Rezension zu „Ein geschenkter Anfang“ von Lorraine Fouchet

geschenkter anfang
Autorin: Lorraine Fouchet

Erschienen am: 17.03.2017

Verlag: Atlantik

Genre: Familienroman

Umfang: 368 Seiten

Preis: 20 € (gebunden), 15,99 € (E-Book), 19,99 € (Hörbuch)

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Lorraine Fouchet, geboren 1956, arbeitete als Notärztin, ehe sie sich ganz dem Schreiben widmete. Sie ist Autorin zahlreicher Romane. Sie lebt in der Nähe von Paris und auf der Île de Groix, dem Schauplatz von Ein geschenkter Anfang.

inhalt

»Wer auf meiner Beerdigung weint, mit dem rede ich kein Wort mehr«, hat Lou oft gewitzelt. Lou, die auf der kleinen bretonischen Insel ein echter Paradiesvogel war und von allen geliebt wurde. Lou mit ihren Spleens – Champagner, bitte, aber nur von Mercier! – und Macken – sie kochte miserabel, aber mit Liebe –, einem Lachen, das lauter war als das Kreischen der Möwen, und einem Herzen so weit wie das Meer. Nun ist Lou tot – und die Familie droht auseinanderzubrechen. Im Testament bittet sie ihren Mann Jo, ihr einen letzten Wunsch zu erfüllen: Er soll das zerrüttete Verhältnis zu ihren erwachsenen Kindern Cyrian und Sarah wieder kitten und beide glücklich machen. Erst dann darf er Lous letzten Brief lesen – der versiegelt, natürlich in einer Champagnerflasche, auf ihn wartet. Eine Flaschenpost, die das Leben einer ganzen Familie verändert.

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Dieses wundervolle Buch habe ich bei einer Leserunde auf Lovelybooks gewonnen. Vielen herzlichen Dank an dieser Stelle!

Ein geschenkter Anfang ist mein erstes Buch aus dem Atlantik-Verlag, aber es wird bestimmt nicht das letzte sein. Unter dem unscheinbaren Schutzumschlag verbirgt sich eine berührende und ganz besondere Familiengeschichte, die darauf wartet, entdeckt zu werden.

Lou, Mittelpunkt der Familie, liebende Mutter, Ehefrau und Großmutter, ist tot. Mit nur Ende fünfzig erliegt sie der tückischen Krankheit Alzheimer, die ihr nach und nach ihre Erinnerungen und ihren Lebenswillen nahm. Sie hinterlässt ihren Mann Jo, Kardiologe im Ruhestunde, ihre zwei Kinder Cyrian und Sarah, sowie die Enkeltöchter Pomme und Charlotte.
Lou und ihr Mann leben auf Groix, einer kleinen Insel vor der französischen Küste, auf der jeder jeden kennt und immer etwas los ist. Mit ihrer liebenswürdigen und mütterlichen Art hat sie die Familie stets zusammengehalten und doch war ihr klar, dass ihre Kinder nicht glücklich waren. Jeder hat sein eigenes Päckchen zu tragen und lebt vor sich hin. Die Beziehung der Kinder zu ihrem Workaholic-Vater Jo ist schwierig. Nach Lous Tod droht die Familie zu zerbrechen. Um das zu verhindern, überträgt Lou ihrem Mann eine Aufgabe, die er in zwei Monaten lösen soll. Als Belohnung erhält er einen letzten Brief seiner großen Liebe.

Die Geschichte wird einer zarten, leicht poetischen Sprache erzählt. In kurzen Kapiteln kommen über einen Zeitraum von zwei Monaten alle wichtigen Personen zu Wort und schildern die Geschehnisse aus ihrer Sicht. Auch die weniger wichtigen Nebenfiguren erhalten eine Stimme und vermitteln so ein rundum gelungenes Bild um Jo und seine Bemühungen, an den letzten Brief seiner Frau zu gelangen.
Obwohl Lou gestorben ist, steht sie noch lange im Mittelpunkt der Gespräche und Gedanken ihrer Lieben. Auch sie bringt ihre Gefühle zum Ausdruck, vom „Ort, an den wir alle einmal gehen“.

