Rezension zu „Den Mund voll ungesagter Dinge“ von Anne Freytag

Mundvoll

Autorin: Anne Freytag

Erschienen am: 06.03.2017

Veröffentlicht bei: Heyne fliegt

Genre: Jugendbuch / Liebe

Umfang: 400 Seiten

Preis: 14,99 € (broschiert)

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die-autorin
Anne Freytag, geboren 1982, hat International Management studiert und für eine Werbeagentur gearbeitet, bevor sie sich ganz dem Schreiben widmete. Die Autorin veröffentlichte bereits mehrere Romane für Erwachsene, unter anderem unter ihrem Pseudonym Ally Taylor. Mit ihrem ersten Jugendbuch Mein bester letzter Sommer schrieb sie sich direkt in die Herzen ihrer Leser. Der Roman wurde von Buchhändlern und der Presse gleichermaßen gefeiert und nun auf der Leipziger Buchmesse für den Deutschen Jugendliteraturpreis 2017 nominiert. Anne Freytag liebt Musik, Serien sowie die Vorstellung, durch ihre Geschichten tausend und mehr Leben führen zu können.

In diesem Leben wohnt und arbeitet sie derzeit in München – wenn sie nicht gerade in ferne Länder und fremde Städte reist. Manchmal auch nur in Gedanken …
Quelle

inhalt
Wenn Sophie es sich aussuchen könnte, wäre ihr Leben simpel. Aber das ist es nicht. Und das war es auch nie. Das fängt damit an, dass ihre Mutter sie direkt nach der Geburt im Stich gelassen hat. Und endet damit, dass Sophies Vater plötzlich beschließt, mit seiner Tochter zu seiner Freundin nach München zu ziehen. Alle sind glücklich. Bis auf Sophie.

Was hat es bloß mit dieser verdammten Liebe auf sich? Sophie selbst war noch nie verliebt. Klar gab es Jungs, einsam ist sie trotzdem. Bis sie in der neuen Stadt auf Alex trifft. Das Nachbarsmädchen mit der kleinen Lücke zwischen den Zähnen, den grünen Augen und dem ansteckenden Lachen. Zum ersten Mal lässt sich Sophie voll und ganz auf einen anderen Menschen ein. Und plötzlich ist das Leben neu und aufregend. Bis ein Kuss alles verändert.

meine-meinung
Nachdem mir Anne Freytags erster Jugendroman Mein bester letzter Sommer im letzten Jahr so gut gefallen hatte, war ich sehr gespannt auf ihren neuen Roman. Vor allem das Thema der gleichgeschlechtlichen Liebe und seine Umsetzung haben mich neugierig gemacht.

Sophie ist 17, Einzelgängerin und sieht aus wie eine ordinäre Version von Schneewittchen: blasse Haut, große blaue Augen und ein unerhört sinnlicher Schmollmund. Kein Wunder, dass die Jungs auf sie fliegen. Weil ihr Vater als Chirurg schwer beschäftigt ist und sie oft allein ist, lässt Sophie keine Gelegenheit aus, um ihrem zweifelhaften Ruf als Schneeflittchen alle Ehre zu machen. Sex mit Jungs bedeutet für sie Ablenkung und für einen kurzen Moment findet sie dabei Ruhe vor ihren Gedanken, die sie ständig auf Trab halten. Aber gefühlt hat sie dabei noch nie etwas, im Gegenteil – hinterher stellten sich die unbedeutenden One-Night-Stands stets als Fehler heraus. Und doch scheint sie es nicht lassen zu können.
Ihr bester Freund Lukas bedeutet die Welt für sie. Blöd nur, dass er zu seiner Freundin Vianne nach Frankreich gezogen und nur noch über Skype erreichbar ist. Trotzdem verbindet die beiden eine tiefe Freundschaft, die mir gerade in der Konstellation Junge-Mädchen sehr ans Herz ging.
Als Sophies Vater aus heiterem Himmel beschließt, wenige Wochen vor dem Abi von Hamburg zu seiner Freundin nach München zu ziehen, stellt er sie vor vollendete Tatsachen. Auf nichts hat sie weniger Lust, als auf dieses schöne große Haus, in dem die perfekte Lena mit ihren zwei Söhnen und ihrem Mischlingshund Carlos lebt. Und doch stellt sich Sophies neues Leben als gar nicht so schlecht heraus, als sie die Nachbarstochter Alex kennenlernt.

Zwischen Alex und Sophie besteht sofort eine besondere Verbindung. Anfangs gehen sie noch etwas verkrampft miteinander um und müssen sich erst kennenlernen, doch schon bald kann Sophie an nichts anderes mehr denken, als an Alex. Bei einer Party passiert es schließlich: während einer Partie „Wahrheit oder Pflicht“ muss Alex Sophie küssen. Und plötzlich ist alles anders. Hin- und hergerrissen zwischen ihrer Faszination für Alex und ihrer Unsicherheit diesbezüglich, versucht Sophie alles, um zu verdrängen, dass Alex eigentlich einen Freund hat. Und außerdem ist sie schließlich gar nicht lesbisch. Oder etwa doch? Nur weil Alex ein Mädchen ist, heißt es doch nicht, dass Sophie generell auf Mädchen steht?

Anne Freytags wunderbarer Schreibstil hat mich von der ersten Seite an in ihren Bann gezogen. In ruhigen Tönen erzählt sie die außergewöhnliche und sehr intensive Liebesgeschichte zweier Mädchen, die von ihren Gefühlen überrumpelt werden. Viele bildhafte Vergleiche machen die Sprache lebendig. Man spürt förmlich, wie sich der eigene Herzschlag beschleunigt, wenn Alex Sophie berührt, man fühlt den Regen auf der eigenen Haut, wenn Sophie in einer Regennacht Hals über Kopf aus dem Club flüchtet, und man platzt schier vor Glück, wenn die beiden Mädchen die Welt aussperren und ganz für sich sein können.

