Rezension zu „Und ewig schläft das Pubertier“ von Jan Weiler

Pubertier
Autor: Jan Weiler
Erscheinungsdatum: 03.07.2017
Verlag: Piper
Genre: Humor
Umfang: 176 Seiten
Preis: 14,00 €

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Jan Weiler, 1967 in Düsseldorf geboren, ist Journalist und Schriftsteller. Er war viele Jahre Chefredakteur des SZ Magazins. Sein erstes Buch »Maria, ihm schmeckt’s nicht!« gehört zu den erfolgreichsten Büchern der vergangenen Jahrzehnte. Es folgten unter anderem: »Antonio im Wunderland« (2005), »Mein Leben als Mensch« (2009), »Das Pubertier« (2014), »Kühn hat zu tun« (2015) und »Im Reich der Pubertiere« (2016). Jan Weiler verfasst zudem Hörspiele und Hörbücher, die er auch selber spricht. Jan Weiler lebt bei München. Quelle

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Wenn es erst einmal wach ist, hält es die Welt in Atem: Das Pubertier. Und inzwischen hat sich Nick zu einem Parade-Exemplar entwickelt. Als männliches Pubertier besticht auch er durch faszinierende Einlassungen zu den Themen Mädchen, Umwelt und Politik sowie durch seine anhaltende Begeisterungsfähigkeit für ganz schlechtes Essen und seltsame Musik.

Er wächst wie Chinagras und trägt T-Shirts und Frisuren, die uns dringend etwas sagen wollen. Ansonsten allerdings ist die Kommunikation mit dem Pubertier auf ein Mindestmaß reduziert, es spricht wenig, dafür müffelt und chillt es ausgiebig. Und die Liebe spielt in diesem dritten Teil der Pubertier-Saga eine immer größer werdende Rolle sowie auch die Wahl der richtigen Schuhmode.

Im Pubertierlabor werden über einen möglichen Zusammenhang beider Phänomene Mutmaßungen angestellt. Gemutmaßt werden darf außerdem über die Frage, wann diese verfluchte Pubertät eigentlich aufhört. Der Erzähler schaut manchmal in den Spiegel und denkt: Eigentlich nie.

Chillen, relaxen, ausruhen: willkommen im Leben des Pubertiers!

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Die Pubertiere sind wieder da! Nachdem mir der Vorgänger „Im Reich der Pubertiere“ Lachtränen in die Augen getrieben hat, war ich sehr gespannt auf die neuen Abenteuer aus dem Hause Weiler.

Carla ist mittlerweile 17, hat einen festen Freund und einen ausgeprägten Kommunikationsdrang – nur leider nicht ihren Eltern gegenüber. Dafür klebt sie förmlich an ihrem Smartphone fest und verschickt am Tag gefühlte 5.000 Whats-App-Nachrichten, selbst wenn der Empfänger neben ihr sitzt.
Nick ist 13, schläft oft und viel, und wenn man ihn doch mal zu Gesicht bekommt, liegt meistens etwas im Argen. Zum Beispiel die neue Abo-Falle, die exklusive Premiumfotos leichtbekleideter Damen verspricht. Wie die auf sein Smartphone kommt? Natürlich, weil es neben dem ebenfalls infizierten Handy des besten Kumpels lag. Kenn doch jeder, diese spontane Handy-zu-Handy-Übertragung 😀

Die neuesten Geschichten der Pubertiere haben mich wieder verlässlich zum Lachen gebracht. In manchen Dingen erkannte ich mich sogar selbst wieder. Ob das jetzt gut ist? Auf jeden Fall ist es sehr authentisch, wenn der Vater von den ersten Fahrstunden der Tochter erzählt. Plötzlich wird der eigene Fahrstil kritisiert und die Tochter mutiert selbst zur Fahrlehrerin. Hach ja, kommt mir alles noch sehr bekannt vor.

Je älter die Kinder werden, desto mehr muss der Papa erkennen: Langsam gibt es nicht mehr viel, das er ihnen noch beibringen kann. Beim Abistoff der Tochter ist er raus – zu lange her. Selbst beim Berufsberatungstag an der Schule interessiert sich niemand für den Beruf des Journalisten. Stattdessen gibt Papa Weiler den drei Schülern, die sich zu ihm verirren, anderweitige Life-Hack-Tipps. Überhaupt beschreibt der Autor sich als völlig tiefenentspannt im Umgang mit seinen Pubertieren. So einen Papa wünscht sich jeder Teenager (auch wenn er es nicht zugeben würde, weil Eltern ja meistens trotzdem peinlich sind).

