Rezension zu „No Return 2 – Versteckte Liebe“ von Jennifer Wolf

No return2
Autorin: Jennifer Wolf
Erschienen am: 03.08.2017
Verlag: Impress
Genre: Gay Romance
Umfang: 231 Seiten
Preis: 3,99 € (E-Book only)
Mehr Infos hier.

Reihe: No Return
  Band 1: Geheime Gefühle
 Band 2: Versteckte Liebe

die-autorin

Jennifer Wolf lebt mit ihrem Mann und ihrer Tochter in einem kleinen Dorf zwischen Bonn und Köln. Aufgewachsen ist sie bei ihren Großeltern und es war auch ihre Großmutter, die die Liebe zu Büchern in ihr weckte. Aus Platzmangel wurden nämlich alle Bücher in ihrem Kinderzimmer aufbewahrt und so war es unvermeidbar, dass sie irgendwann mal in eins hineinschaute. Als Jugendliche ärgerte sie sich immer häufiger über den Inhalt einiger Bücher, was mit der Zeit zu dem Entschluss führte, einfach eigene Geschichten zu schreiben. Quelle

inhalt

Der zweite und finale Band der Rockstar-Romance über die Bandboys in Love!

Nach einer anstrengenden Europa-Tournee mit seiner Boyband WrongTurn kann sich Tony endlich für eine Weile zurückziehen und eine Ruhepause einlegen. Das ist aber leichter gesagt als getan, denn seine Gedanken kreisen unaufhörlich um seinen besten Freund Drew. So sehr er sich auch bemüht, er kann ihn einfach nicht vergessen. Aber seine Entscheidung steht fest … oder?​

meine-meinung

Durch Jennifer Wolfs „Tagwind – Der Bewahrer der Jahreszeiten“ (meine Rezension) bin ich erst auf das Genre Gay Romance aufmerksam geworden. Nie hätte ich gedacht, dass ich Liebesgeschichten über Männer gerne lesen würde, doch die gefühlvolle Herangehensweise der Autorin in ihrer Jahreszeiten-Reihe hat mich eines Besseren belehrt.
Nachdem mir auch der Reihenauftakt zu „No Return“ im Sommer gut gefallen hatte, wollte ich die Reihe nun gerne mit dem finalen zweiten Band beenden.

„Versteckte Liebe“ setzt nahtlos dort an, wo „Geheime Gefühle aufgehört hatte. Tony und Drew haben sich voneinander entfernt. Missverständnisse, die eigenen Ängste und vor allem die äußeren Umstände stehen ihrer Liebe im Weg. Vor allem der sensible Tony muss erst lernen, seine Homosexualität zu akzeptieren. Dazu nimmt er sich eine Auszeit und verlässt die Band, seine Freunde und seine große Liebe, um zu sich selbst zu finden.

Der Einstieg in die Geschichte verlief bei mir etwas holprig. Ich musste mir die Geschehnisse des ersten Bandes und die Rollen der verschiedenen Nebencharaktere erst wieder ins Gedächtnis rufen, bevor ich richtig hineingekommen bin. Da wäre eine kurze Wiederholung sicher hilfreich gewesen, doch es klappte auch ohne.

Ohne dass sie es wollen, verletzten sich Tony und Drew gegenseitig, nähern sich an und gehen dann wieder auf Abstand. Ihre Liebe steht auf unsicheren Füßen und wird vor allem durch das Management der Band erschwert. Beide Jungs leiden und mit ihnen der Leser. Die Auszeit, die Tony sich nimmt, empfand ich als angemessene Lösung, um mit sich ins Reine zu kommen. Er lernt nicht nur, sich selbst zu akzeptieren, sondern erfährt zum ersten Mal seit seinem Outing auch, was es heißt, eine Familie zu haben. Gerade dieser Nebenstrang hat mir sehr gut gefallen.

Jennifer Wolfs Schreibstil ist wie immer einfach gehalten, aber dafür sehr gefühlvoll. Da die Geschichte aus Tonys Sicht erzählt wird, bekommt man einen sehr guten Einblick in seine Gedanken und Gefühle. Seine Unsicherheit wird oftmals durch „…“ in Dialogen und Gedanken widergespiegelt. An manchen Stellen war es jedoch etwas too much für mich hat meinen Lesefluss gestört.

Leider konnte sich der durchweg positive Gesamteindruck des ersten Bandes nicht ganz bei Band zwei fortsetzen. Nachdem die beiden sich wieder annähern, hagelt es nur so obszöne Sprüche ihrer Bandkollegen. Zwar passt diese Derbheit sicher zu den Charakteren der Jungs, doch für mich haben die vielen expliziten Ausdrücke und Beschreibungen das Gefühlvolle und Romantische an der Geschichte einfach zerstört. Manche Dinge wollte ich als (weibliche heterosexuelle) Leserin auch gar nicht so genau wissen.

Insgesamt wurde der Konflikt mit dem Management ganz gut gelöst. Die Geschichte bekommt das Ende, das sie verdient hat, auch wenn es für meinen Geschmack wieder etwas zu kitschig ausfiel. Auch da wäre weniger mehr gewesen, aber die Hardcore-Anton-Fans wird es sicher gefreut haben.

3 Sterne
Insgesamt vergebe ich 3 Sterne.

fazit

„Versteckte Gefühle“ bildet einen soliden Abschlussband der Gay-Romance-Dilogie „No Return“. Auch wenn das Finale für mich nicht an den ersten Band herankommt, so hat mir die Geschichte um den schüchternen Tony und seinen Schwarm und Bandkollegen Drew insgesamt gut gefallen. Fans des Genres werden sicher nicht enttäuscht, für alle anderen Ermessenssache.

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