Rezension zu „Eine Ewigkeit ohne dich“ von Jill Noll

Eine Ewigkeit
Autorin: Jill Noll
Erscheinungsdatum: 28.07.2017
Veröffentlicht über: Self Publishing
Genre: Romantasy
Reihe: Ava & Lio, Band 1
Umfang: 320 Seiten
Preis: 2,99 € (E-Book), 9,99 € (Taschenbuch)
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die-autorin

Mein Name ist Jill und ich wurde 1984 in Hamburg geboren.

Wie ich zum Schreiben kam:
Nach dem Abi habe ich zunächst eine Ausbildung zur Immobilienkauffrau gemacht. Da das Kauffrauendasein für meinen Geschmack jedoch zu wenig Fantasie verlangte, zog ich weiter. Ich entschied mich für ein naturwissenschaftliches Studium und siehe da, hier war nicht nur Fantasie von Vorteil, sondern auch dringend nötig! Nur mit ihrer Hilfe kann sich ein Wissenschaftler all das vorstellen, was er zwar nicht sehen kann, aber dennoch erforscht.
Da man sich in diesem Job vor allem auf eine ganz bestimmte Fragestellung beschränkt, fühlte sich meine Fantasie offensichtlich immer noch irgendwie vernachlässigt und eingesperrt. Also bahnte sie sich schließlich ihren Weg, überfiel mich mitten in der Nacht und gab mir zu verstehen, dass hier noch nicht Schluss war.

Seit jener Nacht, seit diesem einen Traum, habe ich mit dem Schreiben begonnen. Kaum hatte ich damit angefangen, wurde mir klar, dass das Schreiben und das ganze Drumherum, genau das ist, wonach ich immer gesucht habe, was meine wahre Leidenschaft ist.
Seitdem kann ich nicht mehr aufhören zu schreiben. Vielmehr breitet es sich aus, wie ein euphorischer Virus, weshalb ich im September 2016 meinen ersten Roman „Zwischenwelt – Die Welt zerbricht“ veröffentlichen konnte.
Quelle

inhalt
Ein altes Wesen … eine junge Liebe … unüberwindbare Hürden

Bevor eine zunächst harmlose Nacht für die 17-jährige Ava zu einem schrecklichen Albtraum werden kann, tauch ein mysteriöser Retter auf. In seiner Gegenwart erwachen Gefühle in Ava, die sie noch nie zuvor gespürt hat. Und auch Lio, ihren Retter, scheint es immer wieder in ihre Nähe zu ziehen. Doch obwohl sie beide es mehr wollen als alles andere, können sie nicht zusammen sein. Denn ein Geheimnis steht zwischen ihnen. Größer und älter als Ava es sich jemals ausmalen könnte.

meine-meinung
Lange bin ich um dieses Buch herumgeschlichen. Das wundervolle Cover und die sehr sympathisch wirkende Autorin haben mich neugierig gemacht. Jill Noll hat lange Zeit intensiv über ihren Weg zur Autorin gebloggt und einige wertvolle Tipps zusammengetragen. Vielleicht hatte ich daher zu hohe Erwartungen an ihren zweiten Roman, die leider nicht erfüllt werden konnten. Doch von vorne …

Die Gestaltung des Taschenbuches ist wirklich toll gelungen. Vom Cover, das ein wahrer Eye-Catcher ist, bis hin zum Klappentext macht der Buchumschlag einen sehr professionellen Eindruck. Auch im Inneren des Buches setzt sich dieser Eindruck fort. Auf einen Schmutztitel wurde verzichtet, ebenso auf Informationen zum Buch oder zur Autorin. Gut, das muss nicht sein, ich hätte es aber durchaus schön gefunden. Dafür hat mich der Buchsatz positiv überrascht. Kleine Grafiken zum Kapitelanfang wirken hochwertig, genauso wie die sehr gut lesbare Schriftart und -größe. Wenn man das Buch durchblättert, hat man sofort den Eindruck, etwas Wertiges in der Hand zu halten. Daumen hoch dafür!

