Rezension zu „Überlieben in 10 Schritten“ von Rachel McIntyre

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Autorin: Rachel McIntyre

Erschienen am: 18.01.2017

Verlag: Magellan

Genre: Jugendbuch

Umfang: 304 Seiten

Preis: 17,00 € (gebunden)

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Rachel McIntyre ist in einem Haus voller Bücher aufgewachsen und ihre Leidenschaft für Sprache gibt sie nun als Lehrerin weiter. Sie weiß, dass Jugendliche gute Geschichten lieben – Geschichten, die ihnen dabei helfen, mit den täglichen Herausforderungen ihres Lebens umzugehen. Rachel McIntyre lebt in Nordengland. Nach Sternschnuppenstunden ist Überlieben in 10 Schritten ihr zweiter Roman.

inhalt

Daisy hat die Nase voll! Von Jungs im Allgemeinen und von ihrem Ex im Speziellen. Zeit für einen Neuanfang! Am College ist sowieso alles besser und man hat viel Wichtigeres als Jungs im Kopf. Davon ist Daisy fest überzeugt – zumindest bis sie Toby begegnet. Mr Charming hat es ihr angetan. Alles scheint perfekt, sodass sie die ersten Wolken am Liebeshimmel komplett übersieht. Doch so langsam braut sich ein richtiger Sturm zusammen, dem niemand entkommen kann! Jetzt ist es an Daisy, das Ruder wieder in die Hand zu nehmen …

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Ich habe das Buch im Rahmen einer Buchverlosung auf Lovelybooks gewonnen. Vielen Dank an den Magellan-Verlag und Lovelybooks für den Gewinn!

Nachdem ihr langjähriger Freund und ihre einzig wahre Liebe Matt mit seiner Mutter nach Spanien gezogen ist, hat Daisy genug vom Trübsal-Blasen. Ein Neuanfang muss her. Daisy will weg von ihrer alten Schule, wo sie alles an die gemeinsame Zeit mit Matt erinnert. Sie freut sich auf das College und das damit verbundene, aufregende Studentenleben. Von Jungs hat sie die Nase voll und von ihrem alten Leben sowieso.
Doch am College angekommen, stellt sie schnell fest, dass die schöne, heile Welt aus den Hochglanzprospekten so gar nicht der Realität entspricht: Cliquenbildung, Zickenkrieg, langweilige Schulstunden – alles genau wie vorher. Nur sie steht ohne ihre Freundinnen da und muss sich an den neuen Alltag gewöhnen. Als dann auch noch der filmstarmäßig gutaussehende Toby in ihrem Kurs auftaucht und sich ausgerechnet für sie interessiert, steht Daisys Welt plötzlich Kopf.

Daisy ist eine wahnsinnig tolle Protagonistin. Sie hat das Herz am rechten Fleck und ein sehr lockeres Mundwerk. Über ihre eigensinnigen Wortkreationen musste ich mehr als einmal herzhaft lachen. Der Roman quilt schier über vor herrlich schrägem und pechschwarzem Humor, Sarkasmus und flotten Sprüchen. Da haben die beiden Übersetzerinnen ganze Arbeit geleistet. So liebe ich das!
Inmitten ihres behüteten Elternhauses, der Hochzeitsagentur ihrer noch immer schwer verliebten Eltern und ihrer beiden besten Freundinnen, hat Daisy alles, was sie braucht – bis auf Matt, der ihr immer noch schrecklich fehlt. Da kommt Toby gerade recht. Ein Date oder zwei können ja nicht schaden. Immerhin hat ihr Ex auch schon längst eine bildschöne neue Freundin. Warum also nicht die Vergangenheit für ein paar Stunden vergessen? Doch Toby will mehr von Daisy. Innerhalb kurzer Zeit fährt er die schweren Beziehungsgeschütze auf und weicht kaum mehr von ihrer Seite. Blind vor Glück sieht Daisy nicht, dass ihr neuer Schwarm nicht nur gute Seiten hat. Wird sie sich voll und ganz auf ihn einlassen? Oder rennt Daisy am Ende in ihr Verderben?

Neben der lockeren Liebesgeschichte, die sich rasant entwickelt, spielen auch Werte wie Freundschaft und Familienzusammenhalt eine wichtige Rolle in diesem Buch. Vor allem die enge Bindung zwischen den drei Freundinnen und ihre 10 „goldenen Regeln“ für alle Lebenslagen fand ich super.
Alle Charaktere waren liebevoll ausgearbeitet und man schließt sie schnell ins Herz.
Durch den herrlichen Humor und viele unvorhergesehene Wendungen wird die Geschichte nie langweilig. Die knapp 300 Seiten fliegen vobei wie nix. Neben dem absolut hochwertigen Print finde ich vor allem die Umschlag- und Buchdeckelgestaltung sehr süß. Dieses Buch spricht einfach alle Sinne an!

