Rezension zu „Wie das Feuer zwischen uns“ von Brittainy C. Cherry

Wie das Feuer
Autorin: Brittainy C. Cherry
Erscheinungsdatum: 21.07.2017
Verlag: Lyx
Genre: New Adult
Umfang: 384 Seiten
Preis: 12,90 € (broschiert)
Mehr Infos hier.

die-autorin

Brittainy C. Cherrys erste große Liebe war die Literatur. Sie hat einen Abschluss der Carroll Universität in Schauspiel und Creative Writing und schreibt hauptberuflich Theaterstücke und Romane. Sie lebt mit ihrer Familie in Milwaukee, Wisconsin. Quelle

inhalt

Es gab einmal einen Jungen, den ich liebte.

Logan Francis Silverstone und ich waren das komplette Gegenteil. Ich tanzte, er stand still. Er brachte kein Wort heraus, ich hörte nie auf zu reden. Er konnte sich kaum ein Lächeln abringen, während ich zu keinem einzigen finsteren Blick fähig war.

Doch in der Nacht, als er mir die Dunkelheit zeigte, die in ihm tobte, konnte ich nicht wegsehen.

Wir waren beide zerbrochen und zusammen doch irgendwie ganz. Alles an uns war falsch, und doch fühlte es sich irgendwie richtig an.
Bis zu dem Tag, als ich ihn verlor.

Es gab einmal einen Jungen, den ich liebte.

Und ich glaube, ein paar Atemzüge lang, für einige wenige Momente liebte er mich auch.

meine-meinung

Ich gebe es zu: Hätten mir nicht schon „Verliebt in Mr. Daniels“ (Rezi) und „Wie die Luft zum Atmen“ (Rezi) so gut gefallen, dann wäre „Wie das Feuer zwischen uns“ auf jeden Fall ein reiner Coverkauf geworden. Aber mittlerweile weiß ich, dass der Name Brittainy C. Cherry für sexy und dramatische Liebesgeschichten mit starken Protagonisten steht und ich beim Kauf ihrer Bücher nichts falsch machen kann.
Ich finde es super, dass Lyx die Originalcover übernommen hat, denn sie sind ein echter Blickfang.

Und wieder einmal hat es die Autorin geschafft, eine tolle Liebesgeschichte zu entwickeln, die mir an Herz und Nieren ging. Die beiden Protagonisten Alyssa und Logan könnten auf den ersten Blick nicht unterschiedlicher sein, doch unter der Oberfläche haben sie einiges gemeinsam.
Alyssa stammt aus einer wohlbehüteten Familie. Mit ihrer schrägen Schwester und ihrer strengen Mutter hat sie jedoch nicht gerade den großen Wurf gemacht. Zu dick, zu untalentiert – niemals scheint sie ihrer Mutter gut genug zu sein.
Logan hingegen stammt aus Verhältnissen, in denen Drogenmissbrauch, Vernachlässigung und häusliche Gewalt an der Tagesordnung sind. Zum Glück gibt es einige wenige Menschen, denen er zu 100% vertraut und die ihn davor bewahren, in die Dunkelheit abzudriften.

Die Geschichte umspannt einen Zeitraum von mehreren Jahren und wird abwechselnd aus der Sicht von beiden erzählt, sodass man einen guten Einblick in die Gefühle und Gedanken der Hauptcharaktere gewinnt. Ich habe Alyssa und Logan schnell ins Herz geschlossen und konnte gar nicht anders, als mir ein Happy End für sie zu wünschen – auch wenn es oftmals aussichtslos schien.

Das Buch überzeugt nicht nur durch die starken Hauptprotagonisten, sondern auch durch die gut ausgearbeiteten Nebencharaktere. Die Guten und die Bösen gehören zu dieser Geschichte einfach dazu und treiben die Entwicklung voran. Für sanfte Gemüter ist das Buch vermutlich nichts, denn es hält einige Gewaltszenen bereit. Aber auch das macht die Romane von Brittainy C. Cherry aus – nichts wird beschönigt. Ihre Geschichten wirken wie aus dem realen (kaputten) Leben gegriffen.
Durch die kurzen Kapitel, eine spannende Story und die Perspektivwechsel zwischen Alyssa und Logan war das Buch ein echter Pageturner.

Manche Formulierungen oder Dialoge könnten durchaus als kitschig bezeichnet werden, doch im Kontext der Geschichte hat mich das nicht so sehr gestört. Auch das Ende empfand ich als genau passend.

„Warum hast du mich nie aufgegeben?“
Ich zuckte mit den Schultern. „Weil manche Dinge – die besten – es immer wert sind, dafür zu kämpfen.“
(S. 329)

Gut zu wissen:

„Wie das Feuer zwischen uns“ ist der zweite Teil der Romance-Elements-Reihe. Alle Bücher sind in sich abgeschlossen und beinhalten komplett unterschiedliche Geschichten mit verschiedenen Protagonisten. Allen ist gemeinsam, dass sie einem Element zugeordnet worden, zu denen zahlreiche Assoziationen im Text auftauchen.

4 1_2 Sterne
Von mir gibt es 4,5 Sterne.

fazit

„Wie das Feuer zwischen uns“ hat mich durch eine spannende, dramatische Story und liebenswerte Protagonisten überzeugt. Wie auch die anderen Bücher der Autorin konnte ich dieses kaum aus der Hand legen. Spannung, Charaktere, Drama – hier stimmt einfach alles. Brittainy C. Cherry steht für tiefgründigen New Adult, der jedes Fanherz des Genres höher schlagen lässt.

 

 

Rezension zu „Wie die Luft zum Atmen“ von Brittainy C. Cherry

Wie die Luft
Autorin: Brittainy C. Cherry
Übersetzerin: Katja Bendels
Erschienen am: 13.01.2017
Verlag: Lyx
Genre: New Adult / Drama
Umfang: 368 Seiten
Preis: 14,00 € (broschiert)
Mehr Infos hier.

