Rezension zu „Überall bist du“ von Gerhild Stoltenberg

überall
Autorin: Gerhild Stoltenberg

Veröffentlicht am: 11.04.2017

Verlag: Atlantik

Genre: Gegenwartsliteratur

Umfang: 272 Seiten

Preis: 20,00 € (gebunden)

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die-autorin

Gerhild Stoltenberg, geboren 1979 in Hamburg, studierte am Deutschen Literaturinstitut Leipzig. Überall bist duist ihr erster Roman. Sie lebt mit ihrer Familie in Hamburg. Quelle

inhalt
Wenn Martha geahnt hätte, dass Tom vom einen auf den anderen Tag aus ihrem Leben verschwinden würde, hätte sie ihn nachts geweckt, statt ihn nur anzuschauen. Sie wäre mit Tom nur U-Bahn statt Fahrrad gefahren, dann gäbe es in der Stadt jetzt weniger Orte, die sie mit ihm verbindet. Und sie hätte versucht, viel weniger mit ihm zu erleben, damit die Liste der Dinge, die sie so sehr an ihn erinnern, jetzt nicht so lang ist. Zum Glück gibt es den fünfjährigen Oskar und seine Brüder, die ihr die unausgesprochenen Gesetze des Spielplatzes erklären und mit denen sie unbeschwerte Sommertage im Freibad verbringt. Doch wenn der Liebeskummer so schlimm wird, dass nicht mal Winnie Puuh-Pflaster helfen, weiß selbst der sehr weise Oskar nicht mehr weiter. Martha muss sich eingestehen, dass sie nicht die besten Ideen hat, um über Tom hinwegzukommen, und entscheidet kurzerhand, alles hinter sich zu lassen.

meine-meinung
Als ich zum ersten Mal von diesem Buch gehört habe, dachte ich sofort: „Das ist was für mich!“ Ich mag melancholische Bücher und auch Liebeskummer ist ein Thema, über das ich gerne lese. Der tolle Buchtitel hat sein übriges getan, um mich zu überzeugen. Vielen Dank an den Atlantik-Verlag für das Rezensionsexemplar und die tollen Goodies!

Doch so gut alles im Vorfeld klang – diese Geschichte ist ganz anders, als ich sie mir vorgestellt hatte.
Martha ist Anfang dreißig und lebt ein eintöniges Leben, in dem sie so gut wie alles von ihren älteren Geschwistern geerbt hat: ihren langweiligen Listenjob, ihre kleine Wohnung und sogar die beste Freundin, die früher mit ihrem Bruder zusammen war. Ihren Namen erfahren wir erst in der Mitte des Buches, was eine Distanz zu der Ich-Erzählerin aufbaut.

Das Buch beginnt in Belgrad, wohin Martha Hals über Kopf geflüchtet ist. Wie und warum es soweit gekommen ist, erzählt sie detailliert von Anfang an.
Als ihre vermeintlich große Liebe Tom sie verlässt, bricht für Martha eine Welt zusammen, hätte sie doch schwören können, dass die beiden füreinander bestimmt sind und ihre Liebe ewig hält. All die kleinen Warnsignale, die im Vorfeld der Trennung aufgetaucht sind, hat sie übersehen. Nun schleppt sie sich mehr schlecht als recht durchs Leben und trauert um ihre verlorene Liebe. Nichts kann sie tun oder ansehen, ohne an ihren Verlust erinnert zu werden. Ein Gang durch ihre Heimatstadt wird zum Spießrutenlauf der Erinnerungen.
Erst als sie auf das alternde Model Stella und ihre vier Kinder trifft und spontan einen Job als Kindermädchen annimmt, kehrt die Sonne in ihr Leben zurück. Die Passagen, in denen sich die unbeholfene Martha um die altkluge Rasselbande gekümmert hat, haben mir am besten gefallen. Vor allem der 5-jährige Oskar hat sich mit seiner liebenswert-oberlehrerhaften Art direkt in mein Herzen geschlichen. Auch wenn Martha mit Kindern vorher nicht viel zu tun hatte, werden die fünf schnell zu einem eingespielten Team. Die Kinder bringen ein Stück weit Lebensfreude in Marthas tristen Alltag zurück. Doch das kleine Glück hält nicht lange – nach einer Weile wird der Kummer wieder übermächtig.

Die Autorin hat einen angenehmen, leicht poetischen, aber auch anspruchsvollen Schreibstil. Verschachtelte Sätze sind keine Seltenheit in diesem besonderen Debütroman. Dennoch liest sich das Buch wunderbar flüssig. Gerade der außergewöhnliche Stil fesselt den Leser.

Leider empfand ich die Passagen ohne die Kinder als langatmig. Vor allem die letzten Kapitel, die wieder in Belgrad spielen, haben sich sehr in die Länge gezogen. Auch wenn der Schluss überzeugend und konsequent war, hätte ich mir am Ende vielleicht noch eine Aussprache oder einen eindeutigeren Abschluss für Martha gewünscht.
Leider fürchte ich, dass außer den zauberhaften Kids nicht viel von diesem Buch bei mir hängen bleiben wird. Trotzdem wünsche ich der Geschichte zahlreiche Leser/innen.

