Rezension zu „Tausend Teufel“ von Frank Goldammer

Tausend Teufel
Autor: Frank Goldammer
Erscheinungsdatum: 13.10.2017
Verlag: dtv
Genre: Historischer Kriminalroman
Umfang: 368 Seiten
Preis: 16,90 € (broschiert)
Andere Ausgaben: E-Book (14,99 €), Hörbuch (14,99 €)
Mehr Infos hier.

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Frank Goldammer, 1975 in Dresden geboren, ist Maler- und Lackierermeister. Mit Anfang zwanzig begann er zu schreiben, verlegte seine ersten Romane im Eigenverlag und schrieb drei erfolgreiche Regionalkrimis über Dresden und Umgebung. Er ist alleinerziehender Vater von Zwillingen und lebt mit seiner Familie in Dresden.
Quelle

inhalt

Der zweite Fall für Max Heller

Dresden 1947: Im zweiten Jahr nach Kriegsende gehört die Stadt zur sowjetischen Besatzungszone und ist nach wie vor eine Trümmerwüste. Im klirrend kalten Winter wird das Leben beherrscht von Wohnungsnot, Hunger und Krankheit. Oberkommissar Max Heller wird von der neu gegründeten Volkspolizei an einen Tatort in der Dresdner Neustadt gerufen. Doch bevor er mit den Ermittlungen beginnen kann, wird der tot aufgefundene Rotarmist vom Militär weggeschafft. Zurück bleiben eine gefrorene Blutlache und ein herrenloser Rucksack, in dem Heller eine grauenhafte Entdeckung macht: den abgetrennten Kopf eines Mannes …

meine-meinung

Frank Goldammer ist unter Krimifans längst kein Geheimtipp mehr. Schon im letzten Jahr konnte er tausende Leser, darunter auch mich, mit seinem Bestseller „Der Angstmann“ begeistern. Meine Rezension zum Buch findet ihr hier.

In seinem zweiten Fall ermittelt Heller im Falle eines getöteten Sowjetsoldaten. Es ist tiefster Winter, die Dresdner Bevölkerung leidet unter der Kälte, Hungersnot und Krankheit. Wieder werden Max bei seiner Arbeit Steine in den Weg gelegt, wieder muss er sich gegen seine Vorgesetzten behaupten. Es bleibt nicht bei einer Leiche und so muss Heller bald ein Geflecht aus Verwicklungen aufdecken, das es in sich hat.

Frank Goldammer schafft es spielend leicht, den Leser in die Zeit des zerstörten Nachkriegs-Dresden zu entführen. Jedes Detail – vom Wetter über die Sprache und andere Kleinigkeiten – wurde brillant recherchiert. Man fühlt sich beim Lesen absolut gefangen, wie in einem Film, der vor dem inneren Auge abläuft. Neben den Morden, die es aufzulösen gilt, lernen wir auch Max näher kennen – seine Ängste und Zweifel genauso, wie seinen starken Charakter und unerschütterlichen Willen.

»Sie sehen wohl immer nur das Gute im Menschen. Sie glauben, immer noch etwas verbessern zu können. Da, schauen Sie hinaus aus dem Fenster! Sie, Heller, sehen da raus auf die Straße und sehen tausend Menschen. Tausend Menschen, von denen Sie glauben, dass sie harmlos sind, unschuldig, unwissend. Ich aber bin nicht so blind wie Sie, ich sehe nicht tausend Menschen. Wissen Sie, was ich sehe? Ich sehe tausend Teufel! Und Sie, Heller, Sie sind einer von denen!« 

Inmitten des Elends, das in der Bevölkerung herrscht, geben ihm seine Frau Karin und die Familie Halt. Neben Habgier, Neid und all den Gräueltaten erfährt Heller aber auch  Güte und Zusammenhalt. Mich konnte der Roman nicht nur durch die raffinierten Verstrickungen der Taten, sondern vor allem auch emotional voll und ganz überzeugen.  Gerade das Schicksal der kleinen Leute und der Kinder hat mich stark getroffen.
Ich freue mich schon jetzt auf den dritten Fall für Max Heller, der unter dem Titel „Die Vergessenen“ im Juni 2018 erscheinen wird.

fazit

Auch der zweite Fall für Max Heller konnte mich auf ganzer Linie begeistern. Neben den raffinierten Verstrickungen der Morde haben mich vor allem die Schicksale der Menschen im zerstörten Nachkriegs-Dresden berührt und bedrückt. Brillant recherchiert, fesselnd geschrieben – so muss ein Krimi sein!
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Vielen Dank an dtv für die Zusendung des Rezensionsexemplares.

Ein Gedanke zu “Rezension zu „Tausend Teufel“ von Frank Goldammer

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