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Brittainy C. Cherrys erste große Liebe war die Literatur. Sie hat einen Abschluss der Carroll Universität in Schauspiel und Creative Writing und schreibt hauptberuflich Theaterstücke und Romane. Sie lebt mit ihrer Familie in Milwaukee, Wisconsin. Quelle

inhalt

Er küsste mich, als würde er ertrinken. Er küsste mich, als wäre ich für ihn, wie die Luft zum Atmen.

Alle hatten mich vor Tristan Cole gewarnt, mich angefleht, ihm aus dem Weg zu gehen. »Er ist ein Monster, er ist verrückt, und er ist tief verletzt, Liz«, hatten sie gesagt. »Er ist nichts als die hässlichen Narben seiner Vergangenheit.« Doch was sie alle ignorierten, war die Tatsache, dass auch ich ein bisschen verrückt und tief verletzt war, dass auch ich Narben hatte. Und keiner von ihnen bemerkte, dass ich an Tristans Seite endlich wieder atmen konnte. Denn nicht zu vergessen, wie man atmete, das war das Schwierigste, wenn man ohne die Menschen leben musste, die man von ganzem Herzen liebte.

meine-meinung

Nachdem mir „Verliebt in Mr. Daniels“ im letzten Jahr so gut gefallen hatte, war schnell klar, dass ich auch an der Romance-Elements-Reihe nicht vorbeikommen würde. Allein vom Cover her hätte ich wohl nicht zu dem Buch gegriffen, denn bärtige Bad-Boys gibt es momentan wahrlich genug auf deutschen Buchdeckeln, auch wenn ich sagen muss, dass das Model wunderbar zur Geschichte passt.

Als die jung verwitwete Elizabeth in ihren Heimatort Meadows Creek zurückkehrt, fällt ihr der Neuanfang zunächst schwer. Ein Jahr ist es her, seitdem ihr Mann Steven ums Leben kam und ihres mit in Stücke riss. Nur ihrer kleinen Tochter Emma hat Liz es zu verdanken, dass sie noch nicht vollends zerbrochen ist. Während sie versucht, ihr Leben wieder in geordnete Bahnen zu lenken, zieht nebenan der geheimnisvolle Tristan Cole ein. Sein Ruf eilt im voraus: Ein Monster soll er sein, ein A*** und ein Ungeheuer. Als Liz seinen Hund anfährt, könnte ihr erstes Aufeinandertreffen nicht schlechter verlaufen. Tristan tut alles, um ihr zu beweisen, dass die Gerüchte über ihn wahr sind. Und dennoch wagt Liz einen Blick hinter seine Fassade. Sein wildes Äußeres, die sturmumtosten Augen und seine abweisende Art hindern sie nicht daran, die Verletzlichkeit hinter Tristan Cole zu erkennen. Denn auch er kämpft mit seinem Schicksal, das mehr ist, als ein Mensch ertragen kann.

Was beginnt wie die Geschichte eines typischen Bad Boys, der mit seiner Vergangenheit fertig werden muss, entwickelt sich schnell zu so viel mehr. Echter Schmerz, tiefe Wunden, Schuldgefühle und rohe Narben verbinden Liz und Tristan auf ganz besondere Weise. Ganz langsam kommen die beiden sich näher, tasten sich Stück für Stück vorwärts, um nicht an den Scherben ihrer gebrochenen Herzen kaputt zu gehen. Die Geschichte wird ebenso feinfühlig wie derb erzählt. Detaillierte Sexszene wechseln sich mit starken Emotionen ab. Diese Story wird niemals langweilig. Während die beiden Protagonisten es ganz langsam schaffen, ihre Herzen füreinander zu öffnen, zeichnet sich aber schon die nächste Katastrophe am Horizont ab.
Gerade im letzten Viertel entwickelt sich die Geschichte zu einem regelrechten Psychothriller. Ich konnte das Buch nicht mehr aus der Hand legen und hatte gleichzeitig Angst vor dem Ende. Zu sehr waren mir die Figuren bereits ans Herz gewachsen, um sie wieder gehen zu lassen.

Neben Tristan und Liz haben sich auch die Nebenfiguren in mein Herz geschlichen. Sei es die kleine lebensfrohe Emma, Tristans treuer Hund Zeus oder Liz‘ beste Freundin Faye, die immer einen ordinären Spruch auf Lager hat – sie alle machen dieses Buch zu etwas ganz Besonderem und tragen einen wichtigen Teil zur Geschichte bei.

Die Autorin schreibt so authentisch über die Liebe und den Schmerz, dass ich beim Lesen alles nachfühlen konnte. Mehrmals habe ich ein paar Tränen vergossen, auch wenn das sonst nicht meine Art ist. Ich liebe dramatische Liebesgeschichten und bin von diesem Buch rundum überzeugt.

Zum Ende möchte ich noch gar nicht so viel verraten, außer, dass mir diese Art Finale normalerweise etwas gegen den Strich geht. Aber hier passt es zur Geschichte und den Protagonisten, deshalb finde ich die Auflösung in diesem Falle völlig okay.

5 Sterne
Von mir gibt es deshalb die volle Punktzahl.

fazit
„Wie die Luft zum Atmen“ hat mich tief berührt. Gleichermaßen roh und einfühlsam erzählt Brittainy C. Cherry die Geschichte von Liz und Tristan, die lernen müssen, die Scherben ihrer gebrochenen Herzen zu heilen, um wieder atmen zu können. Dabei gelingt ihr der Spagat zwischen herzzerreißendem Drama und erotischer New-Adult-Geschichte auf wunderbare Art und Weise. Ein rundum wundervolles Buch, das ich gerne weiterempfehle.

