Rezension zu „Ein geschenkter Anfang“ von Lorraine Fouchet

geschenkter anfang
Autorin: Lorraine Fouchet

Erschienen am: 17.03.2017

Verlag: Atlantik

Genre: Familienroman

Umfang: 368 Seiten

Preis: 20 € (gebunden), 15,99 € (E-Book), 19,99 € (Hörbuch)

Mehr Infos hier.

die-autorin

Lorraine Fouchet, geboren 1956, arbeitete als Notärztin, ehe sie sich ganz dem Schreiben widmete. Sie ist Autorin zahlreicher Romane. Sie lebt in der Nähe von Paris und auf der Île de Groix, dem Schauplatz von Ein geschenkter Anfang.

inhalt

»Wer auf meiner Beerdigung weint, mit dem rede ich kein Wort mehr«, hat Lou oft gewitzelt. Lou, die auf der kleinen bretonischen Insel ein echter Paradiesvogel war und von allen geliebt wurde. Lou mit ihren Spleens – Champagner, bitte, aber nur von Mercier! – und Macken – sie kochte miserabel, aber mit Liebe –, einem Lachen, das lauter war als das Kreischen der Möwen, und einem Herzen so weit wie das Meer. Nun ist Lou tot – und die Familie droht auseinanderzubrechen. Im Testament bittet sie ihren Mann Jo, ihr einen letzten Wunsch zu erfüllen: Er soll das zerrüttete Verhältnis zu ihren erwachsenen Kindern Cyrian und Sarah wieder kitten und beide glücklich machen. Erst dann darf er Lous letzten Brief lesen – der versiegelt, natürlich in einer Champagnerflasche, auf ihn wartet. Eine Flaschenpost, die das Leben einer ganzen Familie verändert.

meine-meinung

Dieses wundervolle Buch habe ich bei einer Leserunde auf Lovelybooks gewonnen. Vielen herzlichen Dank an dieser Stelle!

Ein geschenkter Anfang ist mein erstes Buch aus dem Atlantik-Verlag, aber es wird bestimmt nicht das letzte sein. Unter dem unscheinbaren Schutzumschlag verbirgt sich eine berührende und ganz besondere Familiengeschichte, die darauf wartet, entdeckt zu werden.

Lou, Mittelpunkt der Familie, liebende Mutter, Ehefrau und Großmutter, ist tot. Mit nur Ende fünfzig erliegt sie der tückischen Krankheit Alzheimer, die ihr nach und nach ihre Erinnerungen und ihren Lebenswillen nahm. Sie hinterlässt ihren Mann Jo, Kardiologe im Ruhestunde, ihre zwei Kinder Cyrian und Sarah, sowie die Enkeltöchter Pomme und Charlotte.
Lou und ihr Mann leben auf Groix, einer kleinen Insel vor der französischen Küste, auf der jeder jeden kennt und immer etwas los ist. Mit ihrer liebenswürdigen und mütterlichen Art hat sie die Familie stets zusammengehalten und doch war ihr klar, dass ihre Kinder nicht glücklich waren. Jeder hat sein eigenes Päckchen zu tragen und lebt vor sich hin. Die Beziehung der Kinder zu ihrem Workaholic-Vater Jo ist schwierig. Nach Lous Tod droht die Familie zu zerbrechen. Um das zu verhindern, überträgt Lou ihrem Mann eine Aufgabe, die er in zwei Monaten lösen soll. Als Belohnung erhält er einen letzten Brief seiner großen Liebe.

Die Geschichte wird einer zarten, leicht poetischen Sprache erzählt. In kurzen Kapiteln kommen über einen Zeitraum von zwei Monaten alle wichtigen Personen zu Wort und schildern die Geschehnisse aus ihrer Sicht. Auch die weniger wichtigen Nebenfiguren erhalten eine Stimme und vermitteln so ein rundum gelungenes Bild um Jo und seine Bemühungen, an den letzten Brief seiner Frau zu gelangen.
Obwohl Lou gestorben ist, steht sie noch lange im Mittelpunkt der Gespräche und Gedanken ihrer Lieben. Auch sie bringt ihre Gefühle zum Ausdruck, vom „Ort, an den wir alle einmal gehen“.