Die Geschichte spielt um die Zeit vor und nach Weihnachten. Gerade jetzt ist es besonders schwer für Jo, den Verlust seiner geliebten Frau zu verkraften. Doch er setzt alles daran, ihre letzte Aufgabe zu erfüllen und seine Kinder wieder glücklich zu sehen.
Besonders ans Herz gewachsen sind mir die Mädchen Pomme und Charlotte (10 und 9 Jahre alt). Die ungleichen Halbschwestern lernen erst langsam, was es heißt, eine Familie zu sein und füreinander einzustehen.

Durch die wundervolle Sprache und einige dramatische Ereignisse fiel es mir schwer, das Buch aus der Hand zu legen. Gleichzeitig habe ich mir gewünscht, dass es noch lange nicht zu Ende ist.

5 Sterne
Für dieses wundervolle Buch gibt es von mir volle fünf Sterne.

fazit
Ein geschenkter Anfang von Lorraine Fouchet ist die berührende Geschichte um die verstorbene Lou und ihren Plan, ihre Familie nach ihrem Tod wieder zusammenzuführen. In einer zarten, leicht poetischen Sprache wird der Leser auf die Insel Groix entführt und von ihrer rauen Schönheit verzaubert. Durch zahlreiche Perspektivwechsel und dramatische Entwicklungen fiel es mir schwer, das Buch aus der Hand zu legen. Hier wartet eine ganz besondere, sehr berührende Familiengeschichte auf euch! Unbedingt lesen!

 

 

 

 

Rezension zu „Verliebt in Mr. Daniels“ von Brittainy C. Cherry

verliebt mr daniels

Autorin: Brittainy C. Cherry

Erscheinungsdatum: 04.05.2016

Veröffentlicht bei: Lyx Egmont

Genre: Junge Erwachsene / Liebe

Umfang: 374 Seiten

Preis: 9,99 € (Taschenbuch)

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Die Autorin: 

Brittainy C. Cherrys erste große Liebe war die Literatur. Sie hat einen Abschluss der Carroll Universität in Schauspiel und Creative Writing und schreibt hauptberuflich Theaterstücke und Romane. Sie lebt mit ihrer Familie in Milwaukee, Wisconsin. Quelle

Inhalt:

Unsere Liebe verboten zu nennen ist einfach. Einfacher, als zu erkennen, dass wir vom ersten Moment an Seelenverwandte waren. Ich denke, wir sind beides: verbotene Seelenverwandte. Ich hatte nicht vor, mich in ihn zu verlieben, als ich nach Wisconsin kam. Ich hatte weder geplant, in Joes Bar zu stolpern, noch mich Hals über Kopf in Daniels Musik zu verlieren. Ich hatte ja keine Ahnung, dass allein seine Stimme all meine Sorgen wenigstens für einen kurzen Moment vertreiben könnte. Ich wusste nicht, dass sich so das Glück anfühlt. Unsere Liebe war mehr als nur Leidenschaft. Es ging um Familie. Um Verlust. Um das Gefühl, wieder lebendig zu sein. Unsere Liebe war verrückt und schmerzhaft. Sie bestand aus Lachen und Weinen. Sie war wie wir. Und allein deshalb werde ich es niemals bereuen, dass ich mich in meinen Lehrer Mr Daniels verliebt habe!

Meine Meinung:

Ich bin durch die Facebook-Gruppe „Zeilenspringer“ auf das Buch aufmerksam geworden. Ganz viele Mädels haben davon geschwärmt und so habe ich mich anstecken lassen und es sofort in meiner Buchhandlung bestellt.