Rezension zu „Feel Again“ von Mona Kasten

Feel again
Autorin: Mona Kasten
Erschienen am: 26.05.2017
Verlag: Lyx
Genre: New Adult
Umfang: 480 Seiten
Preis: 12,00 € (broschiert)
Mehr Infos hier.

die-autorin
Mona Kasten wurde 1992 in Norddeutschland geboren und ist dort auch immer noch zu Hause. Wenn sie ausnahmsweise mal nicht in der Uni sitzt (oder vielleicht gerade dann), denkt sie sich Geschichten aus, in denen junge Protagonisten große und kleine Probleme bewältigen müssen. Sie lebt gemeinsam mit ihrem Mann und ihren Katzen sowie unendlich vielen Büchern, liebt Koffein in jeglicher Form, lange Waldspaziergänge und Tage, an denen sie nur schreiben kann. Die Autorin freut sich immer, von ihren Lesern auf Twitter zu hören (@MonaKasten). Weitere Informationen unter: www.monakasten.de
Quelle

inhalt
Er sollte nur ein Projekt sein – doch ihr Herz hat andere Pläne.

Sawyer Dixon ist jung, tough – und eine Außenseiterin. Seit dem Tod ihrer Eltern lässt sie niemanden an sich heran. Das ändert sich, als sie Isaac Grant kennenlernt. Mit seiner Nerd-Brille und den seltsamen Klamotten ist er eigentlich das genaue Gegenteil von Sawyers üblichem Beuteschema. Doch als Isaac, der es satthat, single zu sein, sie um Hilfe bittet, schließen die beiden einen Deal: Sawyer macht aus Isaac einen Bad Boy und darf dafür seine Entwicklung als Fotoprojekt für ihr Studium festhalten. Aber Sawyer hat nicht mit den intensiven Gefühlen gerechnet, die zwischen ihr und Isaac hochkochen.

meine-meinung
Die ersten beiden Teile der Again-Reihe (Begin Again, Trust Again) fand ich okay, aber nicht atemberaubend. Typisch New Adult, irgendwie. Meine Erwartungen waren nicht allzu hoch, als ich mich endlich an den finalen Band herangewagt habe. Umso mehr wurde ich überrascht!

Schon der Einstieg in die Geschichte fiel mir unglaublich leicht. Die taffe, sarkastische Sawyer mochte ich sofort. Ihre Sprüche fand ich klasse und ihr Stil gefiel mir ausgesprochen gut. Ich hatte sofort ein Bild zu ihr im Kopf. Endlich einmal eine etwas andere Protagonistin, die nicht den üblichen Schüchternes-Mädchen-Klischees entspricht. Zwar hat auch Sawyer ihr Päckchen zu tragen und in der Vergangenheit schlimme Dinge durchgemacht, doch ihre Geschichte erschien mir weitaus spannender und glaubwürdiger als die von Allie (Begin Again) und Dawn (Trust Again).
Und dann ist da noch Isaac: der unsichere Nerd. Ich liebe Nerds! Und auch bei ihm steckt so viel mehr hinter den bunten Klamotten, den verstrubbelten Haaren und seiner ausgeprägten Schüchternheit. Isaac muss man einfach lieben, es geht gar nicht anders.

Es hat mir so viel Freude bereitet, die Geschichte der beiden scheinbar nicht zusammenpassenden Protagonisten zu lesen und Stück für Stück mitzuerleben, wie sich Sawyer und Isaac zueinander hingezogen fühlen. Die Entwicklung war genau nach meinem Geschmack und im Gegensatz zu den beiden Vorgängerbänden konnte ich keine unnötigen Längen feststellen. So macht New Adult Spaß!

Das Buch glänzt nicht nur durch eine außergewöhnliche Lovestory, sondern vor allem durch viele liebevolle Details. Sei es Sawyers Liebe zur Fotographie, die einen großen Platz einnimmt oder Isaacs herzliche Großfamilie, genauso wie die Freundschaft zwischen Sawyer und Dawn oder Gian und Isaac – alles wird so liebevoll und authentisch beschrieben, dass ich mich stets gefühlt habe, als wäre ich mittendrin im idyllischen Woodshill.

Natürlich gibt es – wie bei allen NA-Geschichten – eine schlimme Vergangenheit, die aufgearbeitet werden muss. Sawyers Hintergrundgeschichte hat mir sehr gut gefallen, sie war dramatisch, aber dabei stets stimmig und nicht total übertrieben. Wie sich ihre Vergangenheit in ihre Gegenwart einfügt und sie Stück für Stück lernt, Gefühle zuzulassen, hat mich komplett überzeugt.

Es gibt einige erotische Szenen, die auch durchaus detailliert beschrieben werden. Dabei wirkt der Sex im Buch aber nie ordinär oder fremdschäm-furchtbar. Der Autorin hat in diesem Buch ein Händchen für geschmackvolle Liebesszenen bewiesen.

5 Sterne
Für diese wundervolle Geschichte gibt es von mir die volle Punktzahl.

fazit
„Feel Again“ von Mona Kasten hat alles, was einen guten New-Adult-Roman ausmacht. Ausgefallene Protagonisten überzeugen mit einer tollen Liebesgeschichte, die nicht den gängigen Klischees entspricht. Viele liebevoll eingearbeitete Details und sympathische Nebenfiguren machen das Buch zu etwas ganz Besonderem. Ich habe die Geschichte um die rockige, verschlossene Sawyer und den schüchternen Isaac geliebt und möchte sie euch unbedingt weiterempfehlen.

