Rezension zu „Love & Gelato“ von Jenna Evans Welch

Love and gelato
Originalausgabe:

Autorin: Jenna Evans Welch
Erscheinungsdatum: 03.05.2016
Verlag: Walker Books Ltd.
Genre: Jugendbuch
Umfang: 335 Seiten
Preis: 1,07 € (Kindle-Edition Englisch; Stand: 30.08.2017)

Deutsche Ausgabe:

Übersetzerin: Henriette Zeltner
Erscheinungsdatum: 12.06.2017
Verlag: HarperCollins
Preis: 16,00 € (gebunden)
Mehr Infos hier.

die-autorin

Jenna Evans Welch hat ihre Jugendjahre in Florenz verbracht, wo sie auch zur Schule ging. Aber hauptsächlich düste sie mit der Vespa durch die Toskana, badete in Brunnen und aß viel zu viel Eiscreme. Heute lebt sie mit ihrer Familie in Utah und zehrt von ihren Erinnerungen an die Sommer in Italien. Quelle

inhalt

People go to Italy for love & gelato … but sometimes they discover much more.The dying wish of 16-year-old Lina’s mother was for her daughter to live in Tuscany and get to know her father, whom Lina has never met. „Howard is the best man I’ve ever known,“ her mother says, „he’ll keep you safe.“ Why did her mother wait so long to tell her about him? Lina has a happy life in Seattle and doesn’t want to leave. Shortly after she arrives at Howard’s home, Lina meets Sonya, who gives Lina a diary that belonged to Lina’s mother, the one she had kept while she was a photography student in Florence. While Lina is living her life and exploring Tuscany with her handsome neighbour, Ren, she follows in the footsteps of her mother and gets to know her as never before. She also finds out the truth about her father. Mostly she finds out about herself.

Das Land von Gelato und Amore! Doch Lina ist nicht in Urlaubsstimmung. Sie ist nur in die Toskana gereist, um ihrer Mutter den letzten Wunsch zu erfüllen. Aber dann findet sie das alte Tagebuch ihrer Mom, das von deren Zeit in Italien erzählt. Plötzlich erschließt sich Lina eine Welt aus romantischen Kunstwerken, magischen Konditoreien – und heimlichen Affären. Dabei stößt sie auf eine tragische Liebesgeschichte und ein Geheimnis, das nicht nur ihr Leben verändern wird …

meine-meinung

Auf der Suche nach einem leicht verständlichen englischsprachigen Jugendbuch bin ich über die guten Kritiken von Love & Gelato gestolpert. Die günstige Kindle-Version hat mich schließlich zum Kauf verleitet und nicht enttäuscht.

Lina ist 16, als ihre Mutter an Krebs stirbt und ihr das Versprechen abnimmt, zumindest einen Sommer in Italien zu verbringen, um ihren Vater kennenzulernen, der in ihrem Leben nie eine Rolle gespielt hat. Widerwillig lässt Lina sich auf den Deal ein und macht sich auf den Weg von Seattle in die Toskana, wo sie eine völlig neue Welt erwartet. Zum ersten Mal lernt sie den Mann kennen, der im Leben ihrer Mutter eine kleine, aber sehr bedeutende Rolle gespielt hat. Howard lebt auf einem amerikanischen Friedhof, der zu Ehren der im 2. Weltkrieg gefallenen amerikanischen Soldaten erbaut wurde. Zunächst findet Lina ihr neues Zuhause gruselig und möchte schnellstmöglich wieder zurück in die Staaten, doch schon bald lernt sie die schönen und geheimnisvollen Seiten der Denkmäler und Grabsteine zu schätzen.

Als sie ihren Nachbarn Lorenzo, genannt Ren, kennenlernt, der halb Amerikaner und halb Italiener ist, freunden sich die beiden Teenager an. Zusammen erkunden sie Florenz und besuchen Partys. In einer Welt, in der sie sich nicht richtig zugehörig fühlen, verbindet sie die Andersartigkeit.
Schnell freundet Lina sich mit Rens Freunden, die die internationale Schule besuchen, an und verguckt sich in den attraktiven Thomas. Doch nicht nur er hat es ihr angetan, auch Ren wird bald zu mehr als nur einem guten Freund. Für wen schlägt Linas Herz?

Neben den wundervoll idyllischen Landschaftsbeschreibungen und dem außergewöhnlichen Setting des Friedhofes hat mir besonders gut gefallen, wie Linas Familiengeschichte Stück für Stück aufgedeckt wird. Während sie ein altes Tagebuch ihrer Mutter entdeckt, erfährt sie die Wahrheit über ihren Vater und die Vergangenheit ihrer Eltern. Gemeinsam mit Ren besucht sie die Orte, die im Tagebuch beschrieben werden und lernt so Italien und ihre verstorbene Mama besser kennen. Nichts ist so, wie es anfangs scheint und bald lernt Lina, was Familie wirklich bedeutet.