Die Geschichte spielt um die Zeit vor und nach Weihnachten. Gerade jetzt ist es besonders schwer für Jo, den Verlust seiner geliebten Frau zu verkraften. Doch er setzt alles daran, ihre letzte Aufgabe zu erfüllen und seine Kinder wieder glücklich zu sehen.
Besonders ans Herz gewachsen sind mir die Mädchen Pomme und Charlotte (10 und 9 Jahre alt). Die ungleichen Halbschwestern lernen erst langsam, was es heißt, eine Familie zu sein und füreinander einzustehen.

Durch die wundervolle Sprache und einige dramatische Ereignisse fiel es mir schwer, das Buch aus der Hand zu legen. Gleichzeitig habe ich mir gewünscht, dass es noch lange nicht zu Ende ist.

5 Sterne
Für dieses wundervolle Buch gibt es von mir volle fünf Sterne.

fazit
Ein geschenkter Anfang von Lorraine Fouchet ist die berührende Geschichte um die verstorbene Lou und ihren Plan, ihre Familie nach ihrem Tod wieder zusammenzuführen. In einer zarten, leicht poetischen Sprache wird der Leser auf die Insel Groix entführt und von ihrer rauen Schönheit verzaubert. Durch zahlreiche Perspektivwechsel und dramatische Entwicklungen fiel es mir schwer, das Buch aus der Hand zu legen. Hier wartet eine ganz besondere, sehr berührende Familiengeschichte auf euch! Unbedingt lesen!

 

 

 

 

Rezension zu „Mein Herz wird dich finden“ von Jessi Kirby

Mein Herz
Autorin: Jessi Kirby

Erscheinungsdatum: 25.02.2016

Veröffentlicht bei: Fischer Sauerländer

Genre: Jugendbuch

Umfang: 368 Seiten

Preis: 16,99 € (gebunden)

Mehr Infos hier
Die Autorin:

Jessi Kirby ist, genau wie Mia, eine leidenschaftliche Läuferin, und ihr Herz schlägt für ihre Familie und das Meer. Sie hat die Liebe ihres Lebens gefunden – und geheiratet. Mit ihrem Mann und zwei Kindern lebt sie in Orange County, Kalifornien, USA. Quelle

Inhalt:

Eine Liebe, die tragisch endet.
Eine neue Liebe, die tragisch beginnt. 
Ein Herz, das nicht aufhört zu lieben.
Und am Ende der Tränen: das Glück.

400 Tage ist es her.
Vor 400 Tagen ist Mias große Liebe bei einem Autounfall ums Leben gekommen. Vor 400 Tagen hat Noah eine zweite Lebenschance bekommen.
Als sie einander begegnen, spüren sie beide sofort, dass sie zusammen gehören.

Doch nur Mia weiß, dass Noah ihr niemals begegnen wollte. Dass sie gegen seinen ausdrücklichen Willen gehandelt hat, als sie sich auf die Suche nach ihm gemacht hat. Dass Noah niemals wissen wollte, wer vor 400 Tagen ums Leben gekommen ist. Weil es irgendwie nicht richtig ist, dass er weiterleben darf – nur weil jemand anderes gestorben ist.

Doch für Mia ist es, als wäre die Welt plötzlich wieder in Ordnung. Als wäre das Leben wieder bunt und schön. Und als hätte sie Noah nicht verschwiegen, dass sie einander nur begegnet sind, weil sie wissen wollte, wer der Mensch ist, der das Spenderherz ihres Freundes bekommen hat. Doch wie glücklich darf sie nach Jacobs Tod eigentlich sein? Und wann wird aus Schweigen … Verrat?

