Autorenlesung: „Laurin“ von Wolfgang und Heike Hohlbein

Am 21.07.2016 besuchte ich zusammen mit Ingrid von Lebens(LeseLiebe)Lust die Autorenlesung von Wolfgang Hohlbein in meiner Heimatstadt Ilmenau. Die Lesung fand im überschaubar kleinen Kreis im Schulungsraum der modernen Universitätsbibliothek statt. Rund sechzig Besucher haben den Weg dorthin gefunden, um dem größten deutschen Fantasy-Autor der Gegenwart an den Lippen zu hängen.
Organisiert wurde die Lesung von Phantopia, einem studentischen Verein an der Technischen Universität Ilmenau, der, dank verschiedener Förderer, immer wieder große Fantasy-Autoren und -Autorinnen ins beschauliche Ilmenau lockt. Der Verein nennt sogar eine fantastische Bibliothek mit über 2.000 Bänden sein Eigen. (Wenn ihr mal eine Bibliothekarin braucht, Jungs – ihr wisst, wo ihr mich findet!)

Hohlbein_6          Foto: Ingrid Pabst

Wolfgang Hohlbein wurde 1953 in Weimar geboren. Seinen Durchbruch erlebte er 1982, als er mit dem Manuskript zu „Märchenmond“, das er gemeinsam mit seiner Frau entwickelt hatte, einen Schreibwettbewerb gewann.
Mittlerweile hat Hohlbein rund 200 Romane verfasst, die sich über 40 Millionen Mal verkauft haben. Sogar ein eigener Preis ist nach ihm benannt, der von seinem Verlag (Ueberreuter) in unregelmäßigen Abständen an deutsche Fantasy-Autoren verliehen wird.
Der Autor bezeichnet sich selbst als Workaholic und schreibt vor allem nachts. Er lebt mit seiner Familie in der Nähe von Düsseldorf.

Im Gepäck hatte Hohlbein am Donnerstag sein neues Fantasy-Jugendbuch „Laurin“, das im März bei Ueberreuter erschien. Bevor es losging, musste er „noch kurz das Buch einschalten“, denn der Autor las aus dem E-Book. Hätte ihm das jemand vor zwanzig Jahren gesagt, hätte er lauthals gelacht, erzählte er.

laurin


Darum geht’s in „Laurin“:

Die Geheimnisse unter der Erde

Bei einem heftigen Erdbeben im alten Bergwerk werden Laurin und Dietrich vom Rest der Ausflugsgruppe getrennt und in einem Gang verschüttet; Geröll und Schutt machen den Rückweg binnen Sekunden unmöglich. Auf der Suche nach einem Ausgang geraten die Jugendlichen immer tiefer in die Eingeweide des Bergs. Alsbald entdecken sie merkwürdig leuchtende Steine, einen unterirdischen See und, tief im Bergesinneren, eine Stadt, in der Zwerge wie Sklaven gehalten werden. Rettung ist weit und breit nicht in Sicht. Doch seitdem sie die leuchtenden Steine berührt hat, geht eine seltsame Verwandlung mit Laurin vor. Sie entwickelt ungeahnte Kräfte und Fähigkeiten, weckt versteinerte und vertrocknete Pflanzen, bringt Leben und Farbe in die unterirdische Welt. Bald zeigt sich: Die abenteuerliche Reise durch die märchenhafte, bedrohliche Welt führt zu dem Geheimnis ihrer eigenen Herkunft.

Ich hatte das große Glück, das Buch im April zu gewinnen. Es war Teil der wunderbaren LovelyBox „Junge Helden“. Keine Frage also, dass ich mich nach der Arbeit gerne ins Auto setzte, um die knapp hundert Kilometer in die Heimat zu düsen und ein Autogramm zu ergattern.

