Rezension zu „Überall bist du“ von Gerhild Stoltenberg

überall
Autorin: Gerhild Stoltenberg

Veröffentlicht am: 11.04.2017

Verlag: Atlantik

Genre: Gegenwartsliteratur

Umfang: 272 Seiten

Preis: 20,00 € (gebunden)

Mehr Infos hier.

die-autorin

Gerhild Stoltenberg, geboren 1979 in Hamburg, studierte am Deutschen Literaturinstitut Leipzig. Überall bist duist ihr erster Roman. Sie lebt mit ihrer Familie in Hamburg. Quelle

inhalt
Wenn Martha geahnt hätte, dass Tom vom einen auf den anderen Tag aus ihrem Leben verschwinden würde, hätte sie ihn nachts geweckt, statt ihn nur anzuschauen. Sie wäre mit Tom nur U-Bahn statt Fahrrad gefahren, dann gäbe es in der Stadt jetzt weniger Orte, die sie mit ihm verbindet. Und sie hätte versucht, viel weniger mit ihm zu erleben, damit die Liste der Dinge, die sie so sehr an ihn erinnern, jetzt nicht so lang ist. Zum Glück gibt es den fünfjährigen Oskar und seine Brüder, die ihr die unausgesprochenen Gesetze des Spielplatzes erklären und mit denen sie unbeschwerte Sommertage im Freibad verbringt. Doch wenn der Liebeskummer so schlimm wird, dass nicht mal Winnie Puuh-Pflaster helfen, weiß selbst der sehr weise Oskar nicht mehr weiter. Martha muss sich eingestehen, dass sie nicht die besten Ideen hat, um über Tom hinwegzukommen, und entscheidet kurzerhand, alles hinter sich zu lassen.

meine-meinung
Als ich zum ersten Mal von diesem Buch gehört habe, dachte ich sofort: „Das ist was für mich!“ Ich mag melancholische Bücher und auch Liebeskummer ist ein Thema, über das ich gerne lese. Der tolle Buchtitel hat sein übriges getan, um mich zu überzeugen. Vielen Dank an den Atlantik-Verlag für das Rezensionsexemplar und die tollen Goodies!

Doch so gut alles im Vorfeld klang – diese Geschichte ist ganz anders, als ich sie mir vorgestellt hatte.
Martha ist Anfang dreißig und lebt ein eintöniges Leben, in dem sie so gut wie alles von ihren älteren Geschwistern geerbt hat: ihren langweiligen Listenjob, ihre kleine Wohnung und sogar die beste Freundin, die früher mit ihrem Bruder zusammen war. Ihren Namen erfahren wir erst in der Mitte des Buches, was eine Distanz zu der Ich-Erzählerin aufbaut.

Das Buch beginnt in Belgrad, wohin Martha Hals über Kopf geflüchtet ist. Wie und warum es soweit gekommen ist, erzählt sie detailliert von Anfang an.
Als ihre vermeintlich große Liebe Tom sie verlässt, bricht für Martha eine Welt zusammen, hätte sie doch schwören können, dass die beiden füreinander bestimmt sind und ihre Liebe ewig hält. All die kleinen Warnsignale, die im Vorfeld der Trennung aufgetaucht sind, hat sie übersehen. Nun schleppt sie sich mehr schlecht als recht durchs Leben und trauert um ihre verlorene Liebe. Nichts kann sie tun oder ansehen, ohne an ihren Verlust erinnert zu werden. Ein Gang durch ihre Heimatstadt wird zum Spießrutenlauf der Erinnerungen.
Erst als sie auf das alternde Model Stella und ihre vier Kinder trifft und spontan einen Job als Kindermädchen annimmt, kehrt die Sonne in ihr Leben zurück. Die Passagen, in denen sich die unbeholfene Martha um die altkluge Rasselbande gekümmert hat, haben mir am besten gefallen. Vor allem der 5-jährige Oskar hat sich mit seiner liebenswert-oberlehrerhaften Art direkt in mein Herzen geschlichen. Auch wenn Martha mit Kindern vorher nicht viel zu tun hatte, werden die fünf schnell zu einem eingespielten Team. Die Kinder bringen ein Stück weit Lebensfreude in Marthas tristen Alltag zurück. Doch das kleine Glück hält nicht lange – nach einer Weile wird der Kummer wieder übermächtig.