Ashyln Jennings ist 19 Jahre alt, als ihre Zwillingsschwester Gabrielle an Leukämie stirbt. Ihre Mutter kommt mit der Situation nicht klar und schickt Ashlyn zu ihrem Vater, der in einem anderen Bundesstaat wohnt und zu dem sie so gut wie keinen Kontakt hatte. Mit ihrem Schmerz und ihrem Kummer allein gelassen macht sie sich auf den Weg in ihr neues Zuhause und muss feststellen, dass ihr Dad mittlerweile eine eigene Familie hat – und Ashlyn gar nicht zu brauchen scheint.
Bereits auf der Reise in ihr neues Leben lernt Asyhlyn den gut aussehenden Daniel kennen, der sie spontan zu seinem Kontakt in eine Bar einlädt. Ashyln folgt seiner Einladung und die beiden verlieben sich Hals über Kopf. Ihre gemeinsame Liebe zu Büchern, insbesondere Shakespeare, und all das Schlimme, dass sie in ihrer Vergangenheit erlebt haben, lässt eine tiefe Verbindung entstehen, die weit über eine normale Teenager-Liebelei hinausgeht.
Doch als Ashlyn sich an ihrer neuen Highschool in Daniels Englischkurs wiederfindet, scheint der Traum von einer gemeinsamen Zukunft geplatzt zu sein.

Die Geschichte wird aus Ashlyns und Daniels Sicht erzählt. Jedem neuen Kapitel ist ein Zitat von Daniels Band „Romeos Quest“ vorangestellt. Bereits am Anfang wird deutlich, wie viel Schmerz und Leid die beiden in ihrem jungen Leben schon erleben mussten. Als sie aufeinander treffen, scheint es eine Fügung des Schicksals zu sein, doch mit dem Schulalltag wird schnell deutlich, dass diese Liebe nicht sein darf.
Nun deutet ja bereits der Klappentext an, dass die beiden sich nicht lange gegen ihre Gefühle wehren können und so beginnt eine heimlich Affäre, die immer intensiver wird, je mehr Zeit Ashlyn und Daniel miteinander verbringen. Dabei steht die große Liebe zwischen ihnen im Vordergrund. Mehr als einmal müssen sie an ihrer Beziehung zweifeln und stehen kurz vor der Trennung. Die Autorin schafft es, die zerrissenen Gefühle, die Dramatik und den Tiefgang dieser besonderer Beziehung auf jeder Seite spürbar werden zu lassen. Diese Liebe ist genauso intensiv wie verboten – und trotzdem absolut richtig.

Mir hat vor allem gut gefallen, dass es keine typische „Verbotene-Liebe“-Story ist, bei der der Reiz des Verbotenen im Vordergrund steht, sondern wirklich die tiefe Liebe von Ashlyn und Daniel. Im Laufe der Geschichte müssen sie weitere gemeinsame Schicksalsschläge überwinden und ihre Liebe unter Beweis stellen.
Die vielen kleinen Details machen diese Geschichte so liebenswert: z. B. spielt Daniel in einer Band, die von Shakepeares Stücken inspiriert. Auch die Familiengeschichte rund um Ashlyn und ihren Vater mitsamt seiner neuen Familie hat mir gut gefallen. Die Nebenfiguren habe ich sehr ins Herz geschlossen.
Der Schreibstil ist leicht und flüssig und trotzdem poetisch. Auch die Erotikszenen wirken nicht übertrieben oder anstößig.

Insgesamt habe ich das Buch absolut genossen. Die Geschichte hat mich keine Sekunde gelangweilt, sondern gut unterhalten und mitfiebern, -lieben und -trauern lassen. So muss eine Liebesgeschichte sein!
Einziger Kritikpunkt: Das Ende war nicht ganz nach meinem Geschmack. Was ich damit meine, müsst ihr aber selbst herausfinden. Für die hoffnungslosen Happy-End-süchtigen Romantiker unter euch ist es vielleicht genau das Richtige. Für mich hätte nicht so dick aufgetragen werden müssen.
Dennoch ist das Buch einfach rundum wundervoll und verdient daher 4,5 Sterne und eine dringende Leseempfehlung.

4 1_2 Sterne

Fazit:

„Verliebt in Mr. Daniels“ war ganz anders und viel besser, als ich erwartet hatte. Diese intensive, sehnsuchtsvolle Liebesgeschichte geht weit über eine verbotene Schüler-Lehrer-Affäre hinaus und trifft mitten ins Herz. Ich konnte das Buch kaum aus der Hand legen und kann es euch nur wärmstens empfehlen.