Ich fand die Geschichte toll. Sommerlich leicht und gleichzeitig durch die Hintergrundgeschichte der Familie mit einer Tiefe versehen, die ich so nicht erwartet hätte. Für junge Mädchen, die von der ersten Liebe träumen oder als (verspätete) Ferienlektüre genau das Richtige. Man kann gar nicht anders, als sich gemeinsam mit Lina in das Land und den Jungen ihrer Träume zu verlieben. Italien steht jetzt jedenfalls ganz oben auf meiner Urlaubswunschliste.

Der einfache, aber sehr bildhafte Schreibstil hat mich nur so durch die virtuellen Seiten fliegen lassen. Lina ist ein tolle Protagonistin, die sich innerhalb kürzester Zeit in der Fremde zurechtfinden und mit der Trauer um ihre Mama umgehen muss. Dabei verliert sie nie ihren Humor und lernt sich Stück für Stück selbst besser kennen. Es macht großen Spaß, ihr dabei zu folgen, wie sie den Sommer ihres Lebens und die erste große Liebe erlebt.

5 Sterne
Von mir gibt es die volle Punktzahl.

fazit

„Love and Gelato“ ist ein sommerlich leichtes Jugendbuch, das eine geheimnisvolle Familiengeschichte mit der ersten großen Liebe verknüpft. Vor der wundervollen Kulisse Italiens und einiger skurriler Nebenschauplätze begleiten wir die 16-jährige Lina dabei, wie sie die Vergangenheit ihrer verstorbenen Mutter aufdeckt und Stück für Stück erkennt, was Familie wirklich bedeutet.
Der bildhafte und teils sehr humorvolle Schreibstil sorgt trotz des ernsten Ausgangspunktes stets für Leichtigkeit. Junge Mädchen und junggebliebene Romantiker(innen) bekommen hier ein wundervolles Jugendbuch, das sie mit einem wohlig warmen Gefühl in der Brust zurücklässt – Urlaubsfeeling und Herzklopfen garantiert.

Rezension zu „Und ewig schläft das Pubertier“ von Jan Weiler

Pubertier
Autor: Jan Weiler
Erscheinungsdatum: 03.07.2017
Verlag: Piper
Genre: Humor
Umfang: 176 Seiten
Preis: 14,00 €

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Jan Weiler, 1967 in Düsseldorf geboren, ist Journalist und Schriftsteller. Er war viele Jahre Chefredakteur des SZ Magazins. Sein erstes Buch »Maria, ihm schmeckt’s nicht!« gehört zu den erfolgreichsten Büchern der vergangenen Jahrzehnte. Es folgten unter anderem: »Antonio im Wunderland« (2005), »Mein Leben als Mensch« (2009), »Das Pubertier« (2014), »Kühn hat zu tun« (2015) und »Im Reich der Pubertiere« (2016). Jan Weiler verfasst zudem Hörspiele und Hörbücher, die er auch selber spricht. Jan Weiler lebt bei München. Quelle

inhalt

Wenn es erst einmal wach ist, hält es die Welt in Atem: Das Pubertier. Und inzwischen hat sich Nick zu einem Parade-Exemplar entwickelt. Als männliches Pubertier besticht auch er durch faszinierende Einlassungen zu den Themen Mädchen, Umwelt und Politik sowie durch seine anhaltende Begeisterungsfähigkeit für ganz schlechtes Essen und seltsame Musik.

Er wächst wie Chinagras und trägt T-Shirts und Frisuren, die uns dringend etwas sagen wollen. Ansonsten allerdings ist die Kommunikation mit dem Pubertier auf ein Mindestmaß reduziert, es spricht wenig, dafür müffelt und chillt es ausgiebig. Und die Liebe spielt in diesem dritten Teil der Pubertier-Saga eine immer größer werdende Rolle sowie auch die Wahl der richtigen Schuhmode.

Im Pubertierlabor werden über einen möglichen Zusammenhang beider Phänomene Mutmaßungen angestellt. Gemutmaßt werden darf außerdem über die Frage, wann diese verfluchte Pubertät eigentlich aufhört. Der Erzähler schaut manchmal in den Spiegel und denkt: Eigentlich nie.

Chillen, relaxen, ausruhen: willkommen im Leben des Pubertiers!

meine-meinung

Die Pubertiere sind wieder da! Nachdem mir der Vorgänger „Im Reich der Pubertiere“ Lachtränen in die Augen getrieben hat, war ich sehr gespannt auf die neuen Abenteuer aus dem Hause Weiler.