Die Autorin hat einen angenehmen, leicht poetischen, aber auch anspruchsvollen Schreibstil. Verschachtelte Sätze sind keine Seltenheit in diesem besonderen Debütroman. Dennoch liest sich das Buch wunderbar flüssig. Gerade der außergewöhnliche Stil fesselt den Leser.

Leider empfand ich die Passagen ohne die Kinder als langatmig. Vor allem die letzten Kapitel, die wieder in Belgrad spielen, haben sich sehr in die Länge gezogen. Auch wenn der Schluss überzeugend und konsequent war, hätte ich mir am Ende vielleicht noch eine Aussprache oder einen eindeutigeren Abschluss für Martha gewünscht.
Leider fürchte ich, dass außer den zauberhaften Kids nicht viel von diesem Buch bei mir hängen bleiben wird. Trotzdem wünsche ich der Geschichte zahlreiche Leser/innen.

3_1_2 Sterne
Für „Überall bist du“ vergebe ich 3,5 Sterne

fazit
„Überall bist du“ ist ein melancholischer Roman über die Trauer und das Verlassenwerden. Obwohl Martha sich alle Mühe gibt, will ihre Liebe einfach nicht enden. Dieser besondere Roman besticht durch einen anspruchsvollen, wunderbaren Schreibstil und liebenswerte Nebenfiguren. Leider empfand ich den Anfangs- und Endteil als sehr langwierig, trotzdem wünsche ich der Geschichte viele Leser.

Gemeinsam Lesen #70 – Den Mund voll ungesagter Dinge

Heute mache ich zum 70. Mal bei der Aktion “Gemeinsam Lesen” mit. Mehr Infos dazu gibt’s hier.

gemeinsam-lesen

Welches Buch liest du gerade und auf welcher Seite bist du?

Ich lese gerade „Den Mund voll ungesagter Dinge“ von Anne Freytag und bin aktuell auf Seite 27.

Bildschirmfoto 2017-04-18 um 07.15.12

Inhalt:

Wenn Sophie es sich aussuchen könnte, wäre ihr Leben simpel. Aber das ist es nicht. Und das war es auch nie. Das fängt damit an, dass ihre Mutter sie direkt nach der Geburt im Stich gelassen hat. Und endet damit, dass Sophies Vater plötzlich beschließt, mit seiner Tochter zu seiner Freundin nach München zu ziehen. Alle sind glücklich. Bis auf Sophie.

Was hat es bloß mit dieser verdammten Liebe auf sich? Sophie selbst war noch nie verliebt. Klar gab es Jungs, einsam ist sie trotzdem. Bis sie in der neuen Stadt auf Alex trifft. Das Nachbarsmädchen mit der kleinen Lücke zwischen den Zähnen, den grünen Augen und dem ansteckenden Lachen. Zum ersten Mal lässt sich Sophie voll und ganz auf einen anderen Menschen ein. Und plötzlich ist das Leben neu und aufregend. Bis ein Kuss alles verändert.

Wie lautet der erste Satz auf deiner aktuellen Seite?

Sie sehen aus, als kämen sie gerade von einem Fotoshooting für überteuerte Kindermode.

Was willst du unbedingt aktuell zu deinem Buch loswerden?

Nachdem mir Mein bester letzter Sommer so gut gefallen hat, war ich sehr gespannt auf den neuen Jugendroman von Anne Freytag. Noch habe ich nicht viel gelesen, aber ich bin neugierig auf die Geschichte und freue mich schon auf den tollen Schreibstil.

Planst du gemeinsam Lesen gerne vor oder beantwortest du die Fragen an dem Tag spontan?