Was anfangs als locker-witziges Jugendbuch daherkommt, offenbart schnell seine Stärken: ernste Themen, gut verpackt in einer leichten Sprache, und ein offenes Ende ganz nach meinem Geschmack haben dieses Buch zu einem tollen Lesegenuss für mich gemacht. Überlieben in 10 Schritten war mein erstes Buch aus dem Magellan-Verlag, aber es wird definitiv nicht das letzte sein!

5 Sterne
Für dieses wunderbare Buch vergebe ich 5 Sterne.

fazit
Überlieben in 10 Schritten ist ein Jugendbuch ganz nach meinem Geschmack. Die ausgeflippte Protagonistin Daisy, die ihr Herz auf der Zunge trägt und dem Liebeskummer den Kampf ansagt, hat mich wunderbar unterhalten. Liebevoll ausgearbeitete Charaktere, spannende Wendungen und die humorvolle Sprache haben dieses Buch zu einem echten Pageturner gemacht. Ein ganz besonderes Buch – von innen und von außen. Ein absoluter Geheimtipp.

Rezension zu „Finian Blue Summers“ von Emma C. Moore

Finian Blue Summers

Autorin: Emma C. Moore (= Marah Woolf)

Erscheinungsdatum: 25.08.2016

Veröffentlicht über: Amazon CreateSpace

Genre: Jugendbuch / Liebe / Drama

Umfang: 278 Seiten

Preis: 2,99 € (E-Book), Taschenbuch (8,99 €), Hardcover (15,99 €)

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Die Autorin:

Marah Woolf wurde 1971 in Sachsen-Anhalt geboren, wo sie auch heute noch mit ihrem Mann und drei Kindern lebt. Nach einer Ausbildung als Bankkauffrau studierte sie Geschichte und Politik. Sie veröffentlicht ihre Bücher im Self Publishing und zählt zu den erfolgreichsten deutschen Indie-Autorinnen. Seit 2015 veröffentlicht sie auch unter dem Namen Emma C. Moore.


Inhalt:

Ein Buch über die Liebe, das Leben, unmögliche Wünsche, das Schicksal und Blaubeermarmelade

Die neunzehnjährige Rayne hat Wünsche. Ganz normale Wünsche für ein ganz normales Mädchen. Einmal will sie ihre Haare lila färben, unter dem Sternenhimmel schlafen oder sich ein Schmetterlingstattoo stechen lassen. Heimlich sammelt sie diese Wünsche in einem Wunschglas. Aber Rayne ist kein gewöhnliches Mädchen, sie ist ein Star. Mit ihrem Geigenspiel begeistert sie ein Millionenpublikum, doch der Erfolg hat seinen Preis: Ihr dominanter Vater bestimmt über jedes Detail ihres Lebens.
Als der elterliche Druck für Rayne zu groß wird, flüchtet sie sich in Schweigen und landet in einem Sanatorium. Hier absolviert Finian ein Praktikum – und er ist sofort von dem sprachlosen Mädchen fasziniert.
Mit ihm wagt Rayne nicht nur eine Reise ins sommerliche Tennessee, sondern auch den Aufbruch in ein ganz neues Leben.

Meine Meinung:

Finian Blue Summers ist mein allererstes Buch von Marah Woolf. Ich wollte schon lange mal etwas von ihr lesen. Die Inhaltsangabe und vor allem das schöne Cover haben mich sofort angesprochen. Auch der verhältnismäßige günstige Preis für das Taschenbuch hat für mich den Kaufausschlag gegeben.

Die Geschichte wird abwechselnd auf Finians und Raynes Sicht in der Ich-Form erzählt. Der Schreibstil ist sehr simpel gehalten und hat mich ehrlich gesagt etwas enttäuscht. Teilweise hatte ich das Gefühl, dass die Sätze einfach so aneinander gereiht wurden, wie sie der Autorin den Sinn gekommen sind. Da fehlte mir der geschmeidige Übergang. Aber als ich mich einmal daran gewöhnt hatte, bin ich gut in die Geschichte hineingekommen und wollte unbedingt wissen, ob die zarte Liebe dieser beiden unterschiedlichen Personen bestehen kann.