Gastrezension von Lebens(LeseLiebe)Lust zu „Trust Again“ von Mona Kasten

Im letzten Jahr haben die liebe Inka und ich bereits eine Interview-Gast-Rezension zu einem gemeinsam gelesenen Buch verfasst. Damals haben wir Infernale von Sophie Jordan gelesen und auf unseren Blogs vorgestellt. Weil uns die Aktion so viel Spaß gemacht und auch bei unseren Lesern so viel Anklang gefunden hat, wollten wir sie gerne wiederholen. Lesegemeinsamkeiten haben Inka und ich viele und so fiel uns auch die Auswahl nicht schwer. „Trust Again“ von Mona Kasten sollte es sein, das auch vor kurzem erst erschienen ist.

trust-again

Autorin: Mona Kasten

Erschienen am: 13.01.2017

Verlag: LYX

Genre: New Adult

Umfang: 480 Seiten

Preis: 12,00 € (broschiert)

Mehr Infos hier.

die-autorin

Mona Kasten wurde 1992 in Norddeutschland geboren und ist dort auch immer noch zu Hause. Wenn sie ausnahmsweise mal nicht in der Uni sitzt (oder vielleicht gerade dann), denkt sie sich Geschichten aus, in denen junge Protagonisten große und kleine Probleme bewältigen müssen. Sie lebt gemeinsam mit ihrem Mann und ihren Katzen sowie unendlich vielen Büchern, liebt Koffein in jeglicher Form, lange Waldspaziergänge und Tage, an denen sie nur schreiben kann. Die Autorin freut sich immer, von ihren Lesern auf Twitter zu hören (@MonaKasten). Weitere Informationen unter: monakasten.de.

inhalt

Sie hat mit der Liebe abgeschlossen – Er weigert sich, sie aufzugeben.

In dem Moment, in dem sie Spencer Cosgrove zum ersten Mal gegenübersteht, weiß Dawn, dass sie ein Problem hat. Ein großes Problem. Spencer ist sexy, charmant und lustig, genau ihr Typ – und er beginnt augenblicklich mit ihr zu flirten. Doch Dawn hat sich geschworen, die Finger von Männern zu lassen. Zu tief sitzt der Schmerz, den sie empfindet, weil sie der falschen Person vertraut hat, zu groß ist die Wunde, die sein Verrat hinterlassen hat. Aber Spencer gibt nicht auf. Und als Dawn herausfindet, dass auch er ein herzzerreißendes Geheimnis verbirgt, wird ihr klar, dass sie keine Chance hat gegen die Art und Weise, wie er ihre Welt auf den Kopf stellt …

interview


Wie war dein erster Leseeindruck?

Ich gestehe, dass ich schon in Band 1 Dawn sehr sympathisch, witzig und interessant fand. Und nein, das lag nicht nur daran, dass sie wie ich klein und rothaarig ist. Naja, vielleicht ein bisschen :). Die Handlung setzte gleich urkomisch ein, dass ich lauthals lachen musste. Zumal ist es der Autorin geglückt einen guten Übergang der beiden in sich abgeschlossenen Geschichten zu finden.
Anfänglich war ich sehr begeistert von der anbahnenden Lovestory, dem prickelnden Hin und Her und auch dem Schreibstil.

Haben sich deine Erwartungen an das Buch erfüllt?

Leider nein. Das erste Buch fing auch sehr gut an und wurde mir dann schnell „zu viel“. Zu viele Dinge, die mich störten, häuften sich. Auch wenn dieser Part hier erst später eintraf, kam er. Dawn steht nicht zu ihrem Hobby, versteckt sich auf fast lächerliche Weise, reagiert wie ein Teenager. Die anfänglichen nachvollziehbaren Probleme werden teilweise zu sehr ausgeschlachtet und waren mir gegen Ende zu sehr RTL-Niveau. Konnte ich bis zur Hälfte das Buch vor Lesefreude kaum aus der Hand legen, so fiel mir gerade das Lesen gegen Ende immer schwerer. Die Grundidee allerdings ist gut, der Schreibstil jugendlich und flüssig, nur die Ausarbeitungen der Charaktere waren mir zu jung, zu unausgegoren, zu stereo-typisch.

Was hat dir an den beiden Protagonisten gefallen oder hat dich gar etwas gestört?

Dawn mag ich vom Aussehen und vom Verhalten, denn sie ist eine fürsorgliche Freundin, die sich stets für ihre Freunde einsetzt. Ich liebe das Katz- und Mausspielen, das sie mit Spencer treibt. Es ist so aufregend, dass man Kribbeln im Bauch bekommt! Die beiden harmonisieren auf eine unglaubliche Weise miteinander – trotz (oder gerade wegen?) der Kabbeleien. Ich liebe das ewige Necken und Flirten!

Doch es gab auch negative Aspekte. Dawn hat ein sehr spezielles Hobby, für das sie sich schämt. Klar, das Buch spielt in der prüden USA, dennoch war mir das Problem zu weit hergeholt und zu sehr aufgebauscht. Außerdem habe ich mich über das Verhalten der erwachsenen Frau geärgert. Entweder ich mache es und stehe dazu, oder ich muss meine Hobbys überdenken!
Über Spencer kann ich nicht meckern, der gefiel mir sehr! Er hat zwar seine dunklen Geheimnisse, aber er ist auch einfühlsam und stark. Ein richtiger Mann!

Beschreibe sie anschließend mit drei Adjektiven!
 

Dawn aufgekratzt, loyal, fürsorglich

Spencer heiß :D, beschützend, unnahbar


Wie hat dir der Schreibstil gefallen?

Wesentlich besser und fließender als in Band 1. Wären die Schwächen der Protagonisten nicht gewesen, wäre es für mich ein perfektes kurzweiliges Buch aus dem Genre New Adult gewesen! Man folgt ganz leicht den Zeilen und kommt zügig voran. Auch wenn hier dem ein oder anderen Tiefgang fehlen mag, so ist es dem Genre angemessen und konnte mich stets überzeugen!