Die zahlreichen Liebesszenen sind anschaulich, aber stets geschmackvoll beschrieben. Die Autorin spart die sexuellen Details aus und überlässt sie der Fantasie des Lesers. Sophies Gefühle werden authentisch und gut nachvollziehbar geschildert. Ihr innerer Konflikt ist stets spürbar, sodass man mit ihr mitlieben und -leiden muss.

Die Klappenbroschur überzeugt durch eine liebevolle Umschlaggestaltung. Kleine, zur Geschichte passende Grafiken, kennzeichnen die Anfänge der angenehm kurzen Kapitel; zwei Playlists laden zum Anhören der Songs ein, die im Buch eine wichtige Rolle spielen. Auch das farbenfrohe Cover, das meiner Meinung einfach perfekt zur Geschichte passt, ist ein toller Eyecatcher.

Und trotzdem habe ich unverhältnismäßig lange an diesem Buch gelesen. Obwohl die kurzen Kapitel meinen Lesegewohnheiten sehr entgegenkommen, wollte ich einfach nicht so recht vorankommen. Vielleicht lag es auch daran, dass diese Geschichte eher ruhig daher kommt. Wirkliche Spannung wird erst in den letzten Zügen aufgebaut.
Insgesamt hat mir Mein bester letzter Sommer besser gefallen, was sicher zum Teil auch daran liegt, dass ich auf gefühlt jeder Seite Zitate herausschreiben wollte. Freytags erster Jugendroman war gefüllt mit intelligenten und berührenden Aussagen über das Leben und die Liebe. Diese Lebensweisheiten haben mir hier leider gefehlt. Auch habe ich festgestellt, dass die Liebesgeschichte zwischen den beiden Mädchen mich leider nicht so sehr berührt hat, wie ich mir das vorher erhofft hatte. Vielleicht ist Gay Romance aber auch einfach nicht mein Ding.

4 Sterne
Deshalb vergebe ich 4 Sterne.

fazit
„Den Mund voll ungesagter Dinge“ ist die sanfte Geschichte von Sophie und Alex, die von ihren Gefühlen füreinander überwältigt werden. Innere Konflikte werden glaubhaft dargestellt, äußere Einflüsse machen den beiden zusätzlich das Leben schwer. Die zarte Liebe gleicht einer Fahrt auf der Gefühlsachterbahn, die ich zwar glaubhaft nachvollziehen konnte, die mich aber dennoch nicht auf eine Weise berührt hat, wie ich es mir erhofft hatte.
Wer eine außergewöhnliche Lovestory im Jugendbuchsegment sucht, die sich von der breiten Masse abhebt, der sollte es mit diesem Buch versuchen.

 

 

 

Rezension zu „Pinguine lieben nur einmal“ von Kyra Groh

pinguine

Autorin: Kyra Groh

Erschienen am: 16.09.2013

Verlag: blanvalet

Genre: Liebesroman

Umfang: 384 Seiten

Preis: 9,99 € (Taschenbuch)

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die-autorin

Kyra Groh, geboren 1990, hat in Gießen Geschichte und Fachjournalistik studiert. Sie lebt in Frankfurt, wo sie als Texterin arbeitet.

inhalt

Felicitas (nur ihre Mutter nennt sie so, ihre Freunde sagen Feli zu ihr) ist kompliziert. Ordnung findet sie überbewertet. Deshalb hat sie auch kein Bücherregal. Und sie schämt sich nicht dafür, dass sie süchtig nach dem sat1 „Family Movie” am Dienstag ist, der so schön vorhersehbar ist – Happyend garantiert! Denn leider passiert es nicht oft, dass die Dinge so laufen, wie sie das gerne hätte. Lange dachte Feli, dass es Prinzessinnen-und-Prinz-auf-weißem-Ross-Beziehungen nur im Fernsehen gibt – bis sie Janosch vor die Füße fällt … Und so fangen doch die großen Liebesgeschichten an oder etwa nicht?

meine-meinung

Nachdem mich bereits die beiden Folgeromane der Autorin (Tage zum Sternepflücken und Halb drei bei den Elefanten) sehr begeistert haben, war ich gespannt auf Kyras Debütroman, der umgehend bei mir einziehen musste.

Als die 20-jährige chaotische Studentin Feli ihrem blinden Nachbarn Janosch buchstäblich vor die Füße fällt, ist es sofort um sie geschehen. Sie verliebt sich Hals über Kopf in den sarkastischen und meist schlecht gelaunten, unglaublich attraktiven Jura-Studenten, der sein Leben im Gegensatz zu ihr fest im Griff zu haben scheint. Wo bei Feli das Chaos regiert, ist Janosch auf Ordnung angewiesen. Mit erstaunlicher Selbstverständlichkeit findet er sich in seinem Alltag zurecht und schafft das, was Feli schwer fällt: ein geordnetes Leben mit einem klaren Ziel vor Augen zu führen.
Auf den ersten Blick passen die beiden überhaupt nicht zusammen. Genau das macht den Reiz der Geschichte aus. Feli, hoffnungslos romantisch und doch voller Selbstzweifel, wünscht sich nichts mehr, als ihr persönliches Happy End, doch Janoschs unberechenbare Launen machen es ihr verdammt schwer, an eine gemeinsame Zukunft glauben zu können.
Als die beiden sich endlich näher kommen, tauchen immer mehr Probleme auf, die die zarte Liebe bedrohen: Janoschs ebenfalls blinde Exfreundin Karo, mit der immer alles leicht und selbstverständlich war, sein bester Freund Simon, der Janosch und Karo wieder zusammenbringen will und einige Geheimnisse aus Janoschs Vergangenheit gefährden die junge Beziehung. Etliche Missverständnisse und verletzte Gefühle führen zu einer Spannung, die die Autorin bis zum Ende aufrecht erhalten kann.