Carla ist mittlerweile 17, hat einen festen Freund und einen ausgeprägten Kommunikationsdrang – nur leider nicht ihren Eltern gegenüber. Dafür klebt sie förmlich an ihrem Smartphone fest und verschickt am Tag gefühlte 5.000 Whats-App-Nachrichten, selbst wenn der Empfänger neben ihr sitzt.
Nick ist 13, schläft oft und viel, und wenn man ihn doch mal zu Gesicht bekommt, liegt meistens etwas im Argen. Zum Beispiel die neue Abo-Falle, die exklusive Premiumfotos leichtbekleideter Damen verspricht. Wie die auf sein Smartphone kommt? Natürlich, weil es neben dem ebenfalls infizierten Handy des besten Kumpels lag. Kenn doch jeder, diese spontane Handy-zu-Handy-Übertragung 😀

Die neuesten Geschichten der Pubertiere haben mich wieder verlässlich zum Lachen gebracht. In manchen Dingen erkannte ich mich sogar selbst wieder. Ob das jetzt gut ist? Auf jeden Fall ist es sehr authentisch, wenn der Vater von den ersten Fahrstunden der Tochter erzählt. Plötzlich wird der eigene Fahrstil kritisiert und die Tochter mutiert selbst zur Fahrlehrerin. Hach ja, kommt mir alles noch sehr bekannt vor.

Je älter die Kinder werden, desto mehr muss der Papa erkennen: Langsam gibt es nicht mehr viel, das er ihnen noch beibringen kann. Beim Abistoff der Tochter ist er raus – zu lange her. Selbst beim Berufsberatungstag an der Schule interessiert sich niemand für den Beruf des Journalisten. Stattdessen gibt Papa Weiler den drei Schülern, die sich zu ihm verirren, anderweitige Life-Hack-Tipps. Überhaupt beschreibt der Autor sich als völlig tiefenentspannt im Umgang mit seinen Pubertieren. So einen Papa wünscht sich jeder Teenager (auch wenn er es nicht zugeben würde, weil Eltern ja meistens trotzdem peinlich sind).

Der schmale Band kommt als Hardcover mit praktischem Lesebändchen daher. Das kleine Format liegt gut in der Hand und lässt sich prima transportieren. Die insgesamt 27 kurzen Geschichten können zwischendurch, vor dem Schlafengehen oder unterwegs verschlungen werden. Wie auch bei den beiden Vorgängern „Das Pubertier“ und „Im Reich der Pubertiere“ hat der Berliner Illustrator Till Hafenbrak tolle Grafiken gezaubert.

4 Sterne

Von mir gibt es vier Sterne.

fazit

Die Pubertiere sind wieder los! Ob in der ersten Fahrstunde, beim Whats-App-Marathon oder während der ersten Annäherung an das andere Geschlecht – Jan Weiler nimmt uns schon zum dritten Mal mit in die Welt seiner Kinder Carla und Nick.
In den authentischen und teils skurrilen Alltagsgeschichten habe ich mich selbst wiedererkannt und herzhaft dabei gelacht. Wie auch die beiden Vorgänger lege ich diesen Band allen Teenagern, den von ihnen geplagten Eltern oder allen, die es mal werden wollen, wärmstens ans Herz.
Da wünscht man sich, dass die Jugend der beiden niemals endet und Jan Weiler niemals die Geschichten ausgehen. Wer nicht genug von den Pubertieren bekommt, hat übrigens die Möglichkeit, ihre Abenteuer ab sofort im Kino zu bestaunen.

Gemeinsam Lesen #77 – Und ewig schläft das Pubertier

Heute mache ich zum 77. Mal bei der Aktion “Gemeinsam Lesen” mit. Mehr Infos dazu gibt’s hier.

gemeinsam-lesen

Welches Buch liest du gerade und auf welcher Seite bist du?

Ich lese gerade „Und ewig schläft das Pubertier“ von Jan Weiler und bin aktuell auf Seite 50.

Pubertier

Inhalt:

Wenn es erst einmal wach ist, hält es die Welt in Atem: Das Pubertier. Und inzwischen hat sich Nick zu einem Parade-Exemplar entwickelt. Als männliches Pubertier besticht auch er durch faszinierende Einlassungen zu den Themen Mädchen, Umwelt und Politik sowie durch seine anhaltende Begeisterungsfähigkeit für ganz schlechtes Essen und seltsame Musik.