Wirst du die Reihe weiterverfolgen?
Leider nein, da mich das Buch doch in einigen Punkten enttäuscht hat und mich die kommenden Protagonistin nur wenig reizt. Gerne lasse ich mich aber von Empfehlungen umstimmen!


Was erwartest du von Band 3?

Ich befürchte, es wird zu stereotypisch. Rotzgöre mit weichem Kern – und das haben wir schon viel zu oft gelesen. Sicher wird es wieder ein Hin und Her geben, prickelnde Szenen und ein Happy-Ending. Sollte letzteres nicht eintreten, nehme ich alles zurück und lese das Buch – auch wenn ich mich dann schon selbst gespoilert hätte, denn es wäre mal etwas Mutiges und Neues.


Was hat dir an der Geschichte nicht gefallen und warum?

Wie schon erwähnt, fand ich Dawns Verhalten leider oft nicht nachvollziehbar und überzogen. Ihre Vorgeschichte fand ich passend zur prüden USA, auch wenn ich nicht verstehe, dass eine Trennung gleich viel schlimmer ist, wenn man… nein, das verrate ich nicht!

Gegen Ende zog sich leider das Jugendbuch etwas. Viele prickelnde Szenen, wenig Inhalt. Hier hätte man locker 80 Seiten raffen können!


Wie lautet dein Fazit zum Buch?

Ich bin hin- und hergerissen, denn zu Anfang war ich sehr sehr begeistert von dem Buch, der Liebesgeschichte und vor allem dem anziehenden Spencer Cosgrove und las bis in die Nacht hinein. Doch gerade gegen Ende gab es zu viele Kritikpunkte, zu viele Längen, zu viele nervige Szenen! Wer einfach mal abschalten möchte und sich mit einer komplizierten Liebesgeschichte anlenken möchte, sollte unbedingt hier zugreifen!


Welchen Lesern würdest du das Buch empfehlen?

Junge Leser von Abbi Glines, die New und Young Adult lieben, werden hier ihren Spaß haben! Obwohl ich selbst 27 Jahre alt bin, weiß ich nicht, ob ich es Lesern meines Alters empfehlen kann.

vier
Inka vergibt für Trust Again 3,5 Punkte.
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Wie gefällt euch unsere Aktion? Sollten wir das vielleicht öfter machen?
Wenn ihr wissen möchtet, wie mir Trust Again gefallen hat, dann schaut unbedingt auf Lebens(LeseLiebe)Lust vorbei 🙂

Rezension zu „Begin Again“ von Mona Kasten

begin-again
Autorin: Mona Kasten

Veröffentlicht am: 14.10.2016

Veröffentlicht bei: Lyx

Genre: New Adult

Umfang: 496 Seiten (inkl. Leseprobe zu Trust Again)

Preis: 12,00 € (broschiert)

Mehr Infos hier.

Die Autorin:

Mona Kasten, geboren 1992, lebt mit ihrem Mann und zwei Katzen im Norden Deutschlands. Ihre Vorliebe für Kaffee und Schokolade ist mindestens so groß wie ihre Faszination für Worte, die sich bereits im Kindesalter tief in ihr verankert hat. Wenn sie nicht gerade schreibt oder liest, vloggt sie über Bücher, Filme und alles, was sonst noch Lebensfreude macht.

Inhalt:

Er stellt die Regeln auf – sie bricht jede einzelne davon. 

Noch einmal ganz von vorne beginnen – das ist Allie Harpers sehnlichster Wunsch, als sie für ihr Studium nach Woodshill zieht. Dass sie ausgerechnet in einer WG mit einem überheblichen
Bad Boy landet, passt ihr daher gar nicht in den Plan. Kaden White ist zwar unfassbar attraktiv – mit seinen Tattoos und seiner unverschämten Art aber so ziemlich der Letzte, mit dem Allie
sich eine Wohnung teilen möchte. Zumal er als allererstes eine Liste von Regeln aufstellt. Die wichtigste: Wir fangen niemals etwas miteinander an! Doch Allie merkt schnell, dass sich hinter
Kadens Fassade viel mehr verbirgt als zunächst angenommen. Und je besser sie ihn kennenlernt, desto unmöglicher wird es ihr, das heftige Prickeln zwischen ihnen zu ignorieren …

Meine Meinung:

Dieses Buch war im Oktober in aller Munde – und auf alles Social Media Plattformen anzutreffen. Auch ich war sehr gespannt auf Mona Kastens Verlagsdebüt und konnte es nicht abwarten, das Buch in der Hand zu halten.

Der Einstieg fiel mir sehr leicht, denn die Geschichte hat mich sofort in ihren Bann gezogen. Monas angenehmer Schreibstil ließ mich nur so durch die Seiten fliegen.
Allie gefiel mir als Protagonistin richtig gut. Sie weiß, was sie will und tut alles dafür, um es zu bekommen. Kaden geht sie anfangs aus dem Weg. Ich fand es toll, dass sie keine dieser weichgespülten Romanheldinnen war, die sofort zerfließen, wenn sie den Mann ihrer Träume sehen und plötzlich keinen anderen Lebensinhalt mehr haben, als Bad Boy Nummer 145. Doch leider wandelt sich Allie zum Ende hin und lässt sich Dinge gefallen, die für mich persönlich unentschuldbar wären. Egal, wie sehr man in jemanden verliebt ist, niemand sollte sich so behandeln lassen.
Kaden empfand ich einerseits zwar als klischeehaft beschrieben, andererseits hat mich seine mürrische Art gut unterhalten. Anfangs behandelt er Allie richtig scheiße und man möchte ihn am liebsten dafür hassen, aber man kann es nicht. Für seine guten Seiten möchte man ihn küssen, aber am Ende hat er sich für meinen Geschmack zu viel geleistet, was unverzeihlich ist. Dennoch lieben wir Bad Boys, oder etwa nicht?