Wie auch in ihren anderen Romanen sprüht Kyras Schreibstil vor Wortwitz und Humor. Im Gegensatz zu ihren Nachfolgewerken enthielt dieses Buch für meinen Geschmack aber fast zu viele Witze, die etwas dezenter platziert besser funktioniert hätten. Dennoch musste ich über die ein oder andere Begebenheit herzlich lachen.

Neben Feli und Janosch sind mir vor allem die Nebenfiguren ans Herz gewachsen. Sei es Felis schwuler türkischer Mitbewohner Cem, der Gynäkologe werden möchte oder Janoschs Schwester Pia, die in Sachen Liebe ein besseres Gespür beweist, als er selbst. Diese und andere Figuren runden die Geschichte wunderbar ab und schubsen die Protagonisten immer wieder in die richtige Richtung, wenn sie sich einmal verrannt haben.

Leider ist mir der Einstieg in die Geschichte diesmal schwer gefallen. Woran das lag, kann ich gar nicht genau sagen. Auch mit dem sehr in den Vordergrund gerückten Humor musste ich erstmal klarkommen. Aber nach den ersten 100 Seiten war ich richtig drin und habe den Roman geradezu verschlungen.

4 Sterne
Insgesamt hat mir Pinguine lieben nur einmal gut gefallen und deshalb gibt es von mir 4 Sterne.

fazit

Mit ihrem Debütroman Pinguine lieben nur einmal hat Kyra Groh einen humorvollen, locker-leichten Liebesroman geschrieben, der genau nach meinem Geschmack ist. Durch Janoschs Blindheit und seine zurückgezogene Art wird die junge Beziehung zwischen ihm und der chaotischen Feli immer wieder vor Herausforderungen gestellt. Trotzdem steht diese Geschichte anderen modernen Liebesromanen in nichts nach.
Falls ihr diese tolle Autorin noch nicht kennt, solltet ihr sie euch unbedingt merken. Es lohnt sich.

Rezension zu „Let’s Play – Verspieltes Herz“ von Jennifer Wolf

lets-play
Autorin: Jennifer Wolf

Erschienen: 05.01.2017

Veröffentlicht bei: Carlsen Impress

Genre: Liebesroman

Umfang: 291 Seiten

Preis: 3,99 € (E-Book only)

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die-autorin
Jennifer Wolf lebt mit ihrem Mann und ihrer Tochter in einem kleinen Dorf zwischen Bonn und Köln. Aufgewachsen ist sie bei ihren Großeltern und es war auch ihre Großmutter, die die Liebe zu Büchern in ihr weckte. Aus Platzmangel wurden nämlich alle Bücher in ihrem Kinderzimmer aufbewahrt und so war es unvermeidbar, dass sie irgendwann mal in eins hineinschaute. Als Jugendliche ärgerte sie sich immer häufiger über den Inhalt einiger Bücher, was mit der Zeit zu dem Entschluss führte, einfach eigene Geschichten zu schreiben.

inhalt
Die wahre Liebe kennt kein Game over…

Seit der 22-jährigen Helena Sorrento das Herz gebrochen wurde, weiß sie, dass die Liebe kein Spiel ist und dass das Herz ein Organ darstellt, das es ganz besonders zu schützen gilt. Alles, was sie ihren Gefühlen jetzt noch erlaubt, ist das Eintauchen in dramatische Liebesromane und der Nervenkitzel beim Zuschauen von Let’s Playern – Online-Gamern, die einen direkt in ihre Spieler-Welten mitnehmen. Wie Tausende anderer Frauen schwärmt sie dabei vor allem für den charmanten Let’s-Player Aiden, dessen Stimme alles in ihr zum Stillstehen bringt. Zu gerne würde sie wissen, welcher Mann sich hinter den humorvollen und doch stets so tiefsinnigen Kommentaren verbirgt – und warum er sich seinen Fans nie zeigt …

meine-meinung
Auch wenn ich selbst mit der Gamer-Szene nicht viel am Hut habe, interessierte mich die Umsetzung des Themas sehr. Die vielen guten Rezension der Blogger haben außerdem dazu beigetragen, dass das Buch gleich zum Erscheinungstermin auf meinem Kindle einziehen durfte.

Nach der wunderschönen Jahreszeiten-Reihe war mein Interesse an der Autorin geweckt. Jennifer Wolf schafft es, mit einfachen Mitteln spannende Geschichten zu erzählen, die alles bieten, was das Leserherz begehrt: Romantik, Drama, scheinbar ausweglose Situationen und Selbstzweifel, bis am Ende die Liebe über alle Hindernisse siegt. So ist auch Let’s Play aufgebaut, doch mit dieser Geschichte hatte ich ein paar Probleme. Aber der Reihe nach:

Die Geschichte wird aus der Sicht der 22-jährigen Helena Sorrento erzählt. In der Vergangenheit musste sie viel mitmachen, was sie bis heute verfolgt und dazu geführt hat, dass sie keine Ausbildungsstelle nachweisen kann oder eigenes Geld verdient. Sie lebt kostenfrei in der WG ihrer Freunde Jean und Emilie. Alle sind die glühende Anhänger des TouTube-Stars Aiden, der mit seinen Let’s Plays ein Millionenpublikum begeistert. Wie er aussieht, ist unbekannt, doch seine Stimme, sein Humor und sein gutes Herz haben Helena durch eine schwere Zeit begleitet. Emilie ist sehr verliebt in Aiden und teilweise richtig fanatisch. Das führt später zu einigem Konfliktpotential.
Vor ihrer Vergangenheit in München ist Helena nach Köln geflüchtet, doch auch hier findet sie keine Ruhe. Ein Job oder eine Ausbildung scheinen meilenweit entfernt, stattdessen verbringt sie ihre Freizeit in der Bibliothek, wo sie das Lesen für sich entdeckt hat. An dieser Stelle muss ich (als Bibliothekarin) leider das Bild einer zeitgemäßen Bibliothek kritisieren. Auch scheint die Autorin sich nicht richtig informiert zu haben. Senioren-Dienstag, an dem alle Personen Ü-60 kostenlos in der Bibliothek verweilen dürfen? Totaler Quatsch! Eine Bibliothek ist eine öffentliche Einrichtung, die aus Steuergeldern finanziert wird und generell jedem offen steht. Zum Schmökern und Umsehen braucht man überhaupt keinen Leseausweis. Auch das Bild der mürrischen, stets schlecht gelaunten Bibliothekarin hat mir nur ein müdes Augenrollen entlockt. Bitte, liebe Autoren und Autorinnen, lasst solche Klischees in Zukunft weg oder besucht vorher selbst mal eine Bibliothek. Als Dienstleister im Öffentlichen Dienst sollte man eine gewisse Freundlichkeit an den Tag legen und meiner Erfahrung nach ist das in den meisten Bibliotheken auch der Fall. Von der gelangweilten Bibliothekarin, die an der Theke sitzt und Bücher oder Zeitschriften liest (Hallo, Klischee! Wir haben ja auch sonst nichts zu tun) will ich wirklich nichts mehr lesen.
Aber das nur am Rande …
In der Bibliothek triff Helena auf einen attraktiven Unbekannten, der ihre Nähe zu suchen scheint, auch wenn die beiden noch nie ein Wort miteinander gewechselt haben. Er kauft ihr sogar eine teure Fantasy-Sammler-Ausgabe, die sich im Flohmarktverkauf befindet (sehr unwahrscheinlich, dass sich solche Ausgaben in super gutem Zustand in einer Bibliothek befinden).

Der Einstieg in die Geschichte fiel mir diesmal leider nicht so leicht wie bei den Jahreszeiten-Büchern. Außerdem ist relativ früh klar, wer Helenas Lese-Date wirklich ist. Spätestens, als sie sich auf der Gamescom wiedersehen, auf der auch Aiden unterwegs ist, ist es allzu offensichtlich.

Die Liebesgeschichte zwischen den beiden entwickelt sich rasant, da sie sich sofort zueinander hingezogen fühlen. Zwar zweifelt Helena an sich selbst (kein Geld, keine Perspektive, etwas Übergewicht) und fragt sich, was der schöne Aiden (der auch nicht makellos ist) von ihr will, aber ihre Gefühle überwinden auch in diesem Buch jede Hürde. Das hat mir sehr gut gefallen und wurde authentisch rübergebracht. Da sprühen die Funken und klopfen die Herzen – auch beim Leser.
Es werden auch schwierige Themen verarbeitet – Helenas Vergangenheit holt sie wieder ein und droht ihr Glück zu zerstören. Dabei wird es sehr dramatisch, mehr möchte ich im Moment aber nicht verraten. Trotzdem hat mir aber das gewisse Etwas gefehlt. Auf einen Plottwist wartet man vergebens. Leider bleibt die Geschichte oberflächlich und vorhersehbar. 
Auch das Ende wurde für meinen Geschmack zu schnell abgehandelt und ging zu glatt über die Bühne. Es wirkte fast, als wollte die Autorin zum Schluss kommen. Das fand ich sehr schade.

An Jennifer Wolfs Schreibstil hatte ich nur wenig auszusetzen. Mit ihrer lockeren Art und dem gut platzierten Humor fällt es ihr leicht, die Leserinnen in die Geschichte zu ziehen, auch wenn es bei mir diesmal leider nicht der Fall war. Ich habe mich sogar selbst dabei erwischt, dass ich gar nicht wirklich wissen wollte, wie das Buch ausgeht, sondern es einfach nur beenden wollte.

3_1_2 Sterne

In Anbetracht aller Kritikpunkte gibt es von mir 3,5 Sterne.

fazit
Let’s Play von Jennifer Wolf konnte mich leider nicht restlos von sich überzeugen. Trotz der gut durchdachten Story und einem Thema, das frischen Wind ins Liebesroman-Genre bringt, blieb die Geschichte oberflächlich und vorhersehbar. Mir fehlte der ein oder andere Plottwist und auch das Ende wurde für meinen Geschmack zu schnell und zu glatt abgehandelt. Die Lovestory selbst wird hingegen authentisch und liebevoll erzählt.
Für Fans der Autorin trotzdem empfehlenswert, alle anderen sollten sich selbst ein Urteil bilden.