3_1_2 Sterne
Für „Überall bist du“ vergebe ich 3,5 Sterne

fazit
„Überall bist du“ ist ein melancholischer Roman über die Trauer und das Verlassenwerden. Obwohl Martha sich alle Mühe gibt, will ihre Liebe einfach nicht enden. Dieser besondere Roman besticht durch einen anspruchsvollen, wunderbaren Schreibstil und liebenswerte Nebenfiguren. Leider empfand ich den Anfangs- und Endteil als sehr langwierig, trotzdem wünsche ich der Geschichte viele Leser.

Rezension zu „Überlieben in 10 Schritten“ von Rachel McIntyre

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Autorin: Rachel McIntyre

Erschienen am: 18.01.2017

Verlag: Magellan

Genre: Jugendbuch

Umfang: 304 Seiten

Preis: 17,00 € (gebunden)

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die-autorin

Rachel McIntyre ist in einem Haus voller Bücher aufgewachsen und ihre Leidenschaft für Sprache gibt sie nun als Lehrerin weiter. Sie weiß, dass Jugendliche gute Geschichten lieben – Geschichten, die ihnen dabei helfen, mit den täglichen Herausforderungen ihres Lebens umzugehen. Rachel McIntyre lebt in Nordengland. Nach Sternschnuppenstunden ist Überlieben in 10 Schritten ihr zweiter Roman.

inhalt

Daisy hat die Nase voll! Von Jungs im Allgemeinen und von ihrem Ex im Speziellen. Zeit für einen Neuanfang! Am College ist sowieso alles besser und man hat viel Wichtigeres als Jungs im Kopf. Davon ist Daisy fest überzeugt – zumindest bis sie Toby begegnet. Mr Charming hat es ihr angetan. Alles scheint perfekt, sodass sie die ersten Wolken am Liebeshimmel komplett übersieht. Doch so langsam braut sich ein richtiger Sturm zusammen, dem niemand entkommen kann! Jetzt ist es an Daisy, das Ruder wieder in die Hand zu nehmen …

meine-meinung
Ich habe das Buch im Rahmen einer Buchverlosung auf Lovelybooks gewonnen. Vielen Dank an den Magellan-Verlag und Lovelybooks für den Gewinn!

Nachdem ihr langjähriger Freund und ihre einzig wahre Liebe Matt mit seiner Mutter nach Spanien gezogen ist, hat Daisy genug vom Trübsal-Blasen. Ein Neuanfang muss her. Daisy will weg von ihrer alten Schule, wo sie alles an die gemeinsame Zeit mit Matt erinnert. Sie freut sich auf das College und das damit verbundene, aufregende Studentenleben. Von Jungs hat sie die Nase voll und von ihrem alten Leben sowieso.
Doch am College angekommen, stellt sie schnell fest, dass die schöne, heile Welt aus den Hochglanzprospekten so gar nicht der Realität entspricht: Cliquenbildung, Zickenkrieg, langweilige Schulstunden – alles genau wie vorher. Nur sie steht ohne ihre Freundinnen da und muss sich an den neuen Alltag gewöhnen. Als dann auch noch der filmstarmäßig gutaussehende Toby in ihrem Kurs auftaucht und sich ausgerechnet für sie interessiert, steht Daisys Welt plötzlich Kopf.

Daisy ist eine wahnsinnig tolle Protagonistin. Sie hat das Herz am rechten Fleck und ein sehr lockeres Mundwerk. Über ihre eigensinnigen Wortkreationen musste ich mehr als einmal herzhaft lachen. Der Roman quilt schier über vor herrlich schrägem und pechschwarzem Humor, Sarkasmus und flotten Sprüchen. Da haben die beiden Übersetzerinnen ganze Arbeit geleistet. So liebe ich das!
Inmitten ihres behüteten Elternhauses, der Hochzeitsagentur ihrer noch immer schwer verliebten Eltern und ihrer beiden besten Freundinnen, hat Daisy alles, was sie braucht – bis auf Matt, der ihr immer noch schrecklich fehlt. Da kommt Toby gerade recht. Ein Date oder zwei können ja nicht schaden. Immerhin hat ihr Ex auch schon längst eine bildschöne neue Freundin. Warum also nicht die Vergangenheit für ein paar Stunden vergessen? Doch Toby will mehr von Daisy. Innerhalb kurzer Zeit fährt er die schweren Beziehungsgeschütze auf und weicht kaum mehr von ihrer Seite. Blind vor Glück sieht Daisy nicht, dass ihr neuer Schwarm nicht nur gute Seiten hat. Wird sie sich voll und ganz auf ihn einlassen? Oder rennt Daisy am Ende in ihr Verderben?