Der schmale Band kommt als Hardcover mit praktischem Lesebändchen daher. Das kleine Format liegt gut in der Hand und lässt sich prima transportieren. Die insgesamt 27 kurzen Geschichten können zwischendurch, vor dem Schlafengehen oder unterwegs verschlungen werden. Wie auch bei den beiden Vorgängern „Das Pubertier“ und „Im Reich der Pubertiere“ hat der Berliner Illustrator Till Hafenbrak tolle Grafiken gezaubert.

4 Sterne

Von mir gibt es vier Sterne.

fazit

Die Pubertiere sind wieder los! Ob in der ersten Fahrstunde, beim Whats-App-Marathon oder während der ersten Annäherung an das andere Geschlecht – Jan Weiler nimmt uns schon zum dritten Mal mit in die Welt seiner Kinder Carla und Nick.
In den authentischen und teils skurrilen Alltagsgeschichten habe ich mich selbst wiedererkannt und herzhaft dabei gelacht. Wie auch die beiden Vorgänger lege ich diesen Band allen Teenagern, den von ihnen geplagten Eltern oder allen, die es mal werden wollen, wärmstens ans Herz.
Da wünscht man sich, dass die Jugend der beiden niemals endet und Jan Weiler niemals die Geschichten ausgehen. Wer nicht genug von den Pubertieren bekommt, hat übrigens die Möglichkeit, ihre Abenteuer ab sofort im Kino zu bestaunen.

Rezension zu „In der Liebe ist die Hölle los“ von Benne Schröder

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Autor: Benne Schröder
Erscheinungsdatum: 24.04.2017
Verlag: Lyx
Genre: Humorvolle Fantasy
Umfang: 400 Seiten
Reihe: Catalea Morgenstern ; 1
Preis: 10,00 € (Taschenbuch)
Mehr Infos hier.

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Benne Schröder moderiert seit 2006 für Radiosender in ganz Deutschland, viele Jahre auch für 1LIVE, Europas einflussreichste junge Radiomarke mit täglich über 4 Millionen Hörern. Bücher mag er am liebsten, wenn sie jemand vorliest, aber für seinen Debütroman hat er selbst zur Feder gegriffen. Der gebürtige Bochumer lebt mit Hund Matti und ohne Führerschein in Köln und München. Quelle
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Catalea Morgenstern will eigentlich nur eins: so wenig wie möglich mit ihrer Familie zu tun haben. Denn ihr Vater ist der Teufel und die Hölle seine Firma. Als dann aber ihr Freund wegen ihrer ständigen Geheimniskrämerei Schluss macht, muss Catalea einsehen, dass sie sich ihrer Bestimmung vielleicht doch nicht entziehen kann. Widerwillig steigt sie in das Familienunternehmen ein, doch schon ihr erster Auftrag geht gewaltig schief – und sofort ist die halbe Hölle hinter ihr her. Mithilfe des teuflisch gutaussehenden Totenanwalts Timur gelingt ihr die Flucht, und plötzlich ist nicht nur Cataleas Leben, sondern auch ihr Herz in Gefahr –

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Die Tochter des Teufels hat keinen Bock auf ihren Job. Nur äußerst widerwillig erledigt sie ihre Arbeit und befördert frisch Verstorbene ins Dunkel. Mit ihrem Vater und seinen dekadenten Angestellten würde sie am liebsten gar nichts zu tun haben. Viel lieber möchte sie als ganz normale junge Frau im Diesseits leben und ihre Ruhe haben. Doch als ihr der Mord an einem hochrangigen Dunklen angehangen wird, steht ihr Leben plötzlich Kopf und Catalea sieht sich einer ganzen Reihe von Gefahren gegenüber, gegen die sie als einfaches Halbblut nicht viel ausrichten kann. Zum Glück ist Timur zur Stelle, der geheimnisvolle Totenanwalt, der sie verstecken und ihr bei der Flucht vor den Feinden helfen soll. Nur leider ist dieser respektlose, arrogante Arsch nicht gerade die Gesellschaft, die Catalea sich gewünscht hätte …

Die Geschichte wird aus Cataleas Sicht erzählt. Die junge Frau lebt ihren Sarkasmus in vollen Zügen aus und hat immer den ein oder anderen lockeren Spruch auf Lager, mit dem sie ihre Umgebung zur Weißglut treibt. Vor allem die Wortgefechte zwischen ihr und Timur haben mich sehr gut unterhalten. Überhaupt lebt der Roman von seinen herrlich komischen Dialogen.
In kurzen Einschüben erfährt der Leser durch das „Handbuch der Toten“, wie es nach dem Tod in der Hölle so zugeht. Und wer hätte das gedacht: Alles ganz schön bürokratisch und verworren da unten! Im Vergleich dazu kann der berühmte Passagierschein A 38 aus Asterix erobert Rom einpacken. Gerade diese Stellen im Buch haben mich auch herrlich zum Lachen gebracht. Auf solche Ideen muss man erstmal kommen! Da scheint die Fantasie des Autors schier grenzenlos zu sein.