Rezension zu „Halb drei bei den Elefanten von Kyra Groh“

halb-drei
Autorin: Kyra Groh

Veröffentlicht am: 18.08.2014

Verlag: blanvalet

Genre: Junge Erwachsene / Liebe

Umfang: 480 Seiten

Preis: 9,99 € (Taschenbuch)

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die-autorin

Kyra Groh, geboren 1990, hat in Gießen Geschichte und Fachjournalistik studiert. Sie lebt in Frankfurt, wo sie als Texterin arbeitet.

inhalt
Lieber Schmetterlinge im Bauch als Hummeln im Hintern

Die Zwillingsschwestern Max und Jo sind sich gar nicht ähnlich. Max hat nur die Gene abbekommen, die keinen interessieren … Sie ist rothaarig, klein – und ihre BHs sind von der Marke Zauberflöte: Zieht man sie aus, geht der ganze Zauber flöten. Sie ist auch klug und musikalisch – aber wen interessiert’s? Auch Moritz hat sein Päckchen zu tragen. Er ist klug, aber ohne Ausbildung, wäre gerne Fotograf, versauert aber als Fahrradkurier. Und er ist für jemanden verantwortlich – seinen vierjährigen Sohn … Doch als sich Max und Moritz um halb drei bei den Elefanten im Opel Zoo treffen, ändert sich ihr Leben für immer …

meine-meinung

Nachdem ich von Tage zum Sternepflücken so begeistert war, habe ich mir vorgenommen, die anderen Bücher der Autorin schnell nachzuholen. Und natürlich wurde ich nicht enttäuscht!

Die Geschichte von Max und Moritz hat mich von der ersten Seite an in ihren Bann gezogen. Kyra Groh versteht es wie kaum eine andere deutsche Autorin, eine moderne Liebesgeschichte in locker-luftiger, sehr sympathischer und humorvoller Weise zu erzählen. Die fast 500 Seiten sind an mir vorbeigerauscht wie nix.

Max, eigentlich Maxime, ist eine Protagonistin ganz nach meinem Geschmack. Sie ist unangepasst, meistens schlecht gelaunt, hat einen 1-A-Musikgeschmack und versteckt ihre Selbstzweifel meist hinter ihrem ausgeprägten Sarkasmus. Ihre ungleiche Zwillingsschwester Jo(sephine) liebt sie über alles, auch wenn sie sie insgeheim um ihre Schönheit und Beliebtheit beneidet. Und dann wäre da noch Jonas, in den Max seit vielen Jahren heimlich verliebt ist. Doch Jonas, Marke selbstzufriedener Hobby-Musiker, ist viel zu beschäftigt, um das zu merken. Und so verbindet die beiden eine innige Freundschaft, auch wenn Max sich so viel mehr wünscht. Doch wie soll man es anstellen, dass der beste Kumpel die Frau in dir sieht, wenn eure Freundschaft eher in die Kategorie „gute Kumpels zum Biertrinken und Zocken“ fällt und er außerdem auf den Typ Tussi steht?
Ich konnte mich wunderbar in Max hineinversetzen und habe sie für ihren Charakter und ihre Einstellung geliebt.
Und Moritz … hach … so einen Mann wünscht sich insgeheim wohl jede Frau. Er ist aufrichtig, ehrlich, sagt, was er denkt und fühlt und verhält sich so liebevoll und vorbildlich, dass ich ihn sofort toll fand.

Neben den beiden Hauptcharakteren haben mir auch die Nebenfiguren sehr gut gefallen, allen voran Max‘ Schwester Jo und Moritz‘ Sohn Liam. Die Geschichte wird mit so viel Liebe zum Detail und Hingabe erzählt, ohne jemals langatmig zu werden.
Was mir besonders gut gefällt: Das Buch endet nicht an dem Punkt, an dem die beiden „sich kriegen“, sondern thematisiert auch den Alltag der Beziehung, die Probleme, Herausforderungen und Ängste von Max. Und dann gibt es da noch etwas, dass Moritz Max verschwiegen hat und ihr Glück gefährdet …
Die aufgegriffenen Motive haben mich rundherum überzeugt. Diese Geschichte hätte so auch im wirklichen Leben passieren können. Jeder kann sich in die Handlungen der beteiligten Personen hineinversetzen und das macht das Buch so authentisch und wertvoll. 
Ich habe auf jeder Seite mit Max gefühlt, hatte Schmetterlinge im Bauch, Herzklopfen, habe dümlich vor mich hingegrinst und gekichert und noch so vieles Mehr.
Dieses Buch, das ich zum Glück noch vor dem Jahreswechsel beenden konnte, zählt zu meinen absoluten Highlights in 2016. Jetzt fehlt mir nur noch Kyras Debütroman Pinguine lieben nur einmal, der aber schon in meinem Regal auf mich wartet.

5 Sterne

Von mir gibt es eine ganz klare Empfehlung und volle Punktzahl.

fazit
Halb drei bei den Elefanten ist ein moderner Liebesroman ganz nach meinem Geschmack. Authentische Protagonisten mit Ecken und Kanten, eine tolle Story ohne Kitsch, dafür aber mit gepfeffertem Humor und ganz viel Herzklopfen machen diesen Roman von Kyra Groh zu einem meiner Highlights in 2016. Unbedingt lesen!

Rezension zu „November 9“ von Colleen Hoover

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Autorin: Colleen Hoover

Erschienen am: 10.11.2015

Sprache: Englisch

Deutsche Ausgabe:
Frühjahr 2017 bei dtv unter dem Titel „Nächstes Jahr am selben Tag“

Umfang: 310 Seiten

Genre: Liebesroman / Junge Erwachsene

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die-autorin

Colleen Hoover stand mit ihrem Debüt ›Weil ich Layken liebe‹, das sie zunächst als eBook veröffentlichte, sofort auf der Bestsellerliste der ›New York Times‹. Mittlerweile hat sie auch in Deutschland die SPIEGEL-Bestsellerliste erobert. Mit ihren zahlreichen Romanen, die alle zu internationalen Megasellern wurden, verfügt Colleen Hoover weltweit über eine riesengroße Fangemeinde. Sie lebt mit ihrem Mann und ihren drei Söhnen in Texas. Quelle

inhalt

Fallon meets Ben, an aspiring novelist, the day of her scheduled cross-country move. Their untimely attraction leads them to spend Fallon’s last day in LA together, and her eventful life becomes the creative inspiration Ben has always sought for his novel. Over time and amidst the various relationships and tribulations of their own separate lives, they continue to meet on the same date every year. Until one day Fallon becomes unsure if Ben has been telling her the truth or fabricating a perfect reality for the sake of the ultimate plot twist.