Neben der lockeren Liebesgeschichte, die sich rasant entwickelt, spielen auch Werte wie Freundschaft und Familienzusammenhalt eine wichtige Rolle in diesem Buch. Vor allem die enge Bindung zwischen den drei Freundinnen und ihre 10 „goldenen Regeln“ für alle Lebenslagen fand ich super.
Alle Charaktere waren liebevoll ausgearbeitet und man schließt sie schnell ins Herz.
Durch den herrlichen Humor und viele unvorhergesehene Wendungen wird die Geschichte nie langweilig. Die knapp 300 Seiten fliegen vobei wie nix. Neben dem absolut hochwertigen Print finde ich vor allem die Umschlag- und Buchdeckelgestaltung sehr süß. Dieses Buch spricht einfach alle Sinne an!

Was anfangs als locker-witziges Jugendbuch daherkommt, offenbart schnell seine Stärken: ernste Themen, gut verpackt in einer leichten Sprache, und ein offenes Ende ganz nach meinem Geschmack haben dieses Buch zu einem tollen Lesegenuss für mich gemacht. Überlieben in 10 Schritten war mein erstes Buch aus dem Magellan-Verlag, aber es wird definitiv nicht das letzte sein!

5 Sterne
Für dieses wunderbare Buch vergebe ich 5 Sterne.

fazit
Überlieben in 10 Schritten ist ein Jugendbuch ganz nach meinem Geschmack. Die ausgeflippte Protagonistin Daisy, die ihr Herz auf der Zunge trägt und dem Liebeskummer den Kampf ansagt, hat mich wunderbar unterhalten. Liebevoll ausgearbeitete Charaktere, spannende Wendungen und die humorvolle Sprache haben dieses Buch zu einem echten Pageturner gemacht. Ein ganz besonderes Buch – von innen und von außen. Ein absoluter Geheimtipp.

Rezension zu „P.S. I still love you“ von Jenny Han

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Autorin: Jenny Han

Erschienen am: 30.01.2017

Verlag: Hanser

Genre: Jugendbuch

Umfang: 336 Seiten

Preis: 16,00 € (Taschenbuch)

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die-autorin

Jenny Han, 1980 geboren, lebt in Brooklyn, New York. Der Durchbruch als Schriftstellerin gelang ihr 2009 mit ihrer Sommer-Trilogie; die Bestseller-Reihe wurde in 24 Sprachen übersetzt. Bei Hanser erschien 2011 der erste Band Der Sommer, als ich schön wurde, 2012 folgten  Ohne dich kein Sommer und  Der Sommer, der nur uns gehörte. Hans Debüt „Zitronensüß“ erschien 2011 in der Reihe Hanser bei dtv. Zusammen mit der Autorin Siobhan Vivian veröffentlichte Han außerdem die Trilogie  Auge um Auge(2013),  Feuer und Flamme (2014) und  Asche zu Asche (2015). Auch sie stand sofort nach Erscheinen auf der New York Times-Bestsellerliste. Han gehört zu den beliebtesten US-Autorinnen weltweit. 2016 folgte mit  To all the boys I’ve loved before ein weiteres Jugendbuch der erfolgreichen Schriftstellerin. Im Frühjahr 2017 erscheint mit  P.S. I still love you die Fortsetzung dieser Geschichte. Im Frühjahr 2018 folgt mit „Always and forever, Lara Jean“ der Abschluss der Reihe. Quelle

inhalt
Die 16-jährige Lara Jean hatte nie ernsthaft vor, sich in den gut aussehenden Peter zu verlieben. Ihre Beziehung sollte nur vorgetäuscht sein, um seine Exfreundin eifersüchtig zu machen. Aber dann werden die beiden tatsächlich ein Paar?–?auf einer Skifreizeit der Schule küssen sie sich überraschend. Dass sie zusammen im Whirlpool gefilmt werden: peinlich. Dass das Video plötzlich in der ganzen Schule kursiert: ein Desaster. Und dass sich John auf Laras letzten Liebesbrief meldet, macht das Chaos perfekt – denn kann man in zwei Jungen gleichzeitig verliebt sein? Die charmante Fortsetzung des Bestsellers „To all the Boys I`ve loved before“ ist eine Geschichte über das Erwachsenwerden, die Liebe und den Liebeskummer.

meine-meinung

Völlig überraschend erreichte mich Anfang Februar eine süße Geschenkbox aus dem Hanser-Verlag. Gemeinsam mit Lovelybooks wurden Leser/innen des ersten Teils der Reihe, To all the boys I’ve loved before, ausgewählt, die sich exklusiv über den ganz frisch erschienenen zweiten Band, sowie einem süßen Notizblock für eigene Liebesbriefe und einige Goodies freuen durften. Gerade, weil diese süße Überraschung völlig unerwartet bei mir ankam, habe ich mich riesig darüber gefreut. Vielen lieben Dank an den Verlag und Lovelybooks!