Mia muss Noah erzählen, wer sie ist. Aber was bedroht ihre Liebe mehr? Eine Lüge – oder die Wahrheit?

Meine Meinung:

Das wunderschöne Cover und die vielen positiven Leserstimmen haben mich schon zum Erscheinungstermin neugierig auf das Buch gemacht. Letzte Woche habe ich es dann gemeinsam mit Inka von Lebens(LeseLiebe)Lust endlich gelesen.

Zum Inhalt muss ich nicht mehr viel sagen, der wird im Klappentext schon ausführlich vorgestellt.
Die Geschichte wird in kurzen Kapiteln aus Mias Sicht erzählt. Anfangs lebt sie zurückgezogen und ist auch 400 Tage nach dem Tod ihrer großen Liebe noch in ihrer Trauer gefangen. Mia ist eine sympathische, gebrochene Protagonistin, deren Schmerz man gut nachfühlen kann.
Jedem Kapitel ist ein kurzes Zitat, aus Literatur oder Wissenschaft, über das menschliche Herz vorausgestellt. Diese sind interessant und lehrreich, aber die teilweise bis zu 3 leeren Seiten zwischen den einzelnen Kapiteln nehmen eine ganze Menge Platz weg. Insgesamt wäre das Buch ohne diese Verschwendung wohl locker 80 Seiten dünner ausgefallen und da frage ich mich doch als zahlender Leser, ob das unbedingt sein muss?

Die Geschichte an sich hat mir gut gefallen. Noah ist ein toller Junge, ein introvertierter Surfertyp zum Verlieben. Er und Mia lernen sich unter skurrilen Umständen kennen, obwohl sie zunächst alles versucht, um ihm aus dem Weg zu gehen. Doch sie fühlt sich von Anfang an zu ihm hingezogen und so entspinnt sich eine ganz vorsichtige und zarte Liebesgeschichte. Die beiden sprechen nicht über ihre Vergangenheit und lernen sich ganz unvoreingenommen kennen. Ihnen gefällt die Vorstellung, dem anderen nur das von sich zu zeigen, was sie offenbaren möchten. Natürlich plagt Mia das schlechte Gewissen, weil sie Noah die ganze Zeit über belügt. Auch dieser innere Konflikt wird überzeugend dargestellt.

Am Ende gipfelt die Geschichte in einem Finale, bei dem mir an einer Stelle kurz das Herzen stehen geblieben ist. Dennoch war das Ende durchaus zufriedenstellend – und wird ja durch den langen Klappentext eigentlich auch schon vorweggenommen.
„Mein Herz wird dich finden“ ist eine schöne, ruhige Geschichte über eine junge Liebe unter schwierigen Voraussetzungen. Mehr als einmal zweifelt Mia daran, dass ihre Beziehung bestehen kann, wo sie doch auf einer Lüge aufgebaut ist. Obwohl ich mit dem Buch insgesamt zufrieden bin, hat mir trotzdem das gewisse Etwas gefehlt. Die Nebencharaktere erschienen mir fad, die Hintergrundgeschichte um Mias Eltern war meiner Meinung nach auch eher unnötig und selbst die Liebesgeschichte an sich konnte mich emotional nicht so berühren, wie ich es mir gewünscht hätte.
Deshalb gibt es von mir insgesamt 3,5 Sterne.

3_1_2 Sterne
Fazit:

„Mein Herz wird dich finden“ ist ein einfühlsames Buch über eine zarte Liebe, die sich unter schwierigen Umständen entwickelt. Das moralische Dilemma, in dem Mia steckt zwingt den Leser, selbst über Moralvorstellungen nachzudenken. Insgesamt eine schöne Geschichte, die mich aber leider emotional nicht so mitgerissen hat, wie ich es mir erhoffte.

