Rezension zu „Plötzlich Banshee“ von Nina MacKay

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Autorin:
Nina MacKay

Veröffentlicht am: 01.09.2016

Veröffentlicht bei: ivi

Genre: Humorvolle Jugendfantasy

Umfang: 392 Seiten

Preis: 15,00 € (broschiert)

Mehr Infos hier


Die Autorin:

Nina MacKay, geboren irgendwann in den ausgeflippten 80er Jahren, arbeitet als Marketing Managerin (wurde aber auch schon im Wonderwoman-Kostüm im Südwesten Deutschlands gesichtet). Außerhalb ihrer Arbeitszeiten erträumt sie sich eigene Welten und führt imaginäre Interviews mit ihren Charakteren. Gerüchten zufolge hat sie früher als Model gearbeitet und einige Misswahlen auf der ganzen Welt gewonnen. Schreiben ist und war allerdings immer ihre größte Leidenschaft. Quelle


Inhalt:

Alana ist eine Banshee, eine Todesfee der irischen Mythologie. Sie sieht über dem Kopf jedes Menschen eine rückwärts laufende Uhr, die in roten Ziffern die noch verbleibenden Monate, Tage, Stunden und Minuten seiner Lebenszeit anzeigt. Da Banshees in dem Ruf stehen, Unglück zu bringen, bleibt sie lieber für sich. Allerdings gestaltet sich das gar nicht so einfach, denn Alana kreischt automatisch in bester Banshee-Manier wie eine Sirene los, wenn ihr ein Mensch begegnet, der in den nächsten Tagen sterben wird. Doch dann tauchen in Santa Fe mehrere Leichen auf, die Alana ins Visier des attraktiven Detectives Dylan Shane geraten lassen. Kann sie das Geheimnis der dunklen Sekte lüften, die scheinbar magische Wesen sammelt? Und werden sowohl Detective Shane als auch ihr bester Freund Clay den Kontakt mit Alana überleben?


Meine Meinung:

Dieses Buch war im September in aller Munde. Viele Blogger haben es gelesen und waren begeistert. Schnell war auch mir klar: Das muss ich haben!

Nun ist es so, dass ich nicht mit jedem Fantasyroman etwas anfangen kann. High Fantasy geht gar nicht und auch die Subgenres müssen einen gewissen Anteil Realität und zumindest eine kleine Liebesgeschichte beinhalten, um mich zu begeistern. All das ist in „Plötzlich Banshee“ gegeben. Trotzdem konnte mich das Buch nicht wirklich umhauen. Woran lag’s?

Zuerst einmal gefällt mir die Grundidee ausgesprochen gut. Von Vampiren, Engeln, Dämonen und jungen Frauen mit übernatürlichen Kräften hat man schon einiges gelesen, von irischen Todesfeen allerdings noch nichts. So plötzlich, wie der Titel es beschreibt, tritt ihre Gabe oder ihr Fluch (je nachdem) nun aber doch nicht in Alanas Leben. Immerhin sieht sie die Lebensuhren ihrer Mitmenschen schon seit ihrer Kindheit ablaufen und brüllt dabei wie am Spieß. Bisher hat sie sich allerdings strikt dagegen gewehrt, sich mit ihrem Schicksal auseinanderzusetzen. Das ändert sich, als in ihrem kleinen Heimatort eine Reihe Morde an Jugendlichen verübt wird, von denen sich schnell herausstellt, dass sie Magische waren – genau wie Alana, ihr bester Freund Clay und alle ihre Freunde. Surprise! Schnell findet sich die junge, schusselige Privatdetektivin an der Seite des attraktiven Detective Shane wieder und ist mitten in die Aufklärung der Morde involviert.