Die Story selbst ist ein wilder Ritt durch das Diesseits und das Dunkel. In einer Mischung aus humorvoller Liebesgeschichte und junger Erwachsenenfantasy mit Krimi-Elementen begleiten wir Catalea und Timur quer durch Europa und lernen einige skurrile Weggefährten kennen. Jede Nebenfigur ist ordentlich ausgearbeitet und bleibt im Gedächtnis haften. Von der ein oder anderen hätte ich mir sogar mehr Hintergrundinfos gewünscht – aber vielleicht kommt das noch im zweiten Band.
Auch die ungewöhnliche Liebesgeschichte, die sich langsam und gut nachvollziehbar entwickelt, konnte mich überzeugen. Doch leider wies der Roman im Mittelteil einige Längen auf, die ich beim Lesen als anstrengend empfand. Und auch wenn mir der Schreibstil insgesamt gut gefallen hat, hätte ich mir weniger Wortwiederholungen (in der ersten Hälfte) gewünscht. So richtig Spannung nimmt die Geschichte auch erst im letzten Viertel auf, da flogen die Seiten nur so dahin. Das hätte gerne auch schon früher passieren können.

Bereits im November soll die Fortsetzung „Zum Teufel mit der Liebe“ erscheinen. Ob ich den Folgeband lesen werde, lasse ich mir an dieser Stelle noch offen. Der erste Band ist aber in sich abgeschlossen. Es steht dem also Leser frei, sich danach erneut in Cataleas Welt zu begeben, gezwungen ist er dazu nicht.

4 SterneVon mir gibt es 4 Sterne.

fazit
„In der Liebe ist die Hölle los“ ist der turbulente Auftakt einer zweibändigen humorvollen Fantasyreihe. Die Tochter des Teufels muss sich gegen einen Feind in den eigenen Reihen behaupten, der ihr einen Mord anhängen will. Auf dem Weg zu ihrer Bestimmung flüchtet sie quer durch Europa, entfacht ihre übernatürlichen Kräfte und macht ganz nebenbei noch ihre große Liebe klar.
Der Roman lebt vor allem durch witzige Dialoge, schräge Charaktere und ein wahres Potpourri an fantastischen Ideen. Bereits im November geht Cataleas Geschichte weiter. Wer humorvolle Erwachsenenfantasy sucht, dem sei dieses Buch wärmstens ans Herz gelegt.

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Vielen Dank an den Lyx-Verlag und Lovelybooks für den Gewinn aus der Leserunde!

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Rezension zu „Wer weiß schon, wie man Liebe schreibt“ von Kristina Günak

Autorin: Kristina Günak

Veröffentlicht am: 24.04.2017

Verlag: Lyx

Genre: Humor / Liebesroman

Umfang: 288 Seiten

Preis: 10,00 € (Taschenbuch)

Mehr Infos hier.

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Kristina Günak wurde 1977 in Norddeutschland geboren. Nachdem sie jahrelang als Maklerin arbeitete, ist sie heute als Mediatorin und systemischer Coach tätig. 2011 erschien ihr erster Roman, und seither hat sie sich mit ihren humorvollen Büchern unter Liebesromanleserinnen einen Namen gemacht. Sie schreibt auch unter dem Pseudonym Kristina Steffan. Quelle

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Bea Weidemann kann es nicht fassen: Schlimm genug, dass ihr kleiner Verlag in finanziellen Schwierigkeiten steckt. Aber dass sie nun als Tim Bergmanns persönliche Anstandsdame abgestellt wird und mit ihm den Verlag retten soll, ist einfach zu viel für die junge PR-Referentin. Denn der schwierige Bestseller-Autor lässt sich von nichts und niemandem etwas vorschreiben – und ist genau die Sorte Mann, um die Bea sonst einen weiten Bogen macht. Herzklopfen hin oder her. Doch während sie versucht, das Chaos von Tim – und sich – abzuwenden, merkt sie bald, dass auch die Liebe absolut nichts von ihren Plänen hält …

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Bea hat ein Problem: Sie kann einfach nicht Nein sagen. Um ihren kleinen Verlag zu retten, überträgt ihre Chefin ihr die Aufgabe, mit dem störrischen Newcomer-Autor Tim Bergmann auf Lesereise zu gehen. Weil der große Hoffnungsträger auf den Roderich-Literaturpreis es mit dem guten Benehmen nicht so genau nimmt und seine Interviewpartner und Kritiker gerne beleidigt, muss Bea den Anstandswauwau spielen und soll die Lesungsbesucher nebenbei dazu animieren, für den verschrobenen Autor abzustimmen. Denn ohne den Roderich-Preis, das steht leider fest, geht der kleine Königstein-Verlag den Bach runter.