Der zweite Band setzt nahtlos dort an, wo der erste aufhört. Es ist Weihnachten, das Fest der Liebe, und Lara Jean hat Liebeskummer. Was als Fake-Beziehung zwischen ihr und dem Schulschönling Peter Kavinsky begann, um seine Exfreundin Genevieve eifersüchtig zu machen, wuchs den beiden schnell über den Kopf, als ihre Gefühle tiefer gingen.
Gleich zu Beginn der Geschichte nähern sich Lara Jean und Peter wieder an und wollen es diesmal „richtig“ machen: keine Fake-Beziehung mehr, aber ein paar Regeln müssen her. So versprechen die beiden sich z. B., immer ehrlich zu sein und einander nicht das Herz zu brechen.

Peter und Lara Jean sind ein tolles Paar. Obwohl Kavinsky in seiner Vergangenheit reichlich Erfahrungen mit Mädchen gesammelt hat, respektiert er Lara Jeans Unschuld und setzt sie niemals unter Druck. Ihre Liebe wächst langsam, aber die tiefe Verbundenheit zwischen ihnen ist stets spürbar. Es könnte alles so schön sein, würde da nicht plötzlich ein Video im Internet auftauchen, dass die beiden in scheinbar eindeutiger Pose im Whirlpool zeigt. Schnell hat Lara Jean den „Schlampen-Stempel“ weg, während Peter als großer Macker gefeiert wird. Das junge Mädchen muss lernen, was es heißt, angefeindet und herabgewürdigt zu werden. Doch Peter setzt sich heldenhaft ein, um ihre Ehre zu retten. Überhaupt ist Peter ein Junge, wie ihn sich jedes Mädchen nur wünschen kann. Zwar hat auch er seine kleine Macken (ein bisschen selbstgefällig und eitel ist er z. B.), dennoch tut er alles, um Lara Jean zu beweisen, wie viel sie ihm bedeutet. Doch als seine Exfreundin Genevieve, die gleichzeitig Lara Jeans ex-beste Freundin ist, seine Nähe sucht, droht die junge Liebe auseinander zu brechen.
Und dann ist da noch der gut aussehende John, in den Lara Jean früher verliebt war. Eine harmlose Brieffreundschaft zwischen den beiden entwickelt sich bald zu einer ausgewachsenen Schwärmerei …

Dieses Buch hat alles zu bieten, was junge Mädchen sich von einem Jugendliebesroman wünschen können: Schmetterlinge, die erste große Liebe, der erste Krach, Liebeskummer, Intrigen und noch viel mehr warten darauf, der Leserin sämtliche Gefühle zwischen zuckersüßen Hach-Momenten und betrübtem Seufzen samt Herzschmerz zu bereiten. Da die Geschichte auch im zweiten Teil noch sehr unschuldig bleibt, kann die Reihe bedenkenlos bereits ab 12 Jahren empfohlen werden.

Neben den Irrungen und Wirrungen der ersten Liebe spielen auch Werte wie Freundschaft, Zusammenhalt innerhalb der Familie, Verantwortungsbewusstsein und Moral eine große Rolle. Es ist einfach zauberhaft, die enge Verbindung zwischen den drei Song-Mädels und ihrem alleinerziehenden Vater zu erleben. Vor allem die 10-jährige Kitty hat es mir wieder besonders angetan. Die kleine Schwester von Lara Jean ist ein besonders aufgewecktes Mädchen, das gerne die Fäden in die Hand nimmt, um den Menschen, die sie liebt, einen kleinen Schubs in die richtige Richtung zu geben.
Sehr gut gefallen hat mir auch John, der vor allem ab der Hälfte des Buches eine wichtige Rolle spielt. Mit seiner liebenswürdigen, aufopferungsvollen Art hat er sich sofort in mein Herz geschlichen. Aber ob auch er es sein wird, für den Lara Jean sich am Ende entscheidet? Nun, das müsst ihr selbst herausfinden.

Gut zu wissen: 2018 soll der finale Band der Reihe, Always and forever, Lara Jean, erscheinen. Darauf freue ich mich schon sehr. Ich bin gespannt, wie die junge Protagonistin, die mir beim Lesen so sehr ans Herz gewachsen ist, sich auf ihrem Weg ins Erwachsenenleben machen wird.

4 1_2 Sterne
Für P.S. I still love you vergebe ich 4,5 Sterne.

fazit
P.S. I still love you ist der zweite Band der Lara-Jean-Reihe, in der die 16-jährige Protagonistin sich zwischen Schule und Familie mit den Irrungen und Wirrungen der ersten Liebe auseinandersetzen muss. Die liebenswerten Charaktere machen dieses Buch zu einem ganz besonderen Lesegenuss. Durch die vermittelten Werte, wie z. B. Familienzusammenhalt, soziales Engagement und Freundschaft, kann die unschuldig-süße Geschichte bereits für junge Mädchen empfohlen werden.

Rezension zu „Morgen ist es vorbei“ von Kathrin Weßling

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Autorin: Kathrin Weßling

Erscheinungsdatum: 10.08.2015

Veröffentlicht bei: Luchterhand

Genre: Kurzgeschichten

Umfang: 207 Seiten

Preis: 14,99 € (broschiert)

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Die Autorin:

Kathrin Weßling, 1985 geboren, lebt in Hamburg und arbeitet dort als Social-Media Managerin beim stern und leitet die Redaktion eines digitalen Stadtmagazins. 2012 erschien ihr vielbeachtetes Buch „Drüberleben“, das 2013 unter der Regie von Daniel Wahl auch als Theaterstück am Theater Freiburg uraufgeführt wurde.