Nina MacKay hat einen locker-leichten und sehr flüssigen Schreibstil. Insgesamt lässt sich das Buch gut lesen, trotzdem musste ich manchmal zurückblättern, um einige Zusammenhänge zu verstehen oder um bei der Vielzahl der Nebenfiguren den Durchblick zu behalten. Die Autorin schreibt durchaus humorvoll und hat mir auch an der ein oder anderen Stelle ein Schmunzeln entlockt, aber mehr auch leider nicht. Die meisten Witze und Sprüche haben bei mir nicht gezündet und auch der – für meinen Geschmack viel zu häufig verwendete – Spitzname Detective Sockenschuss konnte mir nach der dritten Erwähnung nur noch ein müdes Gähnen entlocken. Trotzdem lockert Alanas unkonventionelle Art die Geschichte auf und sorgt für Pepp.

Ich weiß nicht woran es genau lag, aber ich habe unverhältnismäßig lange an dem knapp 400 Seiten starken Buch gelesen. Das ist kein gutes Zeichen und hat am meisten mich selbst enttäuscht. Im Mittelteil empfand die Geschichte als zu lang gezogen und vor allem die immer wiederkehrenden Fragen, die sich Alana stellt, wurden zu oft wiederholt. Nichts langweilt mich mehr als ausufernde innere Monologe.

Das Ende hat mich dann aber doch mit der Geschichte versöhnt. Die Auflösung, die gebrachten Opfer und alle aufgeklärten Verwicklungen haben mich zufriedengestellt.
Warum also hinterlässt das Buch dann trotzdem nur einen mittelmäßigen Eindruck bei mir? Ich weiß es nicht. Vermutlich ist es wie mit allen Hypes – einfach Geschmackssache.

Von mir gibt es jedenfalls 3,5 Sterne.

3_1_2 Sterne
Fazit:

Die Grundidee der tollpatschigen, irischen Todesfee hat mir durchaus gut gefallen. Trotzdem habe ich bei „Plötzlich Banshee“ wieder einmal feststellen müssen, dass nicht jedes Fantasybuch etwas für mich ist.
Wer humorvolle Jugendfantasy mag, sollte dennoch einen Versuch wagen. Ihr werdet mit einer ungewöhnlichen, gut ausgearbeiteten, locker-leichten Geschichte belohnt, die ihr so schnell nicht vergessen werdet.

4 Gedanken zu “Rezension zu „Plötzlich Banshee“ von Nina MacKay

  1. Ich bin nach diesem Buch mehr als je zuvor überzeugt, dass gutes Marketing wirklich Wunder wirken kann. Schon vor der Veröffentlichung hat man in allen Buchgruppen in allen Sozialen Netzwerken sehr viel Vorfreude und Hype gelesen. Alle wollten es haben, alle hatten das Gefühl, dass sie etwas von „einer von uns“ lesen würden und waren somit mit positivem Vorurteil an die Lektüre gegangen. Ich denke, dass einige der sehr positiven Reaktionen dann auch auf diese Vorurteile zurückzuführen sind, denn einige Wochen nach Veröffentlichung las man vermehrt Blog-Rezensionen oder auch einfache Lesermeinungen, die wie du zu einem gemischten Fazit kamen: gute Idee, schönes Cover, meist flotter Schreibstil, aber irgendwas fehlt doch, um wirklich „wow“ hervorzurufen… Trotzdem dürfte dieses Buch ein kommerzieller Erfolg sein und die Autorin, die ich auch von Wattpad als Star kenne, einiges an Popularität gewonnen haben. Von daher hat sie wohl alles richtig gemacht, eine beeindruckende Leistung von ihr und ihrem Team.

    Danke für deine ausgewogene, erhellende Kritik!

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  2. Ich denke auch, das hier ist ein geplanter Hype. So wie sie es früher mit den neuen Boygroups gemacht haben. Da haben sie paar Teenies bezahlt, die einfach mal wild rumschreien. So ist das hier auch. Denn am Anfang waren alle Begeistert von dem Buch und jetzt kommen immer mehr Rezis, die Deinen Eindruck bestärken. Das ist sehr schade. Denn ein Buch das vielleicht gut ist wird mit einem Hype manchmal geblockt, da die Leute mehr erwarten, als sie bekommen. :-/

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  3. Pingback: Plötzlich Banshee - Nina MacKay - ~Schreibtrieb~

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