Rezension zu „Das Paket“ von Sebastian Fitzek

paket
Autor: Sebastian Fitzek

Erschienen am: 26.10.2016

Veröffentlicht bei: Droemer Knaur

Genre: Psychothriller

Umfang: 368 Seiten

Preis: 19,99 €

Mehr Infos hier.

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Sebastian Fitzek, geboren 1971, ist Deutschlands erfolgreichster Autor von Psychothrillern. Seine Bücher werden in vierundzwanzig Sprachen übersetzt und sind Vorlage für internationale Kinoverfilmungen und Theateradaptionen. Sebastian Fitzek lebt mit seiner Familie in Berlin. Quelle

inhalt

Seit die junge Psychiaterin Emma Stein in einem Hotelzimmer vergewaltigt wurde, verlässt sie das Haus nicht mehr. Sie war das dritte Opfer eines Psychopathen, den die Presse den »Friseur« nennt – weil er den misshandelten Frauen die Haare vom Kopf schert, bevor er sie ermordet.
Emma, die als Einzige mit dem Leben davonkam, fürchtet, der »Friseur« könnte sie erneut heimsuchen, um seine grauenhafte Tat zu vollenden. In ihrer Paranoia glaubt sie in jedem Mann ihren Peiniger wiederzuerkennen, dabei hat sie den Täter nie zu Gesicht bekommen. Nur in ihrem kleinen Haus am Rande des Berliner Grunewalds fühlt sie sich noch sicher – bis der Postbote sie eines Tages bittet, ein Paket für ihren Nachbarn anzunehmen.
Einen Mann, dessen Namen sie nicht kennt und den sie noch nie gesehen hat, obwohl sie schon seit Jahren in ihrer Straße lebt …

meine-meinung

Seit Monaten habe ich auf den Erscheinungstermin des neuen Fitzek hingefiebert. Im November habe ich seine Jubiläumstour in Erfurt besucht und mich schon einmal auf das Lesen eingestimmt. Meinen Bericht zur Lesung könnt ihr hier nachlesen. Und gleich am nächsten Tag habe ich das Buch zur Hand genommen und meine Sucht endlich befriedigt 😀

Im Vergleich zu anderen Büchern des Autors beginnt Das Paket ziemlich ruhig. Durch eine Rückblende lernen wir die 6-jährige Emma kennen, deren cholerischer Vater ihr schon in jungen Jahren das Leben schwer macht. Dass sie sich als Unterstützung Arthur ausdenkt, eine Art Monster, das in ihrem Kleiderschrank wohnt, macht die Sache nicht besser.
Viele Jahre und eine erfolgreiche Therapie später, ist Emma selbst Psychiaterin und sorgt mit einem Experiment bei einer Konferenz für großen Wirbel unter ihren Kollegen. Eigentlich ist sie glücklich – verheiratet, schwanger und nah dran, ihre beruflichen Ziele zu erreichen, bis sich ihr Leben in einer einzigen Nacht von Grund auf ändert. Vergewaltigt, kahl geschoren und verängstigt vegetiert sie in den nächsten Monaten vor sich hin und traut sich nicht einmal, das eigene Haus zu verlassen. Zu groß ist die Angst vor dem „Friseur“, der bisher all seine Opfer nicht nur rasiert, sondern auch getötet hat. Emma lebt in ständiger Angst, dass er zurückkommen und seine Tat vollenden könnte. Aber das Schlimmste: Niemand glaubt ihre Geschichte. Nicht einmal ihren Ehemann Philipp, der Profiler bei der Polizei ist, kann sie überzeugen. Als eines Tages der Postbote klingelt und ein Paket für einen ihr unbekannten Nachbarn bei Emma abgibt, erreicht ihre Paranoia eine ganz neue Ebene.

Die Geschichte wird in mehreren Zeitebenen erzählt. Emma findet sich im Sprechzimmer ihren guten Freundes und Anwaltes Konrad Luft wieder, dem sie erzählt, was nach der Übergabe des Pakets geschehen ist. Konrad soll ihr dabei helfen, vor Gericht freigesprochen zu werden. Schnell wird dem Leser klar: Es gab Tote, für die Emma verantwortlich zu sein scheint. Und so erzählt sie ihrem einzig verbliebenen Vertrauten die ganze Geschichte.

Kurze Kapitel und fiese Cliffhanger sind Fitzeks Stärken. Sie erzeugen Spannung und zwingen den Leser, unbedingt schnell weiterzulesen. So kommt es, dass man das Buch kaum aus der Hand legen kann. Nach und werden werden die Puzzleteile aufgedeckt und gemeinsam mit Konrad erfährt man, was wirklich geschehen ist, nachdem das Unheil seinen Lauf nahm. Immer, wenn man denkt, man habe das Rätsel gelöst, legt Fitzek noch einen oben drauf und stellt alles wieder auf den Kopf. Vor allem gegen Ende war das Buch so spannend, dass ich mich wie in einem Sog gefühlt habe.
Die Auflösung hat mich überrascht und vollends überzeugt. Auch das ist eine große Stärke des Autors: einen Täter mit einem starken Motiv zu präsentieren, den man zuvor gar nicht auf dem Schirm hatte. Bisher hat mich jedes seiner Bücher völlig verblüfft zurück gelassen. Deshalb lese ich seine Bücher so gerne und deshalb bleiben sie mir auch im Kopf.

Insgesamt musste ich aber feststellen, dass es ruhig noch eine Spur gruseliger und atemloser hätte sein können. An den Nachtwandler oder den Seelenbrecher (bisher meine zwei Lieblings-Fitzeks) kommt das Paket leider nicht heran.

4 Sterne

Von mir gibt es 4 Sterne.

fazit

Mit Das Paket ist Sebastian Fitzek wieder ein rundum überzeugender Psychothriller gelungen. In gewohnter Manier führt der Bestellerautor seine Leser an der Nase herum, bis eine Lösung präsentiert wird, die man so nicht erwartet hätte. Kurze Kapitel und fiese Cliffhanger erzeugen atemlose Spannung. Eine klare Leseempfehlung für alle Thrillerfans, die die Abgründe der menschlichen Seele aushalten.

2 Gedanken zu “Rezension zu „Das Paket“ von Sebastian Fitzek

  1. Hey liebe Nicole,

    ich habe auch schon ewig auf den Erscheinungstermin dieses Buches hingefiebert, ihn mir sogar fett im Kalender angestrichen. Dann hatte ich das Buch endlich in den Händen und es hat mich total umgehauen und dieses Ende war einfach absolut unvorhersehbar!!!
    Ich freue mich ja schon riesig auf sein neues Werk „AchtNacht“, das Anfang nächsten Jahres erscheinen soll. Was der Mann alles für gruselige Ideen hat ist unglaublich. 🙂

    Liebe Grüße
    Zwerghuhn

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