Rezension zu „Mein Herz wird dich finden“ von Jessi Kirby

Mein Herz
Autorin: Jessi Kirby

Erscheinungsdatum: 25.02.2016

Veröffentlicht bei: Fischer Sauerländer

Genre: Jugendbuch

Umfang: 368 Seiten

Preis: 16,99 € (gebunden)

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Die Autorin:

Jessi Kirby ist, genau wie Mia, eine leidenschaftliche Läuferin, und ihr Herz schlägt für ihre Familie und das Meer. Sie hat die Liebe ihres Lebens gefunden – und geheiratet. Mit ihrem Mann und zwei Kindern lebt sie in Orange County, Kalifornien, USA. Quelle

Inhalt:

Eine Liebe, die tragisch endet.
Eine neue Liebe, die tragisch beginnt. 
Ein Herz, das nicht aufhört zu lieben.
Und am Ende der Tränen: das Glück.

400 Tage ist es her.
Vor 400 Tagen ist Mias große Liebe bei einem Autounfall ums Leben gekommen. Vor 400 Tagen hat Noah eine zweite Lebenschance bekommen.
Als sie einander begegnen, spüren sie beide sofort, dass sie zusammen gehören.

Doch nur Mia weiß, dass Noah ihr niemals begegnen wollte. Dass sie gegen seinen ausdrücklichen Willen gehandelt hat, als sie sich auf die Suche nach ihm gemacht hat. Dass Noah niemals wissen wollte, wer vor 400 Tagen ums Leben gekommen ist. Weil es irgendwie nicht richtig ist, dass er weiterleben darf – nur weil jemand anderes gestorben ist.

Doch für Mia ist es, als wäre die Welt plötzlich wieder in Ordnung. Als wäre das Leben wieder bunt und schön. Und als hätte sie Noah nicht verschwiegen, dass sie einander nur begegnet sind, weil sie wissen wollte, wer der Mensch ist, der das Spenderherz ihres Freundes bekommen hat. Doch wie glücklich darf sie nach Jacobs Tod eigentlich sein? Und wann wird aus Schweigen … Verrat?

Mia muss Noah erzählen, wer sie ist. Aber was bedroht ihre Liebe mehr? Eine Lüge – oder die Wahrheit?

Meine Meinung:

Das wunderschöne Cover und die vielen positiven Leserstimmen haben mich schon zum Erscheinungstermin neugierig auf das Buch gemacht. Letzte Woche habe ich es dann gemeinsam mit Inka von Lebens(LeseLiebe)Lust endlich gelesen.

Zum Inhalt muss ich nicht mehr viel sagen, der wird im Klappentext schon ausführlich vorgestellt.
Die Geschichte wird in kurzen Kapiteln aus Mias Sicht erzählt. Anfangs lebt sie zurückgezogen und ist auch 400 Tage nach dem Tod ihrer großen Liebe noch in ihrer Trauer gefangen. Mia ist eine sympathische, gebrochene Protagonistin, deren Schmerz man gut nachfühlen kann.
Jedem Kapitel ist ein kurzes Zitat, aus Literatur oder Wissenschaft, über das menschliche Herz vorausgestellt. Diese sind interessant und lehrreich, aber die teilweise bis zu 3 leeren Seiten zwischen den einzelnen Kapiteln nehmen eine ganze Menge Platz weg. Insgesamt wäre das Buch ohne diese Verschwendung wohl locker 80 Seiten dünner ausgefallen und da frage ich mich doch als zahlender Leser, ob das unbedingt sein muss?