Er wächst wie Chinagras und trägt T-Shirts und Frisuren, die uns dringend etwas sagen wollen. Ansonsten allerdings ist die Kommunikation mit dem Pubertier auf ein Mindestmaß reduziert, es spricht wenig, dafür müffelt und chillt es ausgiebig. Und die Liebe spielt in diesem dritten Teil der Pubertier-Saga eine immer größer werdende Rolle sowie auch die Wahl der richtigen Schuhmode.

Im Pubertierlabor werden über einen möglichen Zusammenhang beider Phänomene Mutmaßungen angestellt. Gemutmaßt werden darf außerdem über die Frage, wann diese verfluchte Pubertät eigentlich aufhört. Der Erzähler schaut manchmal in den Spiegel und denkt: Eigentlich nie.

Chillen, relaxen, ausruhen: willkommen im Leben des Pubertiers.

Wie lautet der erste Satz auf deiner aktuellen Seite?

Verträge sind in der heutigen Zeit offensichtlich nichts mehr wert.

Was willst du unbedingt aktuell zu deinem Buch loswerden?

Die ersten beiden Bände habe ich geliebt! Umso mehr habe ich mich nun auf die Fortsetzung gefolgt. Carla ist mittlerweile 17, macht den Führerschein und hat einen festen Freund. Nick ist 13 und sein ausgeprägtes Schlafbedürfnis erinnert stark an Narkolepsie (Willkommen im Club!). Das Verhalten der beiden Pubertiere hat meine Lachmuskeln bereits auf den ersten 50 Seiten wieder zuverlässig trainiert. Ich bin sehr gespannt, was da noch alles kommt.

Meine eigene Teenagerzeit ist ja noch nicht sooo lange her und in manchen Stories erkenne ich mich durchaus wieder. Das ist erschreckend und witzig zugleich.
Außerdem werde ich selbst in einigen Wochen Mama und zur Abwechslung ist es mal ganz schön, sich nicht nur mit der Entwicklung von Säuglingen zu beschäftigen, sondern gleich im Jugendalter einzusteigen. Kann ja nicht schaden, zu wissen, was in 13 – 17 Jahren auf uns zukommt 😉

Welches Ende eines in 2017 gelesenen Buches würdest du gerne umschreiben? 

Sehr interessante Frage. Da muss ich erstmal recherchieren, was ich alles gelesen habe, denn spontan will mir gar kein Buch einfallen.
Eigentlich haben mich alle Enden versöhnlich zurückgelassen. Wenn, dann würde ich mir für „Franz oder gar nicht“ von Nikola Hotel ein nicht ganz so abruptes Ende wünschen. Da fehlte mir noch ein bisschen Happy-End-Ausschmückung, inklusive Romantik, Liebesschwüre usw. Aber das fällt wohl unter Jammern auf hohem Niveau, denn das Buch war trotzdem toll.

franz-oder-gar-nicht

Ausgerechnet dem berühmten und äußerst attraktiven Fernsehkoch Raphael Franz bricht die junge Anästhesistin Jo während der Narkose einen Schneidezahn ab. Zu dumm, dass sie mit ihren Versuchen, sich zu entschuldigen, alles nur noch schlimmer macht. Jo ist davon überzeugt, dass Raphael ihr den ganzen Ärger heimzahlen wird. Doch was sie nicht ahnt: Raphael kocht nicht nur exzellent, sondern auch vor Leidenschaft …

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Was lest ihr gerade? Welches Ende würdet ihr gerne umschreiben und wieso? Ich bin gespannt auf eure Beiträge und schau heute Abend gerne bei euch vorbei 🙂

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Rezension zu „#herzleer – Was ich noch sagen wollte“

herzleer

Inhalt:

Lena Gorelik: Die letzte Nachricht
Anke Weber: Herz Pogo
Sabine Schoder: Herzspieß
Ruth Olshan: Sockenkonferenz
Tanja Heitmann: Nur einmal
Katrin Zipse: Erdbeermond
Jennifer Benkau: Ungesagtes
Maike Stein: Ein halber Sommer lang

Erschienen am: 20.03.2017
Verlag: Oetinger
Genre: Kurzgeschichten
Umfang: 224 Seiten
Preis: 14,99 €
Mehr Infos hier.

inhalt
Was bleibt, wenn die Liebe geht. Acht letzte Nachrichten geliebter Menschen und die Geschichten, wie es zu dieser jeweils letzten Nachricht gekommen ist. Acht Autorinnen verleihen jugendlicher Melancholie eine Stimme und schreiben von der Liebe in ihren unterschiedlichsten Formen. Einer Liebe, die so intensiv ist, dass sie einem den Atem raubt, einer Liebe, die schmerzt, die zerreißt, die nicht sein darf oder zu der es nie gekommen ist. Am Ende bleibt stets die Frage: Was wäre, wenn?
Das zeitlose Thema Liebe modern aufbereitet und mit Leidenschaft von neuen, mutigen Stimmen im Bereich Jugendbuch erzählt.

meine-meinung

Als ich gehört habe, dass Sabine Schoder eine Geschichte zu diesem Buch beisteuert, konnte ich den Erscheinungstermin kaum abwarten. Auch das Thema „Letzte Nachricht“ / „Abschied“ im Bezug auf die Liebe spricht mich sehr an. Von meinen beiden Freundinnen habe ich das Buch schließlich direkt zur Buchmesse, an meinem Geburtstag, geschenkt bekommen. Besser geht’s doch gar nicht.