Warum Allie nach Woodshill gezogen ist und sich neu erfunden hat, wird erst langsam im Laufe der Geschichte klar. Somit bleibt die Spannung erhalten. Als Kaden daraufhin jedoch total austickt und wieder anfängt, sich wie ein Arsch zu benehmen, konnte ich seine Gründe dafür nicht vollends nachvollziehen. Sein Motiv war mir nicht stark genug und hat mich leider nicht überzeugt.

Richtig gut gefallen haben mir die Dialoge. Sie waren authentisch, teilweise witzig und immer auf den Punkt gebracht. Würde ich nur die Dialoge bewerten, gäbe es sofort volle Punktzahl. Sie waren aus dem Leben gegriffen und haben der Geschichte Pepp verliehen, wenn ausufernde Beschreibungen und Gedankengänge manchmal zu viel des Gutes waren.Ab der Mitte des Buches fiel es mir leider etwas schwerer, am Ball zu bleiben. Da hat mir die Spannung gefehlt. Trotzdem lies es sich gut und flüssig lesen.

Ein klarer Pluspunkt sind die sympathischen Nebencharaktere, die Allie und Kaden als Freunde haben. In den folgenden Bänden wird es mit einigen von ihnen weitergehen. Ob ich diese Bände auch lesen werde, weiß ich aber noch nicht.

Begin Again zählt zum Genre New Adult und natürlich kann man das Rad nicht neu erfinden. Mich hat die Story stark an Colleen Hoovers Ugly Love erinnert. Wer dieses Buch mochte, wird hier also gut aufgehoben sein.
Insgesamt hat mir Begin Again, trotz einiger Längen und des wechselhaften Verhaltens der Charaktere, gut gefallen. Von mir gibt es solide 4 Sterne.

4 Sterne

Fazit:

Mit Begin Again ist Mona Kasten ein überzeugender und gefühlvoller New-Adult-Roman gelungen, der auch in die Tiefe geht. Neben der eigentlichen Liebesgeschichte haben mir besonders die lebensechten Dialoge und die sympathischen Nebenfiguren gefallen. Ob die Story überzeugt, muss jeder für sich selbst entscheiden. Ich kann das Buch allen Fans des Genres empfehlen.

Rezension zu „Was auch immer geschieht“ von Bianca Iosivoni

Was auch immer geschieht

Autorin: Bianca Iosivoni

Erscheinungsdatum: 01.07.2016

Veröffentlicht bei: Lyx

Genre: New Adult

Umfang: 332 Seiten

Preis: 6,99 € (E-Book) bzw. 10 € (Taschenbuch, erscheint am 11.11.2016)

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Die Autorin:

Schon seit frühester Kindheit ist Bianca Iosivoni, geb. 1986, von Geschichten fasziniert. Mindestens ebenso lange begleiten diese Geschichten sie durch ihr Leben. Den Kopf voller Ideen begann sie als Teenager mit dem Schreiben und kann sich seither nicht vorstellen, je wieder damit aufzuhören. Quelle

Inhalt:

Sieben Jahre ist es her, seit Callie und Keith sich zuletzt gegenüberstanden. Damals, kurz nach Callies dreizehntem Geburtstag, war ihr Vater bei einem schrecklichen Autounfall ums Leben gekommen – einem Unfall, an dem Keith die Schuld trug. Callie konnte ihrem Stiefbruder nie verzeihen. Noch heute leidet sie unter den Erinnerungen an das schreckliche Ereignis. Doch als sie für den Highschoolabschluss ihrer kleinen Schwester in das Haus ihrer Stiefmutter zurückkehrt, begegnet sie Keith zum ersten Mal nach all den Jahren wieder. Sofort flammen ihre Wut und ihr Hass auf ihn auf. Aber auch die gefährlichen Gefühle, die Keith schon damals in ihr ausgelöst hat …

Meine Meinung:

Die guten Bewertungen dieses New-Adult-Romans haben mich neugierig gemacht. Ich habe mich gefreut, als das E-Book über Netgalley zur Verfügung stand und nicht lange gezögert. Vielen Dank an dieser Stelle für das Rezensionsexemplar.

Kurz zum Inhalt: Die Protagonistin Callie muss einen schweren Schicksalsschlag überwinden, mit dem sich auseinanderzusetzen sie in den letzten Jahren völlig verdrängt hat. Auch ihr Highschool-Schwarm und Stiefbruder Keith war sieben Jahre lang aus ihrem Leben und ihren Gedanken verschwunden, bis sie ihm am Flughafen begegnet und zunächst nicht wiedererkennt. Sofort sprühen die Funken zwischen Callie und dem attraktiven Unbekannten, doch als sich herausstellt, dass es Keith ist, der ebenfalls den Sommer über nach Hause zurückgekehrt ist, fährt Callie ihre Scheuklappen wieder hoch und schaltet sofort in den Verdrängungs- und Hassmodus. Ihre Devise lautet: bloß nicht mit der Vergangenheit beschäftigen, sondern alles schön unter den Teppich kehren. Lieber hält sie an den Erinnerungen an ihren Vater fest und studiert ihm zuliebe sogar Medizin, obwohl das Studium sie aufzehrt und nicht glücklich macht.

Callie ist nicht so eine weichgespülte Protagonistin, wie man sie in manchen NA-Romanen findet, sondern geht ihren eigenen Weg und kann auch ganz schön stur sein. Sie hat in ihrem jungen Leben bereits ihre zwei Elternteile verloren und leidet noch immer sehr darunter. Ihre Schwester Holly und ihre Stiefmutter Stella bedeuten ihr alles.

Keith kommt zunächst wie der typische Badboy rüber: verdammt gut aussehend, immer ein überhebliches Grinsen im Gesicht, mit einer gehörigen Portion Arroganz ausgestattet und natürlich kein Kind von Traurigkeit. Dennoch liegt mehr unter seiner harten Schale und auch er kämpft mit den Geistern der Vergangenheit. Er ist ein vielschichtiger Protagonist, den ich von Anfang an mochte, mehr sogar als Callie.