Meistens beantworte ich die Fragen direkt am Dienstagmorgen vor der Arbeit. Sollte ich zwei Wochen lang dasselbe Buch lesen, lasse ich auch mal eine Woche ausfallen. Zum Vorplanen fehlt mir einfach die Lust, obwohl es stressfreier wäre, weil ich montags frei habe.
________________________________________________
Was lest ihr gerade? Wann schreibt ihr eure Beiträge? Ich freue mich über Kommentare und statte euch gerne einen Gegenbesuch ab 🙂

Gemeinsam Lesen #69 – Überall bist du

Heute mache ich zum 69. Mal bei der Aktion “Gemeinsam Lesen” mit. Mehr Infos dazu gibt’s hier.

gemeinsam-lesen

Welches Buch liest du gerade und auf welcher Seite bist du?

Ich lese gerade „Überall bist du“ von Gerhild Stoltenberg und bin aktuell auf Seite 148.

Überall bist du

Inhalt:

Wenn Martha geahnt hätte, dass Tom vom einen auf den anderen Tag aus ihrem Leben verschwinden würde, hätte sie ihn nachts geweckt, statt ihn nur anzuschauen. Sie wäre mit Tom nur U-Bahn statt Fahrrad gefahren, dann gäbe es in der Stadt jetzt weniger Orte, die sie mit ihm verbindet. Und sie hätte versucht, viel weniger mit ihm zu erleben, damit die Liste der Dinge, die sie so sehr an ihn erinnern, jetzt nicht so lang ist. Zum Glück gibt es den fünfjährigen Oskar und seine Brüder, die ihr die unausgesprochenen Gesetze des Spielplatzes erklären und mit denen sie unbeschwerte Sommertage im Freibad verbringt. Doch wenn der Liebeskummer so schlimm wird, dass nicht mal Winnie Puuh-Pflaster helfen, weiß selbst der sehr weise Oskar nicht mehr weiter. Martha muss sich eingestehen, dass sie nicht die besten Ideen hat, um über Tom hinwegzukommen, und entscheidet kurzerhand, alles hinter sich zu lassen.

 

Wie lautet der erste Satz auf deiner aktuellen Seite?

Der Spielplatz war gefährlicher als andere Orte.

Was willst du unbedingt aktuell zu deinem Buch loswerden?

Ich mag traurige, sentimentale Geschichten. Vor allem über Liebeskummer in all seinen Facetten lese ich sehr gerne.
„Überall bist du“ rollt eine gescheiterte Beziehung auf, die die Protagonistin noch lange nicht verwunden, geschweige denn das plötzliche Ende nachvollzogen hat. Für den Leser  ergibt sich ein klein wenig anderes Bild, er erkennt die kleinen Hinweise, die unweigerlich zum Schluss geführt haben.
Neben einem tollen, anspruchsvollen Schreibstil besticht die Geschichte durch liebenswerte Nebencharaktere, die Martha dabei helfen, ihre Traurigkeit zu überwinden. Es ist ganz zauberhaft, wie die drei kleinen Kinder, die sie als Babysitterin betreut, sich um sie kümmern. Vor allem der altkluge und für seine 5 Jahre schon sehr weise Oskar hat es mir richtig angetan.

Nimmst du an Lesechallenges teil? Wenn ja, planst du dein Lesen danach oder guckst erst, nachdem du ein Buch gelesen hast, ob es irgendwie passt?

In der Regel nehme ich nicht an Lesechallenges teil. Höchstens an Leserunden auf Lovelybooks beteilige ich mich, wenn mich ein Buch anspricht und ich das Glück hatte, es zu gewinnen. Und auf Goodreads habe ich mir ein Jahresleseziel gesetzt, das war’s.
Anfang des Jahres habe ich bei einer Instagram-Challenge für Autoren teilgenommen. Das hat sehr viel Spaß gemacht und ich konnte tolle neue Accounts kennenlernen, aber ich habe schnell gemerkt, dass es mir im Alltag zu anstrengend wird, täglich Fotos nach bestimmten Vorgaben zu posten.
Bei Büchern ist das ähnlich. Ich lese, worauf ich Lust habe. Durch eine Themenvorgabe würde ich mich sehr eingeschränkt fühlen und bald die Lust an den Büchern verlieren.