Als Multi-Organisationstalent kümmert sich Bea um die Organisation der Lesereise und bekommt nebenbei noch allerlei andere Aufgaben aufgebrummt. Als sie Tim Bergmann schließlich zum ersten Mal persönlich gegenübersteht, erkennt sie, wie schlimm ihre Lage wirklich ist. Schlecht gelaunt, ungekämmt und mitten in einer Schreibkrise schüchtert der gut aussehende Autor sie ein. Doch schlussendlich bleibt den beiden nichts anders übrig, als sich zusammenzuraufen und die nächsten vier Wochen hinter sich zu bringen. Was beide nicht ahnen: Sie verbindet mehr, als sie für möglich halten.

Dies ist mein erstes Buch von Kristin Günak. Eine humorvolle Lovestory, die in der Buchbranche angesiedelt ist, klang sofort verlockend, deshalb musste ich das Buch unbedingt haben. Die knapp 300 Seiten ließen sich auch wirklich schnell weglesen.
Den Schreibstil der Autorin fand ich sehr angenehm. Auch der fein eingestreute Humor konnte mich überzeugen und wirkte keinesfalls überzogen, wie es manchmal der Fall bei Büchern dieses Genres ist. Die Vergangenheit der Protagonisten verleiht dem leichten Roman eine Tiefe, die ich nicht erwartet hätte.

Auch die Entwicklung der Liebesgeschichte geht langsam und glaubwürdig voran. Je mehr Tim seine harte Schale ablegt, umso leichter fällt es Bea, Vertrauen zu ihm zu fassen. Er ermutigt sie dazu, auch mal Nein zu sagen und für ihre Entscheidungen einzustehen. Genau so einen Mann hat die fleißige Arbeitsbiene, die noch nie zuvor verliebt war, gebraucht. Und auch, wenn er anfangs sehr klischeehaft rüberkommt, habe ich den ruppigen Autor schnell in mein Herz geschlossen.

4 Sterne
Von mir gibt es für diesen rundum gelungenen Roman vier Sterne.

fazit
„Wer weiß schon, wie man Liebe schreibt“ verbindet eine glaubwürdige Lovestory mit dem spannenden Hintergrund der Buchbranche. Dank des lockeren Schreibstils und des gut portionierten Humors habe ich das Buch sehr genossen. Wer sich eine Liebesgeschichte mit einem erwachsenen Badboy und einer überzeugenden Entwicklung wünscht, der sollte unbedingt einen Blick riskieren.

Rezension zu „Plötzlich Banshee“ von Nina MacKay

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Autorin:
Nina MacKay

Veröffentlicht am: 01.09.2016

Veröffentlicht bei: ivi

Genre: Humorvolle Jugendfantasy

Umfang: 392 Seiten

Preis: 15,00 € (broschiert)

Mehr Infos hier


Die Autorin:

Nina MacKay, geboren irgendwann in den ausgeflippten 80er Jahren, arbeitet als Marketing Managerin (wurde aber auch schon im Wonderwoman-Kostüm im Südwesten Deutschlands gesichtet). Außerhalb ihrer Arbeitszeiten erträumt sie sich eigene Welten und führt imaginäre Interviews mit ihren Charakteren. Gerüchten zufolge hat sie früher als Model gearbeitet und einige Misswahlen auf der ganzen Welt gewonnen. Schreiben ist und war allerdings immer ihre größte Leidenschaft. Quelle


Inhalt:

Alana ist eine Banshee, eine Todesfee der irischen Mythologie. Sie sieht über dem Kopf jedes Menschen eine rückwärts laufende Uhr, die in roten Ziffern die noch verbleibenden Monate, Tage, Stunden und Minuten seiner Lebenszeit anzeigt. Da Banshees in dem Ruf stehen, Unglück zu bringen, bleibt sie lieber für sich. Allerdings gestaltet sich das gar nicht so einfach, denn Alana kreischt automatisch in bester Banshee-Manier wie eine Sirene los, wenn ihr ein Mensch begegnet, der in den nächsten Tagen sterben wird. Doch dann tauchen in Santa Fe mehrere Leichen auf, die Alana ins Visier des attraktiven Detectives Dylan Shane geraten lassen. Kann sie das Geheimnis der dunklen Sekte lüften, die scheinbar magische Wesen sammelt? Und werden sowohl Detective Shane als auch ihr bester Freund Clay den Kontakt mit Alana überleben?


Meine Meinung:

Dieses Buch war im September in aller Munde. Viele Blogger haben es gelesen und waren begeistert. Schnell war auch mir klar: Das muss ich haben!