Die Geschichte an sich hat mir gut gefallen. Noah ist ein toller Junge, ein introvertierter Surfertyp zum Verlieben. Er und Mia lernen sich unter skurrilen Umständen kennen, obwohl sie zunächst alles versucht, um ihm aus dem Weg zu gehen. Doch sie fühlt sich von Anfang an zu ihm hingezogen und so entspinnt sich eine ganz vorsichtige und zarte Liebesgeschichte. Die beiden sprechen nicht über ihre Vergangenheit und lernen sich ganz unvoreingenommen kennen. Ihnen gefällt die Vorstellung, dem anderen nur das von sich zu zeigen, was sie offenbaren möchten. Natürlich plagt Mia das schlechte Gewissen, weil sie Noah die ganze Zeit über belügt. Auch dieser innere Konflikt wird überzeugend dargestellt.

Am Ende gipfelt die Geschichte in einem Finale, bei dem mir an einer Stelle kurz das Herzen stehen geblieben ist. Dennoch war das Ende durchaus zufriedenstellend – und wird ja durch den langen Klappentext eigentlich auch schon vorweggenommen.
„Mein Herz wird dich finden“ ist eine schöne, ruhige Geschichte über eine junge Liebe unter schwierigen Voraussetzungen. Mehr als einmal zweifelt Mia daran, dass ihre Beziehung bestehen kann, wo sie doch auf einer Lüge aufgebaut ist. Obwohl ich mit dem Buch insgesamt zufrieden bin, hat mir trotzdem das gewisse Etwas gefehlt. Die Nebencharaktere erschienen mir fad, die Hintergrundgeschichte um Mias Eltern war meiner Meinung nach auch eher unnötig und selbst die Liebesgeschichte an sich konnte mich emotional nicht so berühren, wie ich es mir gewünscht hätte.
Deshalb gibt es von mir insgesamt 3,5 Sterne.

3_1_2 Sterne
Fazit:

„Mein Herz wird dich finden“ ist ein einfühlsames Buch über eine zarte Liebe, die sich unter schwierigen Umständen entwickelt. Das moralische Dilemma, in dem Mia steckt zwingt den Leser, selbst über Moralvorstellungen nachzudenken. Insgesamt eine schöne Geschichte, die mich aber leider emotional nicht so mitgerissen hat, wie ich es mir erhoffte.

Rezension zu „All die verdammt perfekten Tage“ von Jennifer Niven

All die verdammt perfekten Tage

Autorin: Jennifer Niven

Erscheinungsdatum: 28.12.2015

Veröffentlicht bei: Limes

Genre: Jugendbuch / Liebe / Drama

Umfang: 394 Seiten

Preis: 14,99 €

ISBN: 978-3809026570

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Die Autorin:

Jennifer Niven wuchs in Indiana auf, dort, wo auch All die verdammt perfekten Tage spielt. Mit der herzzerreißenden Liebesgeschichte von Violet und Finch hat sie Verlage in aller Welt begeistert – die Rechte wurden in 32 Länder verkauft. In den USA stieg All die verdammt perfekten Tage sofort auf Platz 13 der New-York-Times-Bestsellerliste ein, eine Hollywoodverfilmung ist ebenfalls in Planung. Heute lebt die Autorin mit ihrem Verlobten und ihren »literarischen« Katzen in Los Angeles, wo sie 2000 das Schreiben zu ihrem Hauptberuf machte. Quelle

Inhalt:

Ein Mädchen lernt zu leben – von einem Jungen, der sterben will

Ist heute ein guter Tag zum Sterben?, fragt sich Finch, sechs Stockwerke über dem Abgrund auf einem Glockenturm, als er plötzlich bemerkt, dass er nicht allein ist. Neben ihm steht Violet, die offenbar über dasselbe nachdenkt wie er. Von da an beginnt für die beiden eine Reise, auf der sie wunderschöne wie traurige Dinge erleben und großartige sowie kleine Augenblicke – das Leben eben. So passiert es auch, dass Finch bei Violet er selbst sein kann – ein verwegener, witziger und lebenslustiger Typ, nicht der Freak, für den alle ihn halten. Und es ist Finch, der Violet dazu bringt, jeden einzelnen Moment zu genießen. Aber während Violet anfängt, das Leben wieder für sich zu entdecken, beginnt Finchs Welt allmählich zu schwinden…