________________________________________________
Was lest ihr gerade? Nehmt ihr an Lesechallenges teil? Ich freue mich über Kommentare und statte euch gerne einen Gegenbesuch ab 🙂

Rezension zu „Götterfunke – Liebe mich nicht“ von Marah Woolf

Götterfunke
Autorin: Marah Woolf

Erschienen am: 20.02.2017

Verlag: Dressler

Genre: Jugendbuch, Fantasy

Umfang: 464 Seiten

Preis: 18,99 €

Mehr Infos hier.

die-autorin
Marah Woolf wurde 1971 in Sachsen-Anhalt geboren, wo sie auch heute noch mit ihrem Mann und drei Kindern lebt. Sie studierte Geschichte und Politik und erfüllte sich 2011 mit der Veröffentlichung ihres ersten Romans einen großen Traum. Ihre Bücher wie die FederLeicht-, die MondLicht- und die BookLess-Saga haben sich als E-Book oder Taschenbuch mehr als 1 Million mal verkauft. Quelle

 

inhalt
„Sag das nie wieder, hörst du? Hast du verstanden, Jess?“ Seine Stimme klang drohend und seine Augen glitzerten vor Zorn. „Liebe mich nicht.“

Eigentlich wünscht Jess sich für diesen Sommer nur ein paar entspannte Wochen in den Rockys. Doch dann trifft sie Cayden, den Jungen mit den smaragdgrünen Augen, und er stiehlt ihr Herz. Aber Cayden verfolgt seine eigenen Ziele. Der Göttersohn hat eine Vereinbarung mit Zeus. Nur wenn er ein Mädchen findet, das ihm widersteht, gewährt Zeus ihm seinen sehnlichsten Wunsch: endlich sterblich zu sein. Wird Cayden im Spiel der Götter auf Sieg setzen, auch wenn es Jess das Herz kostet?

meine-meinung
Was habe ich mich auf dieses Buch gefreut! Die begeisterten Rezensionen vieler Blogger, das wundervolle Cover, die schöne und hochwertige Gestaltung des Buches – all das hat mich mega neugierig gemacht. Als ich das Buch endlich aus der Bibliothek mit nach Hause nehmen konnte, war ich überglücklich und habe mich voller Tatendrang auf die Seiten gestürzt, nur um … ja was eigentlich? Enttäuscht zu sein trifft es nicht richtig, aber meine Erwartungen wurden auch nicht erfüllt. Woran lag’s?

Die Grundidee klang sehr vielversprechend. Prometheus, der seine Sterblichkeit zurückerlangen will, kehrt in Gestalt eines attraktiven Jugendlichen alle 100 Jahre auf die Erde zurück, um eine Frau zu finden, die ihm widersteht. Als Setting wurde ein entlegenes Feriencamp in den Rocky Mountains gewählt. Jess ist eine tolle Protagonistin, die alles mitbringt, was ich mir von einer modernen, jungen Frau wünsche. Doch trotz dieser guten Grundvoraussetzungen ist der Funke einfach nicht übergesprungen.

Bis zur Hälfte des Buches habe ich mich unfassbar abgequält. Mehr als zwei Kapitel am Stück konnte ich nicht lesen, dann musste ich das Buch weglegen. Am Ende habe ich über zwei Wochen gebraucht, um die Geschichte zu beenden – unverhältnismäßig lange für meine Verhältnisse. Ich hatte das Gefühl, das einfach nichts passiert und habe mehrmals mit dem Gedanken gespielt, das Buch abzubrechen. Erst nach der Hälfte nimmt die Geschichte langsam Fahrt auf und das langwierige Vorgeplänkel der Charaktervorstellungen, Hintergrundinfos und Freizeitaktivitäten im Camp hat endlich ein Ende. Doch dann kam die nächste Schwierigkeit: Je mehr ich über die Götter und ihre Beziehungen zueinander erfahren habe, desto schwieriger konnte ich die ganzen Informationen auseinanderhalten. Zunächst habe ich gedacht, dass die griechische Mythologie vielleicht einfach nicht mein Ding ist, dabei fand ich die Legenden doch eigentlich ganz interessant. Das eigentlich Blöde dabei: Am Ende des Buches gibt es ausführliche Informationen zu allen Göttern, Titanen, Legenden und Schauplätzen. Sogar ein Stammbaum ist beigefügt, der durchaus hilfreich ist – wenn man ihn denn nicht erst, so wie ich, fast am Schluss entdeckt. Ein Hinweis am Anfang des Buch, z.B. ein Inhaltsverzeichnis, wäre hier Gold wert gewesen.

