Rezension zu „Morgen ist es vorbei“ von Kathrin Weßling

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Autorin: Kathrin Weßling

Erscheinungsdatum: 10.08.2015

Veröffentlicht bei: Luchterhand

Genre: Kurzgeschichten

Umfang: 207 Seiten

Preis: 14,99 € (broschiert)

Mehr Infos hier


Die Autorin:

Kathrin Weßling, 1985 geboren, lebt in Hamburg und arbeitet dort als Social-Media Managerin beim stern und leitet die Redaktion eines digitalen Stadtmagazins. 2012 erschien ihr vielbeachtetes Buch „Drüberleben“, das 2013 unter der Regie von Daniel Wahl auch als Theaterstück am Theater Freiburg uraufgeführt wurde.

Kathrin Weßling gibt Workshops und hält Vorträge in den Bereichen Social Media, Blogs, Online-Redaktion und Blogger-Kooperationen. Sie bloggt unter http://kathrinwessling.de „Morgen ist es vorbei“ ist ihr zweites Buch. Quelle


Inhalt:

Liebeskummer ist ein Bumerang aus Stacheldraht

Kathrin Weßlings neues Buch ist eine Sammlung von Stories über die unerträgliche Fragilität der Liebe und des Liebens. »Morgen ist es vorbei«, das sind 13 Geschichten über die Liebe. Über die Sehnsucht, sich im anderen zu verlieren. Und über den Schmerz, verlassen zu werden. Kathrin Weßling erzählt mit großer psychologischer Klarsicht und zugleich mit hoher emotionaler und sprachlicher Kraft von gebrochenen Herzen und von solchen, die andere brechen, von Tränen und vom Kämpfen, vom Hoffen und vom Warten, von Erleichterung und Glück, vom Wahnsinn wilder Herzen eben. Die Protagonisten ihrer Stories wissen: Liebeskummer ist ein Bumerang aus Stacheldraht. Der kommt zurück, egal, wie sehr du schreist und rennst und bebst und kämpfst. Und manchmal ist da diese winzige Ahnung, die dich nicht schlafen lässt: Morgen ist es vielleicht vorbei. Und manchmal ist der einzige Gedanke, der dich durch die langen Nächte in der Stadt rettet: Morgen ist es besser, morgen wird ein besseres Morgen sein, morgen ist es endlich vorbei.


Meine Meinung:

Dieses Buch ist etwas ganz Besonderes! Das habe ich schon beim Durchstöbern der Leseprobe erkannt. Jede einzelne Geschichte hat mich in ihren Bann gezogen und durch ihre Intensität und Wortgewalt schlichtweg umgehauen. Kathrin Weßling schreibt sich hier das blutende Herz aus der Brust und bringt Geschichten zu Papier, die das Leben tagtäglich schreibt. Ich bin mir sicher, dass sich jeder Leser in mindestens einer Geschichte wiedererkennen wird.
Kathrin Weßlings Sprache ist reich an Metaphern und einzigartig hart und schön. In diesem Buch stecken so viel Wahrheit und intelligente Sätze, das ich mir am liebsten endlos viele Zitate herausgeschrieben hätte.

Alle Stories handeln von der Kehrseite der Liebe, von Einsamkeit, Schmerz, Leid, Sehnsucht oder Verlangen. Happy Ends sucht man hier vergeblich, aber genau das ist es, was den Reiz der Geschichten ausmacht: die schonungslose Ehrlichkeit, erzählt in fast schon beiläufig schlichten Worten, die den Leser dennoch mitten ins Herz treffen.
Ich bin sofort in jede einzelne Story hineingetaucht und wurde von den Worten der Autorin eingesaugt und nicht mehr losgelassen.

Damit ich mich auf jede Geschichte einlassen konnte, habe ich mir für das schmale Büchlein sehr viel Zeit genommen. Ich wurde mit einer einzigartigen, wundervollen und ausdrucksstarken Sprache belohnt, die mich sehr neugierig auf das Erstlingswerk von Kathrin Weßling (Drüberleben) gemacht hat. Ich bin mir sicher, dass auch dieses Buch bald bei mir einziehen wird.


Lieblingszitate:

Und noch immer: Schweigen. Ihr Schweigen, das sie dir wie Schmirgelpapier über’s Herz zieht. Ihr Schweigen, das dich zu dem müden Reh macht, das vor den Scheinwerfern ihrer Wortlosigkeit erstarrt ist. (S. 36, „Wilde Wesen“)

Und irgendwann gibst du auf und läufst mit einem Stacheldraht im Herzen herum, macht ja nichts, macht ja überhaupt gar nichts, das geht vorbei. (S. 37, „Wilde Wesen“)

Und wenn man schon seit Tagen, seit Wochen und Monaten hungrig ist, dann kommen einem die kleinen Bonbons, die Menschen wie Tom sind, beinahe ein bisschen vor wie Nahrung. Aber am Ende wird einem bloß schlecht und man ist noch immer hungrig, den Bauch voller Sehnsucht, den Kopf voller Schmerz, weil Zucker bloß gierig macht und nicht ruhig. (S. 124, „Schwimmen“)

Für dieses rundum gelungene Buch, das ganz nach meinem Geschmack ist, vergebe ich fünf Sterne.

5 Sterne

Fazit:

Wer melancholische, überraschende Texte mag und sich im Strudel der verschiedensten Emotionen verlieren möchte, die man beim Lesen  von „Morgen ist es vorbei“ unweigerlich durchlebt, der sollte dieser Kurzgeschichtensammlung unbedingt eine Chance geben. Für dieses dünne, aber wortgewaltige, ausdrucksstarke Buch solltet ihr viel Zeit einplanen – ihr werdet mit einer unglaublich intensiven Sprache belohnt. Absolute Leseempfehlung!

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Ich bedanke mich recht herzlich beim Bloggerportal und dem Luchterhand-Verlag für die Zusendung des Rezensionsexemplares.

Ein Gedanke zu “Rezension zu „Morgen ist es vorbei“ von Kathrin Weßling

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