Rezension zu „No Return: Geheime Gefühle“ von Jennifer Wolf

No return 1
Autorin: Jennifer Wolf
Erschienen am: 01.06.2017
Verlag: Carlsen Impress
Genre: Gay Romance
Umfang: 226 Seiten
Preis: 3,99 € (E-Book only)
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die-autorin

Jennifer Wolf lebt mit ihrem Mann und ihrer Tochter in einem kleinen Dorf zwischen Bonn und Köln. Aufgewachsen ist sie bei ihren Großeltern und es war auch ihre Großmutter, die die Liebe zu Büchern in ihr weckte. Aus Platzmangel wurden nämlich alle Bücher in ihrem Kinderzimmer aufbewahrt und so war es unvermeidbar, dass sie irgendwann mal in eins hineinschaute. Als Jugendliche ärgerte sie sich immer häufiger über den Inhalt einiger Bücher, was mit der Zeit zu dem Entschluss führte, einfach eigene Geschichten zu schreiben. Quelle
inhalt

Bandboys in Love

Sie sind die angesagtesten Jungs der gesamten Vereinigten Staaten. Wo auch immer sich die Boyband WrongTurn hinbewegt, folgen ihnen Mädchenkreischen, Liebesbotschaften und nicht selten sogar Heiratsanträge. Teil einer solchen Band zu sein, ist nicht immer leicht, aber das ist es nicht, was den 19-jährigen Songwriter Tony in letzter Zeit aus der Bahn wirft. Denn Tony ist verliebt. In einen Jungen. Und niemand auf der Welt darf es erfahren. Nicht seine Fans, nicht die strenge Bandmanagerin oder die ihnen auf Schritt und Tritt folgenden Reporter und schon gar nicht seine erzkatholischen Eltern. Aber vor allem nicht sein bester Freund und Bandleader Andrew…

meine-meinung
Einiger Blogger durften das Buch bereits vorab lesen und waren schwer begeistert. Nachdem mir die Geschichten der Jahreszeiten von Jennifer Wolf und insbesondere die Gay Romance „Tagwind“ so gut gefallen hatte, wollte ich auch ihr neues Werk unbedingt lesen. Die Gelegenheit dazu bekam ich, als ich das E-Book bei einer Leserunde auf Lovelybooks gewonnen habe. Vielen Dank dafür an dieser Stelle!

Die neue Story spielt im turbulenten Musikbusiness. WrongTurn sind die angesagteste Boyband der USA und mit ihrer Musik megaerfolgreich. Die fünf Jungs lassen Mädchenherzen höher schlagen und sind für jeden Spaß zu haben. Vor allem ihr heimlicher Frontman und Mädchenschwarm Andrew ist heiß begehrt. Auf Tour ist sein Bandkollege Tony so etwas wie sein Zuhause. Die beiden kennen sich seit vielen Jahren und sind die allerbesten Freunde. Doch, was keiner weiß: Tony ist schwul und heimlich in Drew verliebt.

Die Geschichte wird aus Tonys Perspektive in der Ich-Form erzählt. Dem Sohn erzkatholischer Eltern fällt es schwer, mit seiner Homosexualität umzugehen. Niemand weiß davon und das muss auch so bleiben. Nicht nur seine Eltern würden ihn verstoßen, wenn die Wahrheit ans Licht käme, auch das Management der Band wäre nicht begeistert. Immerhin wurde vertraglich festgehalten, dass die fünf Jungs für die Öffentlichkeit heterosexuelle Singles sein müssen. Doch eine kleine, hartnäckige Gruppe Fans shippt Tony und Drew und verbreitet unter dem Hashtag #Anton Fotos und Videos im Netz, die von einer heimlichen Romanze künden. Als Tony davon erfährt, wünscht er sich nichts sehnlicher, als dass die Gerüchte wahr wären. Für ihn wird es immer schwerer, Drews Nähe zu ertragen. Drews unbekümmerten Flirts und freundschaftlichen Berührungen reißen Tony schier das Herz aus der Brust. Außerdem schämt er sich für seine Gedanken und Gefühle, die ihm zeitlebens als unnormal und pervers eingetrichtert worden.