Die Geschichte selbst hat mich grundlegend ganz gut unterhalten. Zwar gibt es keine unvorhersehbaren Wendungen oder Wow-Effekte, aber das hat mich kaum gestört. Es werden einige Klischees bedient, zum Beispiel in Bezug auf Caydens alias Prometheus‘ Wirkung auf Frauen, aber auch das war in Ordnung. Selbst als Jess‘ beste Freundin sich als verwöhnte Ziege entpuppt, der ein kurzer Flirt mehr bedeutet als jahrelange Freundschaft, hat das gut zur Geschichte gepasst. Soll’s schon gegeben haben, gerade in dem Alter. Generell würde ich das Buch eher jüngeren Mädchen ans Herz legen, ich  selbst fühlte mich ein wenig aus der Geschichte herausgewachsen.

Obwohl ich die Zusammenhänge später besser verstanden und das Ende dann auch am Stück verschlungen habe, vermute ich, dass dieses Buch keinen bleibenden Eindruck bei mir hinterlassen wird. Ob ich die Reihe überhaupt weiterverfolgen werde, steht in den Sternen. Ich tippe mal eher auf Nein. Dennoch bin ich froh darüber, dem Buch eine Chance gegeben zu haben. Nachdem ich von Finian Blue Summers (Self Publishing) ziemlich enttäuscht war, habe ich mich nun doch sehr über den flüssigen Schreibstil gefreut, bei dem sich Autorin meiner Meinung nach deutlich verbessert hat. Man spürt natürlich, dass hier ein großer Verlag im Rücken sitzt, der alles daran setzt, das Buch bestmöglich zu verkaufen, und das hat mir sehr gefallen. Qualitativ dürfte Götterfunke nicht mit Woolfs selbstpublizierten Büchern zu vergleichen sein.

3 Sterne

Dennoch muss ich aufgrund der Langwierigkeit und meiner ganz persönlichen Probleme mit dem Buch einige Punkte abziehen und kann am Ende, mit allen zugedrückten Augen, nur 3 Sterne für Götterfunke vergeben.

fazit
„Götterfunke – Liebe mich nicht“ war einfach nicht mein Buch. Die Seiten haben sich endlos gezogen, die Geschichte konnte mich nicht wirklich begeistern und die Götterthematik mitsamt ihren Legenden und Verwicklungen wollte sich einfach nicht in meinem Gedächtnis behalten lassen.
Für junge Leserinnen mit einem Faible für Mystik ist das Buch sicher ein Genuss, für mich war es leider eine Enttäuschung, deshalb gibt es an dieser Stelle keine Leseempfehlung.

Mein Lesemonat März

Im März habe ich fünf wunderbare Bücher gelesen. Diesmal ist es eine bunte Mischung aus Jugendbüchern, einer Familiengeschichte und einem Thriller geworden. Mit meiner Auswahl bin ich sehr zufrieden.
Wie haben mir die Bücher gefallen? Um zur vollständigen Rezension zu gelangen, klicke bitte auf den Titel:

Überlieben in 10 Schritten
von Rachel McIntyre

uberlieben-in-10-schritten

Überlieben in 10 Schritten ist ein Jugendbuch ganz nach meinem Geschmack. Die ausgeflippte Protagonistin Daisy, die ihr Herz auf der Zunge trägt und dem Liebeskummer den Kampf ansagt, hat mich wunderbar unterhalten. Liebevoll ausgearbeitete Charaktere, spannende Wendungen und die humorvolle Sprache haben dieses Buch zu einem echten Pageturner gemacht. Ein ganz besonderes Buch – von innen und von außen. Ein absoluter Geheimtipp.