Rayne bricht zum ersten Mal in ihrem Leben aus und tut, was sie für richtig hält. Dieses Thema gefällt mir äußerst gut und wurde auch toll umgesetzt. Man spürt förmlich, wie sie aufblüht und aus sich heraus kommt. Und auch wenn sie noch keine nennenswerten Erfahrungen mit Jungen gemacht hat, kämpft sie um Finian und seine Liebe, die er ihr verweigert, weil er sich ihrer nicht würdig fühlt. Wie die beiden sich langsam näher kommen, wird intensiv und authentisch erzählt und hat mir Schmetterlinge in den Bauch und ein Lächeln auf die Lippen gezaubert.

Im Laufe der Geschichte lernt man einige Nebenfiguren kennen, die sich liebevoll und fürsorglich um Rayne kümmern und sogar Amor spielen. Der Zusammenhalt in dem kleinen verschlafenen Dörfchen war auf jeder Seite spürbar und man bekommt richtig Lust, selbst in so einer Gemeinschaft zu leben, in der sich jeder um den anderen kümmert.

Zum Ende der Geschichte gibt es einige Wendungen, die ich wirklich nicht erwartet hätte. Trotzdem haben genau diese Entwicklungen für mich den Reiz des Buches ausgemacht, sonst wäre mir Finian Blue Summers wohl nur als eine von vielen süßen Teenie-Liebesgeschichten im Kopf geblieben. So aber werde ich noch lange an das Buch zurückdenken.

Lobend erwähnen möchte ich noch die liebevolle Gestaltung des Buches. Neben dem wunderschönen Cover, das einfach auf ein gedrucktes Buch gehört, weil es sonst viel zu schade wäre, gibt es am Anfang jeden Kapitels eine kleine Grafik. Am Ende des Buches wartet Oma-Raynes Originalrezept für Blaumeermalade darauf, ausprobiert zu werden. Beim Layout innerhalb des Buches gibt es ein paar Kleinigkeiten, die nicht ganz stimmig sind, aber das kann ich bei einem SP-Titel verschmerzen.
Wer sich gerne über das Buch hinaus mit der Geschichte beschäftigen möchte, kann dies anhand der zugehörigen Pinterest-Leinwand und Spotify-Playlist tun.

Für Finian Blue Summers vergebe ich 4 Sterne.

4 Sterne

Fazit:

Wirkt Finian Blue Summers bis zur Hälfte des Buches noch wie eine typische Teenie-Liebesgeschichte, so konnten mich vor allem die unerwarteten Wendungen am Ende überzeugen. Vom Schreibstil hatte ich mehr erwartet, doch insgesamt konnte mich das Buch um die junge Liebe der beiden ungleichen Protagonisten Finian und Rayne überzeugen.
Für mich ein rundum gelungenes Buch mit einer überzeugenden Geschichte

 

Rezension zu „Sieben Nächte in Tokio“ von Cecilia Vinesse

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Sieben Nächte
Autorin: Cecilia Vinesse

Erscheinungsdatum: 26.08.2016

Veröffentlicht bei: dtv

Genre: Jugendbuch

Umfang: 304 Seiten

Preis: 14,95 € (gebunden), 12,99 € (E-Book)

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Die Autorin:

Cecilia Vinesse ist halb Engländerin, halb Amerikanerin, und wie Sophia besuchte sie die internationale Schule in Tokio. Ihren Uniabschluss machte sie in New York, lebt heute aber in England mit ihrem Freund, einem Mops und einer großen Auswahl an Büchern und Tee.


Inhalt:

Dies ist die Geschichte von Sophia und Jamie und der einen Woche, in der die Zeit stehen zu bleiben schien…

Eine Woche noch bleibt Sophia in Tokio, der Stadt, in der sie seit vier Jahren lebte. Dann muss sie zurück in die USA ziehen und all das aufgeben, was ihr wichtig ist: das pulsierende Tokio mit seiner Mischung aus Fremdheit und Vertrautheit, vor allem aber ihre besten Freunde Mika und David. Da kommt Jamie Foster-Collins nach längerer Abwesenheit zurück in die Stadt: Jamie, Sophias heimliche erste Liebe, der ihr damals das Herz gebrochen hat. Auf nichts hat Sophia weniger Lust als darauf, sich den Abschied von Tokio durch Jamies Rückkehr zusätzlich verkomplizieren zu lassen. Doch genau das geschieht: Jamie ist wieder da, und natürlich wirbelt er Sophias ohnehin schon strapaziertes Gefühlsleben noch zusätzlich durcheinander.


Meine Meinung:

Ich hatte das große Glück, ein Vorexemplar des Buches bei dtv  zu gewinnen. Vielen Dank an dieser Stelle an den Verlag!

