Rezension zu „So was passiert nur Idioten. Wie uns.“ von Sabine Schoder

Sowas passiert nur Idioten
Autorin: Sabine Schoder
Erscheinungsdatum: 21.09.2017
Verlag: Fischer
Genre: Junge Erwachsene / Liebe / Drama
Umfang: 368 Seiten
Preis: 12,99 € (broschiert)
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SABINE SCHODER, Jahrgang 1982, hat Graphikdesign in Wien studiert und sich dort Hals über kopf verliebt. Heute lebt sie mit ihrem Mann in Vorarlberg und widmet sich nach dem Erfolg ihres Jugendromans ›Liebe ist was für Idioten. Wie mich.‹ hauptberuflich dem Schreiben. Quelle

inhalt

Viki und Jay sind das absolute Traumpaar, das auch nach Monaten noch auf Wolke sieben schwebt. Endlich ist alles gut, endlich hat Viki jemanden gefunden, dem sie vertrauen kann, der ohne Wenn und Aber zu ihr steht. Doch dann findet Viki heraus, dass Jay sich nachmittags heimlich duscht. Das tut doch nur jemand, der etwas zu verbergen hat. Oder?

Da ist etwas, das Jay ihr verschweigt. Etwas, das sich eiskalt in Vikis Herz bohrt.
Setzt er alles, was sie hatten, einfach so aufs Spiel?

meine-meinung

Sabine Schoders Debütroman „Liebe ist was für Idioten. Wie mich.“ war mein absolutes Jahreshighlight 2015! Bereits nach diesem ersten Buch war mir klar, dass die Autorin ab sofort zu meinen Lieblingsschriftstellerinnen gehört. Nachdem sie in diesem Frühjahr eine tolle Kurzgeschichte zu der Oetinger-Anthologie #herzleer beigesteuert hat, ist nun endlich die heißersehnte Fortsetzung ihres Debüts erschienen, auf das ich ungelogen sooo sehr hingefiebert habe.

Die Geschichte spielt drei Jahre nach dem Ende des ersten Buches. Viki und Jay haben sich zusammengerauft, leben gemeinsam in Vikis alter Wohnung, haben einen Hund und gehen ihrem Studium nach. Die beiden sind glücklich, doch als Jay anfängt, sich komisch zu verhalten, vermutet Viki etwas Schreckliches. Soviel verrät ja bereits der Klappentext. Auch ich war sehr gespannt darauf, was zwischen den beiden vorgefallen ist. Natürlich möchte ich nicht spoilern, deshalb sage ich nur: Die Autorin schafft es durch das gesamte Buch hindurch, den Leser auf falsche Fährten zu locken und so stets die Spannung aufrecht zu erhalten. Teilweise liest sich der Roman wie ein Krimi.

Das Besondere an diesem Band ist, dass er aus verschiedenen Perspektiven geschildert wird. Hauptsächlich kommen Viki und Jay zu Wort, aber diesmal erzählen auch ihre jeweils besten Freunde Mel und Dave, sowie einige andere Personen. Diese gelungenen Perspektivwechsel, zusammen mit den knackig kurzen Kapiteln haben mir richtig gut gefallen. An jedem Kapitelende wartet ein kleiner Cliffhanger, der das sofortige Weiterlesen fast unverzichtbar macht.

Und trotzdem habe ich dieses Buch bewusst in kleinen Happen verschlungen. Denn Sabine Schoders Geschichten sind nicht mit anderen Jugendbüchern vergleichbar. Die Autorin hat einen unglaublich starken und sehr bildhaften Schreibstil, der voller Metaphern und zitatwürdiger Sätze steckt. Diese Schreibe muss man einfach genießen. Ich habe viele Absätze mehrmals gelesen, sie mir nochmal auf der Zunge zergehen lassen und war schlichtweg begeistert. Jeder Satz ist ein Genuss, ohne dass die Geschichte jemals kitschig oder unnatürlich wirkt. Denn Schoders zweite große Stärke ist die Authentizität: seien es die Charaktere, ihre Vergangenheit, ihre Gefühle, Worte oder Taten – ich konnte mich stets mit Viki, Jay und ihren Freunden identifizieren und habe sie alle sehr ins Herz geschlossen.

Das Ende war genau nach meinem Geschmack. Gerade, als man denkt, jetzt kommt das große Happy End, folgt ein Schlag, mit dem niemand gerechnet hätte und alles wendet sich von Neuem. Da ist mir beim Lesen kurz das Herz stehen geblieben. Auch das ist Sabine Schoders Spezialität: Sie nimmt ihre Leser mit auf eine Achterbahnfahrt der Gefühle und schmeißt sie an der höchsten Stelle einfach aus dem Sitz. So etwas liebe ich!

Ein ganz besonderes Schmankerl stellte für mich der Epilog dar. Ohne zu viel verraten zu wollen, möchte ich anmerken, dass ich ihn perfekt fand – so wie auch das gesamte Buch. Die lange Wartezeit hat sich definitiv mehr als gelohnt. Ich wünsche mir sehnlichst, dass die Autorin uns ganz bald wieder mit neuem Lesestoff versorgt.

Gut zu wissen: Obwohl dieses Buch eine Fortsetzung von „Liebe ist was für Idioten. Wie mich.“ ist, könnte man es auch unabhängig davon lesen. Die Geschichte spielt einige Jahre später. Durch viele kurze Einschübe werden dem Leser die Geschehnisse des ersten Bandes an den wichtigsten Stellen wieder ins Gedächtnis gerufen. Dabei fand ich es besonders spannend, diesmal viele Dinge aus Jays Perspektive zu erfahren. Wer Band eins nicht kennt, sollte also dennoch keine Probleme haben, der Geschichte zu folgen. Allerdings empfehle ich euch, beide Bücher zu lesen. Es lohnt sich!

5 Sterne
Von mir gibt es deshalb die volle Punktzahl.

fazit

Mit „So was passiert nur Idioten. Wie uns.“ hat Sabine Schoder es wieder geschafft, mich auf eine Achterbahnfahrt der Gefühle mitzunehmen. Drei Jahre nach dem Ende des ersten Buches müssen Viki und Jay erneut beweisen, dass ihre Beziehung nicht zum Scheitern verurteilt ist. Dabei kämpft vor allem Viki gegen ihre inneren Dämonen und ihre miese Vergangenheit an.
Neben den authentischen Charakteren haben mir vor allem die spannungsvollen kurzen Kapitel gefallen, die aus verschiedenen Perspektiven erzählt werden. Das Beste am Buch ist jedoch der unvergleichbare bildhafte Schreibstil der Autorin, der voller zitatwürdiger Sätze und Metaphern steckt. Hier ist jeder Satz ein Genuss. Bitte ganz bald mehr davon!
Für mich eines des Highlights 2017!

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