Rezension zu „Den Mund voll ungesagter Dinge“ von Anne Freytag

Mundvoll

Autorin: Anne Freytag

Erschienen am: 06.03.2017

Veröffentlicht bei: Heyne fliegt

Genre: Jugendbuch / Liebe

Umfang: 400 Seiten

Preis: 14,99 € (broschiert)

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die-autorin
Anne Freytag, geboren 1982, hat International Management studiert und für eine Werbeagentur gearbeitet, bevor sie sich ganz dem Schreiben widmete. Die Autorin veröffentlichte bereits mehrere Romane für Erwachsene, unter anderem unter ihrem Pseudonym Ally Taylor. Mit ihrem ersten Jugendbuch Mein bester letzter Sommer schrieb sie sich direkt in die Herzen ihrer Leser. Der Roman wurde von Buchhändlern und der Presse gleichermaßen gefeiert und nun auf der Leipziger Buchmesse für den Deutschen Jugendliteraturpreis 2017 nominiert. Anne Freytag liebt Musik, Serien sowie die Vorstellung, durch ihre Geschichten tausend und mehr Leben führen zu können.

In diesem Leben wohnt und arbeitet sie derzeit in München – wenn sie nicht gerade in ferne Länder und fremde Städte reist. Manchmal auch nur in Gedanken …
Quelle

inhalt
Wenn Sophie es sich aussuchen könnte, wäre ihr Leben simpel. Aber das ist es nicht. Und das war es auch nie. Das fängt damit an, dass ihre Mutter sie direkt nach der Geburt im Stich gelassen hat. Und endet damit, dass Sophies Vater plötzlich beschließt, mit seiner Tochter zu seiner Freundin nach München zu ziehen. Alle sind glücklich. Bis auf Sophie.

Was hat es bloß mit dieser verdammten Liebe auf sich? Sophie selbst war noch nie verliebt. Klar gab es Jungs, einsam ist sie trotzdem. Bis sie in der neuen Stadt auf Alex trifft. Das Nachbarsmädchen mit der kleinen Lücke zwischen den Zähnen, den grünen Augen und dem ansteckenden Lachen. Zum ersten Mal lässt sich Sophie voll und ganz auf einen anderen Menschen ein. Und plötzlich ist das Leben neu und aufregend. Bis ein Kuss alles verändert.

meine-meinung
Nachdem mir Anne Freytags erster Jugendroman Mein bester letzter Sommer im letzten Jahr so gut gefallen hatte, war ich sehr gespannt auf ihren neuen Roman. Vor allem das Thema der gleichgeschlechtlichen Liebe und seine Umsetzung haben mich neugierig gemacht.

Sophie ist 17, Einzelgängerin und sieht aus wie eine ordinäre Version von Schneewittchen: blasse Haut, große blaue Augen und ein unerhört sinnlicher Schmollmund. Kein Wunder, dass die Jungs auf sie fliegen. Weil ihr Vater als Chirurg schwer beschäftigt ist und sie oft allein ist, lässt Sophie keine Gelegenheit aus, um ihrem zweifelhaften Ruf als Schneeflittchen alle Ehre zu machen. Sex mit Jungs bedeutet für sie Ablenkung und für einen kurzen Moment findet sie dabei Ruhe vor ihren Gedanken, die sie ständig auf Trab halten. Aber gefühlt hat sie dabei noch nie etwas, im Gegenteil – hinterher stellten sich die unbedeutenden One-Night-Stands stets als Fehler heraus. Und doch scheint sie es nicht lassen zu können.
Ihr bester Freund Lukas bedeutet die Welt für sie. Blöd nur, dass er zu seiner Freundin Vianne nach Frankreich gezogen und nur noch über Skype erreichbar ist. Trotzdem verbindet die beiden eine tiefe Freundschaft, die mir gerade in der Konstellation Junge-Mädchen sehr ans Herz ging.
Als Sophies Vater aus heiterem Himmel beschließt, wenige Wochen vor dem Abi von Hamburg zu seiner Freundin nach München zu ziehen, stellt er sie vor vollendete Tatsachen. Auf nichts hat sie weniger Lust, als auf dieses schöne große Haus, in dem die perfekte Lena mit ihren zwei Söhnen und ihrem Mischlingshund Carlos lebt. Und doch stellt sich Sophies neues Leben als gar nicht so schlecht heraus, als sie die Nachbarstochter Alex kennenlernt.