Zuerst ist mir das wunderschöne Cover ins Auge gesprungen. Die Farben und die Manga-ähnliche Zeichnung passen wunderbar zu Sophia und ihrer Geschichte.
Sophia ist 17 und Scheidungskind. Durch den Beruf der Mutter und die Trennung ihrer Eltern musste sie schon zweimal ihre Heimat hinter sich lassen, um in einem anderen Land, auf einem fremden Kontinent, neu zu beginnen. Und nun steht der nächste Umzug bevor. Nichts wünscht sie sich mehr, als in Tokio bleiben zu können, gleichzeitig sehnt sie sich aber auch nach einem Leben bei ihrem Vater, der in Paris wohnt. Seitdem er eine neue Familie hat, vertröstet er sie immer wieder. Irgendwann erkennt Sophia, dass es nur leere Versprechen sind, aber keine Zukunft, die er ihr bietet. Trotzdem hängt sie an der alten Kinderuhr, die er ihr einst geschenkt hat. Mit Hilfe des integrierten Countdowns zählt sie die Stunden, Minuten und Sekunden bis zu ihrem Abschied, so wie sie es früher immer getan hat, als sie die Zeit bis zum Wiedersehen mit ihrem Vater verfolgt hat.
Sophia ist ein anständiges junges Mädchen. Seit einigen Jahren ist sie heimlich in ihren besten Freund David verliebt, der ziemlich undurchsichtig ist. Auf der einen Seite macht er ihr Hoffnungen, aber andererseits zeugen seine häufig wechselnden Freundinnen von seiner Unfähigkeit, eine feste Beziehung einzugehen. Gemeinsam mit der quirligen, unangepassten Mika geben die drei ein festes Gespann ab, das zusammen durch dick und dünn geht. Bis eines Tages etwas ans Licht kommt, dass die Freundschaft kurz vor Sophias Abschied aus Tokio auf eine harte Probe stellt …

Jamie ist das genaue Gegenteil von David. Er ist ruhig und schüchtern und obwohl Sophie sich mit aller Macht dagegen wehrt, flammen ihre alten Gefühle schnell wieder für ihn auf. Die Entwicklung der beiden von Fast-Fremden zu Wieder-Freunden hin zu einer zarten Liebe ist sehr liebevoll und authentisch dargestellt. Beim Lesen fühlte ich mich in meine eigene Teenagerzeit zurückversetzt, als ich zum ersten Mal Schmetterlinge im Bauch hatte.
Sophia und Jamie verbringen die letzten Tage gemeinsam und kommen sich dabei immer näher. Obwohl sie wissen, dass ihre Liebe unter den gegebenen Umständen eigentlich keinen Bestand haben kann, halten sie an ihr fest. Sophias innere Zerrissenheit wird so gut beschrieben, dass sich jeder in sie hineinversetzen kann. Hin- und hergerissen zwischen dem Pflichtgefühl ihrer Mutter gegenüber und ihren Gefühlen für Jamie, entwickelt sich ihre letzte Woche zur glücklichsten und gleichzeitig traurigsten Zeit ihres Lebens. Der Abschied rückt unaufhaltsam näher und mit jedem Tag und jeder Stunde, die vergeht, leidet Sophie mehr – und der Leser mit ihr.

Das bunte, pulsierende Leben in Tokio wird so gut beschrieben, dass ich mich beim Lesen fühlte, als wäre ich dort. Die Autorin hat mich mitgenommen auf eine Reise in dieses fremde, faszinierende Land und staunend dort zurückgelassen. Zusammen sind wir im kleinen Kombini an der Ecke einkaufen gegangen, haben mit Sophia in der internationalen Schule gearbeitet, waren mit Mika, David und Jamie Karaoke singen und haben in einem Schrein gebetet.
Sprachlich hat mir der Roman gut gefallen. Die detaillierten Beschreibungen und treffenden Dialoge lassen das Buch flott weglesen. Einzig für die vielen japanischen Begriffe hätte ich mir ein Glossar gewünscht. Aber es geht auch ohne, da man sich das meiste erschließen kann.

Jeder, der schon einmal Abschied nehmen musste, wird sich in Sophia und ihrer Geschichte wiedererkennen. Ihre Vorfreude, ihr Schmerz, die Verlustangst und die Furcht vor dem ungewissen Neuanfang sind stets spürbar.
Wie die Geschichte von Sophia und Jamie endet, müsst ihr selbst herausfinden.

5 Sterne

Fazit:

„Sieben Nächte in Tokio“ ist ein einfühlsames, authentisches Buch über die erste Liebe, das Abschiednehmen und allem, was damit verbunden ist. Das Leben im pulsierenden Tokio wird so deutlich beschrieben, als wäre man dort. Gemeinsam mit Sophia und Jamie liebt, leidet und hofft man bis zum Schluss. Eine wunderbare Geschichte.