Hohlbein war nicht alleine angereist, sondern hatte seine Frau dabei, mit der er das Buch gemeinsam geschrieben hat. Wie die Zusammenarbeit zwischen den beiden funktioniert, verriet er auch: Bevor es an den Computer geht, entwickeln die beiden den Verlauf der Geschichte und die Ausgestaltung der Charaktere. Die reine Schreibarbeit liegt bei Wolfgang Hohlbein selbst, seine Frau gibt immer wieder wichtige Anregungen. Während er vor allem für Action und Spannung zuständig ist, kommt dank seiner Frau Heike der kindlich-verspielte Anteil nicht zu kurz.
Am Ende bekommt der Leser dann eine Geschichte, die die Handschrift beider trägt. Ein reiner Wolfgang-Hohlbein-Titel hingegen fällt inhaltlich ganz anders aus, betonte er. Für Hohlbein ist es eine Selbstverständlichkeit, den Namen seiner Frau mit auf den Buchdeckel zu bringen, immerhin ist sie maßgeblich an der Entstehung des Werkes beteiligt.
Die beiden sind mittlerweile seit über vierzig Jahren verheiratet und haben sechs Kinder. Tochter Rebecca ist sogar in die literarischen Fußstapfen ihres Vaters getreten und schreibt selbst Fantasy.
Wolfgang Hohlbein ist über den Schreibprozess hinaus auch an der Covergestaltung und  den Planungen für die Theater- und Musicaladaptionen seiner Bücher beteiligt – eine rundum kreative Familie also.

Hohlbein las einen zusammenhängenden Part von etwa 45 Minuten Länge. Die junge Laurin und ihr bester Freund Didi finden sich im verschütteten Gang des Bergwerks wieder und müssen sich den Weg in die Freiheit hart erkämpfen. Dabei gehen sie an ihre körperlichen Grenzen und zwängen sich bis zur Erschöpfung durch niedrige und enge Tunnel. Plötzlich taucht unerwartete Hilfe in Form einer piepsigen Stimme auf, die nur Laurin hören kann. Die Stimme führt die beiden zu einem geheimen Bergsee, in dem sie endlich ihren entsetzlichen Durst stillen können. Als Laurin der Besitzer der Stimme begegnet, traut sie zunächst ihren Augen nicht. Und als sie dem merkwürdig schillernden Käferwesen ihren Namen verrät, wird es noch mysteriöser, denn der winzige Retter glaubt ihr kein Wort und verschwindet stattdessen empört im Felsen.
Der Lesungsausschnitt endete an einer spannenden Stelle, auf die das enttäuschte Aufstöhnen des Publikums folgte. Richtig so – immerhin sollen die Zuhörer die magische Welt des Stollens ja selbst entdecken.
Ich jedenfalls bin jetzt sehr neugierig auf die Geschichte und werde „Laurin“ auf meine Leseliste für den August setzen.

Die Idee zum Buch basiert übrigens auf der Sage von König Laurins Rosengarten. Diese wurde im 13. Jahrhundert in Österreich überliefert, um das Glühen der Bergregion (das sogenannte Alpenglühen) zur Dämmerungszeit zu erklären. Hohlbein schnappte die Sage bei einer Lesung in Österreich von einem Buchhändler auf.

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Nach der Lesung ergatterten Inka und ich noch Autogramme und ein gemeinsames Foto mit dem Autor.
Für mich war es ein toller Abend und eine wunderbare Lesung in entspannt-lockerer Atmosphäre – und es wird sicher nicht meine letzte im Rahmen von Phantopia gewesen sein.

Besucht den Autor auf seiner Webseite http://www.hohlbein.net/ und auf Facebook.

 

3 Gedanken zu “Autorenlesung: „Laurin“ von Wolfgang und Heike Hohlbein

  1. Hallöchen meine Liebe 🙂
    Ein feiner Lesungsbericht und jetzt habe ich doch glatt Lust „Laurin“ selbst zu lesen, das war ja auch schon in der Lovelybooks-Box drinn!
    Auch cool zu wissen, dass der Autor eigentlich aus Weimar kommt *dakommensieebenherdiekreativenleuteräusperräusper* 🙂

    Viele liebe Grüße an dich (und Inka),
    Patrizia 🙂

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  2. Pingback: Mein Lesemonat Juli | Nicoles Bibliothek

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