#herzleer beinhaltet acht Kurzgeschichten, die sich melancholisch mit der Liebe und deren Ende auseinandersetzen. Von verpassten Chancen ist hier zu lesen, genauso wie von gescheiterten Beziehungen oder denen, die gar nicht erst zustande kommen. Alle Geschichten waren auf ihre Weise faszinierend und konnten mich in ihren Bann ziehen. Besonders gut hat mir gefallen, dass ich mich während des Lesens wie bei einem Roman fallen lassen konnte. Keine Geschichte kratzt nur an der Oberfläche, sondern nimmt den Leser mit in ihre eigene Welt und setzt dabei eine ganz bestimmte Atmosphäre frei.

Ein paar Worte zu meinen drei Favoriten im Buch:

In „Herz-Pogo“ erzählt Anke Weber die kurze, intensive Geschichte einer Festivalbegegnug, die mich einfach mitgerissen hat. Die Wucht der Gefühle wird so authentisch beschrieben, dass ich mir sehnlichst ein Happy End für Jo und Nayra gewünscht habe. Zudem hat mir besonders gut gefallen, dass Jo nicht nur umwerfend, sondern auch sehr liebevoll beschrieben wird. Endlich einmal ein männlicher Protagonist, der nicht nur durch sein blendendes Aussehen, sondern auch durch seinen Charakter punktet.
Der locker-leichte Schreibstil hat mich so schnell durch die Seiten fliegen lassen, dass mir beim unvermeidlich traurigen Ende der Geschichte das Herz schwer wurde. Festivalgänger und Musikliebhaber werden sich in dieser Story sofort zu Hause fühlen.

Ich hatte mich so sehr darauf gefreut und wurde nicht enttäuscht. Sabine Schoder ist eine meisterhafte Erzählerin, die in „Herzspieß“ eine fesselnde Story rund um einen magisch-verstaubten Buchladen, die junge Vielleserin Elva und den frechen Levi spinnt, der das Geschäft seiner Oma ordentlich umkrempelt. Im Laufe der Geschichte kommen die beiden Jugendlichen sich näher und beweisen, dass Gegensätze sich tatsächlich anziehen. Bei dieser Geschichte konnte ich schmunzeln, seufzen und fühlte mich inmitten der Bücherberge sofort heimisch. Das Ende hat mich in seiner Dramatik nicht nur überrascht, sondern regelrecht betroffen zurück gelassen. Von allen Geschichten im Buch werde ich diese wohl so schnell nicht vergessen.

Erdbeermond“ von Katrin Zipse bringt das Sommergefühl der Jugend direkt zurück ins Gedächtnis der Leser. Marie, eigentlich vergeben, trifft beim Grillen am See auf ihr Gegenstück Levi. Liebe auf den ersten Blick – was für sie eigentlich undenkbar schien, entwickelt sich zur Nacht ihres Lebens. Auch hier wurde die Wucht der Gefühle so gut beschrieben, dass die Liebesgeschichte, trotz ihres Tempos, keineswegs unglaubwürdig ist. Die Umstände, die zum viel zu schnellen Ende dieser besonderen Nacht führen, sind genauso nachvollziehbar wie schade. Auch hier wäre eine Fortsetzung denkbar – und wünschenswert.

Nicht viel anfangen konnte ich leider mit der Geschichte „Nur einmal“ von Tanja Heitmann. Der Protagonist bleib ungreifbar, seine Motive wurden nicht deutlich und die Naivität der Protagonistin fand ich erschreckend. Auch das Ende ließ mich mehr ratlos als zufrieden zurück.

Thematisch interessant fand ich zwar „Ein halber Sommer lang“ von Maike Stein, dass im frühen geteilten Berlin spielt und sich um eine lesbische Liebe dreht. Doch die Charaktere, der Dialekt und das eingeflochtene Thema Fußball haben mich einfach nicht packen können. Der Schreibstil passt zwar in die Zeit, zu der die Geschichte spielt, war für mich aber leider unmodern und langatmig.