Kathrin Weßling gibt Workshops und hält Vorträge in den Bereichen Social Media, Blogs, Online-Redaktion und Blogger-Kooperationen. Sie bloggt unter http://kathrinwessling.de „Morgen ist es vorbei“ ist ihr zweites Buch. Quelle


Inhalt:

Liebeskummer ist ein Bumerang aus Stacheldraht

Kathrin Weßlings neues Buch ist eine Sammlung von Stories über die unerträgliche Fragilität der Liebe und des Liebens. »Morgen ist es vorbei«, das sind 13 Geschichten über die Liebe. Über die Sehnsucht, sich im anderen zu verlieren. Und über den Schmerz, verlassen zu werden. Kathrin Weßling erzählt mit großer psychologischer Klarsicht und zugleich mit hoher emotionaler und sprachlicher Kraft von gebrochenen Herzen und von solchen, die andere brechen, von Tränen und vom Kämpfen, vom Hoffen und vom Warten, von Erleichterung und Glück, vom Wahnsinn wilder Herzen eben. Die Protagonisten ihrer Stories wissen: Liebeskummer ist ein Bumerang aus Stacheldraht. Der kommt zurück, egal, wie sehr du schreist und rennst und bebst und kämpfst. Und manchmal ist da diese winzige Ahnung, die dich nicht schlafen lässt: Morgen ist es vielleicht vorbei. Und manchmal ist der einzige Gedanke, der dich durch die langen Nächte in der Stadt rettet: Morgen ist es besser, morgen wird ein besseres Morgen sein, morgen ist es endlich vorbei.


Meine Meinung:

Dieses Buch ist etwas ganz Besonderes! Das habe ich schon beim Durchstöbern der Leseprobe erkannt. Jede einzelne Geschichte hat mich in ihren Bann gezogen und durch ihre Intensität und Wortgewalt schlichtweg umgehauen. Kathrin Weßling schreibt sich hier das blutende Herz aus der Brust und bringt Geschichten zu Papier, die das Leben tagtäglich schreibt. Ich bin mir sicher, dass sich jeder Leser in mindestens einer Geschichte wiedererkennen wird.
Kathrin Weßlings Sprache ist reich an Metaphern und einzigartig hart und schön. In diesem Buch stecken so viel Wahrheit und intelligente Sätze, das ich mir am liebsten endlos viele Zitate herausgeschrieben hätte.

Alle Stories handeln von der Kehrseite der Liebe, von Einsamkeit, Schmerz, Leid, Sehnsucht oder Verlangen. Happy Ends sucht man hier vergeblich, aber genau das ist es, was den Reiz der Geschichten ausmacht: die schonungslose Ehrlichkeit, erzählt in fast schon beiläufig schlichten Worten, die den Leser dennoch mitten ins Herz treffen.
Ich bin sofort in jede einzelne Story hineingetaucht und wurde von den Worten der Autorin eingesaugt und nicht mehr losgelassen.

Damit ich mich auf jede Geschichte einlassen konnte, habe ich mir für das schmale Büchlein sehr viel Zeit genommen. Ich wurde mit einer einzigartigen, wundervollen und ausdrucksstarken Sprache belohnt, die mich sehr neugierig auf das Erstlingswerk von Kathrin Weßling (Drüberleben) gemacht hat. Ich bin mir sicher, dass auch dieses Buch bald bei mir einziehen wird.


Lieblingszitate:

Und noch immer: Schweigen. Ihr Schweigen, das sie dir wie Schmirgelpapier über’s Herz zieht. Ihr Schweigen, das dich zu dem müden Reh macht, das vor den Scheinwerfern ihrer Wortlosigkeit erstarrt ist. (S. 36, „Wilde Wesen“)

Und irgendwann gibst du auf und läufst mit einem Stacheldraht im Herzen herum, macht ja nichts, macht ja überhaupt gar nichts, das geht vorbei. (S. 37, „Wilde Wesen“)

Und wenn man schon seit Tagen, seit Wochen und Monaten hungrig ist, dann kommen einem die kleinen Bonbons, die Menschen wie Tom sind, beinahe ein bisschen vor wie Nahrung. Aber am Ende wird einem bloß schlecht und man ist noch immer hungrig, den Bauch voller Sehnsucht, den Kopf voller Schmerz, weil Zucker bloß gierig macht und nicht ruhig. (S. 124, „Schwimmen“)

Für dieses rundum gelungene Buch, das ganz nach meinem Geschmack ist, vergebe ich fünf Sterne.