Meine Meinung:

Was für ein Buch!
Am Anfang stehen zwei Teenager auf einem Glockenturm und denken darüber nach, sich das Leben zu nehmen. Theodore Finch, der Schulfreak, rettet die beliebte Violet Markey, die den Tod ihrer Schwester nicht überwinden kann. Doch er erklärt Violet zur Heldin, die ihn gerettet habe – und sie spielt mit. Von diesem Moment an weicht Finch ihr nicht mehr von der Seite und überredet sie schließlich dazu, ein Schulprojekt gemeinsam zu bearbeiten. Und so kommt es, dass sich zwei völlig unterschiedliche Jugendliche, die normalerweise wohl kein Wort miteinander wechseln würden, langsam annähern. In ihrem Schmerz und ihrer Trauer sind sie vereint, entdecken Gemeinsamkeiten, verlieben sich – und bleiben sich doch bis zum Ende hin fremd.

Die Kapitel werden abwechselnd aus Violets und Finchs Perspektive erzählt. Der Leser erfährt viel über die unterschiedlichen Elternhäuser, Freunde und Schulalltage. Es werden  schwere Themen angesprochen, die aber niemals erdrückend wirken. Der sachliche, fast schon neutrale Erzählton sorgt dafür, dass sich das wirklich Tiefliegende im Kopf des Lesers abspielt.

Violet und Finch sind zwei durchweg symapthische Charaktere. Vor allem Finch hat es mir richtig angetan. Er ist unkonventionell, ein bisschen verrückt, kreativ und einfallsreich, sehr klug, aber er steht nur einen Schritt vom Abgrund entfernt. Der Leser erfährt lange nicht, was wirklich mit ihm los ist. Finch nennt seine Probleme den SCHLAF, vor dem er immer zu fliehen versucht, denn er weiß, was es beudeten würde, in der Dunkelheit zu versinken. Als Violet seine Liebe schließlich erwidert, versucht er alles, um seinen inneren Dämonen zu entkommen.
Hat diese Liebe eine Chance? Wenn ihr die vielen Blogger- und Pressestimmen verfolgt habt, wisst ihr es vielleicht schon.

Lieblingszitate:

Man kann nicht verhindern, dass Menschen sterben. Man kann sie nicht daran hindern wegzugehen. Man kann nicht einmal sich selbst daran hindern. Ich kenne mich gut genug, um zu wissen, dass niemand außer mir selbst mich wachhalten kann. (Finch, S. 150)

Ich könnte nach unten gehen und meiner Mom erzählen, wie es mir geht – wenn sie überhaupt zu Hause ist -, aber sie würde bloß sagen, ich soll mir das Advil aus ihrer Handtasche holen und versuchen, mich zu entspannen, mich nicht so aufzuregen, denn in diesem Haus ist man nur krank, wenn die Krankheit mit einem Fieberthermometer messbar ist. (Finch, S. 194)

Ich liebe die Art, wie ihre Augen glänzen, wenn wir uns unterhalten oder wenn sie mir etwas sagt, das sie für wichtig hält. Die Art, wie sie stumm die Worte mit den Lippen formt, wenn sie liest und sich konzentriert. Die Art, wie sie mich anschaut, als ob es nur mich gäbe, als ob sie durch das Fleisch, die Knochen und all das Schlimme hindurchsehen und mein eigentliches Ich erkennen könnte, das nicht einmal ich selbst sehen kann. (Finch, S. 277)

„All die verdammt perfekten Tage“ ist ein Buch, das lange im Kopf des Lesers nachhallt. Ein ähnlicher Titel wäre z. B. „Mein Herz und andere schwarze Löcher“ von Jasmine Warga (meine Rezension gibt’s hier). „All die verdammt perfekten Tage“ erscheint mir aber noch realistischer, noch tiefgreifender und war emotionaler, trotz (oder gerade wegen?) des eher nüchternen Erzählstils.
Von mir gibt es die volle Punktzahl.