Mit 15 € ist das schmale Büchlein nicht gerade preiswert. Trotzdem möchte ich es euch ans Herz legen, wenn ihr melancholische Geschichten mögt, die euch für jeweils eine halbe Stunde in eine andere Welt entführen und dabei genauso atmosphärisch sind wie ein ganzer Roman. Wer die Möglichkeit hat, das Buch auszuleihen oder es geschenkt zu bekommen, der sollte nicht lange zögern.

4 Sterne
Insgesamt vergebe ich 4 Sterne.

fazit

„#herzleer“ beinhaltet acht melancholische Geschichten, die sich mit den verschiedenen Enden einer junge Liebe auseinandersetzen. Allein schon wegen der drei Highlights „Herz-Pogo“, „Herzspieß“ und „Erdbeermond“ hat sich dieses Buch einen ganz besonderen Platz in meinem Herzen und meinem Bücherregal erobert. Mit 15 € zählt das 220-Seiten umfassende Hardcover zwar nicht gerade zu den Schnäppchen, dennoch lohnt sich die Investition. Ich habe nicht nur vielversprechende Autorinnen kennengerlernt, sondern auch echten Herzschmerz verspürt. Bitte mehr davon!

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Tipp: Schaut euch unbedingt auch Charleens Traumbibliotheks Rezension zum Buch an!

Rezension zu „Im Reich der Pubertiere“ von Jan Weiler

Pubertiere

Autor: Jan Weiler

Erscheinungsdatum: 20.01.2016

Erschienen bei: Rowohlt

Genre: Humor / Kurzgeschichten

Umfang: 165 Seiten

Preis: 12 € (gebunden)

ISBN: 978-3463406619

Mehr Infos hier

Der Autor:

Jan Weiler, 1967 in Düsseldorf geboren, ist Journalist und Schriftsteller. Er war viele Jahre Chefredakteur des SZ Magazins. Sein erstes Buch «Maria, ihm schmeckt’s nicht!» gilt als eines der erfolgreichsten Romandebüts der letzten Jahre. Es folgten unter anderem: «Antonio im Wunderland» (2005), «In meinem kleinen Land» (2006), «Drachensaat» (2008), «Mein Leben als Mensch» (2009), «Das Pubertier» (2014) und «Kühn hat zu tun» (2015). Jan Weiler verfasst zudem Hörspiele und Hörbücher, die er auch selber spricht. Er lebt mit seiner Frau und seinen zwei Kindern in der Nähe von München. Quelle

Inhalt:

Chaos, Pickel und Hormone

Inzwischen hat es der Pubertier-Forscher nicht mehr nur mit einem weiblichen, sondern auch mit einem männlichen Exemplar der Gattung zu tun. Zu einigen Erkenntnissen ist er bereits gekommen: Pubertiere bewohnen am liebsten schlecht belüftete Räume, in denen sich Müllberge türmen. Die Unterschiede zwischen männlichen und weiblichen Vertretern dieser Art erscheinen signifikant: Während das weibliche Pubertier durch maßlosen Konsum, unverständliches Monologisieren und multiples Dauermeckern auffällt, verbringt das Pubertier-Männchen seine Lebenszeit im Wesentlichen mit drei lautlosen Tätigkeiten: Schweigen, Müffeln – und Zocken.

Das klingt alles schlimm, schlimm, schlimm. Doch ohne Pubertiere wäre das Leben arm und öde. Und das Haus zu still und zu leer.

Meine Meinung:

Ich habe schon den Vorgänger „Das Pubertier“ geliebt. Die kurzen, knackigen Geschichten über Teenagermarotten sind einfach zum Schießen! Umso mehr habe ich mich darüber gefreut, als ich das neue Buch im Neuerwerbungsregal der Bibliothek entdeckt habe (wo es aufgrund des winzigen Formates leider etwas unterging).

Mittlerweile ist das weibliche Pubertier 18, hat Abi und wird erwachsen. Doch bis es soweit ist, passieren viele skurrile Dinge im Hause Weiler. Papas geklauter Rasierschaum, Telefonzentralenatmosphäre und Aufräumfaulheit sind nur drei Ausprägungen der weiblichen Charaktereigenschaften eines übellaunigen Teenagers.
Jan Weiler erzählt wieder mit viel Witz, spitzer Zunge und sicherlich auch der ein oder anderen Übertreibung, welche Eskapaden diesmal auf das Konto seiner Kinder gehen. Mittlerweile ist auch Nick im Pubertieralter angekommen und wird auf die Schippe genommen.

Er klingt wie ein Dudelsack, wächst wie ein Schnittlauchhalm und futtert wie ein Maurer nach der Doppelschicht. (S. 8)

Im Gegensatz zu seiner kommunikativen Schwester hört man von ihm nicht viel. Dafür macht sich das Teenageralter bei ihm auf andere Weise bemerkbar: durch vor-sich-hingammeln, mangelnde Körperhygiene und versaute Witze zum Beispiel.