Nun ist es so, dass ich nicht mit jedem Fantasyroman etwas anfangen kann. High Fantasy geht gar nicht und auch die Subgenres müssen einen gewissen Anteil Realität und zumindest eine kleine Liebesgeschichte beinhalten, um mich zu begeistern. All das ist in „Plötzlich Banshee“ gegeben. Trotzdem konnte mich das Buch nicht wirklich umhauen. Woran lag’s?

Zuerst einmal gefällt mir die Grundidee ausgesprochen gut. Von Vampiren, Engeln, Dämonen und jungen Frauen mit übernatürlichen Kräften hat man schon einiges gelesen, von irischen Todesfeen allerdings noch nichts. So plötzlich, wie der Titel es beschreibt, tritt ihre Gabe oder ihr Fluch (je nachdem) nun aber doch nicht in Alanas Leben. Immerhin sieht sie die Lebensuhren ihrer Mitmenschen schon seit ihrer Kindheit ablaufen und brüllt dabei wie am Spieß. Bisher hat sie sich allerdings strikt dagegen gewehrt, sich mit ihrem Schicksal auseinanderzusetzen. Das ändert sich, als in ihrem kleinen Heimatort eine Reihe Morde an Jugendlichen verübt wird, von denen sich schnell herausstellt, dass sie Magische waren – genau wie Alana, ihr bester Freund Clay und alle ihre Freunde. Surprise! Schnell findet sich die junge, schusselige Privatdetektivin an der Seite des attraktiven Detective Shane wieder und ist mitten in die Aufklärung der Morde involviert.

Nina MacKay hat einen locker-leichten und sehr flüssigen Schreibstil. Insgesamt lässt sich das Buch gut lesen, trotzdem musste ich manchmal zurückblättern, um einige Zusammenhänge zu verstehen oder um bei der Vielzahl der Nebenfiguren den Durchblick zu behalten. Die Autorin schreibt durchaus humorvoll und hat mir auch an der ein oder anderen Stelle ein Schmunzeln entlockt, aber mehr auch leider nicht. Die meisten Witze und Sprüche haben bei mir nicht gezündet und auch der – für meinen Geschmack viel zu häufig verwendete – Spitzname Detective Sockenschuss konnte mir nach der dritten Erwähnung nur noch ein müdes Gähnen entlocken. Trotzdem lockert Alanas unkonventionelle Art die Geschichte auf und sorgt für Pepp.

Ich weiß nicht woran es genau lag, aber ich habe unverhältnismäßig lange an dem knapp 400 Seiten starken Buch gelesen. Das ist kein gutes Zeichen und hat am meisten mich selbst enttäuscht. Im Mittelteil empfand die Geschichte als zu lang gezogen und vor allem die immer wiederkehrenden Fragen, die sich Alana stellt, wurden zu oft wiederholt. Nichts langweilt mich mehr als ausufernde innere Monologe.

Das Ende hat mich dann aber doch mit der Geschichte versöhnt. Die Auflösung, die gebrachten Opfer und alle aufgeklärten Verwicklungen haben mich zufriedengestellt.
Warum also hinterlässt das Buch dann trotzdem nur einen mittelmäßigen Eindruck bei mir? Ich weiß es nicht. Vermutlich ist es wie mit allen Hypes – einfach Geschmackssache.

Von mir gibt es jedenfalls 3,5 Sterne.

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Fazit:

Die Grundidee der tollpatschigen, irischen Todesfee hat mir durchaus gut gefallen. Trotzdem habe ich bei „Plötzlich Banshee“ wieder einmal feststellen müssen, dass nicht jedes Fantasybuch etwas für mich ist.
Wer humorvolle Jugendfantasy mag, sollte dennoch einen Versuch wagen. Ihr werdet mit einer ungewöhnlichen, gut ausgearbeiteten, locker-leichten Geschichte belohnt, die ihr so schnell nicht vergessen werdet.

Rezension zu „Im Reich der Pubertiere“ von Jan Weiler

Pubertiere

Autor: Jan Weiler

Erscheinungsdatum: 20.01.2016

Erschienen bei: Rowohlt

Genre: Humor / Kurzgeschichten

Umfang: 165 Seiten

Preis: 12 € (gebunden)

ISBN: 978-3463406619

Mehr Infos hier

Der Autor:

Jan Weiler, 1967 in Düsseldorf geboren, ist Journalist und Schriftsteller. Er war viele Jahre Chefredakteur des SZ Magazins. Sein erstes Buch «Maria, ihm schmeckt’s nicht!» gilt als eines der erfolgreichsten Romandebüts der letzten Jahre. Es folgten unter anderem: «Antonio im Wunderland» (2005), «In meinem kleinen Land» (2006), «Drachensaat» (2008), «Mein Leben als Mensch» (2009), «Das Pubertier» (2014) und «Kühn hat zu tun» (2015). Jan Weiler verfasst zudem Hörspiele und Hörbücher, die er auch selber spricht. Er lebt mit seiner Frau und seinen zwei Kindern in der Nähe von München. Quelle