Rezension zu „Zorn und Morgenröte“ von Renée Ahdieh

Zorn und Morgenröte
Autorin: Renée Ahdieh

Erscheinungdatum: 12.02.2016

Veröffentlicht bei: One

Genre: Jugendbuch / Märchen

Umfang: 397 Seiten

Band 1 einer Reihe

Preis: 16, 99 €

Mehr Infos hier

Die Autorin:

Renée Ahdieh hat die ersten Jahre ihrer Kindheit in Südkorea verbracht, inzwischen lebt sie mit ihrem Mann und einem kleinen Hund in North Carolina, USA. In ihrer Freizeit ist die Autorin eine begeisterte Salsa-Tänzerin, sie kann sich für Currys, Schuhe, das Sammeln von Schuhen und Basketball begeistern. Mit Zorn und Morgenröte legt sie ihren ersten Roman vor, zu dem es eine Fortsetzung geben wird, der im Mai 2016 auf Englisch erschienen ist. Quelle

Inhalt:

Jeden Tag erwählt Chalid, der grausame Herrscher von Chorasan, ein Mädchen. Jeden Abend nimmt er sie zur Frau. Jeden Morgen lässt er sie hinrichten. Bis Shahrzad auftaucht, die eine, die um jeden Preis überleben will. Sie stehen auf verschiedenen Seiten und könnten unterschiedlicher nicht sein … Und doch werden sie magisch voneinander angezogen …
Meine Meinung:

Normalerweise ist das nicht unbedingt die Art von Buch, die ich gerne lese. Die begeisterte Rezi von Inka auf Lese-Liebe.com (klick) hat mich dann aber doch überzeugt, das Buch für die Bibliothek zu bestellen und jetzt endlich zu lesen.

Ehrlicherweise muss ich zugeben, dass mir der Einstieg in die Geschichte äußerst schwer gefallen ist. Ein- oder zweimal habe ich sogar mit dem Gedanken gespielt, das Buch wieder abzubrechen. Vor allem mit den vielen ähnlich klingenden, orientalischen Namen bin ich (leider bis zum Schluss) oft durcheinander gekommen. Ein Personenverzeichnis, zusätzlich zum Glossar, in dem die wichtigsten Begriffe erklärt werden, hätte dem Buch nicht geschadet.
Nachdem ich aber einmal am Ball geblieben bin, wurde ich positiv überrascht. Die Geschichte entwickelt sich zügig und macht geradezu süchtig. Nach der Hälfte konnte ich das Buch nur noch schwer aus der Hand legen.

Vor allem die Liebesgeschichte um die stolze, furchtlose Sharzad und den missverstandenen, gequälten Chalid hat mich vollends überzeugt. Die beiden werden sehr jung verheiratet, Sharzad kommt mit der Absicht in den Palast, den Kalifen zu töten, um den Mord an ihrer besten Freundin Shiva zu rächen. Dabei scheint ihr Leben so gut wie verwirkt. Doch je besser sich die beiden kennen lernen, auch wenn sie versuchen, nichts von sich preiszugeben, desto stärker wird das Band zwischen ihnen. Selten habe ich eine so zarte, intensive und schöne Liebesgeschichte gelesen.
Doch ihre Liebe steht unter keinem guten Stern. Vieles steht ihnen im Weg und so gibt es neben dem häuptsächlichen Erzählstrang noch mehrere Ebenen, die von Sharzads Jugendliebe Tarik, ihrem Kindheitsfreund Rahim und ihrem Vater handeln, die ihre eigenen Umsturzpläne hegen. Mehr als einmal ist Sharzads Leben in Gefahr.