5 Sterne

Fazit:

Wer melancholische, überraschende Texte mag und sich im Strudel der verschiedensten Emotionen verlieren möchte, die man beim Lesen  von „Morgen ist es vorbei“ unweigerlich durchlebt, der sollte dieser Kurzgeschichtensammlung unbedingt eine Chance geben. Für dieses dünne, aber wortgewaltige, ausdrucksstarke Buch solltet ihr viel Zeit einplanen – ihr werdet mit einer unglaublich intensiven Sprache belohnt. Absolute Leseempfehlung!

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Ich bedanke mich recht herzlich beim Bloggerportal und dem Luchterhand-Verlag für die Zusendung des Rezensionsexemplares.

Rezension zu „Nur ein Tag“ von Gayle Forman

Nur ein Tag

Autorin: Gayle Forman

Erscheinungsdatum: 22.03.2016

Veröffentlicht bei: Fischer Jugendbuch

Genre: Junge Erwachsene / Liebe

Umfang: 432 Seiten

Preis: 14,99 € (Klappenbroschur)

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Die Autorin:

Gayle Forman, geboren 1971, begann ihre journalistische Karriere beim ›Seventeen Magazine‹ und arbeitete dann für große Zeitschriften wie ›Cosmopolitan‹, ›Glamour‹ und ›Elle‹, bevor sie anfing, Romane zu schreiben. Inzwischen hat sie etliche Bestseller veröffentlicht. Sie lebt mit ihrer Familie in Brooklyn, New York. Quelle

Inhalt:

Wenn du einem Menschen begegnet bist, der dein Herz geöffnet hat, wirst du alles dafür tun, ihn wiederzufinden.

Allysons Leben ist genau wie ihr Koffer – überlegt, geplant und ordentlich gepackt. Doch am letzten Tag ihrer dreiwöchigen Europatour lernt sie Willem kennen. Als freier, ungebundener Schauspieler ist er all das, was die 18jährige Allyson nicht ist, und als er sie einlädt, mit ihm nach Paris zu kommen, trifft sie spontan eine für sie untypische Entscheidung. Sie ändert ihren Plan und geht mit ihm. Allyson erlebt einen Tag voller Abenteuer und Romantik, Freiheit und Nähe – bis Willem am nächsten Morgen nicht mehr da ist.

Meine Meinung:

„Nur ein Tag“ ist mein erstes Buch von Gayle Forman. Die Werbung für die Dilogie klang vielversprechend, deshalb habe ich mir beide Bände auf der Leipziger Buchmesse gekauft.

Wer einen großen Liebesroman oder eine Geschichte über das Reisen erwartet, wird leider enttäuscht. Leider musste ich auch feststellen, dass die Klappentexte  der beiden Bände den Leser gehörig in die Irre führen. Meine Erwartungen kollidierten mit dem Inhalt des Buches. Aber der Reihe nach.

Die Geschichte wird aus Allysons Sicht erzählt. Allyson ist 19 Jahre alt und steht kurz vor dem Beginn ihres Medizinstudiums, als sie von ihren Eltern eine Europarundreise geschenkt bekommt. Gemeinsam mit ihrer besten Freundin Melanie tritt sie die Reise an und lernt mit einer Teenager-Reisegruppe Europa im Schnelldurchlauf kennen. Am Ende der Reise trifft sie auf Willem, der sich spontan zu einem eintägigen Kurzurlaub in Paris überredet. Ganz anders, als es sonst Allysons Art ist, sagt sie zu und verbringt einen Tag mit einem völlig fremden, jungen Mann in Paris. Dabei entdecken sie keine Sehenswürdigkeiten, sondern lernen das echte Paris kennen. Und natürlich verlieben sie sich auch ineinander. Doch Willem steckt voller Geheimnisse. Er ist ein Weltenbummler, ein Frauenheld und war seit 2 Jahren nicht mehr zu Hause in den Niederlanden. Warum das so ist, erfährt der Leser wohl erst in Band 2, indem die komplette Geschichte nochmal aus Willems Sicht erzählt wird. Jedenfalls der Teil, nachdem sich Allysons und seine Wege unfreiwillig in Paris trennen.