In 24 kurzen Geschichten widmet sich Weiler dem Verhalten seiner Kinder. Alle Kapitel sind unterhaltsam und witzig. Ich habe mich keine Sekunde gelangweilt. Viel eher sollte man beim Lesen aufpassen, nicht durch lautes Lachen unangenehm in der Öffentlichkeit aufzufallen. In manchen Geschichten habe ich sogar mein früheres Ich wiedererkannt und konnte herrlich schmunzeln.

Besonders schön fand ich die Geschichte, in der Weiler versucht, seine Tochter durch perfide Tricks und geschickte Manipulation wieder mit ihrem Exfreund zusammenzubringen. Vater und Ex-Schwiegersohn haben sich immerhin so gut verstanden, dass der Junge es so manches mal gar nicht bis ins Zimmer der Tochter geschafft hat, weil er viel lieber mit Schwiegerpapa Fußball geguckt hat.

Schön fand ich auch die Geschichte über die Abiturfeier der Tochter. Am Sektstand eingeteilt muss Weiler so manch pathetische Rede über sich ergehen lassen und betrinkt sich ganz unabsichtlich so sehr, dass er am Ende zu nichts mehr zu gebrauchen ist. Einfach herrlich!

Wer wissen möchte, welche kreative Methoden des Spickens heute in der Schule angesagt sind, wird hier auch aufgeklärt. Auf welche Ideen die Schüler kommen, um sich Lernstress zu ersparen – sehr kreativ. Ich konnte herzhaft lachen!

Ganz oft sind die modernen Medien Thema der Geschichten. Vom Minecraft-zockenden Sohnemann, über das Schulreferat, das bis morgen fertig sein muss (natürlich ohne Wikipedia), oder dem Quizduell  mit einem heißen Typen namens Pussylover2005 (hinter dem sich natürlich nur Matthias Schweighöfer höchstpersönlich verbergen kann) bis hin zur Telefonseelsorge für gefühlsgebeutelte Mädels ist alles dabei.

Neben all dem Witz bleibt aber auch Platz für etwas Melancholie. Kindermöbel, Lieblingsbands und Kuscheltiere werden irgendwann ausgemistet. Und so wird auch der Herr Papa traurig beim Gedanken daran, eines Tages vielleicht auf dem Abstellgleis zu landen, wenn die Kinder ausziehen. Bis es soweit ist, hoffe ich aber noch auf viele lustige Geschichten. Gerne über Nick, der ja jetzt im besten Pubertieralter ist. Und ich bin mir sicher, dass es auch über Carla noch viel zu erzählen gäbe.

Zitate:

„Heute Morgen stand eine frische Dose Rasierschaum vor meinem Spiegel. Gut, es ist natürlich kein richtiger Rasierschaum, sondern Beinchenschaum für Sechzehnjährige. Aber die Geste finde ich rührend. Und ich rieche jetzt wie eine frisch rasierte, achtundvierzig Jahre alte Mango.“ (S. 14)

„Er stand barfuß vor mir. (…) Er ist jetzt dreizehn Jahre alt, aber seine Füße sind schon siebzehn. Hoffentlich ruckelt sich das irgendwann wieder zurecht. Oder unser Sohn ist ein Hobbit.“ (S. 30)

Jan Weiler ist übrigens noch bis Anfang 2017 auf Lesereise. Die Tourdaten gibt’s hier.
Ich bin mir sicher, dass es sich lohnt. Genauso sicher bin ich mir, dass sich als Alternative zum Buch auch das Hörbuch lohnt. Die Geschichten sind genau das Richtige für eine langweilige Autofahrt. Vom Preis des Buches bin ich allerdings etwas abgeschreckt. Zwar beinhaltet es tolle Illustrationen, ist fest gebunden und enthält ein Lesebändchen, aber dennoch frage ich mich, ob es ein Taschenbuch – womöglich eins, das beide Pubertier-Bücher zusammenfasst – nicht auch getan hätte.
Aber zum Verschenken oder Schwelgen in Erinnerungen an die eigene Jugend ist dieses kleine Büchlein trotz des hohen Preises sehr zu empfehlen.

Von mir gibt es für dieses rundum gelungene und sehr witzige Buch volle Punktzahl.

5 Sterne
Fazit:

Die Pubertiere sind zurück! Diesmal sind sie zu zweit und lassen garantiert kein Auge trocken. Zum Verschenken an teenagergeplagte Eltern oder zum Schwelgen in der eigenen Jugend ist dieses Buch das Richtige für Zwischendurch. Lachgarantie inklusive! Diesen Familienirrsinn sollte man sich nicht entgehen lassen.

