heiterer Frauenroman über das Suchen und Finden der großen Liebe. Es werden viele Themen angesprochen, die in Rosys Leben eine wichtige Rolle spielen: Freundschaft, Familie, Unzufriedenheit im Job oder der eine große Traum, den sie leben möchte. Wie jede junge Frau muss sie ihren Platz in der Welt erst noch finden. Dabei stehen ihr ihre Freundinnen, WG-Mitbewohnerinnen und „die Beste“zur Seite. Gemeinsam erleben sie das Auf und Ab in Rosys Leben, sind für sie da und ermuntern sie auf ihrem Weg. Auch Rosy kann sich als Freundin beweisen und Anteil am Leben ihrer Mädels nehmen. Von Verlobung bis Trennung ist bei ihren Mädels alles dabei.
Ich hatte verschiedene Vermutungen, was das Ende des Buches angeht. Keine davon ist eingetroffen. Ob Rosy die große Liebe am Ende wirklich findet? Womöglich durch Tinder? Das müsst ihr selbst nachlesen 🙂

Lieblingszitate:

Während eines Tinder-Dates zu tindern ist moralisch zumindest fragwürdig. Wenn man so will, ist dieses schamlose Verhalten womöglich symbolisch für die Tinderei an sich, weil man damit davon ausgeht, dass es da draußen immer jemand anderen und damit potentiell Besseren gibt. (S. 161)

Man weiß nicht, ob man sich in jemanden verliebt hat oder ob es sich nur so anfühlt. Man weiß nicht, ob der Mensch, in den man sich verliebt, sich umgekehrt auch verliebt. Und es gibt keinerlei Garantie dafür, dass die Liebe, die man für jemanden empfindet, echt oder eingebildet ist oder ob sie vielleicht irgendwann wieder verschwindet und der andere zwanzig Jahre später plötzlich auf und davon ist. Aber dieses Risiko ist es gerade, was die Liebe so wunderbar schrecklich süchtigmachend grandios macht, und ich glaube, erst wenn sie vorbei ist, weiß man genau, was es eigentlich war. (S. 388)

Ich muss gestehen, dass ich zwischenzeitlich mit den Namen von Rosys verschiedenen Dates durcheinander gekommen bin. Und kritisieren muss ich das dünne Papier, auf dem sich die Schrift der klein bedruckten Seiten etwas durchdrückt.

Insgesamt vergebe ich gute vier Sterne für diesen wunderbar unterhaltsamen Frauenroman.

4 Sterne

Fazit:

„Tinderella“ ist witzig, ehrlich und hoffnungslos romantisch. Wer kurzweilige Frauenunterhaltung sucht, sollte sich die wahren Geschichten von Rosy Edwards nicht entgehen lassen.

4 Gedanken zu “Rezension zu „Tinderella – Geschichten aus dem Singleland“ von Rosy Edwards

  1. Pingback: Mein Lesemonat Juni | Nicoles Bibliothek

  2. Hallöchen,
    mich konnte Tinderella leider nicht besonders überzeugen. Ich fand den Humor der Protagonistin zwar toll, aber ich habe mir ein bisschen mehr erwartet. Vom gesamten Buch habe ich mir ein bisschen mehr erwartet.

    Aber schön, dass es dir so gut gefallen hat 🙂
    Ich habe dich in meiner Rezension verlinkt. Ich hoffe, das ist in Ordnung.

    Liebste Grüße
    Kate ♥

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