Die Sprache ist einzigartig. Dieses Buch lässt sich nicht nebenbei lesen, es erfordert volle Konzentration und Aufmerksamkeit. Und wahrscheinlich ist das auch der Grund, warum mir der Einstieg so schwer gefallen ist. Wenn man sich aber einmal darauf eingelassen hat, wird man mit einer wunderschönen, poetischen Sprache belohnt, die den Leser in die Tiefen des Orients zieht und nicht mehr loslässt. Farben, Gerüche, Kleidung, Speisen werden so lebendig beschrieben, als befände man sich auf einem orientalischen Markt. Ich konnte alles bildlich vor mir sehen und habe diese wunderbare Erzählkunst auf jeder Seite genossen.

Die Geschichte endet in einem furiosen Finale, in dem alles drunter und drüber geht. Zum Schluss gibt es einen Cliffhanger, der neugierig auf die Fortsetzung macht.
Dieses Buch ist ein ganz besonderer Schatz und verdient vier Sterne.

4 SterneFazit:

Ein orientalischer Traum, der Märchen wahr werden lässt. Die tiefe, widerwillige Liebesgeschichte und der poetisch-schöne Schreibstil machen das Buch zu einem außergewöhnlichen Schatz, der ganz viele begeisterte Leser verdient.

Rezension zu „Mein bester letzter Sommer“ von Anne Freytag

Mein bester letzter Sommer

Autorin: Anne Freytag

Erscheinungsdatum: 08.03.2016

Veröffentlicht bei: Heyne fliegt

Genre: Jugendbuch / Junge Erwachsene / Liebe / Drama

Umfang: 367 Seiten

Preis: 14,99 € (gebunden)

ISBN: 978-3453270121

Mehr Infos: hier

 

Die Autorin:

Anne Freytag, geboren 1982, hat International Management studiert und für eine Werbeagentur gearbeitet, bevor sie sich ganz dem Schreiben widmete. Die Autorin veröffentlichte bereits mehrere Romane für Erwachsene, unter anderem unter ihrem Pseudonym Ally Taylor. Mein bester letzter Sommer ist ihr erstes Jugendbuch. Anne Freytag liebt Musik, Serien sowie die Vorstellung, durch ihre Geschichten tausend und mehr Leben führen zu können.
In diesem Leben wohnt und arbeitet sie derzeit in München – wenn sie nicht gerade in ferne Länder und fremde Städte reist. Manchmal auch nur in Gedanken … Quelle
Inhalt:

Wann du die große Liebe triffst, kannst du dir nicht aussuchen

Tessa hat immer gewartet – auf den perfekten Moment, den perfekten Jungen, den perfekten Kuss. Weil sie dachte, dass sie noch Zeit hat. Doch dann erfährt das 17-jährige Mädchen, dass es bald sterben muss. Tessa ist fassungslos, wütend, verzweifelt – bis sie Oskar trifft. Einen Jungen, der hinter ihre Fassade zu blicken vermag, der keine Angst vor ihrem Geheimnis hat, der ihr immer zur Seite steht. Er überrascht sie mit einem großartigen Plan. Und schafft es so, Tessa einen perfekten Sommer zu schenken. Einen Sommer, in dem Zeit keine Rolle spielt und Gefühle alles sind …
Meine Meinung:

Das Thema des Buches hat mich sehr angesprochen. Ich liebe emotionale Bücher, bei denen von vorne herein klar ist, dass es kein Happy End geben kann. Wir alle kennen „Das Schicksal ist ein mieser Verräter“ und lieben es, auf welche Art uns dieses Buch berühren konnte. Von „Mein bester letzter Sommer“ habe ich im Vorfeld viel Gutes gelesen und gehört, umso gespannter war ich auf die Umsetzung der Geschichte, zumal sie von einer deutschen Autorin geschrieben wurde. Ich freue mich immer über tolle Jugendbücher von deutschen Autoren. Leider habe ich das Gefühl, dass mittlerweile 8 von 10 Jugendbüchern aus dem Englischen übersetzt werden.

Was mich sofort gefesselt hat, war der Schreibstil der Autorin. Leicht und fließend, packend und voller wundervoller Lebensweiten. Ich habe auf gefühlt jeder 10. Seite ein tolles Zitat entdeckt, dass ich unbedingt in meine Rezension packen wollte. Aber dann bräuchtet ihr das Buch wahrscheinlich gar nicht mehr lesen.