Inhalt:

Chaos, Pickel und Hormone

Inzwischen hat es der Pubertier-Forscher nicht mehr nur mit einem weiblichen, sondern auch mit einem männlichen Exemplar der Gattung zu tun. Zu einigen Erkenntnissen ist er bereits gekommen: Pubertiere bewohnen am liebsten schlecht belüftete Räume, in denen sich Müllberge türmen. Die Unterschiede zwischen männlichen und weiblichen Vertretern dieser Art erscheinen signifikant: Während das weibliche Pubertier durch maßlosen Konsum, unverständliches Monologisieren und multiples Dauermeckern auffällt, verbringt das Pubertier-Männchen seine Lebenszeit im Wesentlichen mit drei lautlosen Tätigkeiten: Schweigen, Müffeln – und Zocken.

Das klingt alles schlimm, schlimm, schlimm. Doch ohne Pubertiere wäre das Leben arm und öde. Und das Haus zu still und zu leer.

Meine Meinung:

Ich habe schon den Vorgänger „Das Pubertier“ geliebt. Die kurzen, knackigen Geschichten über Teenagermarotten sind einfach zum Schießen! Umso mehr habe ich mich darüber gefreut, als ich das neue Buch im Neuerwerbungsregal der Bibliothek entdeckt habe (wo es aufgrund des winzigen Formates leider etwas unterging).

Mittlerweile ist das weibliche Pubertier 18, hat Abi und wird erwachsen. Doch bis es soweit ist, passieren viele skurrile Dinge im Hause Weiler. Papas geklauter Rasierschaum, Telefonzentralenatmosphäre und Aufräumfaulheit sind nur drei Ausprägungen der weiblichen Charaktereigenschaften eines übellaunigen Teenagers.
Jan Weiler erzählt wieder mit viel Witz, spitzer Zunge und sicherlich auch der ein oder anderen Übertreibung, welche Eskapaden diesmal auf das Konto seiner Kinder gehen. Mittlerweile ist auch Nick im Pubertieralter angekommen und wird auf die Schippe genommen.

Er klingt wie ein Dudelsack, wächst wie ein Schnittlauchhalm und futtert wie ein Maurer nach der Doppelschicht. (S. 8)

Im Gegensatz zu seiner kommunikativen Schwester hört man von ihm nicht viel. Dafür macht sich das Teenageralter bei ihm auf andere Weise bemerkbar: durch vor-sich-hingammeln, mangelnde Körperhygiene und versaute Witze zum Beispiel.

In 24 kurzen Geschichten widmet sich Weiler dem Verhalten seiner Kinder. Alle Kapitel sind unterhaltsam und witzig. Ich habe mich keine Sekunde gelangweilt. Viel eher sollte man beim Lesen aufpassen, nicht durch lautes Lachen unangenehm in der Öffentlichkeit aufzufallen. In manchen Geschichten habe ich sogar mein früheres Ich wiedererkannt und konnte herrlich schmunzeln.

Besonders schön fand ich die Geschichte, in der Weiler versucht, seine Tochter durch perfide Tricks und geschickte Manipulation wieder mit ihrem Exfreund zusammenzubringen. Vater und Ex-Schwiegersohn haben sich immerhin so gut verstanden, dass der Junge es so manches mal gar nicht bis ins Zimmer der Tochter geschafft hat, weil er viel lieber mit Schwiegerpapa Fußball geguckt hat.

Schön fand ich auch die Geschichte über die Abiturfeier der Tochter. Am Sektstand eingeteilt muss Weiler so manch pathetische Rede über sich ergehen lassen und betrinkt sich ganz unabsichtlich so sehr, dass er am Ende zu nichts mehr zu gebrauchen ist. Einfach herrlich!

Wer wissen möchte, welche kreative Methoden des Spickens heute in der Schule angesagt sind, wird hier auch aufgeklärt. Auf welche Ideen die Schüler kommen, um sich Lernstress zu ersparen – sehr kreativ. Ich konnte herzhaft lachen!

Ganz oft sind die modernen Medien Thema der Geschichten. Vom Minecraft-zockenden Sohnemann, über das Schulreferat, das bis morgen fertig sein muss (natürlich ohne Wikipedia), oder dem Quizduell  mit einem heißen Typen namens Pussylover2005 (hinter dem sich natürlich nur Matthias Schweighöfer höchstpersönlich verbergen kann) bis hin zur Telefonseelsorge für gefühlsgebeutelte Mädels ist alles dabei.