Zwischen Alex und Sophie besteht sofort eine besondere Verbindung. Anfangs gehen sie noch etwas verkrampft miteinander um und müssen sich erst kennenlernen, doch schon bald kann Sophie an nichts anderes mehr denken, als an Alex. Bei einer Party passiert es schließlich: während einer Partie „Wahrheit oder Pflicht“ muss Alex Sophie küssen. Und plötzlich ist alles anders. Hin- und hergerrissen zwischen ihrer Faszination für Alex und ihrer Unsicherheit diesbezüglich, versucht Sophie alles, um zu verdrängen, dass Alex eigentlich einen Freund hat. Und außerdem ist sie schließlich gar nicht lesbisch. Oder etwa doch? Nur weil Alex ein Mädchen ist, heißt es doch nicht, dass Sophie generell auf Mädchen steht?

Anne Freytags wunderbarer Schreibstil hat mich von der ersten Seite an in ihren Bann gezogen. In ruhigen Tönen erzählt sie die außergewöhnliche und sehr intensive Liebesgeschichte zweier Mädchen, die von ihren Gefühlen überrumpelt werden. Viele bildhafte Vergleiche machen die Sprache lebendig. Man spürt förmlich, wie sich der eigene Herzschlag beschleunigt, wenn Alex Sophie berührt, man fühlt den Regen auf der eigenen Haut, wenn Sophie in einer Regennacht Hals über Kopf aus dem Club flüchtet, und man platzt schier vor Glück, wenn die beiden Mädchen die Welt aussperren und ganz für sich sein können.

Die zahlreichen Liebesszenen sind anschaulich, aber stets geschmackvoll beschrieben. Die Autorin spart die sexuellen Details aus und überlässt sie der Fantasie des Lesers. Sophies Gefühle werden authentisch und gut nachvollziehbar geschildert. Ihr innerer Konflikt ist stets spürbar, sodass man mit ihr mitlieben und -leiden muss.

Die Klappenbroschur überzeugt durch eine liebevolle Umschlaggestaltung. Kleine, zur Geschichte passende Grafiken, kennzeichnen die Anfänge der angenehm kurzen Kapitel; zwei Playlists laden zum Anhören der Songs ein, die im Buch eine wichtige Rolle spielen. Auch das farbenfrohe Cover, das meiner Meinung einfach perfekt zur Geschichte passt, ist ein toller Eyecatcher.

Und trotzdem habe ich unverhältnismäßig lange an diesem Buch gelesen. Obwohl die kurzen Kapitel meinen Lesegewohnheiten sehr entgegenkommen, wollte ich einfach nicht so recht vorankommen. Vielleicht lag es auch daran, dass diese Geschichte eher ruhig daher kommt. Wirkliche Spannung wird erst in den letzten Zügen aufgebaut.
Insgesamt hat mir Mein bester letzter Sommer besser gefallen, was sicher zum Teil auch daran liegt, dass ich auf gefühlt jeder Seite Zitate herausschreiben wollte. Freytags erster Jugendroman war gefüllt mit intelligenten und berührenden Aussagen über das Leben und die Liebe. Diese Lebensweisheiten haben mir hier leider gefehlt. Auch habe ich festgestellt, dass die Liebesgeschichte zwischen den beiden Mädchen mich leider nicht so sehr berührt hat, wie ich mir das vorher erhofft hatte. Vielleicht ist Gay Romance aber auch einfach nicht mein Ding.

4 Sterne
Deshalb vergebe ich 4 Sterne.

fazit
„Den Mund voll ungesagter Dinge“ ist die sanfte Geschichte von Sophie und Alex, die von ihren Gefühlen füreinander überwältigt werden. Innere Konflikte werden glaubhaft dargestellt, äußere Einflüsse machen den beiden zusätzlich das Leben schwer. Die zarte Liebe gleicht einer Fahrt auf der Gefühlsachterbahn, die ich zwar glaubhaft nachvollziehen konnte, die mich aber dennoch nicht auf eine Weise berührt hat, wie ich es mir erhofft hatte.
Wer eine außergewöhnliche Lovestory im Jugendbuchsegment sucht, die sich von der breiten Masse abhebt, der sollte es mit diesem Buch versuchen.