Wie auch in ihren anderen Büchern erzeugt die Autorin intensive Emotionen, die der Leser durch den Protagonisten und seine innere Zerrissenheit nachfühlen kann. Nichts bleibt dem armen Tony erspart und mehr als einmal fragt man sich: Wie kann ein Mensch das ertragen? Doch dann erhält er überraschend Unterstützung und beginnt langsam mit sich ins Reine zu kommen.

Die Beziehung zwischen Andrew und Tony ist geprägt von Heimlichkeiten und Missverständnissen. Bis zum Ende habe ich mit den beiden mitgefiebert und mir gewünscht, dass sie zueinander finden. Der gemeine Cliffhanger am Ende des ersten Bandes hat mir dabei einen Strich durch die Rechnung gemacht, doch bereits im August erscheint der Folgeband mit dem Titel „Versteckte Liebe“. Da der erste Band für meinen Geschmack noch recht unschuldig war, hoffe ich auf etwas mehr (natürlich jugendfreie) Erotik bei der Fortsetzung.

Insgesamt hat mir die Geschichte gut gefallen. Meine Erwartungen wurden erfüllt und die knapp 200 Seiten sind auf meinem Kindle nur so verflogen. Der Schreibstil der Autorin gefällt mir ausgesprochen gut und bringt die starken Emotionen der Protagonisten wunderbar zur Geltung.
Die Geschichte hat mich sehr an „Don’t kiss Ray“ von Susanne Mischke erinnert. Auch in diesem Buch geht es um eine „heimliche“ Liebe vor dem Hintergrund einer Boyband. Jedoch wurde in Mischkes Roman das Problem mit der Vertragsklausel gut gelöst, was hier leider (noch) gar nicht der Fall ist. Im Gegenteil – die Jungs scheinen sie einfach kampflos hinzunehmen. Da erhoffe ich mir vom Folgeband eine überzeugende Lösung.

4 SterneVon mir gibt es vier Sterne.

fazit

„Geheime Gefühle“ ist der emotionale Auftakt der Gay-Romance-Dilogie „No Return“. Vor dem Hintergrund des Musikbusiness wird die spannende Liebesgeschichte der Boybandmitglieder Tony und Andrew erzählt, die viele Aufs und Abs durchleben müssen. Wie bei ihren anderen Büchern konnte ich auch im neuesten Werk von Jennifer Wolf mitlieben, -leiden und -hoffen. Für Fans des Genres eine klare Empfehlung!

Rezension zu „Den Mund voll ungesagter Dinge“ von Anne Freytag

Mundvoll

Autorin: Anne Freytag

Erschienen am: 06.03.2017

Veröffentlicht bei: Heyne fliegt

Genre: Jugendbuch / Liebe

Umfang: 400 Seiten

Preis: 14,99 € (broschiert)

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die-autorin
Anne Freytag, geboren 1982, hat International Management studiert und für eine Werbeagentur gearbeitet, bevor sie sich ganz dem Schreiben widmete. Die Autorin veröffentlichte bereits mehrere Romane für Erwachsene, unter anderem unter ihrem Pseudonym Ally Taylor. Mit ihrem ersten Jugendbuch Mein bester letzter Sommer schrieb sie sich direkt in die Herzen ihrer Leser. Der Roman wurde von Buchhändlern und der Presse gleichermaßen gefeiert und nun auf der Leipziger Buchmesse für den Deutschen Jugendliteraturpreis 2017 nominiert. Anne Freytag liebt Musik, Serien sowie die Vorstellung, durch ihre Geschichten tausend und mehr Leben führen zu können.

In diesem Leben wohnt und arbeitet sie derzeit in München – wenn sie nicht gerade in ferne Länder und fremde Städte reist. Manchmal auch nur in Gedanken …
Quelle

inhalt
Wenn Sophie es sich aussuchen könnte, wäre ihr Leben simpel. Aber das ist es nicht. Und das war es auch nie. Das fängt damit an, dass ihre Mutter sie direkt nach der Geburt im Stich gelassen hat. Und endet damit, dass Sophies Vater plötzlich beschließt, mit seiner Tochter zu seiner Freundin nach München zu ziehen. Alle sind glücklich. Bis auf Sophie.