Die Geschichte selbst plätschert bis zur Hälfte des Buches leider nur so dahin. Die Gespräche zwischen der 17-jährigen Ava und ihrer besten Freundin Jess fand ich ebenso ermüdend wie die seitenlangen Beschreibungen von den Unterrichtstagen der beiden. Zwar beginnt die Story mit einem spannenden Zwischenfall, doch dieses Tempo flaut schnell wieder ab. Als Lio auftaucht, sprühen sofort die Funken, doch so ganz nachvollziehen konnte ich das nicht. Dass sich eine 17-jährige relativ schnell verliebt mag ja sein, aber Lios Faszination für die tollpatschige Ava konnte ich nun wirklich nicht verstehen. Von Gefühlen und dem Wunsch nach einer Beziehung ist sehr schnell die Rede. Für meinen Geschmack zu schnell.
Die gesamte Story spielt in einem sehr kurzen Zeitraum, nämlich nur knapp anderthalb Wochen. Dafür ging mir die Entwicklung auf der Gefühlsebene viel zu flott vonstatten.

Dass Lio ein besonders Wesen ist, erfahren wir schon im Klappentext. Die Autorin hat sich hier mal was anderes einfallen lassen, was ich sehr spannend fand. Seine Geschichte bietet auf jeden Fall Potenzial für Folgebände. In diesem Buch erfährt man leider nur sehr oberflächlich, was mit ihm und seiner Familie los ist. Viele Fragen werden angeschnitten und dann offen gelassen. Das ist sicher so gewollt, nur leider wurde meine Neugier nicht in dem Maße geweckt, dass ich nach dem Ende von Band eins weiterlesen möchte.

Ab der Hälfte nimmt die Geschichte dann endlich an Fahrt auf. Auch der Schreibstil verbessert sich merklich. Vom belanglosen Teenager-Geplapper und klischeebeladenen Fettnäpfchen gewinnt die Autorin Abstand. Die Szenen zwischen Lio und Ava werden sehr schön beschrieben. Hier habe ich eine merkliche Steigerung in Ausdruck und Satzbau festgestellt.

Leider muss ich einen ganz dicken Minuspunkt für das nicht vorhandene (professionelle) Lektorat und Korrektorat aussprechen. Auf den ersten Blick mag das Buch inhaltlich zu den besseren SP-Titeln gehören, aber ich bin der felsenfesten Überzeugung, dass ich, wenn ich Geld für ein Buch ausgebe, auch eine gewisse Qualität erwarten kann. Da reichen ein paar aufmerksame Testleserinnen leider nicht aus. So musste ich viele Kommafehler und etliche Grammatikschnitzer sowie Zeitformpatzer feststellen. Das stört nicht nur den Lesefluss, sondern ärgert mich persönlich sehr.
Auch inhaltlich habe ich an mancher Stelle die Stirn gerunzelt. Als Beispiele seien hier genannt: der Club, der schon um 19 Uhr öffnet, die erste Motorradfahrt, die offenbar ohne Helm angetreten wird, später fährt Lio aber selbst mit Helm durch die Gegend. Die Eltern, die sich nicht um ihre Tochter zu kümmern scheinen. Ein Vater, der bei der Polizei arbeitet, aber seine Tochter hält es nicht für nötig, ihm von ihrer Fast-Vergewaltigung zu erzählen usw.

Insgesamt muss ich leider sagen, dass das Buch äußerlich einen tollen Eindruck macht, die Qualität des Textes aber leider, gerade in der ersten Hälfte, mich nicht überzeugen konnte. Deshalb werde ich die Reihe auch nicht weiter verfolgen.

3 Sterne
Von mir gibt es deshalb drei Sterne.

fazit
Meine Erwartungen an „Eine Ewigkeit ohne dich“ von Jill Noll waren leider zu hoch. So sehr mich die professionelle Gestaltung des Taschenbuches überzeugt hat, so wenig konnte es leider der Inhalt. Die Geschichte hat mich nicht mitgerissen, inhaltliche und formale Fehler ließen mich beim Lesen oftmals die Stirn runzeln und die Gefühlsentwicklung zwischen den Protagonisten ging mir viel zu schnell vonstatten.
Wer ein günstiges E-Book aus dem Bereich Self Publishing sucht, kann mal in die Romantasy-Geschichte reinlesen, allen anderen kann ich leider keine Empfehlung aussprechen.

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Ein Gedanke zu “Rezension zu „Eine Ewigkeit ohne dich“ von Jill Noll

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