Die Geschichte wird überwiegend von Tessa in der Ich-Form erzählt. Gegen Ende des Buches kommt auch Oskar zu Wort. Ich konnte mich von Anfang an in Tessas Kopf einfühlen, habe mit ihr gelitten und gelacht. Das Leben ist ungerecht, das wissen wir alle. Warum muss ein 17-jähriges Mädchen, dem alle Türen offen stehen, so früh sterben? Obwohl es sich natürlich um eine erfundene Geschichte handelt, regt sie den Leser sehr zum Nachdenken an. Hinter der Geschichte steckt die einfache, aber unglaublich wichtige Message: Genieße dein Leben, mach das Beste daraus. Lebe. Viel zu oft vergessen wir, dass alles ein Ende hat.

Oskar ist schon fast zu gut, um wahr zu sein. Er hat keine Angst vor Tessas Krankheit, er bleibt bis zum bitteren Ende bei ihr und zeigt ihr, dass das Leben lebenswert ist. Für seine 19 Jahre ist er sehr erwachsen. Durch ihn lernt Tessa eine andere Seite von sich kennen. Aus dem schüchternen Mädchen, das sich hässlich fühlt, wird eine junge Frau, die viel über sich und das Leben lernt und Frieden mit ihrem Schicksal schließen kann. Anfangs war ich skeptisch, ob sich eine so junge Liebe glaubhaft über diesen kurzen Zeitraum entwickeln kann, aber meine Zweifel verstummten schnell. Oskar und Tessa befinden sich in einer Ausnahmesituation und lassen sich auf das Abenteuer ihres Lebens ein, als sie sich begegnen. Die beiden sind verbunden durch Zweifel, Ängste und Schulgefühle und tragen Narben auf der Haut und in der Seele. Je besser sie sich kennenlernen, umso mehr können sie sich füreinander öffnen.

Zitate:

Ja, kann sein, dass das Leben macht, was es will, aber vielleicht weiß es, was es tut. Vielleicht sollte ich endlich einsehen, dass ich nichts in der Hand habe außer dem Moment. (S. 151)

Das, was mir am meisten leidtut, ist, dass ich erst sterben musste, um zu verstehen, wie wunderbar das Leben sein kann. (S. 182)

Vor Oskar wusste ich nicht, wie viel ich fühlen kann, Ich wusste nicht, wie laut ich lachen kann. Und ich wusste nicht, wie sehr ich lieben kann. (S. 349)

Auch optisch ist das Buch wunderbar gelungen. Von dem wunderschönen Papierumschlag über die Zeichnungen, die jedes Kapitel einleiten, hin zu der Innengestaltung der Buchdeckel – dieses Buch ist eine Augenweide. Ein besonderes Highlight ist die Playlist am Ende des Buches, in der alle Lieder aufgeführt sind, die Tessa und Oskar auf ihrem gemeinsamen Weg begleiten. Wer zum tragischen Schluss der Geschichte noch nicht weinen musste, wird es spätestens bei der Musikauswahl tun.

Für dieses wundervolle Buch vergebe ich 4,5 Sterne.

4 1_2 Sterne

Fazit:

Ein Buch, das mich tief berührt hat und traurig zurücklässt, voller wunderbarer Lebensweisheiten steckt und das ich so schnell nicht vergessen werde. Wer emotionale Geschichten über die erste Liebe mag, sollte unbedingt zugreifen. Taschentücher bereithalten!