Was hat es bloß mit dieser verdammten Liebe auf sich? Sophie selbst war noch nie verliebt. Klar gab es Jungs, einsam ist sie trotzdem. Bis sie in der neuen Stadt auf Alex trifft. Das Nachbarsmädchen mit der kleinen Lücke zwischen den Zähnen, den grünen Augen und dem ansteckenden Lachen. Zum ersten Mal lässt sich Sophie voll und ganz auf einen anderen Menschen ein. Und plötzlich ist das Leben neu und aufregend. Bis ein Kuss alles verändert.

meine-meinung
Nachdem mir Anne Freytags erster Jugendroman Mein bester letzter Sommer im letzten Jahr so gut gefallen hatte, war ich sehr gespannt auf ihren neuen Roman. Vor allem das Thema der gleichgeschlechtlichen Liebe und seine Umsetzung haben mich neugierig gemacht.

Sophie ist 17, Einzelgängerin und sieht aus wie eine ordinäre Version von Schneewittchen: blasse Haut, große blaue Augen und ein unerhört sinnlicher Schmollmund. Kein Wunder, dass die Jungs auf sie fliegen. Weil ihr Vater als Chirurg schwer beschäftigt ist und sie oft allein ist, lässt Sophie keine Gelegenheit aus, um ihrem zweifelhaften Ruf als Schneeflittchen alle Ehre zu machen. Sex mit Jungs bedeutet für sie Ablenkung und für einen kurzen Moment findet sie dabei Ruhe vor ihren Gedanken, die sie ständig auf Trab halten. Aber gefühlt hat sie dabei noch nie etwas, im Gegenteil – hinterher stellten sich die unbedeutenden One-Night-Stands stets als Fehler heraus. Und doch scheint sie es nicht lassen zu können.
Ihr bester Freund Lukas bedeutet die Welt für sie. Blöd nur, dass er zu seiner Freundin Vianne nach Frankreich gezogen und nur noch über Skype erreichbar ist. Trotzdem verbindet die beiden eine tiefe Freundschaft, die mir gerade in der Konstellation Junge-Mädchen sehr ans Herz ging.
Als Sophies Vater aus heiterem Himmel beschließt, wenige Wochen vor dem Abi von Hamburg zu seiner Freundin nach München zu ziehen, stellt er sie vor vollendete Tatsachen. Auf nichts hat sie weniger Lust, als auf dieses schöne große Haus, in dem die perfekte Lena mit ihren zwei Söhnen und ihrem Mischlingshund Carlos lebt. Und doch stellt sich Sophies neues Leben als gar nicht so schlecht heraus, als sie die Nachbarstochter Alex kennenlernt.

Zwischen Alex und Sophie besteht sofort eine besondere Verbindung. Anfangs gehen sie noch etwas verkrampft miteinander um und müssen sich erst kennenlernen, doch schon bald kann Sophie an nichts anderes mehr denken, als an Alex. Bei einer Party passiert es schließlich: während einer Partie „Wahrheit oder Pflicht“ muss Alex Sophie küssen. Und plötzlich ist alles anders. Hin- und hergerrissen zwischen ihrer Faszination für Alex und ihrer Unsicherheit diesbezüglich, versucht Sophie alles, um zu verdrängen, dass Alex eigentlich einen Freund hat. Und außerdem ist sie schließlich gar nicht lesbisch. Oder etwa doch? Nur weil Alex ein Mädchen ist, heißt es doch nicht, dass Sophie generell auf Mädchen steht?

Anne Freytags wunderbarer Schreibstil hat mich von der ersten Seite an in ihren Bann gezogen. In ruhigen Tönen erzählt sie die außergewöhnliche und sehr intensive Liebesgeschichte zweier Mädchen, die von ihren Gefühlen überrumpelt werden. Viele bildhafte Vergleiche machen die Sprache lebendig. Man spürt förmlich, wie sich der eigene Herzschlag beschleunigt, wenn Alex Sophie berührt, man fühlt den Regen auf der eigenen Haut, wenn Sophie in einer Regennacht Hals über Kopf aus dem Club flüchtet, und man platzt schier vor Glück, wenn die beiden Mädchen die Welt aussperren und ganz für sich sein können.

Die zahlreichen Liebesszenen sind anschaulich, aber stets geschmackvoll beschrieben. Die Autorin spart die sexuellen Details aus und überlässt sie der Fantasie des Lesers. Sophies Gefühle werden authentisch und gut nachvollziehbar geschildert. Ihr innerer Konflikt ist stets spürbar, sodass man mit ihr mitlieben und -leiden muss.