Neben all dem Witz bleibt aber auch Platz für etwas Melancholie. Kindermöbel, Lieblingsbands und Kuscheltiere werden irgendwann ausgemistet. Und so wird auch der Herr Papa traurig beim Gedanken daran, eines Tages vielleicht auf dem Abstellgleis zu landen, wenn die Kinder ausziehen. Bis es soweit ist, hoffe ich aber noch auf viele lustige Geschichten. Gerne über Nick, der ja jetzt im besten Pubertieralter ist. Und ich bin mir sicher, dass es auch über Carla noch viel zu erzählen gäbe.

Zitate:

„Heute Morgen stand eine frische Dose Rasierschaum vor meinem Spiegel. Gut, es ist natürlich kein richtiger Rasierschaum, sondern Beinchenschaum für Sechzehnjährige. Aber die Geste finde ich rührend. Und ich rieche jetzt wie eine frisch rasierte, achtundvierzig Jahre alte Mango.“ (S. 14)

„Er stand barfuß vor mir. (…) Er ist jetzt dreizehn Jahre alt, aber seine Füße sind schon siebzehn. Hoffentlich ruckelt sich das irgendwann wieder zurecht. Oder unser Sohn ist ein Hobbit.“ (S. 30)

Jan Weiler ist übrigens noch bis Anfang 2017 auf Lesereise. Die Tourdaten gibt’s hier.
Ich bin mir sicher, dass es sich lohnt. Genauso sicher bin ich mir, dass sich als Alternative zum Buch auch das Hörbuch lohnt. Die Geschichten sind genau das Richtige für eine langweilige Autofahrt. Vom Preis des Buches bin ich allerdings etwas abgeschreckt. Zwar beinhaltet es tolle Illustrationen, ist fest gebunden und enthält ein Lesebändchen, aber dennoch frage ich mich, ob es ein Taschenbuch – womöglich eins, das beide Pubertier-Bücher zusammenfasst – nicht auch getan hätte.
Aber zum Verschenken oder Schwelgen in Erinnerungen an die eigene Jugend ist dieses kleine Büchlein trotz des hohen Preises sehr zu empfehlen.

Von mir gibt es für dieses rundum gelungene und sehr witzige Buch volle Punktzahl.

5 Sterne
Fazit:

Die Pubertiere sind zurück! Diesmal sind sie zu zweit und lassen garantiert kein Auge trocken. Zum Verschenken an teenagergeplagte Eltern oder zum Schwelgen in der eigenen Jugend ist dieses Buch das Richtige für Zwischendurch. Lachgarantie inklusive! Diesen Familienirrsinn sollte man sich nicht entgehen lassen.

 

Rezension zu „Are you finished? – No, we are from Norway“ von Sophie Seidel

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Autorin: Sophie Seidel

Erscheinungsdatum: 20.04.2015

Veröffentlicht bei: Blanvalet

Genre: Humorisitisches Sachbuch

ISBN: 978-3734100536

Preis: 8,99 €

Mehr Infos: hier

Die Autorin:

Sophie Seidel ist Autorin und Journalistin. Sie schreibt in verschiedenen Genres unter Pseudonym. Zusätzlich zu ihrer publizistischen Tätigkeit arbeitet sie seit Jahren als Kellnerin in der Münchner Gastronomie. „Are you finished? No we are from Norway“ ist ihr erstes Sachbuch und schildert den selbst erlebten Wahnsinn, dem eine Kellnerin täglich ausgesetzt ist. Quelle

Inhalt:

Wer Menschenkenntnis entwickeln will, sollte Psychologie studieren – oder in der Gastronomie arbeiten. Denn: Die wahren menschlichen Abgründe tun sich dort auf, wo der Mensch isst, trinkt und am Stammtisch sitzt. Als Sophie Seidel sich als Kellnerin etwas Geld dazuverdienen will, geben ihr die Kollegen keine zwei Wochen. Sie beißt sich durch, stemmt Bierkrüge und vollgeladene Teller und hört nachts zum Abreagieren Metallica. Doch schuld am täglichen Irrsinn sind weder die Kollegen noch der diktatorische Koch: Es sind die Gäste, die Sophie Seidel an den Rand des Wahnsinns treiben … Ein humorvoller Bericht aus dem Leben einer Kellnerin.

Meine Meinung:

Weil ich zwischendurch gerne mal etwas Leichtes, Lustiges lese, war ich sehr gespannt auf dieses Buch. Ich habe mir vor allem heitere Passagen über bekloppte Leute erhofft – und schlussendlich viel mehr bekommen.