_________________________________________________________________

Ich danke Lovelybooks und dem Heyne fliegt für den Gewinn dieses Buches 🙂

Rezension zu „Love and confess“ von Colleen Hoover

love and confess
Autorin: Colleen Hoover

Erscheinungsdatum: 20.11.2015

Verlag: dtv

Umfang: 375 Seiten (+ Leseprobe aus „Maybe someday“)

Genre: Junge Erwachsene / Liebe / Drama

ISBN: 978-3423740128

Preis: 12,95 € (Klappenbroschur)

Mehr Infos: hier

Die Autorin:

Colleen Hoover stand mit ihrem Debüt ›Weil ich Layken liebe‹, das sie zunächst als eBook veröffentlichte, sofort auf der Bestsellerliste der ›New York Times‹. Mittlerweile hat sie auch in Deutschland die SPIEGEL-Bestsellerliste erobert. Mit ihren zahlreichen Romanen, die alle zu internationalen Megasellern wurden, verfügt Colleen Hoover weltweit über eine riesengroße Fangemeinde. Sie lebt mit ihrem Mann und ihren drei Söhnen in Texas. Quelle

Klappentext:

Auburn & Owen: Sind sie bereit, für ihre Liebe alles zu riskieren?

Fünf Jahre nach dem Verlust ihrer ersten großen Liebe zieht Auburn nach Dallas – und trifft dort auf Owen, in den sie sich Knall auf Fall verliebt. Und ihm geht es genauso. Doch Owen ist der Letzte, auf den Auburn sich einlassen sollte, wenn sie nicht alles, was ihr wichtig ist, verspielen will.

Zum Inhalt:

Auburn Mason Reed ist einundzwanzig Jahre alt und hasst ihren Job als Frisörin. Als sie fünfzehn Jahre alt waren, starb ihre erste große Liebe Adam, der bis heute eine große Lücke in ihrem Herzen hinterlässt. Die beiden sind auch noch nach seinem Tod miteinander verbunden und Auburn konnte sich bisher auf keine neue Liebe einlassen. Erst vor kurzem ist sie von ihrer Heimatstadt Portland nach Dallas gezogen – eine Entscheidung, die sie unfreiwillig treffen musste. Sie fühlt sich einsam in der neuen Stadt, hasst ihren Job und „die Hexe Lydia“, die sie drangsaliert, von der sie aber leider abhängig ist – warum, erfährt man erst später.
Als Auburn eines Tages auf dem Heimweg nach der Arbeit an einem mit Notizzetteln vollbeklebten Schaufenster vorbeikommt, entdeckt sie Owens Atelier. Owen Mason Gentry ist ein junger, erfolgreicher Künstler – und sehr attraktiv. Er sucht dringend eine Assistentin für eine Kunstaustellung, Auburn braucht dringend Geld – und so lernen die beiden sich kennen und verlieben sich vom ersten Moment an ineinander. Owen, hält es für Schicksal, dass ausgerechnet sie vor seiner Tür steht, denn er kennt sie länger, als sie sich vorstellen kann. Woher, erfährt der Leser ganz zum Schluss, wenn die traurigen Vergangenheiten der beiden zu einem gelungen Finale miteinander verwoben werden.
Auburn ist fasziniert von Owens Kunst. Er sammelt anonyme Geständnisse und lässt sich von ihnen zu seinen Bildern inspirieren. Beiden kommt es so vor, als ob sie sich schon lange kennen, sie haben sofort einen Draht zueinander und beginnen einen kleinen Flirt. Gerade, als Auburn denkt, Owen könnte der erste Mann nach Adam sein, mit dem sie sich wirklich mehr vorstellen kann, droht den beiden das viel zu frühe Ende ihrer gerade erst beginnenden Beziehung …

Meine Meinung:

Der Klappentext bleibt recht wage und das ist gut so, denn dieses Buch überrascht den Leser durch viele ungeahnte Wendungen und Geheimnisse aus Auburns und Owens Vergangenheit, die erst langsam ans Licht kommen. Das Buch bleibt somit stets spannend.
Ich liebe alle Bücher von Colleen Hoover, aber dieses ist ohne Übertreibung ihr bestes! Die dramatische Liebesgeschichte zwischen Auburn und Owen hat mich von der ersten Seite an gefesselt und nicht mehr losgelassen. Die Autorin schafft es immer wieder, der jungen Liebe scheinbar unüberwindliche Stolpersteine in den Weg zu legen, die die Lektüre so unfassbar intensiv und spannend machen.
Das Buch beginnt mit einem unendlich traurigen Prolog, in dem der Leser Auburns Abschied von Adam miterlebt. Schon auf den ersten Seiten wurde mein Herz bleischwer, weil diese Jugendliebe durch Adams tödliche Krankheit und die Ungerechtigkeit ihrer Trennung enden musste. Alle folgenden Kapitel werden abwechselnd aus der Sicht von Auburn und Owen in Ich-Perspektive erzählt. Die beiden sind unglaublich sympathisch und versuchen stark zu sein, für die Menschen, die sie lieben, doch sie tragen ihre eigenen Lasten, die sie voreinander noch nicht offenbaren wollen.
Colleen Hoover gelingt es wie kaum einer anderen Autorin, ihre Charaktere mit Tiefgang und Stärke auszustatten. Auch die scheinbar weniger wichtigen Nebenfiguren bleiben nie blass. Alle Handlungmotive sind für den Leser stets nachvollziehbar. Die tragischen Hinter-grundgeschichten in Hoover’s Büchern geben ihren romantischen Geschichten eine Ernsthaftigkeit, die ich so bei noch keiner anderen Autorin gefunden habe.
Habe ich mich bei ihren anderen Veröffentlichungen (Will & Layken, Hope forever) noch darüber aufgeregt, dass mit dem Thema Sex viel zu prüde umgegangen wird (Stichwort: kein Sex vor der Ehe), kann ich mich bei diesem Buch überhaupt nicht beschweren. Es gibt einige Liebesszenen, die sehr gut geschrieben sind. Endlich ein Roman für und über junge Erwachsene mit angemessenen Liebesszenen!
Im Inneren der Klappenbroschur finden sich die Bilder, die Owen gemalt hat. Das Buch ist also zugleich auch ein kleines Kunstwerk.

Lieblingszitate:

„Es ist, als hätte sie Angst, ich könnte ihrer inneren Leinwand Pinselstriche hinzufügen, die sie für immer verändern würden, wenn ich ihr zu nahe käme. Und das kann ich gut nachvollziehen. Mir geht es nämlich umgekehrt genauso.“ (S. 57)

„Ich spüre seinen Blick in meinem gesamten Körper und es zieht mich mit jeder einzelnen Faser zu ihm hin. Sämtliche Zweifel (…) starren mir ins Gesicht, und ich weiß wieder, wie es sich anfühlen muss, wenn man wirklich etwas für jemanden empfindet.“ (S. 276-277)

„Genau das ist es, was mir Angst macht. (…) Wenn ich diesmal auf mein Herz höre, werde ich danach vielleicht nie mehr in der Lage sein, es wieder zu ignorieren.“ (S. 293)

Eine Geschichte über die Liebe zwischen zwei jungen Menschen, die mich berührt und gefesselt hat. So muss ein Buch sein! Die Autorin hat alles richtig gemacht und ich freue mich riesig auf alle Bücher, die noch von ihr erscheinen werden. Volle Punktzahl!

5 Sterne


Fazit:

Wenn ihr die anderen Bücher von Colleen Hoover mögt, werdet ihr „Love and confess“ lieben! Wenn ihr noch nichts von ihr gelesen habt, dramatische Liebesgeschichten mit liebenswerten Charakteren, Dramatik und Tiefgang mögt – dann greift zu!

_____________________________________________________
Mein besonderer Dank geht an dtv, bei denen ich das Buch gewonnen habe. Ich hatte es schon in meiner Buchhandlung vorbestellt, aber so konnte ich es sogar noch früher in den Händen halten 🙂