Zwischen den beiden sprühen die Funken und sie haben große Mühe, sich voneinander fernzuhalten. Denn obwohl Callie sich irgendwann eingestehen muss, dass ihre kleine Schwärmerei für Keith viel mehr ist, quälen sie zwei Probleme:
1. Er ist Schuld am Tod ihres Vaters und das kann sie ihm niemals verzeihen
2. Er ist ihr Stiefbruder und ihre Gefühle füreinander haben in diesem Quasi-Verwandtschaftsverhältnis nichts zu suchen.

Bianca Iosivoni hat einen tollen, bildhaften Schreibstil. Ich habe es richtig genossen, ihre Worte in mich aufzunehmen und habe das Buch wie einen Film vor meinem inneren Auge ablaufen sehen. Bitte mehr davon!
Am besten haben mir die Dialoge gefallen. Die sind auf den Punkt gebracht und unglaublich gut gelungen. Treffende Dialoge zu schreiben ist eine Kunst, die nicht jeder Autor beherrscht. Hier stimmt einfach alles, es gab keine Ausschweifungen und auch keine Knappheiten.
Geschichten über Stiefgeschwister scheinen gerade wieder in zu sein, trotzdem ist dieses Buch etwas anderes und bietet noch mehr Tiefgründigkeit, als nur das eine Problem: Stiefbruder und Stiefschwester verlieben sich verbotenerweise ineinander. Die gesamte Handlung mit all ihren Wendungen und allen Nebenfiguren, die zum Verlauf beigetragen haben, hat mir sehr gut gefallen.

Kritisieren muss ich leider das komplette zweite Drittel des Buches, das sich für mein Empfinden endlos gezogen hat. Callie verliert sich in ihren Gedanken und stellt sich immer wieder die gleichen Fragen. Der innere Monolog hat so sehr überhandgenommen, dass diese ständigen Wiederholungen meine Lesefreude drastisch geschmälert haben. Ich empfand die ganze Story im zweiten Drittel als viel zu sehr in die Länge gezogen. Das hat dazu geführt, dass ich das Buch zwischenzeitlich abgebrochen und ein anderes gelesen habe, was ich sonst so gut wie nie tue. Wäre dieser lange, unspannende Part nicht gewesen, würde meine Bewertung besser ausfallen. Wirklich schade.

Dafür hat mir die Geschichte ab ca. 80% wieder gefallen. Das Ende empfand ich als gut gelungen und mitreißend gestaltet. Sprachlich hat die Autorin hier noch mal alles herausgeholt und mich sehr gefesselt, weil ich unbedingt wissen wollte, wie es ausgeht. Das hätte ich vorher nicht mehr für möglich gehalten.

Für den Epilog dagegen hätte ich gewünscht, dass er zu einem späteren Zeitpunkt einsetzt, weil er für meinen Geschmack noch zu viele Fragen offen lässt. Sicher ist es so gewollt, dass der Neubeginn im Vordergrund steht und das finde ich auch vollkommen in Ordnung, nur leider habe ich mich viele Dinge gefragt, die nicht (mehr) geklärt werden, obwohl sie vorher angeschnitten wurden.

3_1_2 Sterne

Fazit:

„Was auch immer geschieht“ ist eine insgesamt gut gelungene New-Adult-Geschichte, die positiv aus dem sehr überladenen Genre heraussticht. Der leichte, bildhaft schöne Schreibstil und die sympathischen Charaktere haben mir gut gefallen. Leider gab es innerhalb der Geschichte viele Längen und für meinen Geschmack zu viel inneren Monolog, die meine Lesefreude über einen längeren Zeitraum drastisch geschmälert haben. Trotz dieser kleinen Schwächen hat mich das Ende versöhnt. Wenn ihr gefühlvolle New-Adult-Stories mit Tiefgang sucht, solltet ihr hier zugreifen.

Rezension zu „Zurück ins Leben geliebt“ von Colleen Hoover

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Autorin: Colleen Hoover

Erscheinungsdatum: 22.07.2016

Veröffentlicht bei: dtv

Genre: New Adult / Liebe / Drama

Umfang: 368 Seiten

Preis: 12,95 € (Klappenbroschur)

Mehr Infos hier.

Die Autorin:

Colleen Hoover stand mit ihrem Debüt ›Weil ich Layken liebe‹, das sie zunächst als eBook veröffentlichte, sofort auf der Bestsellerliste der ›New York Times‹. Mittlerweile hat sie auch in Deutschland die SPIEGEL-Bestsellerliste erobert. Mit ihren zahlreichen Romanen, die alle zu internationalen Megasellern wurden, verfügt Colleen Hoover weltweit über eine riesengroße Fangemeinde. Sie lebt mit ihrem Mann und ihren drei Söhnen in Texas. Quelle

Inhalt:

Als Tate zum Studium nach San Francisco zieht, stolpert sie dort gleich am ersten Abend über Miles Archer: Miles, der Freund ihres Bruders, der niemals lächelt, meistens schweigt und offensichtlich eine schwere Bürde mit sich herumträgt. Miles, der so attraktiv ist, dass Tate bei seinem Anblick Herzflattern und weiche Knie bekommt. Miles, der, wie er selbst zugibt, seit sechs Jahren keine Frau mehr geküsst hat. Miles, von dem Tate sich besser fernhalten sollte, wenn ihr ihr Gefühlsleben lieb ist …

Meine Meinung:

Lange habe ich mich auf das neue Buch von Colleen Hoover gefreut. Von den Bloggern, die es schon auf Englisch gelesen haben, wusste ist, dass es sehr gut sein soll. Entsprechend neugierig war ich. Dieses Buch ist etwas anders, als ihre bisher ins Deutsche übersetzten Bücher: es enthält explizite Erotikszenen und wird daher erst ab 16 Jahren empfohlen.