This new world
von Laura Newman

this-new-world

Mit ihrem Science-Fiction-Jugendbuch This new world beweist Self-Publisher-Autorin Laura Newman einmal mehr, dass sie zu den Besten ihres Fachs gehört. Story, Charaktere und Erzählstil überzeugen auf ganzer Linie und machen es nahezu unmöglich, das Buch aus der Hand zu legen. Obwohl die Geschichte eher gemächlich voranschreitet, hält die Autorin ihre Leser stets bei der Stange und offenbart fortlaufend neue, schockierende Geheimnisse in dieser schönen, neuen Welt. Science-Fiction trifft hier auf typische Highschool-Probleme und schafft es so, ein unkonventionelles Szenario in den Alltag der Schülerin Zoe zu integrieren. Einzig das Ende konnte mich leider nicht überzeugen. Trotzdem: Lesen lohnt sich!

Ein geschenkter Anfang
von Lorraine Fouchet

geschenkter anfang

Ein geschenkter Anfang von Lorraine Fouchet ist die berührende Geschichte um die verstorbene Lou und ihren Plan, ihre Familie nach ihrem Tod wieder zusammenzuführen. In einer zarten, leicht poetischen Sprache wird der Leser auf die Insel Groix entführt und von ihrer rauen Schönheit verzaubert. Durch zahlreiche Perspektivwechsel und dramatische Entwicklungen fiel es mir schwer, das Buch aus der Hand zu legen. Hier wartet eine ganz besondere, sehr berührende Familiengeschichte auf euch! Unbedingt lesen!

Digby #02 – Zu cool zum Sterben
von Stephanie Tromly

Digby#2

Digby #02 – Zu cool zum Sterben ist die rundum gelungene Fortsetzung des starken ersten Bandes, der im letzten Jahr zu meinen Highlights gezählt hat. Schrullige Charaktere treffen auf spannende Kriminalfälle, die mit unkonventionellen Mitteln gelöst werden. Die witzigen Wortgefechte zwischen Digby und Zoe haben mich wieder einmal sehr gut unterhalten. Nach dem vielversprechenden Ende freue ich mich bereits jetzt wahnsinnig auf den nächsten Band.

AchtNacht
von Sebastian Fitzek

AchtNacht

topoderflop

Auch im März konnte ich keinen Flop auf meiner Leseliste verbuchen. So kann das ruhig immer sein 🙂
Am besten haben mir diesen Monat „Überlieben in 10 Schritten“ und „Ein geschenkter Anfang“ gefallen, die beide volle Punktzahl erhalten haben. Aber auch alle anderen Bücher sind absolut lesenswert.

bildschirmfoto-2016-12-02-um-16-21-51

Mit meinen beiden Lieblingsbuchsuchtis Franzi und Ingrid war ich am Donnerstag, dem 23.03.2017, auf der Leipziger Buchmesse. Wir hatten uns kein Programm überlegt, sondern sind einfach entspannt durch die Hallen gelaufen und haben uns alles in Ruhe angesehen. Es war ein schöner Tag ohne die übliche Messehektik. Für mich wird es erstmal die letzte Buchmesse auf unbestimmte Zeit gewesen sein, dafür habe ich diesen Tag sehr genossen.

____________________________________________________________________________________________
Was habt ihr im März gelesen? Verlinkt mir gerne euren Monatsrückblick, damit ich euch einen Besuch abstatten kann.