Die Klappenbroschur überzeugt durch eine liebevolle Umschlaggestaltung. Kleine, zur Geschichte passende Grafiken, kennzeichnen die Anfänge der angenehm kurzen Kapitel; zwei Playlists laden zum Anhören der Songs ein, die im Buch eine wichtige Rolle spielen. Auch das farbenfrohe Cover, das meiner Meinung einfach perfekt zur Geschichte passt, ist ein toller Eyecatcher.

Und trotzdem habe ich unverhältnismäßig lange an diesem Buch gelesen. Obwohl die kurzen Kapitel meinen Lesegewohnheiten sehr entgegenkommen, wollte ich einfach nicht so recht vorankommen. Vielleicht lag es auch daran, dass diese Geschichte eher ruhig daher kommt. Wirkliche Spannung wird erst in den letzten Zügen aufgebaut.
Insgesamt hat mir Mein bester letzter Sommer besser gefallen, was sicher zum Teil auch daran liegt, dass ich auf gefühlt jeder Seite Zitate herausschreiben wollte. Freytags erster Jugendroman war gefüllt mit intelligenten und berührenden Aussagen über das Leben und die Liebe. Diese Lebensweisheiten haben mir hier leider gefehlt. Auch habe ich festgestellt, dass die Liebesgeschichte zwischen den beiden Mädchen mich leider nicht so sehr berührt hat, wie ich mir das vorher erhofft hatte. Vielleicht ist Gay Romance aber auch einfach nicht mein Ding.

4 Sterne
Deshalb vergebe ich 4 Sterne.

fazit
„Den Mund voll ungesagter Dinge“ ist die sanfte Geschichte von Sophie und Alex, die von ihren Gefühlen füreinander überwältigt werden. Innere Konflikte werden glaubhaft dargestellt, äußere Einflüsse machen den beiden zusätzlich das Leben schwer. Die zarte Liebe gleicht einer Fahrt auf der Gefühlsachterbahn, die ich zwar glaubhaft nachvollziehen konnte, die mich aber dennoch nicht auf eine Weise berührt hat, wie ich es mir erhofft hatte.
Wer eine außergewöhnliche Lovestory im Jugendbuchsegment sucht, die sich von der breiten Masse abhebt, der sollte es mit diesem Buch versuchen.

 

 

 

Rezension zu „Tagwind – der Bewahrer der Jahreszeiten“

Tagwind
Autorin: Jennifer Wolf

Erscheinungsdatum: 02.06.2016

Veröffentlicht bei: Impress

Genre: Liebe / Märchen

Reihe: Die Geschichten der Jahreszeiten

Band 1: Morgentau – Die Auserwählte der Jahreszeiten
Band 2: Abendsonne – Die Wiedererwählte der Jahreszeiten
Band 3: Nachtblüte – Die Erbin der Jahreszeiten
Band 4: Tagwind – Der Bewahrer der Jahreszeiten

Spin-Off: Götterkind – Die Tochter der Jahreszeiten (ab Oktober 2016)

Umfang: ca. 244 Seiten

Preis: 3,99 € (E-Book)

Mehr Infos: hier

Die Autorin:

Jennifer Wolf lebt mit ihrem Mann und ihrer Tochter in einem kleinen Dorf zwischen Bonn und Köln. Aufgewachsen ist sie bei ihren Großeltern und es war auch ihre Großmutter, die die Liebe zu Büchern in ihr weckte. Aus Platzmangel wurden nämlich alle Bücher in ihrem Kinderzimmer aufbewahrt und so war es unvermeidbar, dass sie irgendwann mal in eins hineinschaute. Quelle

Inhalt:

Yannis Tagwind zählt nicht nur zu den attraktivsten Junggesellen Hemeras, sondern ist auch mit Abstand der warmherzigste und liebenswerteste Mann, der jemals unter der Göttin Gaia gelebt hat. Mit einer bewundernswerten Fürsorglichkeit kümmert er sich neben seinen Geschwistern auch um das jüngste Götterkind der Jahreszeiten und würde sofort sein Leben für seine Familie geben. Während diese darauf hofft, dass er sich bald eine Frau sucht, gehört sein Herz jedoch jemandem, den er nicht lieben darf. Nicht nur trennen die beiden ganze Welten an gelebter Zeit, auch ist die Person dafür bekannt, niemandem jemals ihre Liebe geschenkt zu haben. Doch Yannis könnte den Lauf der gesamten Erdengeschichte ändern…