meine-meinung

Einen Tag bevor Fallon von L.A. nach New York zieht, trifft sie auf den angehenden Schriftsteller Ben. Er drängt sich ungefragt in ihr Leben, als er beim Dinner mit ihrem Dad auftaucht und sich als ihr Freund ausgibt. Fallon lässt sich auf das Spiel ein und entscheidet sich dazu, den restlichen Tag gemeinsam mit Ben zu verbringen. Zwischen den beiden gibt es eine tiefe Verbindung, die für mich als Leser sofort spürbar war. Schon nach den ersten paar Seiten habe ich mir nichts sehnlicher gewünscht, als dass die beiden zueinander finden. Colleen Hoover schafft es, unglaublich fesselnd von der Annäherung zwischen Ben und Fallon erzählen, ohne dabei klischeehaft oder unglaubwürdig zu wirken. Doch Fallon wird nach New York ziehen und so scheint der gemeinsame Weg ein viel zu frühes Ende zu finden – bis Ben ihr vorschlägt, sich im nächsten Jahr am selben Tag, dem 9. November, wieder in L.A. zu treffen. Für beide ist der 9. November viel mehr als bloß ein x-beliebiges Datum, beide verbinden schlimme Ereignisse mit diesem Tag, ohne es voneinander zu wissen. Und so stimmt Fallon zu, in der Hoffnung darauf, dieses Datum in Zukunft mit schöneren Erinnerungen in Verbindung bringen zu können.

Und so nimmt die Geschichte ihren Lauf. Ohne ihre Handynummern oder Social-Media-Profile zu tauschen, trennen sich Ben und Fallon und haben ein ganzes Jahr lang keinen Kontakt, bis sie sich im nächsten November wiedersehen.

Die Grundidee der Geschichte gefällt mir ausgesprochen gut. Ein wenig erinnert sie mich an „Zwei an einem Tag“ von David Nicholls, einem meiner Lieblingsromane. In November 9 wird sogar einmal kurz Bezug darauf genommen. Doch anders als in diesem Roman haben Ben und Fallon keinen Kontakt und müssen jedes Jahr aufs Neue wieder bei Null anfangen und sich gewissermaßen neu kennenlernen. Und natürlich geht ihr Leben weiter. Sie werden erwachsen, lernen andere Partner kennen, entwickeln sich weiter. Und trotzdem bleibt die Chemie zwischen ihnen bestehen und intensiviert sich sogar immer wieder aufs Neue. Ben nimmt ihren Deal zum Anlass, die gemeinsame Geschichte in einem Buch niederzuschreiben, um seine Schreibblockade zu überwinden. Und dieses Buch wird schnell zum Dreh- und Angelpunkt in November 9. Denn bald wird klar, dass Ben Fallon keineswegs zufällig im Restaurant mit ihrem Vater getroffen hat und etwas Entscheidendes vor ihr verbirgt ...

Die Charaktere haben mir sehr gut gefallen. Fallon ist eine junge Frau, die nichts weiter wollte, als Schauspielerin zu werden. Nach einem schrecklichen Unfall scheint dieser Traum geplatzt zu sein und Fallon ist seitdem von Selbstzweifeln zerfressen. Der Unfall hat Spuren auf ihrem Körper hinterlassen, die ihr jegliches Selbstwertgefühl genommen haben.

In Ben habe ich mich ab der ersten Seite verliebt. Nach all den Bad Boys ist er ein toller Romancharakter, der das Zeug zum Bookboyfriend hat. Ihr werdet ihn lieben. Er zeigt Fallon, wie schön sie ist und hilft ihr dabei, ihr Selbstvertrauen zurückzugewinnen. Obwohl er in der Vergangenheit verhängnisvolle Fehler gemacht hat, wünscht man ihm nichts mehr, als endlich glücklich zu werden. Doch davon ist er sehr lange weit entfernt.

Colleen Hoovers Schreibstil ist einfach, aber sehr intensiv. Im Mittelpunkt steht stets das Paar, das viele Probleme überwinden muss. Auf detailreiche Beschreibungen wird verzichtet, stattdessen werden Emotionen in den Fokus gerückt. Ich mag es, ihre Bücher auf Englisch zu lesen, weil sie gut verständlich sind. Trotzdem freue ich mich sehr darauf, wenn November 9 im Frühjahr 2017 auf Deutsch erscheint und möchte es auf jeden Fall noch einmal lesen.
Das Buch hat mir so gut gefallen, dass es zu meinen Lesehighlights 2017 gehört und sogar unter meine Top 3 Bücher der Autorin gerutscht ist (neben It ends with us und Love & Confess). Nachdem ich von Maybe Someday sehr und Zurück ins Leben geliebt etwas enttäuscht war, stimmt hier einfach alles und ich habe das Buch rundum zufrieden und ein bisschen wehmütig beendet. In letzter Zeit passiert es mir selten, dass ich mir wünsche, ein Buch wäre noch nicht zu Ende und hier war es endlich mal wieder soweit.