Rezension zu „AchtNacht“ von Sebastian Fitzek

AchtNacht

Autor: Sebastian Fitzek

Veröffentlicht am: 14.03.2017

Verlag: Knaur

Genre: Thriller

Umfang: 416 Seiten

Preis: 12,99 € (broschiert)

bildschirmfoto-2016-12-04-um-14-01-11
Sebastian Fitzeks Psychothriller sind definitiv nichts für schwache Nerven. „Therapie“, erschienen 2006, war sein erstes Werk – und wurde gleich ein Bestseller. Seither präsentiert der Friedrich-Glauser-Preisträger einen Erfolgstitel nach dem anderen. Zum Glück entstammen die bedrohlichen Plots seiner Fantasie – und ebenfalls erfreulich: Fitzeks Sprache hat wenig mit seinem Uni-Abschluss zu tun. Denn sein erstes Buch schrieb der 1971 geborene Berliner in Form einer Jura-Promotion zum Thema Urheberrecht. Es folgten redaktionelle Tätigkeiten in Funk und Fernsehen. Als Autor und bekennender „Mailoholic“ ist Fitzek ebenso fleißig wie kommunikativ, tourt gern auf Lesereisen und ist (fast) immer online. Sein Wohnort ist weiterhin Berlin.

inhalt

Es ist der 8. 8., acht Uhr acht.
Sie haben 80 Millionen Feinde.
Werden Sie die AchtNacht überleben?

Stellen Sie sich vor, es gibt eine Todeslotterie.
Sie können den Namen eines verhassten Menschen in einen Lostopf werfen.
In der „AchtNacht“, am 8. 8. jedes Jahres, wird aus allen Vorschlägen ein Name gezogen.
Der Auserwählte ist eine AchtNacht lang geächtet, vogelfrei.
Jeder in Deutschland darf ihn straffrei töten – und wird mit einem Kopfgeld von zehn Millionen Euro belohnt.

Das ist kein Gedankenspiel. Sondern bitterer Ernst.
Es ist ein massenpsychologisches Experiment, das aus dem Ruder lief.
Und Ihr Name wurde gezogen!

meine-meinung

Der Klappentext verrät schon ziemlich viel. Gleichzeitig hat er mich sehr neugierig gemacht, denn das Thema ist meines Wissens neu und ich war sehr gespannt auf die Umsetzung.
Schon im ersten Kapitel erfährt der Leser, wie die Hetzjagd ausgegangen ist, trotzdem wird kein bisschen Spannung genommen, sondern vielmehr durch Einstreuen von bestimmten Hinweisen aufgebaut.

Die Geschichte wird aus mehreren Perspektiven erzählt. Viele Nebencharaktere kommen zu Wort, dadurch kann man das Buch wie einen Film vor seinem inneren Auge verfolgen. Im Mittelpunkt der Geschichte stehen die beiden AchtNächter Ben Rühmann und Arezu Herzsprung, die gnadenlos verfolgt und bedroht werden. Beide haben eine traurige Geschichte im Hintergrund. Vor allem Ben, der sich für den Unfall seiner beinamputierten Teenager-Tochter verantwortlich fühlt, verkörpert einen Protagonisten, mit dem man einfach mitleiden muss.

Im Gegensatz zu meinen bisherigen Lieblings-Fitzeks „Der Seelenbrecher“ und „Der Nachtwandler“ nimmt „AchtNacht“ langsam nur Fahrt auf. Die Spannung wird gemählich erhöht, bis sie am Höhepunkt angelangt ist. Atemloses Seiten-Umblättern und Herzklopfen kamen deshalb bei mir nicht auf, dennoch konnte mich die Geschichte überzeugen. Und das liegt vor allem an den Themen, die der Autor eingeflochten hat. Während Ben und Arezu von einem namen- und gesichtslosen Unbekannten erpresst werden, geraten sie immer tiefer in den Sumpf des Rotlichtmileus und decken Grausamkeiten auf, bei denen mir teilweise der Atem gestockt hat. Sowohl die Täter als auch die Opfer dieser perfiden Spielarten haben bei mir bleibenden Eindruck hinterlassen und gezeigt, wie krank die Menschheit ist.