 

 

 

Rezension zu „So geht Liebe“ von Katie Cotugno

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Autorin: Katie Cotugno

Erscheinungsdatum: 19.09.2016

Verlag: Heyne

Genre: Junge Erwachsene / Liebe / Drama

Umfang: 320 Seiten

Preis: 9,99 € (Taschenbuch)

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die-autorin

Katie Cotugno landete bereits auf der Shortlist für den begehrten Pushcart Prize, bevor sie mit So geht Liebe ihr erstes Jugendbuch veröffentlichte. Sie ist eine hoffnungslose Romantikerin, liebt Mozzarella-Honig-Sandwiches, ihre kleine Schwester und ihren Mann Tom, mit dem sie in Boston lebt. Quelle

inhalt

Mit fünfzehn bringt Reena im Restaurant, wo sie nach der Schule bedient, die Bestellungen durcheinander, sobald Sawyer auftaucht. Sie steht schon immer auf ihn, ist aber viel zu schüchtern, um ihm ihre Gefühle zu zeigen. Mit sechzehn kommt sie mit ihm zusammen, irgendwie; es scheint Reena wie ein verrückter Traum. Der ein paar Monate später auch schon wieder vorbei ist, für Reena allerdings nicht folgenlos: Sie ist schwanger – und Sawyer verschwindet ohne ein Wort des Abschieds. Mit achtzehn steht sie ihm im Supermarkt plötzlich wieder gegenüber, und er nimmt sie in die Arme, als sei nichts geschehen. Doch Reena ist jetzt eine andere, sie hat ihre kleine Tochter Hannah, die sie über alles liebt. Sie wird nie wieder auf irgendeinen Typen hereinfallen, der sie dann einfach sitzen lässt – hofft sie zumindest …

meine-meinung

Durch die liebe Inka von Lebens(LeseLiebe)Lust bin ich vor ein paar Wochen auf dieses wundervolle Buch aufmerksam geworden. Ich war so neugierig auf diese Geschichte, die ihr so gut gefallen hat, dass sie mir das Buch nach dem Lesen zugeschickt hat

Reena und Sawyer sind seit ihrer Kindheit miteinander verbunden. Ihre Eltern führen ein gemeinsames Restaurant, in dem beide nach der Schule aushelfen. Reena ist schon so lange in Sawyer verliebt, dass sie glaubt, alles über ihn zu wissen. Doch dann kommt ihre beste Freundin mit ihm zusammen und alles verändert sich.
Später bekommt sie endlich ihre Chance bei ihm und könnte glücklicher nicht sein. Doch je länger die beiden zusammen sind und je besser sie ihn kennenlernt, desto mehr muss Reena sich eingestehen, dass sie ein völlig falsches Bild von Sawyer hatte.

Dies ist die Geschichte einer jungen, verzweifelten Liebe, die tief und echt ist und doch niemals einfach. Sawyer hat viele Probleme, die die Beziehung gefährden. Er scheint das genaue Gegenteil der besonnenen, strebsamen Reena zu sein. Die beiden werden voneinander angezogen, wie die Motten vom Licht, doch ihre gemeinsame Vergangenheit schweißt sie ebenso zusammen, wie sie das junge Paar auseinander treibt. Als Reena mit 16 schwanger wird und Sawyer verschwindet, bricht für sie eine Welt zusammen. Von den Mitschülern gemieden, muss sie sich dem Spott der Kleinstadt aussetzen und mit der grenzenlosen Enttäuschung ihres streng gläubigen Vaters leben, der sie fortan nicht einmal mehr ansehen kann. Einsam, allein gelassen und vom Leben enttäuscht, wirft sie ihre sorgfältig ausgearbeiteten Reisepläne über den Haufen, um sich fortan um ihre kleine Tochter Hannah zu kümmern.

Zwei Jahre später scheint Reena in ihrem Alltag gefestigt zu sein: Sie kellnert nach wie vor im Restaurant ihres Vaters, besucht sogar einige Kurse am örtlichen College und hat in Aaron einen bodenständigen Freund gefunden, der sie liebt. Doch als Sawyer wie aus dem Nichts wieder in ihrem Leben auftaucht und von der gemeinsamen Tochter erfährt, ändert sich ihr Leben schlagartig.

Reena ist ein mutiger Charakter, mit dem ich mich sofort identifizieren konnte. Was sie durchmachen musste, ist hart und ungerecht und trotzdem hält sie stets den Kopf über Wasser und meistert ihr Leben mit beeindruckender Stärke.
Sawyer kommt anfangs als der typische, problembeladene Schulschönling daher, doch mit der Zeit blickt man durch seine raue Schale und lernt ihn durch Reenas Augen zu sehen. Er arbeitet hart an sich und seinen Fehlern, um diesmal alles besser zu machen.