5 Sterne

Von mir gibt es fünf Sterne und eine ganz klare Leseempfehlung.

fazit

November 9 ist eine intensive Liebesgeschichte, die mir auf jeder Seite Herzklopfen bereitet hat. Mit ihrer tollen Mischung aus Romantik und Drama hat es Colleen Hoover wieder einmal geschafft, mich rundum zu überzeugen. Hier stimmt einfach alles! Für alle Fans der Bestsellerautorin ein Muss und für Leser von Young Adult Romance eine ganz klare Empfehlung. November 9 ist eines meiner Jahreshighlights.

Rezension zu „Santa’s Baby“ von Kira Gembri

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Autorin: Kira Gembri

Veröffentlicht am: 30.11.2013

Veröffentlicht über: CreateSpace

Genre: Weihnachten / Liebe / Erotik

Umfang: 200 Seiten

Preis: 2,99 € (E-Book), 7,99 € (Taschenbuch)

die-autorin

Kira Gembri wurde 1990 als zweitältestes Kind von insgesamt fünf Geschwistern in Wien geboren. Dort schloss sie das Studium der Vergleichenden Literaturwissenschaft mit dem Master ab und dort lebt sie auch weiterhin. In ihrer Freizeit fährt sie gerne Tandem, spielt Cello, hält ihren Kater von Dummheiten ab und taucht liebend gerne in Schmökern ab. Ihre größte Leidenschaft aber gilt dem Schreiben von humorvollen und romantischen Geschichten.

inhalt

Lara ist alleinerziehende Mutter, Angestellte in einer Buchhandlung und darüber hinaus vor allen Dingen eins: ein riesengroßer Weihnachtsmuffel. Ausgerechnet sie lernt im Supermarkt einen Weihnachtsmann kennen, der ihre Gefühle bald Achterbahn fahren lässt. Unter dem falschen Bart und der roten Mütze steckt nämlich Finn, Besitzer des absolut unverschämtesten Grinsens und ein Weihnachtsfan durch und durch. Lara hat aus ihrer letzten gescheiterten Beziehung gelernt, in ihr Schlafzimmer und erst recht in ihr Herz keinen Mann mehr zu lassen – aber gilt das auch für einen Weihnachtsmann mit blaugrünen Augen …?

Ein humorvoller Kurzroman in 24 Kapiteln über eine prickelnde Liebe zur Weihnachtszeit.

meine-meinung

Ich habe das E-Book vor kurzem zum Schnäppchenpreis von 0,99 € gekauft. Auf die Geschichte habe ich mich schon sehr gefreut, eigentlich wollte ich sie schon letztes Jahr lesen. Kira Gembri gehört zu meinen Lieblingsautorinnen und konnte mich bisher noch mit jedem Buch überzeugen.

Die Geschichte wird aus Laras Sicht erzählt. Als alleinerziehende Mutter einer 4-jährigen Tochter findet sie sich oftmals zwischen dem Studium und ihrem Nebenjob in stressigen Situationen wieder. Vom Weihnachtsrummel hält sie nicht viel und auch Männer haben in ihrem Leben lange keine Rolle mehr gespielt – bis Finn auftaucht, der im Supermarkt als Weihnachtsmann jobbt. Und diesen Weihnachtsmann muss man einfach lieben! So unbeschwert und locker, wie er auf Lara zugeht und alles daran setzt, ihr Herz für sich zu gewinnen, ist er ein toller männlicher Protagonist mit Herz-Schmelz-Garantie. Aber er beweist auch viel Humor, Verantwortungsgefühl und Einfühlungsvermögen. Der perfekte Mann also! Aber bis Lara das erkennt, ist es noch ein langer Weg.

Kiras Schreibstil ist wie gewohnt locker, flüssig und sehr humorvoll. Die Geschichte lebt durch viele liebevolle Details und ich konnte mehr als einmal herzhaft lachen. Laras Handlungen konnte ich stets nachvollziehen, auch wenn ich sie manchmal schütteln wollte, um ihr die Augen zu öffnen. Aber ohne ein bisschen Hin und Her kommt eben keine spannende Liebesgeschichte aus. Bei all ihren Sorgen und Ängsten hatte Lara  nur das Wohl ihrer kleinen, bezaubernden Tochter im Sinn, deshalb verzeihe ich ihr manchmal übereifriges Urteil gerne. Nele ist so ein goldiges Kind, man muss sie einfach lieben.

Neben der wunderbar weihnachtlichen Stimmung, die der Kurzroman vermittelt, spielt auch Erotik eine große Rolle. Das hatte ich anfangs überhaupt nicht erwartet, auch wenn in der Beschreibung „prickelnde Liebe“ steht. Trotzdem war ich überrascht über die detaillierten Szenen zwischen Lara und Finn, aber im positiven Sinne. Kira Gembri schreibt sehr geschmackvoll und durchaus prickelnd. Besonders schön fand ich es, dass es eben nicht nur auf eine Bettgeschichte hinausläuft und vor allem von Finns Seite viel mehr kommt.

Insgesamt passt dieser wundervolle Roman bestens in die Adventszeit und ich wünsche mir ganz viele Leserinnen dafür. Ein kleiner Kritikpunkt wäre das Cover, das mich persönlich leider überhaupt nicht anspricht. Wäre der Roman nicht von Kira Gembri, hätte ich ihn allein schon wegen seines Äußeren nicht gekauft. Aber in meine Bewertung fließt nur der Inhalt ein.