Die Geschichte wird abwechselnd aus Miles‘ und Tates Perspektive in der Ich-Form erzählt. Während Tate die Geschehnisse im Jetzt beschreibt, erfährt der Leser, was Miles vor sechs Jahren zugestoßen ist. Diese Rückblenden waren es auch, die ich am interessantesten fand – teilweise sogar spannender als die Haupthandlung der Jetzt-Zeit.

Auf den ersten Blick ist Miles der typische Bad Boy: heiß, wortkarg, ausschließlich an Sex interessiert und ansonsten sehr abweisend Tate gegenüber. Normalerweise würde die selbstbewusste, junge Tate, die ihre Ziele klar vor Augen hat, sich gar nicht auf diesen Typ Mann einlassen, doch von Miles kommt sie einfach nicht los. Zwischen den beiden herrscht eine unbeschreibliche, knisternde Anspannung, die sich schnell in einem überraschenden Kuss entlädt. Je näher sie sich kommen, umso mehr nimmt das Unheil seinen Lauf. Während Tate bereits ahnt, dass es ihr unmöglich ist, eine ausschließlich körperliche Beziehung zu Miles einzugehen, legt er zwei simple Regeln für sie fest:

1. Frage nicht nach meiner Vergangenheit
2. Erwarte keine gemeinsame Zukunft

So schwer es Tate auch fällt, sie stimmt zu. Es kommt, wie es kommen musste – Miles wird immer mehr zum Arschloch, Tate leidet und sieht trotzdem weiterhin keinen Ausweg, als sich dennoch mit ihm zu treffen und wenigstens das winzige bisschen körperliche Aufmerksamkeit zu bekommen, das er bereit ist, ihr zu geben. Und trotzdem gibt es immer wieder diese Momente, in denen Tate spürt, dass da mehr zwischen ihnen ist. Miles öffnet sich ihr, ob er will oder nicht. Doch immer, wenn er gerade einen Schritt auf sie zugegangen zu sein scheint, geht er zwei zurück – und macht alles nur noch schlimmer.

Die beiden Protagonisten stehen im absoluten Fokus der Geschichte. Vor allem Tate wächst dem Leser schnell ans Herz. Obwohl manch einer sich vielleicht fragt, warum sie das alles mit sich machen lässt, konnte ich sie gut verstehen. Colleen Hoover beschreibt die Achterbahn ihrer Gefühle, Tates innere Zerrissenheit und ihren Schmerz so authentisch, als wäre man sie selbst.
Wie oben bereits angekündigt, gibt es einige Erotikszenen, die sich auch gerne mal über mehrere Seiten hinziehen. Vielleicht habt ihr ja meine Diskussion zum Thema „Sex in Büchern“ mitverfolgt, jedenfalls passt dieses Buch sehr gut hinein – und zwar als äußerst positives Beispiel, wie ich finde. Der körperliche Part gehört untrennbar zur Geschichte, ohne ihn wäre sie eine völlig andere, aber er steht nicht allein im Mittelpunkt. Die Szenen sind geschmackvoll beschrieben, niemals over the top und haben mir insgesamt gut gefallen.

Neben Miles und Tate gibt es noch einige sympathische Nebencharaktere. Da wären zum einen Tates älterer Bruder Corbin, der – genau wie Miles – Pilot ist und viel unterwegs. Er nimmt ihr gegenüber die Beschützerrolle ein und sorgt sich um seine kleine Schwester.
Ein kleines Highlight im Buch war der 80-jährige Cap, der in dem Appartmenthochhaus, in dem Tate, Miles und Corbin wohnen, die Fahrstühle bedient, um seiner einsamen Wohnung zu entfliehen. Von ihm erhält Tate viele wertvolle Lebensweisheiten, obwohl er sich nie einmischt oder sich aufdrängt. Der Leser erfährt auch Caps eigene, traurige Geschichte, die der von Tate gar nicht so unähnlich ist.

Zum Schreibstil muss ich nicht viel sagen. Colleen Hoover schreibt leicht und flüssig und dennoch sehr emotional. Sie schafft es spielend, den Leser in den Strudel der Gefühle hineinzuziehen, den ihre Charaktere durchleben müssen und entlockt sicher auch der ein oder anderen ein paar Tränchen.

Obwohl mir das Buch insgesamt ganz gut gefallen hat, muss ich für mich feststellen, dass es nicht Colleen Hoovers bestes Buch ist. Das ist und bleibt – in meinen Augen – „Love and Confess“. Ähnlich wie bei „Maybe Someday“ fand ich die Handlung bei „Zurück ins Leben geliebt“ teilweise etwas unnötig in die Länge gezogen. Und obwohl es auf den letzten 50 Seiten nochmal sehr emotional wird, fand ich das letzte Kapitel sehr übertrieben. Ich bin ein Fan von realistischen Enden und mag es nicht so überzogen.
Insgesamt vergebe ich deshalb gute 4 Sterne.

4 Sterne
Fazit:

Das neue Buch von Colleen Hoover enthält wieder alle Elemente, die ich bei meiner Lieblingsautorin liebe und schätze: eine verzwickte Lovestory, vielschichtige Charaktere, ein Problem, das es zu überwinden gilt, etwas Drama und Emotionen pur. Im Gegensatz zu ihren anderen Büchern, die bisher ins Deutsche übersetzt wurden, hält „Zurück ins Leben“ geliebt einige Erotikszenen bereit, die aber durchaus gut gelungen und niemals anstößig sind.
Meine Empfehlung für alle Fans der Autorin und Liebhaber von dramatischen Liebesgeschichten.