Meine Meinung:

Bereits am Ende von „Nachtblüte“ hat sich angedeutet, worum es in „Tagwind“ gehen wird und wer Sols Herz erobern soll. Lange habe ich darüber nachgedacht, ob ich den finalen Band überhaupt lesen soll, da diese Art von Liebesgeschichte eigentlich nicht meinen Geschmack trifft. Am Ende bin ich sehr froh darüber, das Buch gelesen zu haben. Warum? Lest selbst:

Die vierte und letzte Band der Geschichten der Jahreszeiten von Jennifer Wolf konnte mich wieder von Anfang an in seinen Bann ziehen. Der märchenhaft schöne Schreibstil beschreibt die Welt von Hemera so wunderbar, dass ich mich fühlte, als wäre ich dort. Ich konnte mir alle Schauplätze bildlich vorstellen und habe jeden einzelnen Charakter lieb gewonnen.

Im Vorgänger entscheidet sich der Sommergott Sol auf der Erde zu bleiben, um seiner Enkelin Ilea die Möglichkeit zu geben, mit ihrer großen Liebe, dem Frühlingsgott Aviv, in Gaias Welt glücklich zu werden. Das Leben als Mensch ist neu für ihn und auch seine Gefühle, die in eine Richtung gehen, mit der er niemals gerechnet hätte, verwirren ihn anfangs.
Wie in den ersten drei Bänden der Reihe muss auch in „Tagwind“ um die Liebe gekämpft werden. Nichts wird den Liebenden geschenkt und es gibt viele dramatische Szenen und Konflikte, die dem Leser sehr ans Herz gehen. Das Leid und Unglück der Protagonisten ist dabei richtig spürbar und ich musste auch einige Tränchen verdrücken.

Die Botschaft, die im Vordergrund der Geschichte steht, könnte leider nicht aktueller sein: Jede Liebe ist heilig. Obwohl „Tagwind“ in einer fantastischen Welt spielt, hat die Autorin es geschafft, die Konflikte und Ängste, die mit dieser außergewöhnlichen Liebesgeschichte verbunden sind, greifbar und authentisch darzustellen. Die Liebe zwischen Sol und demjenigen, nach dem sein Herz sich sehnt, könnte nicht tiefer, sehnsüchtiger und reiner sein und doch ist sie stets von Zweifeln, Neid und Missgunst begleitet.
Auch der Wert der Familie spielt eine große Rolle im Buch. Wer selbst Kinder hat oder aus einer großen Familie kommt, wird sich im turbulenten Geschehen des Hauses Tagwind sicher wie Zuhause fühlen.

Ich würde euch empfehlen, zuerst die Vorgängerbände „Morgentau“, „Abendsonne“ und „Nachtblüte“ zu lesen, bevor ihr „Tagwind“ zur Hand nehmt. Da ich mit einigen der vielen Namen durcheinander gekommen bin, würde ich euch außerdem dazu raten, die vier Geschichten direkt nacheinander zu lesen. Ein E-Bundle mit allen vier Bänden ist bereits erhältlich auch die Taschenbuchausgaben werden, aufgrund des großen Erfolges der Reihe, nach und nach erscheinen. Zu meiner großen Freude wird es außerdem ein Spin-Off mit dem Titel „Götterkind“ geben, das am 06.10.2016 erscheinen soll. So fällt der Abschied aus Hemera doch gleich viel leichter.
Einen kleinen Kritikpunkt muss ich für einige falsch gesetzte oder fehlende Kommas aussprechen, die den Lesefluss leider erschweren.
Ansonsten ist „Tagwind“ für mich nach dem Reihenauftakt „Morgentau“ der beste Band der Reihe.

Für diese wundervolle Geschichte vergebe ich 4,5 Sterne.

4 1_2 Sterne

Fazit:

Auch der letzte Band um die Jahreszeitengötter konnte mich voll und ganz überzeugen. Der wunderschöne Schreibstil versetzt den Leser in die Welt Hemeras, wo es diesmal um die Liebe des Sommergottes Sol zu kämpfen gilt. Selten habe ich eine so zarte, reine und intensive Liebesgeschichte gelesen.
Lasst euch diese märchenhafte Reihe nicht entgehen und haltet die Taschentücher bereit.