 

Rezension zu „Wir können alles sein, Baby“ von Julia Engelmann

wir können alles sein
Autorin: Julia Engelmann

Erscheinungsdatum: 19.10.2105

Veröffentlicht bei: Goldmann

Umfang: 95 Seiten

Genre: Poetry Slam / Gedichte

ISBN: 978-3442484089

Preis: 7 €

Mehr Infos: hier.

Die Autorin:

Julia Engelmann wurde 1992 geboren, wuchs in Bremen auf und studiert heute Psychologie. Seit einigen Jahren nimmt sie regelmäßig an Poetry Slams teil. Ein Video ihres Vortrags »One Day« beim Bielefelder Hörsaal-Slam wurde zum Überraschungshit im Netz und bisher millionenfach geklickt, geliked und geteilt. Neben dem Slammen gilt ihre Leidenschaft der Musik und der Schauspielerei. Nach dem Bestseller »Eines Tages, Baby« ist »Wir können alles sein, Baby« Julia Engelmanns zweites Buch mit bewegenden poetischen Texten. Quelle

Klappentext:

Neue mitreißende Poetry-Slam-Texte von der Autorin des sensationellen Megaerfolgs „One Day“

Julia Engelmanns Worte und ihre Message, Träume zu leben, begeistern. In diesem Buch stellt sie eine stimmungsvolle, vielseitige Playlist neuer poetischer Texte zusammen und schreibt einfühlsam, klug und unglaublich bewegend über Liebe und Freundschaft, Abschied und verpasste Chancen, über das Loslassen und den Mut, das Leben in die Hand zu nehmen und Träume wahr zu machen.

„Das schreiben wir an jede Wand – dass dieses Leben uns gehört. Endlich sind wir laut wir selbst, wir machen heute Handstand, heute tragen wir die  Welt.“

Meine Meinung:

Dieser schmale Band enthält 24 Texte und ist mein erster Gedichtband seit langer Zeit. Ehrlich gesagt habe ich das Vorgängerbuch gar nicht gelesen und auch das megaerfolgreiche Video zu ihrem bislang bekanntesten Text „One day“ habe ich nie bis zu Ende gesehen. Das werde ich aber wohl bald nachholen, denn jetzt habe ich Blut geleckt 🙂

Ich habe das Buch über mehrere Tage verteilt gelesen, obwohl man es aufgrund seines geringen Umfangs ganz locker in einem Rutsch lesen könnte. Für mich persönlich fand ich es aber schöner, mir für die einzelnen Texte viel Zeit zu nehmen und die Zeilen teilweise mehrfach zu lesen und die Worte zu genießen. So konnte ich mich ganz auf die Bedeutung der Gedichte einlassen und sie einfach nur genießen.
In den Texten steckt so viel Entdeckenswertes, so viel Wahrheit, Liebe und Tiefgang, dass es sich lohnt, sie immer wieder zu lesen. Julia Engelmanns Gedichte drücken das Leben aus, wie es sich für viele junge Menschen anfühlt, mit all seinen kleinen und großen Fragen, auf die man niemals 100%ige Antworten finden wird. Es gab keinen Text, der mir nicht gefallen hätte, überall habe ich mich ein klein wenig wiedererkannt. Die Grundaussagen sind stets positiv und bestärkend und das finde ich toll.

Lieblingszitate:

„Manchmal wären wir gern anders,
doch das hat niemals einen Zweck.
Jeder ist auf seine Weise
gut genug und auch perfekt.“ (Aus: Kein Modelmädchen, S. 46)

„Oh Internet, oh Internet, 
look at what you’ve done.
You are the one to blame,
dass ich kein Deutsch
mehr sprechen kann.“ (Aus: Aka, btw, cu, S. 49)

„Liebe ist unfassbar komisch,
denn ist man erst mal ohne,
erscheint sie recht utopisch
und dann wieder superlogisch
wenn man sie hat.“ (Aus:Achillesvers, S. 78)

Ich wünsche den Texten der Autorin viele begeisterte Leser/innen und hoffe, dass ihre Messages ankommen, denn sie sind in ihren Kernaussagen Gold wert, gerade für junge Mädchen.
Für diese wunderbare Gedichtsammlung gebe ich 4,5 Sterne.

4 1_2 Sterne
Fazit:

Authentische, ehrliche und sehr persönliche Texte einer selbstbewussten, starken jungen Frau. Ich wünsche diesem Buch viele begeisterte (junge) Leser/innen.
Die Lektüre war ein Genuss. Uneingeschränkt weiterempfohlen.