4 1_2 Sterne
Von mir gibt es 4,5 Sterne und eine große Empfehlung.

fazit

Santa’s Baby ist ein wundervoller Kurzroman, der perfekt in die Adventszeit passt. Wie immer konnte mich Kira Gembri auch mit ihrer Weihnachtsgeschichte absolut überzeugen. Das Buch besticht durch sympathische Charaktere, die auch mal Schwäche zeigen, viele liebevolle Details und einen tollen Humor. Außerdem kommt auch geschmackvolle Erotik nicht zu kurz. Als Einstimmung für das Weihnachtsfest und auch darüber hinaus absolut empfehlenswert!

Rezension zu „Göttertochter – Das Kind der Jahreszeiten“ von Jennifer Wolf

gottertochter

Autorin: Jennifer Wolf

Veröffentlicht am: 06.10.2016

Verlag: Impress

Genre: Märchen / Romantasy

Reihe:

Geschichten der Jahreszeiten:
Band 1: Morgentau – Die Auserwählte der Jahreszeiten
Band 2: Abendsonne – Die Wiedererwählte der Jahreszeiten
Band 3: Nachtblüte – Die Erbin der Jahreszeiten
Band 4: Tagwind – Der Bewahrer der Jahreszeiten
Spin-Off: Göttertochter – Das Kind der Jahreszeiten

Umfang: 246 Seiten

Format: E-Book only

Preis: 3,99 €

Mehr Infos hier

die-autorin

Jennifer Wolf lebt mit ihrem Mann und ihrer Tochter in einem kleinen Dorf zwischen Bonn und Köln. Aufgewachsen ist sie bei ihren Großeltern und es war auch ihre Großmutter, die die Liebe zu Büchern in ihr weckte. Aus Platzmangel wurden nämlich alle Bücher in ihrem Kinderzimmer aufbewahrt und so war es unvermeidbar, dass sie irgendwann mal in eins hineinschaute. Als Jugendliche ärgerte sie sich immer häufiger über den Inhalt einiger Bücher, was mit der Zeit zu dem Entschluss führte, einfach eigene Geschichten zu schreiben. Quelle

inhalt

Liora Vivian Götterkind ist eine direkte Nachfahrin der Jahreszeitengötter. Doch so schön es auch ist, einen Frühlingsgott zum Vater zu haben, der zur Aufmunterung Tausende Blumen um einen herum wachsen lässt, oder mit den Sommerkräften seiner Mutter den Wind und das Licht beeinflussen zu können, manchmal fühlt sich Liora als einziges Götterkind auf Erden ziemlich einsam. Dabei schließen sie die anderen Mädchen nicht nur aus Neid auf ihre Herkunft aus, sondern vor allem deswegen, weil sie mit Niklas Tagwind befreundet ist, dem absoluten Schulschwarm. Jeder denkt, dass die beiden über kurz oder lang ein Paar werden würden, doch Lioras Herz schlägt für jemand anderen. Jemanden, den gerade sie als Götterkind nicht lieben darf…

meine-meinung

Zum Abschluss der wunderschönen Jahreszeiten-Reihe habe ich mich sehr auf Götterkind gefreut. Allein das tolle Cover hat mir richtig große Lust aufs Lesen gemacht.
Nachdem schon einige Wochen vergangen waren, seitdem ich Tagwind gelesen hatte, musste ich leider feststellen, dass es mir schwer fiel, die vielen Charaktere und Verwandtschaftsbeziehungen auf die Reihe zu kriegen. Deshalb mein Tipp: Lest diese tolle Reihe am besten am Stück.

Jennifer Wolf hat sich etwas ganz Besonderes ausgedacht, um ihre vielen Fans aus Hemera zu verabschieden. Liora, die Tochter des Frühlingsgottes Aviv und der neuen Sommergöttin Ilea, wird es nicht leicht gemacht, ihre große Liebe zu erobern. Der Weg dorthin ist mit vielen Hindernissen gespickt, die ein Happy End lange Zeit erschweren. Dieser Mix aus Drama und Romantik ist es, für den die Geschichten der Jahreszeiten stehen und den ich so sehr liebe. Man lacht, liebt und leidet gemeinsam mit der Protagonistin bis zum Schluss.

Besonders gut hat mir Lioras Familiengeschichte gefallen. Sie wächst als älteste von fünf Geschwistern bei ihren beiden Vätern, dem ehemaligen Sommergott Sol und seinem Auserwählten Yannis, auf. Die Liebe und Fürsorge innerhalb dieser wundervollen Patchworkfamilie ist auf jeder Seite spürbar und kommt sogar noch besser zur Geltung als im Vorgängerband Tagwind. Sol und Yannis sind so ein tolles Paar, das für ihre Liebe und ihr Glück gekämpft hat – genauso, wie Liora es jetzt tun muss.

Im Buch werden noch andere aktuellen Themen aufgegriffen und in die märchenhafte Welt Hemeras hineingewoben. Dabei steht die Familie in all ihren Facetten im Vordergrund, einmal als glückliches Vorzeigebeispiel und einmal als das genaue Gegenteil davon.

Das Ende war für mein Geschmack etwas zu happy und kitschig. Doch so muss es als Abschluss dieser tollen Reihe wahrscheinlich sein, um den vielen Fans gerecht zu werden. Zum krönenden Abschluss gibt es noch ein kleines Wiedersehen mit alten Bekannten.

Für Göttertochter vergebe ich insgesamt 4 Sterne.

fazit

Mit „Göttertochter“ ist Jennifer Wolf ein wundervoller, runder Abschlussband ihrer erfolgreichen Jahreszeiten-Reihe gelungen. Mit einem lachenden und einem weinenden Auge begleiten wir Liora bei ihrem Kampf um die Liebe und verabschieden uns gleichzeitig aus der märchenhaften Welt von Hemera.
Für mich ist die Reihe ein Must-Read, deshalb kann ich sie euch nur wärmstens empfehlen.