5 SterneFazit:

Ein melancholisches, tauriges und hoffnungslos ehrliches Buch über die Liebe, das Leben und den Tod. Wer es gern etwas schwerer mag, sollte hier unbedingt zugreifen.

Rezension zu „Love and confess“ von Colleen Hoover

love and confess
Autorin: Colleen Hoover

Erscheinungsdatum: 20.11.2015

Verlag: dtv

Umfang: 375 Seiten (+ Leseprobe aus „Maybe someday“)

Genre: Junge Erwachsene / Liebe / Drama

ISBN: 978-3423740128

Preis: 12,95 € (Klappenbroschur)

Mehr Infos: hier

Die Autorin:

Colleen Hoover stand mit ihrem Debüt ›Weil ich Layken liebe‹, das sie zunächst als eBook veröffentlichte, sofort auf der Bestsellerliste der ›New York Times‹. Mittlerweile hat sie auch in Deutschland die SPIEGEL-Bestsellerliste erobert. Mit ihren zahlreichen Romanen, die alle zu internationalen Megasellern wurden, verfügt Colleen Hoover weltweit über eine riesengroße Fangemeinde. Sie lebt mit ihrem Mann und ihren drei Söhnen in Texas. Quelle

Klappentext:

Auburn & Owen: Sind sie bereit, für ihre Liebe alles zu riskieren?

Fünf Jahre nach dem Verlust ihrer ersten großen Liebe zieht Auburn nach Dallas – und trifft dort auf Owen, in den sie sich Knall auf Fall verliebt. Und ihm geht es genauso. Doch Owen ist der Letzte, auf den Auburn sich einlassen sollte, wenn sie nicht alles, was ihr wichtig ist, verspielen will.

Zum Inhalt:

Auburn Mason Reed ist einundzwanzig Jahre alt und hasst ihren Job als Frisörin. Als sie fünfzehn Jahre alt waren, starb ihre erste große Liebe Adam, der bis heute eine große Lücke in ihrem Herzen hinterlässt. Die beiden sind auch noch nach seinem Tod miteinander verbunden und Auburn konnte sich bisher auf keine neue Liebe einlassen. Erst vor kurzem ist sie von ihrer Heimatstadt Portland nach Dallas gezogen – eine Entscheidung, die sie unfreiwillig treffen musste. Sie fühlt sich einsam in der neuen Stadt, hasst ihren Job und „die Hexe Lydia“, die sie drangsaliert, von der sie aber leider abhängig ist – warum, erfährt man erst später.
Als Auburn eines Tages auf dem Heimweg nach der Arbeit an einem mit Notizzetteln vollbeklebten Schaufenster vorbeikommt, entdeckt sie Owens Atelier. Owen Mason Gentry ist ein junger, erfolgreicher Künstler – und sehr attraktiv. Er sucht dringend eine Assistentin für eine Kunstaustellung, Auburn braucht dringend Geld – und so lernen die beiden sich kennen und verlieben sich vom ersten Moment an ineinander. Owen, hält es für Schicksal, dass ausgerechnet sie vor seiner Tür steht, denn er kennt sie länger, als sie sich vorstellen kann. Woher, erfährt der Leser ganz zum Schluss, wenn die traurigen Vergangenheiten der beiden zu einem gelungen Finale miteinander verwoben werden.
Auburn ist fasziniert von Owens Kunst. Er sammelt anonyme Geständnisse und lässt sich von ihnen zu seinen Bildern inspirieren. Beiden kommt es so vor, als ob sie sich schon lange kennen, sie haben sofort einen Draht zueinander und beginnen einen kleinen Flirt. Gerade, als Auburn denkt, Owen könnte der erste Mann nach Adam sein, mit dem sie sich wirklich mehr vorstellen kann, droht den beiden das viel zu frühe Ende ihrer gerade erst beginnenden Beziehung …

Meine Meinung:

Der Klappentext bleibt recht wage und das ist gut so, denn dieses Buch überrascht den Leser durch viele ungeahnte Wendungen und Geheimnisse aus Auburns und Owens Vergangenheit, die erst langsam ans Licht kommen. Das Buch bleibt somit stets spannend.
Ich liebe alle Bücher von Colleen Hoover, aber dieses ist ohne Übertreibung ihr bestes! Die dramatische Liebesgeschichte zwischen Auburn und Owen hat mich von der ersten Seite an gefesselt und nicht mehr losgelassen. Die Autorin schafft es immer wieder, der jungen Liebe scheinbar unüberwindliche Stolpersteine in den Weg zu legen, die die Lektüre so unfassbar intensiv und spannend machen.
Das Buch beginnt mit einem unendlich traurigen Prolog, in dem der Leser Auburns Abschied von Adam miterlebt. Schon auf den ersten Seiten wurde mein Herz bleischwer, weil diese Jugendliebe durch Adams tödliche Krankheit und die Ungerechtigkeit ihrer Trennung enden musste. Alle folgenden Kapitel werden abwechselnd aus der Sicht von Auburn und Owen in Ich-Perspektive erzählt. Die beiden sind unglaublich sympathisch und versuchen stark zu sein, für die Menschen, die sie lieben, doch sie tragen ihre eigenen Lasten, die sie voreinander noch nicht offenbaren wollen.
Colleen Hoover gelingt es wie kaum einer anderen Autorin, ihre Charaktere mit Tiefgang und Stärke auszustatten. Auch die scheinbar weniger wichtigen Nebenfiguren bleiben nie blass. Alle Handlungmotive sind für den Leser stets nachvollziehbar. Die tragischen Hinter-grundgeschichten in Hoover’s Büchern geben ihren romantischen Geschichten eine Ernsthaftigkeit, die ich so bei noch keiner anderen Autorin gefunden habe.
Habe ich mich bei ihren anderen Veröffentlichungen (Will & Layken, Hope forever) noch darüber aufgeregt, dass mit dem Thema Sex viel zu prüde umgegangen wird (Stichwort: kein Sex vor der Ehe), kann ich mich bei diesem Buch überhaupt nicht beschweren. Es gibt einige Liebesszenen, die sehr gut geschrieben sind. Endlich ein Roman für und über junge Erwachsene mit angemessenen Liebesszenen!
Im Inneren der Klappenbroschur finden sich die Bilder, die Owen gemalt hat. Das Buch ist also zugleich auch ein kleines Kunstwerk.

Lieblingszitate:

„Es ist, als hätte sie Angst, ich könnte ihrer inneren Leinwand Pinselstriche hinzufügen, die sie für immer verändern würden, wenn ich ihr zu nahe käme. Und das kann ich gut nachvollziehen. Mir geht es nämlich umgekehrt genauso.“ (S. 57)

„Ich spüre seinen Blick in meinem gesamten Körper und es zieht mich mit jeder einzelnen Faser zu ihm hin. Sämtliche Zweifel (…) starren mir ins Gesicht, und ich weiß wieder, wie es sich anfühlen muss, wenn man wirklich etwas für jemanden empfindet.“ (S. 276-277)

„Genau das ist es, was mir Angst macht. (…) Wenn ich diesmal auf mein Herz höre, werde ich danach vielleicht nie mehr in der Lage sein, es wieder zu ignorieren.“ (S. 293)

Eine Geschichte über die Liebe zwischen zwei jungen Menschen, die mich berührt und gefesselt hat. So muss ein Buch sein! Die Autorin hat alles richtig gemacht und ich freue mich riesig auf alle Bücher, die noch von ihr erscheinen werden. Volle Punktzahl!

5 Sterne


Fazit:

Wenn ihr die anderen Bücher von Colleen Hoover mögt, werdet ihr „Love and confess“ lieben! Wenn ihr noch nichts von ihr gelesen habt, dramatische Liebesgeschichten mit liebenswerten Charakteren, Dramatik und Tiefgang mögt – dann greift zu!

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Mein besonderer Dank geht an dtv, bei denen ich das Buch gewonnen habe. Ich hatte es schon in meiner Buchhandlung vorbestellt, aber so konnte ich es sogar noch früher in den Händen halten 🙂