Rezension zu „AchtNacht“ von Sebastian Fitzek

AchtNacht

Autor: Sebastian Fitzek

Veröffentlicht am: 14.03.2017

Verlag: Knaur

Genre: Thriller

Umfang: 416 Seiten

Preis: 12,99 € (broschiert)

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Sebastian Fitzeks Psychothriller sind definitiv nichts für schwache Nerven. „Therapie“, erschienen 2006, war sein erstes Werk – und wurde gleich ein Bestseller. Seither präsentiert der Friedrich-Glauser-Preisträger einen Erfolgstitel nach dem anderen. Zum Glück entstammen die bedrohlichen Plots seiner Fantasie – und ebenfalls erfreulich: Fitzeks Sprache hat wenig mit seinem Uni-Abschluss zu tun. Denn sein erstes Buch schrieb der 1971 geborene Berliner in Form einer Jura-Promotion zum Thema Urheberrecht. Es folgten redaktionelle Tätigkeiten in Funk und Fernsehen. Als Autor und bekennender „Mailoholic“ ist Fitzek ebenso fleißig wie kommunikativ, tourt gern auf Lesereisen und ist (fast) immer online. Sein Wohnort ist weiterhin Berlin.

inhalt

Es ist der 8. 8., acht Uhr acht.
Sie haben 80 Millionen Feinde.
Werden Sie die AchtNacht überleben?

Stellen Sie sich vor, es gibt eine Todeslotterie.
Sie können den Namen eines verhassten Menschen in einen Lostopf werfen.
In der „AchtNacht“, am 8. 8. jedes Jahres, wird aus allen Vorschlägen ein Name gezogen.
Der Auserwählte ist eine AchtNacht lang geächtet, vogelfrei.
Jeder in Deutschland darf ihn straffrei töten – und wird mit einem Kopfgeld von zehn Millionen Euro belohnt.

Das ist kein Gedankenspiel. Sondern bitterer Ernst.
Es ist ein massenpsychologisches Experiment, das aus dem Ruder lief.
Und Ihr Name wurde gezogen!

meine-meinung

Der Klappentext verrät schon ziemlich viel. Gleichzeitig hat er mich sehr neugierig gemacht, denn das Thema ist meines Wissens neu und ich war sehr gespannt auf die Umsetzung.
Schon im ersten Kapitel erfährt der Leser, wie die Hetzjagd ausgegangen ist, trotzdem wird kein bisschen Spannung genommen, sondern vielmehr durch Einstreuen von bestimmten Hinweisen aufgebaut.

Die Geschichte wird aus mehreren Perspektiven erzählt. Viele Nebencharaktere kommen zu Wort, dadurch kann man das Buch wie einen Film vor seinem inneren Auge verfolgen. Im Mittelpunkt der Geschichte stehen die beiden AchtNächter Ben Rühmann und Arezu Herzsprung, die gnadenlos verfolgt und bedroht werden. Beide haben eine traurige Geschichte im Hintergrund. Vor allem Ben, der sich für den Unfall seiner beinamputierten Teenager-Tochter verantwortlich fühlt, verkörpert einen Protagonisten, mit dem man einfach mitleiden muss.

Im Gegensatz zu meinen bisherigen Lieblings-Fitzeks „Der Seelenbrecher“ und „Der Nachtwandler“ nimmt „AchtNacht“ langsam nur Fahrt auf. Die Spannung wird gemählich erhöht, bis sie am Höhepunkt angelangt ist. Atemloses Seiten-Umblättern und Herzklopfen kamen deshalb bei mir nicht auf, dennoch konnte mich die Geschichte überzeugen. Und das liegt vor allem an den Themen, die der Autor eingeflochten hat. Während Ben und Arezu von einem namen- und gesichtslosen Unbekannten erpresst werden, geraten sie immer tiefer in den Sumpf des Rotlichtmileus und decken Grausamkeiten auf, bei denen mir teilweise der Atem gestockt hat. Sowohl die Täter als auch die Opfer dieser perfiden Spielarten haben bei mir bleibenden Eindruck hinterlassen und gezeigt, wie krank die Menschheit ist.

Wer Fitzek kennt, der weiß, dass am Ende eine Auflösung wartet, mit der man so nie gerechnet hätte. Auch bei „AchtNacht“ hat der Autor es wieder geschafft, mich zu überraschen. Mit den Enden meiner oben erwähnten Lieblingsbücher kann dieses zwar nicht ganz mithalten, trotzdem hat es mich zufrieden gestellt.

4 1_2 Sterne
Für „AchtNacht“ vergebe ich 4,5 Sterne.

fazit

In seinem neuen Thriller „AchtNacht“ verbindet Sebastian Fitzek, der Meister des Wahns, eine gnadenlose Hetzjagd ohne Regeln mit den tiefsten Abgründen der Menschheit. Obwohl die Geschichte erst langsam an Fahrt aufnimmt, bevor sie so richtig spannend wird, konnte ich das Buch nur schwer aus der Hand legen. Durch den bildhaften Schreibstil und die vielen Perspektivwechsel entsteht ein Film im Kopf des Lesers, der es in sich hat. Wie alle seine Bücher ist auch „AchtNacht“ nichts für schwache Nerven. Mich hat Fitzek wieder einmal rundum überzeugt. Unbedingt lesen!

5 Gedanken zu “Rezension zu „AchtNacht“ von Sebastian Fitzek

  1. Da ich eigentlich kein großer Fitzek-Fan bin, habe ich mir den Klappentext dieses Buches bisher gar nicht durchgelesen. Bis jetzt gerade. Wow, das klingt echt nach einer spannenden Story. Vielleicht versuch ich’s doch noch mal mit Fitzek. 😉

    LG Julia

    Gefällt 1 Person

  2. Pingback: Mein Lesemonat März | Nicoles Bibliothek

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