Das Buch wird abwechselnd aus der Zeit vor der Schwangerschaft und in der Jetzt-Zeit, aus Reenas Sicht, erzählt. Nach und nach erfährt der Leser, wie diese beiden jungen Menschen zueinander fanden und sich doch wieder verloren, bis sie sich nach zwei Jahren Funkstille wieder gegenüber stehen.
„So geht Liebe“ könnte die Leser mit dem romantischen Cover und dem verspielten Titel ein wenig in die Irre führen. Hier geht es nicht um eine locker-luftige Romanze, sondern um echte Probleme und tiefe, verletzte Gefühle und gescheiterte Chancen.

Wer die Bücher von Colleen Hoover mag, sollte sich „So geht Liebe“ einmal genauer ansehen. Weniger kitschig, dafür sehr authentisch wird hier der Weg einer jungen Liebe unter schwierigen Umständen erzählt, die die Leserinnen direkt ins Herz trifft.

4 1_2 Sterne
Von mir gibt es 4,5 Sterne für diese wundervolle Geschichte.

fazit

„So geht Liebe“ von Katie Cotugno erzählt die Geschichte einer jungen Liebe, die unter schwierigen Umständen gewachsen ist und sich viel zu früh verloren hat, bevor sie eine zweite Chance bekommt. Ernste Themen und echte Probleme machen dieses Buch zu einem bitter-süßen Lesevergnügen mit Herzschmerz-Garantie. Von mir gibt es eine klare Empfehlung.

Rezension zu „Wenn du dich traust“ von Kira Gembri

Autorin: Kira GembriBuchcover

 Erschienen im Juni 2015

 Veröffentlicht bei Arena

 Umfang: 335 Seiten

Genre: Realistisches Jugendbuch

ISBN: 978-3401601496

Preis: 14, 99 €

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Ein paar Worte vorweg:

Die vielen guten Rezensionen haben mich schon lange neugierig auf dieses Buch gemacht. Vor ein paar Wochen habe ich es dann für meine Bibliothek eingekauft und jetzt gleich als erstes gelesen. Ich hoffe, das Buch findet viele weitere begeisterte Leserinnen.

Die Autorin:

Kira Gembri wurde 1990 als zweitältestes von fünf Kindern in Wien geboren. Dieser schönen Stadt blieb sie auch nach dem Abschluss ihres Masterstudiums der Vergleichenden Literaturwissenschaft treu. Wenn sie nicht gerade Tandem fährt, Cello spielt, ihrem Kater – einem charakterlichen Doppelgänger von Simon’s Cat – hinterherjagt oder in einem der Bücher schmökert, die sich in ihrer Wohnung stapeln, gilt ihre Leidenschaft dem Schreiben humorvoller und romantischer Geschichten. Quelle

Klappentext:

Liebe ist keine gerade Zahl

Lea zählt – ihre Schritte, die Erbsen auf ihrem Teller, die Blätter des Gummibaums. Sie ist zwanghaft ordentlich und meistert ihren Alltag mit Hilfe von Listen und Zahlen. Jay dagegen lebt das Chaos, tanzt auf jeder Party und hat mit festen Beziehungen absolut nichts am Hut. Niemals würde er freiwillig mit einem Mädchen zusammenziehen, schon gar nicht mit einem, das ihn so auf die Palme bringt wie Lea. Und Lea käme nie auf die Idee, mit Jungs zusammen zwischen Pizzakartons und Schmutzwäsche zu hausen. Sonnenklar, dass es zwischen den beiden heftig kracht, als sie aus der Not heraus eine WG gründen.

Zum Inhalt:

Die Geschichte wird abwechselnd in kurzen Kapiteln aus der Ich-Perspesktive der 20-jährigen Protagonisten Lea Moll und Jonathan – Spitzname Jay – Levin erzählt. Die beiden leben in Wien. Das Buch beginnt mit ihrem ersten zufälligen Zusammentreffen auf einer Straße vor einem Club in Wien. Jay, Schönling, wandelndes Bad-Boy-Klischee, überheblicher und arroganter Frauenheld und kleinkrimineller Drogendealer, geht mit seinen Kumpels eine Wette ein, in der es darum geht, Lea, die gerade in eine ihrer Zwangshandlungen versunken ist, anzusprechen und abzuschleppen. Doch sie registriert ihn gar nicht richtig und Jay zieht beleidigt ab. Zwei Monate später treffen sie sich zufällig in der psychiatrischen Klinik wieder, in die sich Lea mittlerweile auf Anraten ihrer eigenen Eltern selbst eingewiesen hat und wo Jay seine Sozialstunden abarbeiten muss. Als er den Klinikleiter aus seiner Geldnot heraus bestehlen will, wird er von Lea auf frischer Tat erwischt und prompt erpresst: Sie verrät ihn nicht, wenn er sie dafür einige Zeit bei sich wohnen lässt. Wenig begeistert willigt Jay schließlich ein und nimmt sie mit nach Hause in seine Chaos-Männer-WG.

Meine Einschätzung:

Ich bin sofort in die Geschichte hineingesogen worden, weil der Schreibstil einfach unglaublich gut, locker, leicht und flüssig ist. Es macht wirklich Spaß, sich in den abwechselnd erzählen Kapiteln in Jay und Lea hineinzuversetzen. Die beiden sind sehr unterschiedlich, was das Zusammenleben natürlich erschwert, aber auch den Reiz der Geschichte ausmacht.  Die Sprache ist realitätsnah und jugendlich. Der verbale Schlagabtausch zwischen dem selbstbewussten, schlagfertigen und seeehr oft fluchenden Jay und seinen Mitmenschen hat mich oft zum Lachen gebracht und ist ganz nah an der Lebenswelt der (jugendlichen) Leser dran. Seine Verwicklungen in die Drogenwelt sorgen für Spannung und geben der Geschichte die nötige Würze. Die eigentliche Liebesgeschichte zwischen Lea und Jay bahnt sich langsam an, ist aber damit umso realistischer und spannender. Im Laufe des Buches schaffen es beide, ihre ganz eigenen Probleme langsam mit ihrer gegenseitigen Hilfe zu überwinden. Der Spannungsbogen hat mich nicht ganz überzeugt, ich hätte mir etwas mehr Dramatik gewünscht. Auch hätte ich gerne mehr über die Vergangenheit der beiden erfahren, z. B. über Leas erste Beziehung und Jays Beziehung zu seiner Mutter.

Hier noch zwei meiner Lieblingszitate aus Leas Sicht:

„Dann bricht die Maske über seinem Gesicht weg, und sein Mund formt sich zu einem echten Lächeln. Immer noch bin ich erstaunt, welche Veränderung das bewirkt: Wenn er lächelt, ist er kein Drogendealer oder Frauenheld oder jemand, der mich zornentbrannt gegen die Mauer drängt. Er ist einfach nur Jay.“ (S. 129)

Wieder trifft Jays Mund auf meinen, doch jetzt ist seine Zurückhaltung verschwunden. (…) Es ist wie bei meinen Panikattacken, wenn sich alle Grenzen meiner Welt auflösen – aber zum ersten Mal macht mir das keine Angst. Ich gehe freiwillig verloren.“ (S. 161)

Beim Lesen habe ich mich oft an „Liebe ist was für Idioten. Wie mich“ (hier eine Rezi dazu) erinnert gefühlt, das ich ja erst vor kurzem gelesen habe. Die Stories ähneln sich (Bad Boy trifft auf sein komplettes Gegenstück, viele persönliche Probleme, ungewöhnliche Liebesgeschichte, Krankheiten spielen eine Rolle …). Zwischen den beiden männlichen Hauptfiguren, die auch noch beide Jay heißen, musste ich immer mal Vergleiche ziehen. Das ist eigentlich alles nicht so schlimm, aber da ich die beiden Bücher sehr ähnlich finde, muss ich doch sagen, dass mich „Liebe ist was für Idioten. Wie mich.“ insgesamt noch mehr begeistern und berühren konnte. Auch an Dramatik hatte es mehr zu bieten, sodass ich am Ende zwar sagen kann „Wenn du dich traust“ hat mich vollkommen überzeugt und mir auch sehr gefallen, aber es konnte mich nicht so sehr begeistern wie das Buch von Sabine Schoder. Dennoch gibt es von mir supergute 4 Sterne und eine klare Weiterempfehlung!

Fazit:

Ein tolles Jugendbuch, das durch schlagfertige Dialoge, eine realitätsnahe, romantische Geschichte und liebenswerte Charaktere glänzt.

4 Sterne