Wer Fitzek kennt, der weiß, dass am Ende eine Auflösung wartet, mit der man so nie gerechnet hätte. Auch bei „AchtNacht“ hat der Autor es wieder geschafft, mich zu überraschen. Mit den Enden meiner oben erwähnten Lieblingsbücher kann dieses zwar nicht ganz mithalten, trotzdem hat es mich zufrieden gestellt.

4 1_2 Sterne
Für „AchtNacht“ vergebe ich 4,5 Sterne.

fazit

In seinem neuen Thriller „AchtNacht“ verbindet Sebastian Fitzek, der Meister des Wahns, eine gnadenlose Hetzjagd ohne Regeln mit den tiefsten Abgründen der Menschheit. Obwohl die Geschichte erst langsam an Fahrt aufnimmt, bevor sie so richtig spannend wird, konnte ich das Buch nur schwer aus der Hand legen. Durch den bildhaften Schreibstil und die vielen Perspektivwechsel entsteht ein Film im Kopf des Lesers, der es in sich hat. Wie alle seine Bücher ist auch „AchtNacht“ nichts für schwache Nerven. Mich hat Fitzek wieder einmal rundum überzeugt. Unbedingt lesen!

Gemeinsam Lesen #68 – Götterfunke

Heute mache ich zum 68. Mal bei der Aktion “Gemeinsam Lesen” mit. Mehr Infos dazu gibt’s hier.

gemeinsam-lesen

Welches Buch liest du gerade und auf welcher Seite bist du?

Ich lese gerade „Götterfunke – Liebe mich nicht“ von Marah Woolf und bin aktuell auf Seite 42.

Götterfunke

Inhalt:

„Sag das nie wieder, hörst du? Hast du verstanden, Jess?“ Seine Stimme klang drohend und seine Augen glitzerten vor Zorn. „Liebe mich nicht.“

Eigentlich wünscht Jess sich für diesen Sommer nur ein paar entspannte Wochen in den Rockys. Doch dann trifft sie Cayden, den Jungen mit den smaragdgrünen Augen, und er stiehlt ihr Herz. Aber Cayden verfolgt seine eigenen Ziele. Der Göttersohn hat eine Vereinbarung mit Zeus. Nur wenn er ein Mädchen findet, das ihm widersteht, gewährt Zeus ihm seinen sehnlichsten Wunsch: endlich sterblich zu sein. Wird Cayden im Spiel der Götter auf Sieg setzen, auch wenn es Jess das Herz kostet?

Wie lautet der erste Satz auf deiner aktuellen Seite?

Ich schickte Robyn eine kurze Nachricht und machte mich auf den Rückweg, um mich umzuziehen.

Was willst du unbedingt aktuell zu deinem Buch loswerden?

Noch habe ich nicht viel gelesen, aber der Einstieg in die Geschichte fiel mir sehr leicht. Die Umgebung kann ich mir bildlich vorstellen und die Grundidee finde ich auch sehr interessant.
Ich wollte dieses Buch unbedingt haben, aber leider hat es bei Gewinnspielen nicht geklappt und alles kaufen kann ich nunmal auch nicht. Deswegen bin ich sehr, sehr froh, dass ich es aus meiner Bibliothek ausleihen konnte ❤

Hörst du gerne Hörbücher? Und ist Hörbücher-Hören für dich gleichwertig wie Lesen?

Nein, ich bin gar kein Hörbuch-Hörer. Ich habe keine langen Strecken zu fahren und steh beim Wohnungsputz auch mehr auf schnelle Musik. Von daher kann ich mit Hörbüchern leider gar nix anfangen.
Ob es gleichwertig ist, kann ich somit nicht beantworten, aber ich kann mir schon vorstellen, dass der Zugang zur Geschichte ein anderer ist, wenn ich sie in meinem Tempo lese und mir Gedanken zwischen den Zeilen machen kann, für die beim Hören keine Zeit bleibt. Zurückblättern und besonders schöne Textstellen nochmal genießen stelle ich mir bei einer CD auch eher schwierig vor.

________________________________________________
Was lest ihr gerade? Mögt ihr Hörbücher? Ich freue mich über Kommentare und statte euch gerne einen Gegenbesuch ab 🙂