Dachte ich vorher, in Band 1 geht es um diesen einen Tag in Paris, musste ich beim Lesen feststellen, dass auch das komplette darauffolgende Jahr schon erzählt wird – eben aus Allysons Sicht. Und Allyson ist keine sympathische Protagonistin. Sie ist zickig, schlecht gelaunt und total verzogen. Ihr Vater finanziert ihr teures Medizinstudium, das sie jedoch komplett über den Haufen schmeißt und stattdessen Theater spielt und Töpfern lernt (interessantes Studium). Nachdem sie ihren Mitmenschen ein Jahr lang auf den Keks gegangen ist, bemerkt sie völlig überraschend, dass sie Willem immer noch hinterher trauert und beschließt, ihn in den Sommerferien zu suchen. Vorher spart sie sich noch schnell 1000 $ zusammen und ab geht die Post. Diesmal ist sie allein und scheint auch endlich erwachsen zu werden.
Das Ende ist offen und wird ziemlich schnell abgehandelt. Wer, wie ich, denkt, dass es in Band 2 nahtlos weitergeht und endlich die erhoffte Liebesreunion erwartet, wird aber auch hier enttäuscht. Wie ich in einem anderen Blogbeitrag durch Zufall erfahren habe, geht es in Band 2 ausschließlich darum, was der schöne Willem in dem Jahr getrieben hat und das war’s. Der Klappentext verspricht etwas anderes und das finde ich wirklich frech. Damit wird der Leser über’s Ohr gehauen. Ich bin kein Freund von derselben Geschichte aus zwei Sichtweisen, selbst wenn die beiden völlig andere Dinge erleben, interessiert mich das einfach nicht. Man hätte auch einfach einen Roman mit wechselnden Perspektiven draus machen können. Wer dann immer noch wissen möchte, wie die Geschichte ausgeht, kann sich ein kostenloses E-Book herunterladen und das tatsächliche Ende dort nachlesen.
Was steckt nun also tatsächlich hinter der großartig beworbenen Dilogie? Welchen Sinn hat es, hunderte Seiten lang den Alltag von Allyson vorstellen, Nebenfiguren einzuführen und ein Studium zu beschreiben, wenn am Ende nichts davon eine Rolle spielt oder wichtig ist?
Cleveres Marketing oder Geldmache? Meine Meinung ist klar, denke ich.

Ich bin enttäuscht. Vom Schreibstil hatte ich mir auch mehr erhofft. Zwar ist er solide, aber trotzdem sehr jung, mit vielen überflüssigen Füllwörtern und Wortwiederholungen. Die Handlung plätscherte so vor sich hin und diese Längen machten das Lesen langweilig. Einzig die interessanten Nebencharaktere wie Allysons Freundin Melanie oder ihr Kommilone Dee mit den tausend Gesichtern sorgten für Abwechslung.

Von mir gibt es es leider nur 2,5 Sterne und keine Leseempfehlung.

2 1_2 Sterne

Fazit:

Die Werbung versprach mehr, als der Roman halten konnte. Die nervige Protagonistin, viele Längen und der sehr junge Schreibstil konnten mich nicht überzeugen. Im Moment habe ich nicht mal Lust, Band 2 zu lesen. Von mir gibt es keine Empfehlung.

Rezension zu „Die erste Liebe (nach 19 vergeblichen Versuchen)“ von John Green

Buchcover

Autor: John Green

Erscheinungsdatum (Taschenbuch): 01.06.2010

Veröffentlicht bei dtv, Reihe Hanser

Umfang: 297 Seiten + Anhang

Genre: Realistisches Jugendbuch

ISBN: 978-3423624497

Preis (Taschenbuch): 9,95 €

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Ein paar Worte vorweg:

„Die erste Liebe …“ ist das vierte Buch, das ich von John Green gelesen habe. Nachdem mich „Margos Spuren“ leider ziemlich enttäuscht hat (dafür hat mir die Verfilmung umso besser gefallen), dachte ich, es wird Zeit, dem Autor eine neue Chance zu geben. Und siehe da: Es hat sich gelohnt!

Der Autor:

John Green, Jahrgang 1977, lebt mit seiner Familie in Indianapolis, USA. Eigentlich wollte er Pastor werden, doch er brach seine Ausbildung ab und wurde stattdessen Literaturkritiker für eine US-Zeitschrift. Parallel zu seiner Arbeit schrieb er seinen Debütroman „Eine wie Alaska“ (2005), für den er international mehrfach ausgezeichnet wurde. Zwei seiner Romane wurden verfilmt: „Das Schicksal ist ein mieser Verräter“ (2014), für das er den Deutschen Jugendliteraturpreis der Jugendjury erhielt, und „Margos Spuren“ (2015).

Klappentext:

Liebe ist keine Wissenschaft – oder doch?

Katherine V. fand Jungs eklig.
Katherine X. wollte, dass sie nur Freunde bleiben.
Katherine XIX. brach ihm das Herz.

Zum Inhalt:

Colin Singleton ist ein Wunderkind, dessen größte Angst es ist, niemals ein wahrhaftiges Genie zu werden, nie etwas wirklich Großartiges zu erfinden oder zu vollbringen und irgendwann in Vergessenheit zu geraten. Er hat eine Schwäche für Anagramme und für Mädchen namens Katherine – bereits 19 (!) Freundinnen mit diesem Namen haben ihm im Laufe seines 18jährigen Lebens verlassen. Colins einziger Freund Hassan ist ein gemütlicher, fauler, nicht besonders gläubiger Moslem. Gemeinsam machen sie sich nach Colins jüngster Trennung von Katherine XIX., seiner ganz großen Liebe, auf den Weg zu einer Fahrt ins Blaue, um den Kopf frei zu kriegen, Colins Liebeskummer zu überwinden und die freie Zeit vor dem College zu genießen. Außerdem will Colin eine mathematische Formel entwickeln, die die Haltbarkeit von Beziehungen voraussagen kann. Sie landen in dem kleinen Provinznest Gutshot in Tennessee, wo angeblich der österreichische Erzherzog Franz Ferdinand begraben liegt, und lassen sich von der Aushilfe des örtlichen General Stores, Lindsey Lee Wells, zur Gedenkstätte des Toten führen. Auf dem Weg dorthin verletzt sich Colin, als er über ein Stein stolpert und wird von Lindsey, glücklicherweise Krankenschwester in Ausbildung, erstversorgt. Und ehe sie sich versehen, sitzen Hassan und Colin fest in Gutshot und der rosaroten Villa von Lindseys Mutter, der die örtliche Textilfabrik gehört (die übrigens Tamponfäden herstellt) und haben zum ersten Mal in ihrem Leben einen richtigen  Job …