Sophie Seidel beschreibt ihren Arbeitsalltag im Münchner Restaurant „Bräufassl“ in kurzen Kolumnen, die unter verschiedenen Themengebieten zusammengefasst sind. Der Name des Restaurants wurde geändert, ebenso wie die Namen der Kollegen und Kolleginnen.
Das Buch beginnt, als Sophie, die vorher in verschiedenen Tagescafés gearbeitet hat, die Stelle im Bräufassl annimmt. Schnell erkennt sie, dass die Arbeit in einem urbayrischen Wirtshaus eine völlig andere Welt ist, als der Alltag in einem Café. Knallharte Schichten, schwere Bierkrüge, Stress, Druck und ein rauer Umgangston sind an der Tagesordnung. Ihre Kolleginnen trauen ihr nicht viel zu, doch Sophie hält durch und wird schließlich eine von ihnen. Je länger sie im Bräufassl arbeitet, desto mehr beginnt sie, ihren Job zu mögen. Trotzdem bleibt da die Angst im Hinterkopf, dass einer der Gäste sie kennt. Schließlich ist  „nur Kellnerin“ zu sein kein Traumjob und erst Recht kein Aushängeschild. So müssen Sophie und ihre Kolleginnen sich mit so manch überheblichem Gast herumplagen, der sie für ungebildet hält und wie eine Leibegene behandelt. Noch schlimmer sind diejenigen, die weder „Bitte“ noch „Danke“ kennen und es auch nicht für nötig halten, Augenkontakt herzustellen oder gute Arbeit etwa mit Trinkgeld zu würdigen. Alles Dinge, die selbstverständlich sind – sollte man meinen. Stattdessen ist mir durch dieses Buch einmal mehr klar geworden, dass Menschen, die im Servicebereich arbeiten, oftmals wie der letzte Dreck behandelt werden. Jeder kennt die Sprichworte: „Behandle andere stets so, wie du selbst behandelt werden möchtest“ oder „Wie jemand mit einem „Untergebenen“ umgeht, verrät viel über den Charakter“. Und so wird auch hier deutlich, was sich eine Kellnerin tagtäglich bieten und gefallen lassen muss und dabei angehalten ist, stets freundlich zu lächeln.
Aber trotz der Aufklärung des gemeinen Lesers über den Arbeitsalltag und die Schwierigkeiten dieses Berufes steht im Buch doch der Humor im Vordergrund.

Die im Buch enthaltenen Kolumnen behandeln Themen wie erste Dates, witziges Englisch, Möchtegern-VIPs und ihre Allüren, typisches Verhalten ausländischer Touristen und männliches vs. weibliches Restaurantverhalten. Am Ende der Kapitel gibt es nochmal eine Top 5 Zusammenfassung der skurillsten oder schönsten Erlebnisse mit diesen Gästen.
Das Buch liest sich weg wie nichts und ist genau das Richtige, um nach einem langen Arbeitstag einfach mal die Füße hochzulegen und mit einem Grinsen im Gesicht zu entspannen.

Ich habe durch die vielen kleinen Geschichten ein tiefes Verständnis für die schwere Arbeit von Kellnern entwickelt. Der Blick hinter die Kulissen öffnete mir noch einmal zusätzlich die Augen über diesen Knochenjob. Unfassbar, was Kellner/innen tagtäglich für einen Hungerlohn leisten müssen, während sie sich gleichzeitig mit Vorurteilen herumschlagen, die es ihnen unmöglich machen, so etwas wie Stolz oder Ehrgefühl für ihren Beruf zu entwickeln. Und das ist doch wirklich schrecklich. Niemand, der einen Beruf aus Überzeugung ausübt und Spaß bei der Arbeit hat, sollte sich dafür schämen, einer bestimmten Berufsgruppe anzugehören. Jedem Job sollte mit Respekt begegnet werden.

Zwar steht bei diesem Buch der Humor eindeutig im Fokus, trotzdem regt es auch zum Nachdenken an. Teilweise habe ich über die Blödheit mancher Gäste Tränen gelacht, auf der anderen Seite hingegen war ich fast selbst ein bisschen melancholisch, als die Autorin am Ende die Arbeitsstelle wechseln musste.

Falls ihr jemanden in der Familie, im Freundes- oder Bekanntenkreis habt, der kellnert, wird er sich sicherlich über das Buch freuen und sich auch ein Stück weit selbst wieder erkennen. Aber auch allen Nicht-Kellnern möchte ich dieses „Sachbuch“ gerne ans Herz legen.
Von mir gibt es vier Sterne.

4 Sterne

Fazit:

Kurzweilig, witzig und gleichzeitig nachdenklich stimmend ist dieses Büchlein das perfekte Lesefutter für zwischendurch. Als Geschenk für alle Kellner gerne empfohlen, aber auch die „Gäste“ unter euch, die gerne etwas Heiteres lesen, sollten zugreifen.