Meine Einschätzung:

Die Freundschaft zwischen Colin und Hassan wird durch ihre Reise zwar auf eine harte Probe gestellt, aber auch gefestigt, als die beiden ungleichen Jungen mehr Verständnis für ihre Macken und Ängste gewinnen. Die Dialoge der beiden sind oftmals zum Brüllen komisch. Sie kennen sich wie ein altes Ehepaar in- und auswendig und hauen Sprüche raus, die einfach Spaß machen. John Green versteht es, seinen Charakteren Tiefe zu geben, indem er sie mit Ängsten und Sehnsüchten ausstattet, die im Laufe der Geschichte aufgedeckt und überwunden werden. Natürlich darf auch ein taffes, attraktives Mädchen mit einer großen Klappe nicht fehlen: Lindsey hat zwar einen Freund (ebenfalls namens Colin, genannt: der andere Colin, DAC), wird aber im Laufe der Geschichte zunehmend interessanter für Colin – obwohl sie nicht mal Katherine heißt.

Colins Mangel an Sozialkompetenz, gepaart mit seinem Zwang zu logischen Denkmustern haben mich oftmals schmunzeln lassen. Hier ein kleiner Einblick in seine Gehirnwindungen:

„Colin blieb häufig an der Stelle hängen, wo er eigentlich das Mädchen küssen müsste. Er hatte zu diesem Thema sogar eine Theorie aufgestellt, die er die Theorie zur Minimierung des Zurückweisungsrisikos nannte (MZR): Da der Akt des In-den-Arm-Nehmens und Küssens ein erhöhtes Risiko der Zurückweisung birgt, sollte derjenige Teilnehmer beim Küssen die Initiative übernehmen, bei dem die Gefahr des Zurückgewiesenwerdens am geringsten ist.“ (S. 108, 109)

Die Idee mit der ungewöhnlichen Obsession für den Namen Katherine hat mir sehr gut gefallen. Im Laufe der Geschichte erfährt man schließlich auch, wie alle „Beziehungen“ abgelaufen und letztendlich gescheitert sind. Zum Thema Katherine hier noch ein schönes Zitat:

„Natürlich trank sie ihren Kaffee schwarz. Alle Katherines tranken ihren Kaffee schwarz. Katherines mochten ihren Kaffee so, wie sie ihre Exfreunde mögen: bitter und unbekömmlich.“ (S. 110)

Natürlich kommt Colin irgendwann über K-19 hinweg und ihm eröffnen sich plötzlich völlig neue Einsichten ins Leben und die Aussicht auf die Zukunft mit einer Freundin, die zur Abwechslung mal nicht Katherine heißt.

Weil wir alle Buchliebhaber sind, hier noch ein schönes Zitat zum Thema Bücher im Kontext der Geschichte:

„Ohne Katherine und ohne das Theorem und ohne die Hoffnung, je etwas Wichtiges zu leisten, war nicht viel übrig. Wenigstens die Bücher waren ihm geblieben. Bücher waren die ultimativen Sitzengelassenen: Leg es weg und es wird immer auf dich warten; schenk ihm Aufmerksamkeit und es liebt dich immer zurück.“ (S. 155)

Es gibt noch mehr tolle Zitate, aber das führt hier doch zu weit – sonst schreibe ich noch das halbe Buch ab.

In 81 Fußnoten werden übrigens viele Fakten erläutert und Dinge erklärt, die Colin in seinem Wunder-Gehirn gespeichert hat – so lernt man tatsächlich noch etwas beim Lesen.

Ich kann dieses Buch nur weiterempfehlen, nicht nur wegen der originellen Idee, der skurrilen Figuren, dem tragisch-komischen Helden der Geschichte, sondern auch wegen den vielen eingestreuten Lebensweisheiten und der darin enthaltenen Alltagsphilosophie.
Noch eine kleine Warnung: Im Buch taucht immer mal Mathematik auf, die muss man nicht verstehen, wird aber sehr witzig und geduldig u. a. im Anhang von einem mit dem Autor befreundeten Mathematikprofessor erklärt. So macht Mathe tatsächlich Spaß! Und wenn ich das sage, will das was heißen, denn ich war immer, ich betone IMMER eine Matheniete.

Fazit:

Ein typischer John Green: witzig, herzlich, philosophisch. Bei der Lektüre lernt man sogar noch etwas für’s Leben. Klare Empfehlung!

4 Sterne